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Weltliteratur - Allgemeinbildung

LDemo0ntea hat die Diskussion gestartet


Welche Werke gehören eurer Meinung nach zur Allgemeinbildung dazu?

Ich lese unheimlich gerne, merke aber, dass ich starke Wissenslücken aufweise. Ich bin in einer Art Buchclub mit sehr vielen Mitgliedern eingetreten und während alle mit irgendwelchen Zitaten und Vergleichen aus anderen Büchern um sich werfen, sitze ich da und kann den meisten Gesprächen nicht folgen.

Auf meiner Liste stehen bisher:

Shakespeare (von ihm habe ich noch nichts gelesen)

Verwandlung von Kafka

Faust von Goethe

Ein paar Werke von Jane Austen

Jane Eyre von C. Bronte

Also, was sollte man noch gelesen haben, um nicht dumm zu sterben? ;-D

Antworten
EHhemaaliger XNuJtzerM (#28y28x77)


Terry Pratchett.

Sehr tiefgründiger Humor den ich sehr schätze ... falls auch was "neueres" dabei sein darf.

D*ore-en-*xx


Ich kenne einige beruflich erfolgreiche Leutchen in Deutschland mit abgeschlossener Hochschulausbildung, die diese Werke alle nicht kennen.

Gut ausgebildete Leute aus anderen Kulturkreisen kennen die Werke meist auch nicht.

Bekannt sind diese Werke vorzugsweise in der deutschen Intellektuellen Szene.

Viele dieser Werke zeigen sich durch verallgemeinerte Aussagen aus, diese Aussagen halten heute einer genauen Prüfung nicht mehr stand.

Beispiel für solche Aussagen eines genialen Dichterfürsten: "Die Axt im Haus, erspart den Zimmermann".

Man kann ja mal seinen Verwandten oder Nachbarn eine Axt geben, mal sehen was dabei rauskommt ......

MQuffV Portxter


Asterix Band 1 bis 25.

Dann weiß man zum Beispiel, das Gladiolen zu den Schwertliliengewächsen gehört, weil Gladius lateinisch für Schwert ist. :)z

U3omxo 3


Es gibt einen Zusammenstellung, die ab 1978 in der Zeitung DIE ZEIT vorgestellt wurde, und 100 Bücher enthält, die die Jury als besonders lesenswert ansah. Da es Werke der Weltliteratur sind, ist die Liste zeitlos, auch wenn sie natürlich fortgeschrieben werden kann.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/ZEIT-Bibliothek_der_100_B%C3%BCcher]]

B#rian6x5


Doreen-xx

Ich kenne einige beruflich erfolgreiche Leutchen in Deutschland mit abgeschlossener Hochschulausbildung, die diese Werke alle nicht kennen.

Mit Ausnahme der Tatsache, dass wir uns nicht persönlich kennen, gehöre ich zu diesen Leut(ch)en.

Man kann Allgemeinbildung IMHO nicht an Literatur festmachen, das ist nur ein winziger Teil. Andere - wichtigere - Teile sind Grundwissen (ohne alle Details) über Geschichte, Politik, Soziologie, Naturwissenschaften (leider haben diese keinen hohen Stellenwert), wirtschaftliche Zusammenhänge und Dinge des täglichen Lebens. Solche Themen sind im Smalltalk immer Thema - ganz im Gegensatz zu Kafka & Co.

Cbleo Ebdwards vT. Davonpotorxt


Asterix Band 1 bis 25.

Dann weiß man zum Beispiel, das Gladiolen zu den Schwertliliengewächsen gehört, weil Gladius lateinisch für Schwert ist. :)z

:-)

Was mit leichter Ironie aufgefasst werden könnte, empfinde ich übrigens in voller Ernsthaftigkeit. Comics können einem wunderbar Allgemeinbildung vermitteln, auf leichte und amüsante Art. Schade, dass deren Ruf immer noch auf Niveau der Gehirnverblödung von Kindern steht.

Ich bin in einer Art Buchclub mit sehr vielen Mitgliedern eingetreten und während alle mit irgendwelchen Zitaten und Vergleichen aus anderen Büchern um sich werfen, sitze ich da und kann den meisten Gesprächen nicht folgen.

Wobei das fast vergleichbar mit irgendwelchen Modellbauclubs wäre. Wenn man sich dafür interessiert kann man was mitnehmen, aber es ist eher Hobby- und somit persönliches Spartenwissen als Allgemeinbildung. Finde ich.

Hm, warum schreibe ich jetzt eigentlich... da dränge ich doch meine Meinung auf ohne dass es was zum Faden beitragen würde.

gkauloOisxe


Leider gehört Literatur zu den Zweigen, die zunehmend unmodern werden, wenn es um Allgemeinbildung geht. Was ich persönlich ganz, ganz schade finde, aber aufhalten kann man diesen Trend wohl nicht.

Ich denke, eine solide Allgemeinbildung bezieht alle o.g. Themenbereiche gleichberechtigt mit ein. Man kann ja gerne Schwächen in dem einen oder anderen Bereich haben, aber einfach zu sagen, das kenne ich nicht, interessiert mich auch nicht, ist mir egal!, finde ich nicht OK.

Ich verknurpse mir das Gehirn, wenn es um Physik geht, versuche aber immer, irgendwie hinterherzukommen. Warum also soll das umgekehrt nicht funktionieren?

@ TE:

der Literaturkanon irgendwelcher Magazine sollte dich einen Dreck interessieren. Lies einfach alles, was dir in die Finger kommt: früher oder später bekommst du Querverweise, Zitate und Bezüge, die dich auf die originalen Texte neugierig machen...und dann kannst du es versuchen. Und dann ganz in Ruhe für dich selbst entscheiden, boah, klasse, mehr davon. Oder sagen, och nö, bitte ich lese den wikipedia-Artikel dazu, das muss reichen. ;-D

gpau.loisxe


Vergessen: Asterix bildet in fast jedem Bereich. Und sei es nur, um bei passender Gelegenheit mit lateinischen Zitaten zu kontern. ;-D

qJuacksDalbezrexi


Ich würde mich gauloises Beitrag anschließen. Übrigens finde ich es weitaus interessanter, wenn jemand viele nicht so bekannte Bücher gelesen und den einen oder anderen Tipp für mich auf Lager hat.

Srhojxo


Ich bin in einer Art Buchclub mit sehr vielen Mitgliedern eingetreten und während alle mit irgendwelchen Zitaten und Vergleichen aus anderen Büchern um sich werfen, sitze ich da und kann den meisten Gesprächen nicht folgen.

Ist sehr häufig vor allem ordentlich Angeberei - gräbt man dann tiefer, stellt man oft fest, dass all die hübschen Zitatgebäude auf einer inhaltlichen Torflinse gebaut sind. Oder auch: Viel gelesen, nix verstanden. Lass Dich davon mal nicht so beeindrucken. Ich kann mich auch Gauloise dringend anschließen - lies, was Dich anfasst. Alles andere ist eh Schall und Rauch, das bleibt nicht hängen, davon hast Du wenig bis nichts. Deine Liste: Shakespeare mag ich ganz scheußlich doll, ich lese ihn gern, finde es aber gespielt/gesprochen noch besser (wenn gut gemacht), und sind ja schließlich auch Bühnenstücke - ebenso wie Faust für die Bühne geschrieben wurde. Sowohl Shakespeare als auch Faust kann ich reichlich zitieren, weils mich einfach gepackt hat. Von Kafka habe ich auch was gelesen, kann aber rein gar nichts zitieren, weil es mich immer nach kurzer Zeit schüttelt und ich denke, halt die Backen, Jammerlappen. Sorry, ich weiß, es ist ja irgendwie auch intellektuell ergiebig und toll und bla, ich halt den aber nicht gut aus. Und auch Goethe macht mich, so sehr ich mich über Mephisto gefreut habe, häufig latent aggressiv. Statt Jane Eyre würde ich persönlich unbedingt und dringend lieber Sturmhöhe lesen (na gut, man muss sich nicht entscheiden, ich würde sie einfach beide lesen, hihi). Jane Austen ist grandios, unglaublich leichthin und verspielt und bösartig, wie fleischfressende bunte Schmetterlinge, probiers aus - magste eins, magste mehr oder weniger alle, und falls Du sie magst, beneide ich Dich sehr, ich würde sie auch gern noch mal zum ersten Mal lesen. Magste sie nicht, belass es bei einem, es gibt noch so viel mehr herrliche Bücher; Du wirst in Deinem ganzen Leben nicht alle lesen können, die sich lohnen! Also lies nicht aus Pflichtbewusstsein oder aus Geltungsdrang, lies aus Leidenschaft und Liebe.

Für Buchtipps wäre es wahrscheinlich ergiebig, wenn Du schreibst, was Du magst und warum - was zieht Dich in den Bann, was interessiert Dich? Es gibt so, so, so herrliche Bücher unter den Klassikern und am Rande der Klassiker, sozusagen, und es gibt so viele Bücher, die Klassiker sein könnten und sollten, aber nicht sehr bekannt sind, und es gibt so viele Bücher aus Genres, die wirklich gut sind, aber außerhalb ihres Genres wenig geläufig (zum Beispiel kennen viele zumindest vom Titel her Bradburys Fahrenheit 451 oder Huxleys Schöne neue Welt (Letzteres verdankt viel von seinem Ruhm, ebenso wie der gute alte Faust, dem Unterricht in der Oberstufe ...) - Ursula LeGuins Planet der Habenichtse hingegen ist vor allem unter SF-Lesern bekannt, dabei ist es so schrecklich gut (allerdings nicht unbedingt ein klassischer Pageturner).

Was lieste denn sonst gern?

Ozptim0ismuxs


Ich habe in jungen Jahren ALLE Karl May Bücher gelesen und so einiges über Geografie und Geschichte gelernt.

Tolle Bücher finde ich ebenfalls:

Verheissene Erde von James Mitchener

Siddharta

Der Medicus

Anleitung zum Unglücklichsein von Watzlawik

Und natürlich Fachliteratur, die mich interessiert

Uqom#o 3


... gehöre ich zu diesen Leut(ch)en ... Naturwissenschaften (leider haben diese keinen hohen Stellenwert), wirtschaftliche Zusammenhänge und Dinge des täglichen Lebens. Solche Themen sind im Smalltalk immer Thema - ganz im Gegensatz zu Kafka & Co.

Dass Kafka im Smalltalk nicht erwähnt würde, ist deine höchst subjektive Erfahrung, die gewiss durch dein Umfeld geprägt ist. Es gibt gebildete Kreise, da gehören Begriffe wie "Desoxyribonukleinsäure", "Panaschieren" oder "Buchgeldschöpfung" völlig selbstverständlich zur Allgemeinbildung wie in anderen Kreisen die sattelfeste Kenntnis der wesentlichen Weltliteratur, Geschichte, Kunst oder Musik.

Auch ein durchschnittlicher Naturwissenschaftler wird es wohl als durchaus ungewöhnlich ansehen, (mit unterstellter höherer Schulbildung) weder Faust noch etwas von Kafka gelesen zu haben. So wie ich als bekennender Nicht-Naturwissenschaftler meine, dass man irgendwann mal was von DNA oder Wasserstoffbrückenbindung gehört haben wird, und zwar auch dann, wenn ich nicht (mehr) in der Lage wäre, es noch zu erklären. Damit will ich also bitte nicht provozieren, sondern nur anerkennen, dass man in einer Zeit, in der sich das Wissen derartig explosionsartig vermehrt hat, Bildung nicht an einzelnen Wissensgebieten festmachen kann.

Vor allem aber halte ich gar nichts davon, diesen oder jenen Bildungsbereich über andere zu erheben.

Aber das geht eigentlich am Thema des Fadens vorbei.

S$hozjxo


Auch ein durchschnittlicher Naturwissenschaftler wird es wohl als durchaus ungewöhnlich ansehen, (mit unterstellter höherer Schulbildung) weder Faust noch etwas von Kafka gelesen zu haben.

Eben - typische Oberstufenliteratur. ;-D

MJrs_qDarxcy


Ein paar Werke von Jane Austen

Jane Eyre von C. Bronte

Ich stimme Shojo zu - dazu gehört dann auch noch Sturmhöhe. Alle großartig.

Ursula LeGuins Planet der Habenichtse

Heißt das mittlerweile "Freie Geister"? habe ich grad mal gegoogelt. Ich war schon sehr begeistert von ihrem Erdsee-Zyklus.

Ich würde auch erstmal schauen, was (also die grobe Richtung) du gerne liest. Bringt ja nix, irgendwelche tollen Klassiker zu lesen, die du dann im Endeffekt aber fürchterlich findest.

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