» »

Abschaffung von Schulnoten, was denkt ihr?

brellagxia hat die Diskussion gestartet


[[https://web.de/magazine/geld-karriere/bildungsexperten-abschaffung-schulnoten-32174384]]

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, hat sich für die Abschaffung von Schulnoten ausgesprochen.

"Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden", sagte sie der "Bild".

Tepe betonte, der Verzicht auf Noten sollte "nicht nur in Grundschulen, sondern in allen Schultypen praktiziert werden".

Ich persönlich habe dazu noch keine abschließende Meinung, im Moment finde ich es in Ordnung, dass mein Erstklässler noch keine Noten bekommt.

Das Entwicklungsgespräch in Gegenwart des Kindes fand ich allerdings nicht sonderlich informativ. Was dort gesagt wurde, dass wussten wir auch vorher schon. Es gab nur Lob (auch wenn es sicher auch Kritikpunkte hätte geben können)

Ich versuche mir vorzustellen, wie das bei größeren Kindern wirkt.

Versuche mich zu erinnern, ob es mich motiviert hätte keine Noten zu bekommen ":/

Ich weiß es nicht.

Hat hier jemand Erfahrung damit? Es gibt ja schon weiterführende Schulen, welche ohne Noten arbeiten.

Antworten
MAatzeBDerlixn


Total dämlich.

E*hebmaliger Nputzer (#2x82877)


Ich fürchte da würde dann so was ähnliches passieren wie bei den Arbeitszeugnissen.

Erst kommen da total verklausulierte Bewertungen rein die von Personalern dann in Noten umgedeutet werden. Dann kommt eine Klagewelle und dann steht da nur noch positives drin.

"Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden",

Das steht und fällt wohl mit den Lehrkräften. Aber da verspreche ich mir auch von einer Umstellung keine Verbesserung.

Ich hatte mal einen Englischlehrer der für jeden Schüler in jeder Stunde eine mündliche Note aufgeschrieben hat ...

Und gerade die Naturwissenschaftlichen Fächer sind doch recht objektiv bewertbar.

STchleabbAermauxl


Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten...

Es ist äußerst naiv, zu glauben, dass individuelle Beurteilungen objektiver sein. Dort wo es sowas schon gibt kann ein Fachmann gleichwohl eine "Note" herauslesen.

b8ellaXgia


Erst kommen da total verklausulierte Bewertungen rein die von Personalern dann in Noten umgedeutet werden. Dann kommt eine Klagewelle und dann steht da nur noch positives drin.

Das würde ich wohl ziemlich befremdlich finden.

Ich denke, dass Kinder eine klare Sprache benötigen.

Hier gibt es eine Schule in der Nähe, die ohne Noten arbeitet und keine Waldorf Schule ist, sondern eine normale Gesamtschule. Am Anfang hörte ich, dass es eine wahnsinnigen Ansturm gab, als das System eingeführt wurde.

Wie es allerdings im Verlauf ist und auf welchen Level die Abschlussschüler sind, das habe ich bisher nicht gehört.

Ich hab ja auch kein Kind in dem Alter.

Gibt es andere europäische Länder, die ohne Schulnoten arbeiten?

s`ensilbelmaxnn99


Meine Tochter hatte bis zu Klasse 8 keine Schulnoten erhalten- es gab Lernstandsberichte im Eltern-Schüler-Lehrergespräch, die wesentlich aufschlussreicher als eine Note waren. In zentralen Leistungstests schnitt meine Tochter deutlich überdurchschnittlich gut ab. Sie war aber ohne Noten nicht ganz so zufrieden, weil alle anderen Geschwister Noten erhielten- war aber wohl eher ein gruppenpsychologisches Problem. Sie hat bis in die Oberstufe hinein keine Probleme damit, dass sie mal keine Noten erhielt.

Ohne Noten geht es auch und relativ problemarm.

s3en(sib=elmaxnn99


Es ist äußerst naiv

Nein. Es ist aussagekräftiger, wenn ich und das Kind weiß: hat Probleme mit Prozentrechnung, benötigt dafür etwas länger, bewältigt es aber, kann Geometrie ohne Probleme, Oder ob da nur eine Note 2 steht.

bqellagxia


Es ist äußerst naiv, zu glauben, dass individuelle Beurteilungen objektiver sein. Dort wo es sowas schon gibt kann ein Fachmann gleichwohl eine "Note" herauslesen

Ich würde es wichtiger finden, dass das Kind herauslesen/ hören kann, wo es steht.

Andererseits werden teilweise die "Kopfnoten", die es früher für Betragen und Mitarbeit gab wohl inzwischen in die Fachnoten eingerechnet, zu 50%. Zumindest habe ich das gehört. Nichts ist ja allgemeingültig im Schulbereich.

Ein Schüler, der hervorragend rechnet oder tolle Aufsätze schreiben kann muss also damit rechnen, dass er ein oder zwei Noten verliert, weil er schüchtern ist und nicht mitarbeitet... oder so wie ich früher im Unterricht einfach in eine Traumwelt abtaucht.

Wenn ich nun wissen möchte was jemand kann, dann finde ich das wenig hilfreich. Möglicherweise lege ich als AG großen Wert auf Mathe, ohne dass der Bewerber dazu sonderlich aufgeschlossen und mutig sein muss. ":/

Kein Mensch muss alles können, das Profil sollte nur zum angestrebten Beruf passen.

sFensbibelemannx99


Genaugenommen sind Noten eine Gewohnheitsfrage. [[http://www.geo.de/magazine/geo-wissen/5989-rtkl-die-ideale-schule-schule-ohne-noten-funktioniert-das Und Gewohnheiten wiegen schwer.]]

h4alfdTevixl


Ein Gutes hat es in jedem Fall: ich glaube, es fällt ein wenig Druck von den Kindern ab. Was war das früher für ein Druck: viele Kinder, ich auch, durften bei einer 4 nicht nach Hause bekommen, bzw. bekamen Ärger...

dieser Druck immer vor den Arbeiten...hoffentlich gute Note usw...ich hielt diesem Terror die gesamte Schulzeit noch stand, bekam aber später enorme Probleme mit Druck...

E`la}fyRemiAchq0x815


Mir fällt spontan ein ganz wichtiger Punkt für die Beibehaltung von Noten ein:

Bei einer individuellen Beurteilung statt Benotung hängt das Wohl und Wehe des Kindes viel zu sehr vom Lehrer und seiner persönlichen Meinung/seinen persönlichen Befindlichkeiten zu jedem seiner Schüler ab. Der Lehrer kann halt Schüler S. Müller einfach nicht leiden. So ist das nunmal. Da kann auch der Lehrer vielleicht nichts für. Bei einer Benotung spielt das natürlich auch irgendwo eine Rolle, aber eine weit kleinere. Zumal eine Benotung nachvollziehbarer ist.

In unseren Schulen werden die Kinder sowieso schon alle rundgelutscht und weichgespült um sie gleichgeschaltet in Wissen und Denken "fitt" für unsere unmenschliche Leistungsgesellschaft zu machen. Wenn man jetzt auch noch den Lehrern "gefallen" muss, wird jeder Keim selbstständigen Denkens und individueller Persönlichkeit sofort erstickt.

Elhemal|ig:er N}utzer y(#2x82877)


Nein. Es ist aussagekräftiger, wenn ich und das Kind weiß: hat Probleme mit Prozentrechnung, benötigt dafür etwas länger, bewältigt es aber, kann Geometrie ohne Probleme, Oder ob da nur eine Note 2 steht.

Aber das sieht man doch auch daran wie das Kind mit den Hausaufgaben zurecht kommt. Wie Tests und Klassenarbeiten laufen und wie sich das Kind dazu äußert.

b\ellEagia


Ich vermute der Zeitaufwand für die Lehrer ist auch ein anderer.

Es kostet sicherlich mehr Zeit, anstelle der Zeugnisnoten einen aussagekräftigen Bericht zu schreiben und noch einen Gesprächstermin mit jedem Schüler und dessen Eltern abzuwickeln.

Dazu kommt (darüber las ich erst kürzlich den Bericht einer Lehrerin), dass das Aufgabenpensum der Lehrer in den letzten Jahren enorm angestiegen ist.

Die Inklusion, die in Nordischen Ländern wohl gut funktioniert fordert hier ihrem Tribut, einfach weil in Deutschland nicht genügend Fachkräfte dafür bereitgestellt werden.

Vermutlich reicht es nicht, nur einen Parameter zu verändern und zu sagen: Prima, Schweden hat keine Noten, machen wir das auch. Man muss sich das komplette Schulsystem, die Klassengröße, die Schülerzusammensetzung und die Anzahl der Lehrer, ja sogar deren Ausbildung anschauen, um vernünftige Schlüsse ziehen zu können.

EmhemaVliger MNutzerX (#2872877)


Die Inklusion, die in Nordischen Ländern wohl gut funktioniert fordert hier ihrem Tribut, einfach weil in Deutschland nicht genügend Fachkräfte dafür bereitgestellt werden.

Vermutlich reicht es nicht, nur einen Parameter zu verändern und zu sagen: Prima, Schweden hat keine Noten, machen wir das auch. Man muss sich das komplette Schulsystem, die Klassengröße, die Schülerzusammensetzung und die Anzahl der Lehrer, ja sogar deren Ausbildung anschauen, um vernünftige Schlüsse ziehen zu können.

Ja, das verfluche ich auch immer. Da wird ein Faktor kopiert, aber das ganze System passt nicht zusammen. Inklusion wird ja auch nicht richtig umgesetzt, ich habe den Eindruck da hatte irgendwer Hoffnung noch Geld zu sparen ..

hSag-_t]y5sjxa


wahrscheinlich ist es wirklich eine sache der gewohnheit.

bei meinem sohn gab es ab der dritten klasse noten - nach abstimmung durch die eltern. die kinder selbst haben ende der 2. klasse von selbst darum gebeten, dass doch mit auf die tests und arbeiten geschrieben wird, welcher note es entspräche, denn die wollten sich messen, die wollten sich vergleichen und wissen, wo sie stehen.

ich weiß nicht, ob eine beurteilung das ersetzen kann.

Andererseits werden teilweise die "Kopfnoten", die es früher für Betragen und Mitarbeit gab wohl inzwischen in die Fachnoten eingerechnet, zu 50%.

mitarbeit und form der mündlichen noten gibt es bei uns auch, allerdings auch eine ganze seite voller beuteilung des kognitiven standes und der sozialen kompetenz.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen im Café "Chez Gautier" oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sport


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH