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Abschaffung von Schulnoten, was denkt ihr?

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Es ist aussagekräftiger, wenn ich und das Kind weiß: hat Probleme mit Prozentrechnung, benötigt dafür etwas länger, bewältigt es aber, kann Geometrie ohne Probleme, Oder ob da nur eine Note 2 steht.

Für sowas gab es bei uns regelmässig Elternsprechtage. Ok, da müssen die Eltern auch dran teilnehmen aber da wurde dann genau sowas angesprochen.

Noten ansich halte ich schon für sinnvoll soweit sie eben halbwegs objektiv vergleichbar sind. Gerade in Abschlusszeugnissen müssen in meinen Augen Noten stehen, wer sollte denn bei Bewerbungen anschließend die verklausulierten Sätze deuten und vergleichen wollen ?

b_ellagdia


Vielleicht meldet sich ja noch jemand hier, der selbst keine Noten bekommen hat und beschreibt, wie sich das auf seine Motivation und auch auf seinen Werdegang ausgewirkt hat.

Da es nichts Einheitliches im deutschen Schulsystem gibt, wäre es auch interessant zu wissen, wie Arbeitgeber bei Bewerbungen mit den Berichten umgehen, denen keine Noten zu entnehmen sind. Gleichzeitig gibt es ja viele Bewerber mit Zensuren auf dem Zeugnis.

Ceofmraxn


Schulnoten ergeben sich oft aus messbaren Vergleichen, z.B. Anzahl Fehler in einer Arbeit, Vokabeltest, Diktat o.ä.. Warum sie weniger objektiv sein sollen als ausformulierte Beurteilungen erschließt sich mir nicht.

Die Noten beinhalten ja sogar eine Kurzformulierung. Nämlich "sehr gute" Leistungen, "gute" Leistungen, "befriedigende" usw.. Um in langen Sätzen darzulegen, wo ein Schüler steht, braucht man keine Formulierungen auf dem Abschlusszeugnis, sondern es sollte dem Kind je nach Alter regelmäßig vermittelt werden und natürlich auch in Elternsprechtagen ausführlich in einem direkten Gespräch begründet werden (wenn es die Eltern denn überhaupt interessiert und sie diese Angebote wahrnehmen).

Ansonsten bin ich vom Typ her schon geneigt, messbare Kategorien beizubehalten anstatt sich in ggf. interpretationswürdiger Prosa zu verlieren. Ich bin auch kein Verfechter des linksliberalen Ideals, Leistungsvergleiche wegzulassen und irgendwie alles toll zu finden.

Mirs_Da[rcy


Ich kann nur von der Erfahrung mit zwei meiner Nachhilfeschüler berichten:

Beide gingen auf eine Gesamtschule, an der es bis einschließlich der 8. Klasse eine Bewertung in Textform und eine Art grobe Benotung gab - "e" (Lernziel erreicht), "te" (teilweise erreicht) und "ne" (nicht erreicht). Dazu gab es in den Hauptfächern noch die Unterteilung in "schnellen" und "langsamen" Unterricht (betraf auch mein Nachhilfefach Mathe). Für diese Schüler war ein "te" völlig ausreichend (vorher hatten sie viele "ne"), es sei ja im Mittelfeld und das wäre ja gut genug, warum sich noch weiter anstrengen? Erklärungen, dass ein "te" als Zensur einer 3-4 (meist eher letzteres) entsprach, liefen ins Leere. Der Schock kam dann mit den richtigen Zensuren in Klasse 9, als plötzlich (wie erwartet) viele 4er auf dem Zeugnis standen. Meiner Meinung nach zu spät, am Ende des Schuljahres gab es den Hauptschulabschluss (mussten alle Schüler machen, auch wenn es danach noch weiter ging), die Grundlagen fehlten, man hatte sich auf dem "te" ausgeruht und den ganzen Kram in einem halben Jahr aufzuholen, war dann nahezu unmöglich. Nachhilfeschüler anderer Schulformen, die Zensuren bekamen, waren irgendwie ganz anders (besser?) motiviert, die wollten mindestens eine 3, besser noch eine 2 erreichen.

S6chilkdkröteA0x07


Ich kann mir ein Schulsystem ohne Zensuren nicht gut vorstellen, fand die Einteilung an sich allerdings bescheuert. Bei 50% gab es nur ein ausreichend (4), normalerweise müsste das genau die Mitte sein, also befriedigend.

Dadurch war es in einigen Fächern gar nicht möglich bessere Zensuren zu bekommen und eigentlich ging es nur noch um bestanden und nicht bestanden.

Dann gab es immer den Streitfall der Punkteverteilung nach festem Notenschlüssel oder am Klassendurchschnitt. Ich war in einer absoluten Streberklasse, alles Kinder aus feinem Hause, dementsprechend schlecht waren meine Zeugnisse. In der Oberstufe wurden die Kurse dann neu zusammen gemischt und ich bin in einem ganz üblen Mathekurs der Einäugige unter den Blinden geworden und bumm, ohne irgendwas dafür zu tun, aus ausreichend wurde gut.

Blela]fontxe


Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, hat sich für die Abschaffung von Schulnoten ausgesprochen.

"Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden",

Möglicherweise hat sich die werte Frau Tepe zuvor über das Zeugnis ihres Töchterchens geärgert. Neu ist die Forderung nach Zeugnissen in Textform jedenfalls nicht, und für den Bereich der ehemaligen Kopfnoten ist die Textform seit Jahren allgemeine Praxis. Für Klassenarbeiten werden Noten vergeben, die letztlich die Zeugnisnote bestimmen. Sollen auch diese abgeschafft werden? Dazu hätte ich einen Vorschlag: Eine grafische Darstellung wie bei den Aktienkursen! ;-D. Noch "individueller" geht es dann nimmer.

bnetllagxia


Dazu hätte ich einen Vorschlag: Eine grafische Darstellung wie bei den Aktienkursen! ;-D. Noch "individueller" geht es dann nimmer.

;-D

Dazu müsste der Nachwuchs aber auch in der Lage sein diese Darstellung zu lesen ]:D

Bei Zahlen ist das deutlich einfacher ;-)

hTagQ-tysjxa


Eine grafische Darstellung wie bei den Aktienkursen! ;-D. Noch "individueller" geht es dann nimmer.

aber nur zusammen mit einer kompletten statistik mit säulen-, torten- und flussdiagrammen. ein komplett ausgewerteter schüler quasi.

Berom$xr


Ich frage mich wie so etwas durchsetzbar sein soll... ":/

Schule ist Ländersache.

Ich sähe eine Kombination aus Noten und zu den Zeugnissen eine zusätzliche ausführliche Beurteilung als eine Möglichkeit. Damit wären vllt. alle zufrieden.

Ejhemalmiger N5utzer =(#2828x77)


Außer die Lehrer, die das dann auch noch machen müssen.

Tsaps


Meine Kinder hatten im ersten Schuljahr keine Noten.

Die Prosa auf dem Zeugnis war so wenig aussagekräftig und so was von selten dämlich, dass niemand einschätzen konnte, wo die Kinder eigentlich standen.

Auch sie selbst fanden die Zensuren ab der 2. dann besser, weil eine Bewertungsskala einfach messbarer war.

Was war das früher für ein Druck: viele Kinder, ich auch, durften bei einer 4 nicht nach Hause bekommen, bzw. bekamen Ärger...

Da ist aber nicht die Schule dran schuld, sondern die unmöglichen Erziehungsmethoden der Eltern.

Meine Kinder durften ungestraft mit jeder Zensur nach Hause kommen. Klar haben wir darüber geredet, was man ändern kann und dann mehr geübt. Das war's dann auch schon.

EchemJaliger *Nutze]r (#282k877x)


Wenn man wegen einer 5 nicht nach Hause kommen darf, dann sollte man sich mit "beherrscht das kleine 1x1 nicht" wohl auch besser net heim trauen

S%talfxyr


Ob nun Noten oder Beurteilungen - beide erfüllen die selbe Funktion. Wenn überhaupt, müsste man doch eher fragen, ob Schule an sich gewissen Anforderungen genügt, oder ob es nicht viel zu sehr auf "Ich lerne was, gebe es dann irgendwo mündlich oder schriftlich wieder, bekomme dafür eine Note und kann es dann wieder vergessen" hinausläuft. ":/

Ich vermute hinter diesem Bestreben auch eher die schon von Comran angedeutete Kuschelmentalität, die ja auch bereits zu Senkungen der Leistungsanforderungen geführt hat, weil sonst mancherorts einfach mal komplette Klassen verkackt hätten.

Mit blumigen Worten kann man natürlich die schlechteste Rechtschreibung zu "kreativer Anwendung von Sprache" umdeuten. :-D

jDust"_loOo@kinxg?


Wie man aus machen meiner Berichte herauslesen kann, ich bin Lehrerin. Und ja, wir haben Noten, aber zusätzlich einmal im Jahr auch eine verbale ergänzende Benotung oder wie auch immer das Ding ausgeschrieben heißt. Ganz ehrlich? Das ist Mist. Es gibt Phrasen die wir verwenden müssen. Davon sind einige absolut unverständlich, manche so dass sie zumindest kein Kind weltweit versteht, einige banal, andere einfach nur "Lückenfüller". Und daraus muss das Kollegium welche wählen die das Kind am Besten beschreiben. Ist absoluter Mist, auch weil in diese Form zB. nichts negatives drinnen stehen darf. Wenn also jemand eine absolute Nervensäge und ein Störenfried ist darf das nicht drinnen stehen. Klar, man sucht sich dann auch nicht die wirklich hochtrabenden Geschichten raus, aber ein "Sieht die Welt mit Humor" ist dann eigentlich immer in der Auswahl zu finden.

Und mal ganz ehrlich, das bringt so ja auch nix, oder? Wäre es nicht lieber wenn da drinnen steht: Betragen 3, Note 4 (oder so ähnlich) als: "Sigi sieht die Welt mit Humor und erkennt die Vielfältigkeit der ihn umgebenden Welt. Außerdem kann er damit umgehen, dass sein Wissen nicht vollständig ist und erlebt seine Umgebung mit Neugierde." (Und ja, das sind tatsächlich Phrasen die ich angehalten werde zu verwenden.)

g3aulo]isxe


Das ist Mist. Es gibt Phrasen die wir verwenden müssen.

Danke, just_looking, genau das denke ich auch. Ich habe bei meinen Kindern schon beide Varianten durch und ich habe die Berichtszeugnisse von Herzen gehasst. Das liest man sich dreimal durch - und steht hinterher immer noch da und fragt sich, öh, ist das jetzt gut oder schlecht? ":/

Und wenn das mir so geht, wo ich doch ganz gut lesen kann, möchte ich gar nicht wissen, wie solche Zeugnisse bei Eltern ankommen, wo das geschriebene Wort nicht so richtig verstanden wird.

"Sigi sieht die Welt mit Humor und erkennt die Vielfältigkeit der ihn umgebenden Welt. Außerdem kann er damit umgehen, dass sein Wissen nicht vollständig ist und erlebt seine Umgebung mit Neugierde."

Ich versuchs mal: der kleine Sigi ist ein überaus nervtötender, schlecht erzogener ADHSer, der sich von jeder Fliege an der Wand ablenken lässt, seine Leistungen sind miserabel, ihm aber scheißegal...und seine Klappe halten kann er auch nicht? ]:D

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