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Abschaffung von Schulnoten, was denkt ihr?

i4stdo4chMisxtsowas


Wenn auf Noten verzichtet würde, wird ja dann noch mehr nach Nase entschieden als es so schon der Fall ist. Die Note gibt zumindest in den harten Fächern was objektives wider. Bei Fächern mit Interpretationsspielraum, wird durch Einstellung der Vergabe von Noten, doch auch nichts besser, es wird nur noch Subjektiver. Tollstes Beispiel was ich kenne waren die unterschiedlichen Noten einer Person im Deutschabi, wobei der Unterschied zwischen Erst- und Zweitkorrektor bei 6 oder 7 Notenpunkten lag. Das der Schüler keinen guten Stand bei dem schlechter Bewertenden hatte, brauch ich wohl nicht zu erwähnen.

Der Stress der Noten wäre mir lieber, als der Willkür eines Lehrers ausgesetzt zu sein und dass obwohl ich zu meiner Schulzeit einen eher guten Stand bei den Lehrern hatte.

C4omCraxn


"Sigi sieht die Welt mit Humor und erkennt die Vielfältigkeit der ihn umgebenden Welt. Außerdem kann er damit umgehen, dass sein Wissen nicht vollständig ist und erlebt seine Umgebung mit Neugierde."

Was ein Bullshit :-/ . Ich glaube, ich würde an meiner Berufung zweifeln, wenn ich als Lehrer so was rausquirlen müsste.

Wenn einer kein Mathe beherrscht, steht dann sicher "Sigi interessiert sich brennend für alternative Lösungswege."

Itsla


Bei uns in Luxemburg gab es jetzt einige Jahre keine Noten, jetzt werden sie mal wieder eingeführt... zum Glück :=o

sJensiwbeelmanxn99


und ich habe die Berichtszeugnisse von Herzen gehasst. Das liest man sich dreimal durch - und steht hinterher immer noch da und fragt sich, öh, ist das jetzt gut oder schlecht?

Das ist eine Frage der Qualität der Berichte, genauso wie die Benotung eine Qualitätsfrage ist. Und wenn die Anforderungen bei den Berichten in Beliebigkeit ausarten, dann kommt da öfter auch nur Schnulli oder irgendetwas sinnlos Kuscheliges heraus- das verdient dann den Begriff Leistungsbericht nicht.

Es ist eine große Schwäche des deutschen Schulsystems und nicht nur des deutschen Schulsystems), dass zwar über viele Methoden- auch Bewertungsmethoden debattiert wird (die Notengebung ist ja nur eines von vielen Baustellen), aber nie vernünftig über die Effizienz bzgl. der Erreichbarkeit von Zielen über entsprechende Methoden hinreichende wissenschaftliche Untersuchungen unternommen werden. Was man macht, erfolgt oft ohne Beleg und ist auf Glauben aufgebaut. Eben unwissenschaftliche Kacke.

Wenn z.B. Kinder ruhig und zurückhaltend sind oder gar eher introvertiert, neigen sehr viele Lehrer zu Fehleinschätzungen- mit Noten noch mehr als mit Berichten.

Zwei meiner Kinder wurden jedenfalls am Ende der 4. Klasse ziemlich falsch eingeschätzt (per Note)- zentrale Vergleichsarbeiten in Klasse 5 belegten, dass meine Kinder in manchen Fächern (Mathematik, Naturwissenschaften) 1-2 Jahre voraus waren (bezogen auf gymnasiales Niveau), ansonsten normal- dennoch erhielten sie keine gymnasiale Empfehlung. Sie sind eben sehr zurückhaltend und unauffällig- deswegen aber noch lange nicht weniger leistungsfähig.

Das deutsche Schulsystem- mehr noch das westdeutsche erzieht nicht selten Schüler zu Schwätzern denn zu Menschen mit fundierten Wissen und fundierten Fähigkeiten.

Immerhin suggeriert eine Note eine genauere Einschätzung- besser wird die Einschätzung dadurch jedoch nicht. Klar kann der Lehrer stolz auf die Zahl sein- hat er doch etwas Primitives als Leistungsnachweis in der Hand. Was genau sagt denn eine Note 2 in Mathematik aus? Ziemlich wenig finde ich. Immerhin sagt eine Note nichts über bestimmte Stärken und Schwächen eines Kindes aus- außer einer groben Fachbezogenheit. Genaugenommen sind Noten, wenn man sie vergleichen wollte (von Lehrer zu Lehrer, von Schule zu Schule, von Bundesland zu Bundesland), nur äußerst grobe Näherungswerte. Eine Einstufung mit mehr als 3 Notenstufen ist oft schon eine überzogene Genauigkeit, die Bewertungsraster nicht sinnvoll erbringen. Das ist belegbar. Lediglich in Fächern wie Mathematik ist die Genauigkeit etwas besser. Was ein Notenraster mit 15 Punkten für einen Genauigkeitsgewinn erbringen soll, erschließt sich mir nicht, wenn schon bei 6 Noten die Notengebeung von Lehrer zu Lehrer mitunter nicht unerheblich streut (in Deutsch und gesellschaftlichen Fächern besonders stark).

Noten erzeugen oder verstärken nicht selten den Drang von Schülern, eher nach besseren Noten denn nach nachhaltiger Bildung zu gieren. Und das steckt verdammt tief in der Gesellschaft- wie auch hier im Forum erlebbar.

CHom`rxan


Erst sagst du:

aber nie vernünftig über die Effizienz bzgl. der Erreichbarkeit von Zielen über entsprechende Methoden hinreichende wissenschaftliche Untersuchungen unternommen werden. Was man macht, erfolgt oft ohne Beleg und ist auf Glauben aufgebaut. Eben unwissenschaftliche Kacke.

Und dann haust du den raus, als wäre es die allgemeine Erkenntnis, so wie die Welt eine Kugel ist:

Noten erzeugen oder verstärken nicht selten den Drang von Schülern, eher nach besseren Noten denn nach nachhaltiger Bildung zu gieren.

Gibt es dafür Belege, oder ist das auch nur unwissenschaftliche Kacke? ;-)

Wenn die Schüler gute Noten schaffen, ohne nachhaltige Bildung zu genießen, ist es eine Schwäche der Lehrer und nicht des Notensystems. Ohne Noten würden sie eben genauso nach schicker Prosa in der Beurteilung gieren, aber woher nimmst du die Erkenntnis, dass die Abschaffung der Noten ausgerechnet nachhaltige Bildung fördern würde?

Kopfnoten finde ich als Gegenargument übrigens recht überzogen. Welchen Anteil haben schon Mitarbeits- und Betragensnoten für eine gesamte Fachnote? Ich hoffe doch, dass auch heute noch 3 Arbeiten pro Halbjahr geschrieben werden und auch noch Überprüfungen in Form unangekündigter Tests. Diese Werte sollte deutlich mehr ins Gewicht fallen als eine Mitarbeitsnote für einen Beurteilungszeitraum. Wer als Lehrer nicht in der Lage ist, bei stillen Schülern Wissensstand und Leistungsfähigkeit zu beurteilen, der ist in seinem Beruf einfach schlecht - völlig wurscht, ob er nun Noten gibt oder seitenlanges Geschwurbel schreibt.

b_ladex19


Schulnoten sind totaler Humbug, weil nicht miteinander vergleichbar. Grund ist einfach, dass es keine einheitlichen objektiven Standard für die Benotung gibt, sondern vielmehr der Lehrer selber entscheidet wie er welche Leistung bewertet.

Zentralabitur ist zumindest teilweise eine Lösung, aber ich denke, dass die Idee der Note eigentlich nur der Faulheit der Arbeitgeber entspricht, welche sich zu sehr auf dieses System verlassen, anstatt selber herauszufinden wie gut jmd. etwas kann. Gleiches gilt für Unis, wo es in manchen Ländern üblich ist, dass man einen Zulassungstest absolvieren muss, der es natürlich in sich hat.

sBenFsibelwmann9x9


Gibt es dafür Belege, oder ist das auch nur unwissenschaftliche Kacke?

Werte es als These. Meine Aussage hat keine Folgen im Handeln und ist deswegen nicht vergleichbar.

Die Aussage basiert auf dem Schluss, dass eine Note keine Aussage über den tatsächlichen Bildungsstand macht- die Note kann auf vielerlei Art und Weise erreicht werden.

ist es eine Schwäche der Lehrer und nicht des Notensystems.

Deswegen schrieb ich u.a. ... verstärken

Ohne Noten würden sie eben genauso nach schicker Prosa in der Beurteilung gieren,

Die Wahrscheinlichkeit kann verringert werden, wenn es (vergleichbare) Bewertungsstandards zu den Berichten gibt. Auch wenn man Ähnliches bei Noten machen kann, so bleiben Noten in ihrer Aussage sehr oberflächlich.

Diese Werte sollte deutlich mehr ins Gewicht fallen als eine Mitarbeitsnote für einen Beurteilungszeitraum.

Das gilt in Hamburg nicht. Bei meinen Kindern durfte die schriftliche Note (für Klassenarbeiten oder Klausuren) nicht die mündliche Note überwiegen. Dafür kann offenbar der Lehrer nichts, sondern scheint Behördenvorgabe zu sein.

slensnibelmxann99


Wenn auf Noten verzichtet würde, wird ja dann noch mehr nach Nase entschieden als es so schon der Fall ist.

Das kann ich im Fall meiner Tochter so nicht bestätigen. Vielmehr wurden Stärken und Schwächen innerhalb eines Faches deutlicher, als dies eine Zahl zum Ausdruck bringt.

nur der Faulheit der Arbeitgeber entspricht, welche sich zu sehr auf dieses System verlassen, anstatt selber herauszufinden wie gut jmd. etwas kann

Mancher Arbeitgeber oder andere Institutionen führen einen Einstellungstest fern der Schulnotengebung durch. Da wird dann die Schulnote unwichtig, tatsächliche Fähigkeiten und Wissen (zumindestens was den Arbeitgeber oder die Ausbildungsstätte interessiert) bedeutsamer.

Rzabia}taor


Da kann dann Jan-Thorben oder Lena-Marie die Schullaufbahn in Lyrik und Prosa verbringen. Spätestens beim Einstellungsgespräch wird das ganze Rumgeschwurbel in handfeste Noten umgerechnet.

Abi ist dann schön und gut, haben aber auch fast alle anderen auch. Alle mit umgerechnet Einzer-Abi dürfen den Personalbogen ausfüllen, für alle anderen heißt es "Vielen Dank für Ihre Bemühungen".

Ob das dann besser für die Berufsanfänger sein soll kann jeder selbst entscheiden. Im Prinzip ändert sich nichts, es wird eben nur mehr "rumgeschwurbelt".

Evt. sollten die Lehrer ihr Gehalt auch entsprechen bekommen. Statt einer kalten und grausamen Zahl wie z.B. 3000, wäre es besser im Anstellungsvertrag allgemeingültige Formulierungen zu verwenden. Lehrer X bekommt ein Gehalt von dem sich Leben läßt und er/sie etwas Rücklage bilden kann. Da wird sich wohl keiner drauf einlassen.

n9obbi1x00


Ich war ein ganz schlechter Schüler mit sehr schlechten Noten und konnte nur unter größten Schwierigkeiten ein Studium beginnen und abschließen und trotzdem hat mein Institut an dem ich arbeite durch meine Ideen und meine Forschung Millionen verdient und ich bin dabei auch nicht ganz leer ausgegangen. Ich glaube Noten alleine sagen nichts über Fähigkeiten aus aber zunächst gehören alle Lehrpläne durchforstet denn es war sicher ein großer Teil der Schulbildung im Berufsleben nicht brauchbar. Bei einen Freund von mir ist es ähnlich wie bei mir und er hat es sogar zum Multimillionär gebracht.

s8ens2ibel~maxnn99


wird das ganze Rumgeschwurbel

Es gibt keinen zwingenden Grund, warum ein Lernstandsbericht "rumgeschwurbel" bedeuten soll. Bei meiner Tochter war es das jedenfalls nicht. Also kann es funktionieren, wenn man es richtig macht (wie bei vielen Dingen im Leben).

Wer bei jeder Änderungsbemühung von der unsinnigsten Änderungsmöglichkeit ausgeht, wird nie etwas ändern (wollen). Das ist nicht konstruktiv.

Es geht bei einem Lernstandsbericht nicht um "Rumgeschwurbel" sondern um klare überblicksmäßige Aussagen zum Lernstand (z.B. hat Probleme mit der Rechtschreibung insbesondere bei der Kommasetzung und der Groß- und Kleinschreibung, kann Aussagen gut begründen, bleibt beim Beschreiben oft zu allgemein). Rumgeschwurbel ist kein Lernstandsbericht, sondern Papiermüll.

Spätestens beim Einstellungsgespräch wird das ganze Rumgeschwurbel in handfeste Noten umgerechnet.

Einstellungsgespräche, die sich an Noten orientieren wären ohnehin stark überdenkenswert. Einstellungstests hielte ich für angebrachter.

saensi.belTman-n99


Ein Lernstandsbericht sollte einem Schüler einen kurzen Überblick darüber geben, an welcher Stelle größere Schwächen und Stärken in jeweiligen Fächern sind. Ein Bewertung sollte nicht nur das Ziel verfolgen, wie "gut" oder wie "schlecht" jemand ist, sondern woran ein Schüler konkret arbeiten könnte.

Genaugenommen könnte ein Lernstandsbericht auch in Form einer Tabelle mit vorgegebenen Qualitätsparametern/Fähigkeitsparametern erfolgen (dann einfach mit +/-/0)- der Möglichkeiten, wie man das anstatt einer Note handhaben kann, gibt es viele- rumgeschwurbel sollte nicht dazu gehören.

gXaul.olisxe


Ein Lernstandsbericht sollte einem Schüler einen kurzen Überblick darüber geben, an welcher Stelle größere Schwächen und Stärken in jeweiligen Fächern sind.

Unvergessen bleiben für mich in diesem Zusammenhang die Ankreuzzeugnisse der Grundschule. Jedes Fach war unterteilt in Unterbereiche, was in einem Fach wie z.B. Deutsch oder Mathe durchaus sinnvoll war...und dann gab es Kreuzchen, je weiter links, desto besser.

In einem Fach wie Musik allerdings war das etwas lächerlich. Mein Sohn konnte wunderbar Lieder auswendiglernen und wohl auch den einen oder anderen Ton halten, in der Kategorie "rhythmisches Klatschen" allerdings versagte er jämmerlich. Leider fand ich dafür auch keinen Nachhilfelehrer. ;-D

Also: man bemüht sich teilweise schon, sowas wie ein wenig Differenzierung reinzubringen.

R3abJia,tor


@ sensibelmann99

Zitat: "Einstellungsgespräche, die sich an Noten orientieren wären ohnehin stark überdenkenswert. Einstellungstests hielte ich für angebrachter."

Und das erzählt der Bewerber, der nächste Woche sein Erstgespräch hat, dem Personalchef. Das Ergebnis ist vorhersehbar.

Man sollte das ganze Prozedre auch einmal von der anderen Seite aus betrachten. Ich schalte eine Stellenanzeige und bekomme 200 Bewerbungen. Wen lade ich ein?

Natürlich geht man da nach Zeugnisnoten. Ich hätte gar keine Zeit und Lust, mit allen 200 Leuten einen ausführlichen Test zu veranstalten. Und das nur bei einer offenen Stelle.

In der Theorie mag das ja alles super funktionieren, in der Praxis leider nicht.

sgensibelxmann99


In der Theorie mag das ja alles super funktionieren, in der Praxis leider nicht.

Wer kluge Ideen hat, kann das auch in der Praxis umsetzen. Es gibt durchaus auch vielfältige andere Möglichkeiten der Vorfilterung als nur über Noten.

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