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Über Gott reden, wo kann man das?

H-offnunQgslos*iFgkeixt hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hoffe es hält mich jetzt niemand für verrückt. Ich würde gerne mal mit jemanden über Gott reden. Ich würde mich selber als sehr gläubig bezeichnen, obwohl ich noch nie irgendein Gotteshaus von Innen betreten habe. Ich befinde mich in einer schwierigen Lebenslage und frage mich in letzter Zeit oft wieso gerade ich? Wieso tut Gott mir das an? Was habe ich verbrochen?

Ich befinde mich sozusagen in einer Glaubenskriese.

Vermutlich würde man mich bei den Zeugen Jehovas mit offenen Armen empfangen.... Ich denke aber eher an etwas Seriöseres, einen richtigen Geistlichen oder so, keine Sekte und keine religiösen Spinner. Sowas wie eine Beichte wo man einfach mit jemanden über Gott und so reden kann. Ich habe aber nichts zu beichten und bin auch nicht katholisch.

Im Ort haben wir 3 Kirchen, bei einer weiß ich aber nicht mal was das für eine ist. Da steht nichts dran. (Also vermutlich eine Sekte) Bei den anderen beiden Kirchen kenne ich die Pfarrer nur so vom Sehen/Hören und einen sympathischen Eindruck machen die nicht gerade. Also ansprechen würde ich die wohl nicht so einfach.

Ich habe überlegt mal bei der Telefonseelsorge anzurufen, aber das sind nur Laien die zuhören. Ich möchte gerne, dass mir jemand antwortet der sich mehr mit Gott auskennt. Aber vielleicht wissen die ja wen an den ich mich wenden kann...

Versteht mich hier überhaupt jemand oder haltet ihr mich jetzt für verrückt?

Antworten
Nlala8x5


Ein Gespräch muss nicht immer eine Beichte sein. Ich würde einfach morgen eine Messe besuchen (fürn Anfang vielleicht evangelisch?) und wenn dir der/die Predigende sympathisch ist fragst du beim verabschieden ob er/sie demnächst Zeit für ein Gespräch hätte. :)_

s|tepp}o25


Dein Problem ist m.E., dass Du das Deinem Gott sozusagen in die Schuhe schiebst, nämlich der sei verantwortlich. Verantwortlich im eigentlichen Sinne "Verantwortung TRAGEND" (weil hätte es Dir anderst machen können, weil ENTSCHEIDUNGS-fähig zwecks Handlung gegen odere für Dich) ist aber nur jemand, der ein Gehirn hat SOWIE Einen Körper, mit dem der tätig wird. Hingegen ist das, was sich für einen Gott im weitesten Sinne qualifiziert, nicht-physikalisch, d.h. ohne Hirn und Körper, alles das was an einem ursprünglichsten Ursprung der Welt, vorausgesetzt DASS die Welt einen ursprünglichsten Ursprung hat, worüber wir allesamt AGnostisch sind (nicht wissen KÖNNEN, noch nicht einmal deren Anzahl). Verantwortlich im eigentlichen Sinne sind ausschließlich bestimmte Personen, die Dir aus freier Willens-Entscheidung heraus Dir etwas Schlechtes antun. Auch das ist etwas problematisch, weil es eine völlig freie Willens-Entscheidung nicht gibt. Sogar das ist problematisch, weil es einige böse Menschen gibt, die sich damit entschuldigen bzw. dahinter verstecken, ihre Willens-Entscheidung sei unfrei gewesen. In diesem Rahmen, nämlich dass es keine wirklich freie Entscheidung gibt, und dass sich jemand sein böses Tun damit entschuldigt, dass es keine wirklich freie Entscheidung gibt, bewegt sich menschliches Handeln, welches den anderen schädigt. Die möglichen aber unbekannten Erschaffer der Physikalischen Welt selbst haben damit nix zu tun.

wHhatatEralgexdy


Grundsätzlich sind die Kirchen wohl wirklich die erste Anlaufstelle.

Oft bieten Gemeinden auch Bibelkreise an. Die sind zwar meistens sehr bieder und stark überaltert, aber man findet dort ebenfalls Menschen, mit denen man über Gott sprechen kann - wobei die natürlich meistens aus einer sehr konfessionellen Haltung heraus argumentieren.

Für etwas rationalere Gespräche über das Konstrukt "Gott" oder Religion im allgemeinen wären Theologen die richtigren Ansprechpartner. Viele Städte haben gelegentlich Veranstaltungen, bei denen Theologen sprechen. Diese - und ihr Publikum - wären ebenfalls mögliche Gesprächspartner.

Viel Glück!

B`lec@hpi rat


Wieso tut Gott mir das an? Was habe ich verbrochen?

Von dieser Frage solltest du dich versuchen zu lösen. Sie ist nicht beantwortbar, und du schadest dir damit selbst.

Du gehst offensichtlich davon aus, dass es einen Gott gibt, der dir ein hartes Schicksal als Strafe, man könnte auch Rache dazu sagen, für irgendeine Verfehlung zukommen lässt, derer du dir selbst noch nicht mal bewusst bist.

Dieser Gedanke ist (zumindest mit dem christlichen) Verständnis von Gott nicht vereinbar. Er bestraft nicht für etwas, das du wenn überhaupt dann unwissentlich "falsch gemacht" haben könntest.

Deshalb, löse dich von der Vorstellung, was auch immer dir widerfährt irgendwie "verdient" oder verschuldet zu haben. Vielleicht wird es klarer, wenn du es dir mit umgekehrtem Vorzeichen vorstellst: Nimm an, du hättest nach bestem Wissen und Gewissen immer alles "richtig" gemacht. Würdest du dafür von Gott eine spezielle Belohnung erwarten, vielleicht einen Lottogewinn? Wahrscheinlich nicht, und deshalb solltest du dir ein eh schon schweres Schicksal nicht selbst noch schwerer machen, indem du die Verantwortung dafür bei dir selbst suchst.

duie_n"aseweixse


Du kannst wenn du möchtest einfach in eine katholische Kirche gehen und zur Beichte gehen. (Zeiten müssten z.B. im Schaukasten angegeben sein). Egal ob du getauft bist, wenn du ein ernsthaftes Anliegen hast, wird der Pastor dich anhören und vielleicht etwas hilfreiches antworten, das Gespräch ist anonym und vertraulich. In der nächsten größeren Stadt gibt es vielleicht noch mehr Kirchen, häufig auch etwas wie Cityseelsorge. Viele Klöster bieten Exerzitien oder einfach Auszeiten vom Alltag an, dort findest du dann auch Gesprächspartner.

AGufgDerArnbeit


Aus meiner Sicht ist Gott nicht für die Prüfungen verantwortlich, die uns in unserem Leben ereilen. Aber wenn es ihn gibt, wird er uns danach beurteilen wie wir mit diesen Prüfungen umgehen.

Mit deiner aktuellen Einstellung bist du sehr empfänglich für zweifelhafte religiöse Vereinigungen die durchaus deiner Argumentation folgen um daraus einen Nutzen für sich selbst zu ziehen. Das ist in vielen Glaubensgemeinschaften verankert... angefangen vom gemeinsamen Gebet um Gott zu bitten dir bei deinen Prüfungen zu helfen bis hin zu "Spenden" und anderen "Kompensationen" um Gott versöhnlich zu stimmen - und dir dabei dein Geld abzunehmen.

Daher kann ich Dir nur raten: Pass auf dich auf.

Du könntest schauen, ob es in deiner Nähe vielleicht ein altes Kloster oder einen anderen Orden gibt. Vielleicht könntest du da über deine religiösen Probleme reden. Bei der katholischen oder evangelischen Kirche brauchst du heute nicht befürchten, das sie dir deinen Geldbeutel leeren... bei anderen Gemeinschaften wirst du schnell zur Kasse gebeten. (Das war früher durchaus auch bei der katholischen Kirche anders...)

Btesag:teFrxau


Toll, dass auch jemand anderes so empfindet!!! Mir ging es vor kurzem ganz genau wie dir. Ein kleiner Unterschied ist vielleicht, dass ich mir nicht sicher bin, ob es Gott gibt, aber genau das wollte ich auch tiefer ergründen. Ich stand vor dem selben Problem wie du: mit wem soll ich darüber reden? Ich hatte auch keinen Bock auf so einen ultragläubigen, der mich mit gehirnwaschendem Zeug voll blubbert. Naja, jedenfalls hab ich mir dann ein paar Bücher gekauft zum Thema Gott finden und einigermaßen interessantes gefunden. Außerdem, und das hat mir am meisten geholfen, habe ich viel gebetet. Ich setze mich dann hin, schließe die Augen, falte die Hände und atme tief aus und versuche meine Gedanken loszulassen. Dann fange ich an: "Lieber Gott...." und dann lege ich los und erzähle ich Gedanken was mich beschäftigt und frage was ich Gott fragen will. Der Knaller ist, dass ich dann fast immer augenblicklich eine gescheite Antwort bekomme. Sie ploppt einfach so in meinen Gedanken auf. Dabei ist das oft etwas, auf dass ich nie kommen würde, oder mir auf den ersten Blick nicht mal gut gefällt. Es ist immer total weise und danach fühle ich mich ruhig und zufrieden. Wie geht es dir beim Beten? Wie betest du?

H,ofTfn$ung9slo`sigxkeit


So einfach in die Kirche gehen traue ich mich dann doch nicht. Hat so ein Pfarrer überhaupt Zeit und Lust sich mit jemandem zu unterhalten der sich nie beim Gottesdienst blicken lässt und nicht mal Kirchenmitglied ist?

Würdest du dafür von Gott eine spezielle Belohnung erwarten, vielleicht einen Lottogewinn?

Nein, aber ich verstehe auch nicht, wieso ich bestraft werde obwohl ich immer alles nach bestem Gewissen richtig gemacht habe.

LbastS um,mexr


Hallo Hoffnungslosigkeit,

ich kann dir nur Mut machen einmal das Gespräch zu suchen (in der Hoffnung, dass du an einen guten und kompetenten Pastor gerätst...).

Ich bin selbst Pastorin und richte mir gern die Zeit ein für Menschen, die ein Gespräch wünschen - unabhängig davon, ob sie in der Kirche sind.

BVlechp-irat


Nein, aber ich verstehe auch nicht, wieso ich bestraft werde ...

Mit dem Beispiel habe ich versucht zu sagen, dass es eben NICHT so ist. Im negativen Sinn so wenig wie im positiven.

Hat so ein Pfarrer überhaupt Zeit und Lust sich mit jemandem zu unterhalten der sich nie beim Gottesdienst blicken lässt

Wenn es ein Guter ist: ja, wird er. Und zwar ohne nach deiner Konfession oder der letzten Beichte zu fragen.

Sollte er das Gespräch verweigern, nimmt er seinen Job nicht ernst, dann solltest du zu einem anderen gehen.

NKa<la8]5


Ich bin nicht wirklich gläubig ... oder hab vielleicht meine eigene Auffassung davon. Und ich sehe das so ähnlich wie Blechpirat und AufDerArbeit ...

Es gibt Prüfungen im Leben und ich denke wenn es einen Gott gibt, dann ist es nicht seine Aufgabe uns vor allem zu bewahren, den guten nur das Beste wiederfahren zu lassen und den schlechten Menschen ihre Strafe zu schicken. Ich glaube wir haben eine eigene Kraft unser Leben zu beeinflussen und gute Menschen zu sein - nicht weil dann eine Belohnung winkt - sondern für unser eigen Seelenwohl ;-)

Ich bin sicher ein Pastor wird dir aber auch deine Fragen beantworten können und vielleicht etwas Kraft spenden. Also trau dich morgen Früh in die Messe - setz dich in die letzte Reihe und lausche einfach mal ob da was für dich dabei ist. Beim rausgehen kann man dann meist dem Pastor noch die Hand schütteln und 1-2 Worte tauschen und da fragst du dann einfach ob es die Möglichkeit für ein Gespräch gibt.

Im Gegensatz zu einem Arzt wird ein Pastor nicht für jeden einzelnen Patienten bezahlt. ;-D Er nimmt sich also auch für Erst-Kirchengänger seine Zeit weil er sich um seine Gemeinde kümmert. Das ist seine Aufgabe.

BAelafxonte


Ich würde mich selber als sehr gläubig bezeichnen, obwohl ich noch nie irgendein Gotteshaus von Innen betreten habe.

Als Konfirmand hatte ich nur vier Stempel auf der Karte. Es gab mal eine Standpauke vom Pfarrer, aber er konfirmierte mich trotzdem. Also, ein großer Kirchgänger war ich nie. Dennoch ist es mir wichtig, getauft worden zu sein. Das ist mein Siegel auf Christus.

Ich denke aber eher an etwas Seriöseres, einen richtigen Geistlichen oder so, keine Sekte und keine religiösen Spinner.

Du könntest für den Anfang Gottesdienste besuchen. Die Kirchentür steht jedem offen. :-)

Ich habe überlegt mal bei der Telefonseelsorge anzurufen, aber das sind nur Laien die zuhören. Ich möchte gerne, dass mir jemand antwortet der sich mehr mit Gott auskennt. Aber vielleicht wissen die ja wen an den ich mich wenden kann...

Die Mannschaft bei der Telefonseelsorge ist schon ein ausgesuchter Kreis. Mir bringt Lesen sehr viel. Alle vier Wochen gehe ich in die Leihbücherei und nehme etwas aus Religionsabteilung mit, und mitunter sich richtig spannende Sachen dabei. Der Spitzenreiter ist bis heute "Die Welle ist das Meer" des Benediktiners und Zen-Meisters Willigis Jäger.

Zur inneren Einkehr suche ich gerne einen schönen Ort in der Natur auf. In der Ferne sehe ich einen blauen Berg mit einem Gipfelkreuz, den Hanielberg in Oberhausen. Mein Großvater hatte als Bergmann an der Entstehung des Berges mitgewirkt. Irgendwann in der Stille spüre ich die Nähe Gottes.

AEufDeruArbxeit


Wenn man in einem Kinderhospitz sterbende Kinder sieht, dann kann man darin wenig von Gottes Barmherzigkeit erkennen.

Aber wenn man sich die Menschen anschaut, die sich um diese Kinder aufopfernd kümmern, dann kann man es oft erkennen.

Nur mal als Gedankenanstoss wenn man an eine höhere Macht glauben kann oder möchte.

BUlechnpirxat


In größeren Städten gibt es Bahnhofsmissionen. Falls du nicht in eine Kirche gehen magst, findest du dort sicher ein offenes Ohr (auch wenn es oft nicht gerade die schönste Umgebung ist).

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