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Ehe für Alle

d)anaoe8x7


Ich würde auch sagen, du hast eindeutig zuviele patriotische und von der US Army gesponserte Spielfime gesehen. ;-)

m&iri8x0


Ey :-p

dIan(ae487


Guckst du mal die neunte Kompanie. Einheit leider im Einsatz vergessen, schade. Nach einer wahren Begebenheit. ;-)

m\iriU80


Band of Brothers mochte ich. Antikriegsfilme mag ich auch. Meine größte Heldin ist und bleibt aber Starbuck. ;-D So, jetzt wird es aber OT.

D*ieZa^ubeIrfxee


Diesen Ball haben wir uns jetzt ein paar Mal zugespielt. Ich weiß nicht, ob das Zauberfee verstanden hat. Die Abwägung von Gütern ist anspruchsvoller, als einen einzigen Maßstab an alles zu legen. Das hat nichts mit Willkür zu tun. Aber ich verstehe, dass es einem willkürlich vorkommen kann, wenn man die Zusammenhänge nicht durchschaut.

Nur ist die "Abwägung von Gütern" eben willkürlich. Der eine wiegt dieses Gut höher als das andere und der nächste wiegt wieder genau andersrum. Oft sind solche Urteile von Verfassungsgerichten ja auch geteilt. Da gibt es dann eine Mehrheits- und eine Minderheitsmeinung unter den Richtern.

Am Supreme Court der USA sieht man auch sehr gut, dass die Verfassungsrichter, die von republikanischen Präsidenten ernannt wurden fast immer so urteilen, wie es der politischen Ausrichtung der Republikaner entspricht. Bei den Demokraten ist es umgekehrt genauso. Man spricht ja dort auch ganz offen von "konservativer Mehrheit am Supreme Court". Die Richter werden von den Präsidenten so ernannt, dass sie bei wichtigen Fragen im Sinne der eigenen politischen Gesinnung urteilen (z.B. bei Abtreibung, Waffengesetze etc.)

Natürlich kann man der Meinung sein, dass die Homo-Ehe verfassungsrechtlich geboten sei und das dann mit Argumenten begründen. Man kann aber genauso gut genau umgekehrter Meinung sein und das genauso mit Argumenten begründen. Wie man das letztlich beurteilt ist eine "Geschmacksache", eben je nach dem wie ein Richter politisch so denkt und was er persönlich gut und richtig findet.

Es gibt keine objektiv zwingend "richtige" Meinung im juristischen Sinn, man kann es immer so und so sehen. Juristerei ist ja irgendwo auch die Kunst, sich Gesetze so zurechtzubiegen, wie man sie gerne hätte. ;-)

Und natürlich gibt es Urteile und Begründungen, die ich mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehen kann. Wenn man z.B. sagt, dass Frauen einfach für das Militär aufgrund ihres Geschlecht kathegorisch ungeeignet sind und damit dann die Wehrpflicht nur für Männer begründet, kann ich das noch nachvollziehen. Aber wenn man gleichzeitig Frauen das Recht gibt freiwillig beim Militär Karriere zu machen, die Pflicht zum Wehrdienst aber nur Männern auferlegt, sind meine Hirnwindungen nicht in der Lage da irgendeine Art Logik hineinzubringen.

d_ooxmhxide


Ich war immer neidisch auf die Jungs wegen der Wehrpflicht. Hätte das auch gerne gehabt. Frauen beim Bund sind noch nicht so lange anerkannt. Die Akte Jane fand ich immer cool. ;-)

Ich habe den Spaß nur bis zu der Musterung mitgemacht und ich glaube, dass es da nichts gibt worauf du neidisch sein musst. Da wird (oder wurde) unter anderem auch gecheckt ob du Hämorrhoiden oder Geschlechtskrankheiten hast. D.h. ausziehen und schön die Pobacken spreizen und da wurde früher auf jedenfall nicht darauf geachtet ob du dich als 17 Jähriger da irgendwie genieren könntest bei den Doktorinnen (3 an der Anzahl). Da fallen dann auch Sprüche wie: oh, sieht doch super aus, bisschen schwacher Rücken, da musst du unbedingt was machen usw. -> eine richtig entmenschliche Fleischbeschau wie auf dem Sklaven-Basar.

Das ist als junger Schisser echt schwer zu verdauen wenn dir eben in der Schule noch erklärt worden ist, dass dies hier eine Demokratie ist und wir alle "frei" sind. Zum Glück ist das Ding erstmal gelaufen... vorläufig.

d=oom8hide


@ Lovhus

Ich hatte damals noch die "Gewissensprüfung".

Ich auch! Bei mir war wohl verdächtig, dass ich nicht sofort und entschieden verweigert habe und irgendwann mit 15 - 16 in der Schule, als die Bundeswehr da war, durchaus Interesse z.b. an Kriegsschiffen gezeigt hatte. Das wurde "dokumentiert". Ich wurde vor so ein merkwürdiges Tribunal, bestehend aus 5 Personen geladen und musste mich 5-6 mal wiederholend erklären, wurde immer und immer wieder gefragt "Wann genau haben sie sich bewusst dazu entschieden, dass sie keinen Wehrdienst leisten können?". Zum Schluss musste ich meine eigene Verweigerung und Erklärung auf ein Tonband sprechen, wurde für 30 Minuten rausgebeten, reingeordert und durfte mir meine Anerkennung abholen mit dem Spruch "Da haben Sie aber wirklich glück gehabt" als wäre ich um ein Haar direkt an die Ostfront versetzt worden.

Vorallem glaube ich, dass die Gesetzeslage damals schon so war, dass ich auch komplett die Fresse hätte halten können und die wären trotzdem gezwungen gewesen mich anzuerkennen... aber ich war halt noch blöd. %-|

mC a/ r v\ ix n


@ danae87

Allerdings war Homosexualität ja auch ein ausmusterungsgrund.

Leider nicht ... oder anders: falls das mal so wahr, dann lange vor meiner Zeit - in den 90ern war das jedenfalls kein Grund.

@ doomhide

eine richtig entmenschliche Fleischbeschau wie auf dem Sklaven-Basar.

Ja, allerdings war das auch nur konsequent. Schließlich wurdest du nicht in gesund oder so ge-/be-/ver-urteilt, sondern es interessierte ausschließlich dein Tauglichkeitsgrad; T1 hieß ja auch nicht "kerngesund", sondern "voll verwendungsfähig". Da ist einfach alles durch und durch entmenschlicht.

DaieZ<aub.erfee


Das habe ich mich auch immer gefragt, ob das für die Jungs nicht richtig entwürdigend ist.

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte als 17-jähriges Mädchen zu einer Musterung gemusst, wo ich gegen meinen Willen von 3 fremden männlichen Ärzten genital und rektal untersucht werde ...

Ich denke bei Mädchen wäre sowas niemals akzeptiert worden gesellschaftlich. Bei Jungs sagt man da eher "Stell dich nicht so an".

d/oomhixde


Das habe ich mich auch immer gefragt, ob das für die Jungs nicht richtig entwürdigend ist.

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte als 17-jähriges Mädchen zu einer Musterung gemusst, wo ich gegen meinen Willen von 3 fremden männlichen Ärzten genital und rektal untersucht werde ...

Ich denke bei Mädchen wäre sowas niemals akzeptiert worden gesellschaftlich. Bei Jungs sagt man da eher "Stell dich nicht so an".

Haargenau! Ich wüsste gerne wie das heute ist. Ich kann mir schwer vorstellen, dass da ein männlicher Arzt kommt und der weiblichen Anwärterin die Schamlippen spreizt um nachzusehen ob sie einen Pilz hat oder sowas. Das ist wenn dann doch mit Sicherheit eine Frau. Ich verwette meinen Arsch darauf, dass da bei Kerlen aber immer noch die Doktorinnen sitzen und dagegen niemand je etwas gesagt hätte oder es auch nur in Betracht gezogen worden wäre, dass das eine Ungleichbehandlung darstellt. Gleichberechtigung ist schon eine dolle Sache doah...

Das war damals für mich echt ein Schlüsselerlebnis weil ich den demokratischen Staat in der Form das erste mal als mhh... "feindlich"(?) erlebt habe.

Snhoxjo


Gleichberechtigung ist schon eine dolle Sache doah...

Genau wegen so etwas bin ich ja unter anderem für Gleichberechtigung und dafür, dass diese verblödeten Geschlechterklischees endlich mal im Grab vermodern. Dass das als weniger schlimm und entwürdigend empfunden wird beziehungsweise viele Leute nicht auf die Idee kommen, dass es schlimm und entwürdigend ist und auf keine Kuhhaut geht, liegt ja unter anderem an diesem "Männer wollen immer ficken und werden prinzipiell gern von Frauen angegrabscht, das macht denen nix aus"-Gedanken, die immer noch durch die Köpfe geistern. "Was dich nicht umbringt, macht dich hart." Bla.

Wehrdienst ist ganz klar alles andere als Gleichberechtigung. Ich wäre eher dafür, dass alle Schulabgänger jedweden Geschlechts ein Jahr Wehrdienst ODER Sozialdienst ableisten, als ich für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausschließlich für Männer wäre. Ich fand das schon immer echt gruselig und unfair und konnte es nicht fassen, dass es das echt gibt, als ich zum ersten Mal davon gehört habe.

ehnigmawticx1606


Männer wollen immer ficken und werden prinzipiell gern von Frauen angegrabscht, das macht denen nix aus

Was dich nicht umbringt, macht dich hart.

Also, Shojo, ich weiß, das ist eigentlich Ernst und ich bin ja auch wieder einmal komplett deiner Meinung was deinen gesamten Beitrag angeht, abef im Zusammenhang musste ich hier grinsen ]:D

SAh`ojo


Olles Ferkel. Also entweder Du, weil Du das in meinen unschuldigen, blütenreinen Beitrag reinliest, oder ich, weil ichs freudsch hineingeferkelt hab. ;-D ;-D ;-D

L]ovHuxs


Da ist einfach alles durch und durch entmenschlicht.

Je was davon gehört, dass Menschen auf dem Schlachtfeld bleiben? Ne, das sind Soldaten. Stell dir vor, man hätte sie vorher nicht entmenschlicht. Was wäre das für eine Tragödie.

Irgendwie sind wir vom Thema abgekommen. Wo war nochmal der Faden?

LcobvHuxs


Nur ist die "Abwägung von Gütern" eben willkürlich.

Im Sinne von "es hätte auch anders kommen können" ja. Aber nicht im Sinne von: Frei von Argumenten.

Aber Zauberfee, wenn du schon die Einsicht in die Willkür hast, warum trauerst du dann der klassischen Ehe nach? Sie war ja dann nicht weniger willkürlich und wurde nur durch eine andere Willkür abgelöst.

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