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Ehe für Alle

D{ieZaubexrfee


@ LovHus

Ich glaube ich verstehe jetzt, was du meinst. Aber dann ist es doch ein Missverständnis. "Ehe für alle" ist keine neue Ehe (neue Ehen hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, wie lonalao ausgeführt hat und ich schätze, es gibt immer noch Männer, die der alten Ehe nachtrauern in der Gottes Wille, dass der Mann über das Weib bestimme, nicht verwässert wurde), sondern meint einfach nur, dass auch bisher nicht zugelassene Paare heiraten dürfen.

Ich kann nur von mir persönlich schreiben. Für mich ist eine Ehe definiert als lebenslange Partnerschaft von Mann und Frau. Ich denke viele Millionen Menschen teilen diese Ansicht. Und es entspricht auch der Definition von Ehe, wie sie halt schon seit vielen Jahrhunderten existiert. Und es entspricht dem, was das Bundesverfassungsgericht schon immer bis hin zu seinen jüngsten Urteilen immer wieder gesagt hat.

Die "Ehe für alle" ist deshalb keine Ehe mehr, sondern halt ein neues Modell, das sie Ehe ersetzt und abgelöst hat.

Ich kann mir eine Menschengruppe vorstellen, die ein dickes Problem damit hat, dass das Wesensmerkmal Verschiedengeschlechtlichkeit nicht mehr Wesensmerkmal aller Ehen ist. Ich denke an die Menschen, die im Konflikt standen, ob sie in den Stand der Ehe treten sollen, oder zu ihrer geschlechtlichen Identität stehen. Ich spreche von homosexuellen Menschen, die einen gegengeschlechtlichen Partner geheiratet haben. Nun können sie auch ihrer Neigung folgend einen gleichgeschlechtlichen Partner heiraten. Was werden sie tun? Ich möchte nicht in deren Haut stecken. Um so besser, dass ein solcher Konflikt nun der Vergangenheit angehört.

Naja, dafür hat man nun aber neue Konflikte geschaffen. Denn was sollen nun christliche oder muslimische Paare machen?

Klar, man kann auch ohne staatliche Ehe leben oder man heiratet kirchlich oder privat. Das wäre auch die beste Alternative. Problematisch wären dann aber die Benachteiligungen und Diskriminierungen für Ehepaare, die halt privat geheiratet haben und die "Ehe für alle" aus Glaubens- oder Gewissensgründen nicht eingehen können, weil das für die halt keine Ehe mehr ist, sondern etwas anderes, was sie moralisch nicht gutheissen können?

Ich finde man sollte da einfach einen Weg ermöglichen für die vielen Paare, die mit der "Ehe für alle" nichts anfangen können.

L asyka>jedxna


Klar, man kann auch ohne staatliche Ehe leben oder man heiratet kirchlich oder privat. Das wäre auch die beste Alternative. Problematisch wären dann aber die Benachteiligungen und Diskriminierungen für Ehepaare, die halt privat geheiratet haben und die "Ehe für alle" aus Glaubens- oder Gewissensgründen nicht eingehen können, weil das für die halt keine Ehe mehr ist, sondern etwas anderes, was sie moralisch nicht gutheissen können?

Die können dann halt konsequenterweise auch nicht von den Vorteilen der Zivilehe profitieren, wenn sie diese ablehnen. Ich kann darin keine Diskriminierung oder Benachteiligung erkennen, denn es steht ja nun jedem Paar frei, diesen Bund einzugehen oder es eben zu lassen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren zuvor, denn diese durften den Bund schlicht nicht schließen. Ihn nicht (mehr) schließen zu wollen, nur weil ihn andere jetzt auch schließen dürfen, ist die freie Entscheidung eines jeden. Staatliche Parallelvereinbarungen für jene einzuführen, die sich moralisch von der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare distanzieren möchten und die dann deshalb nur von verschiedengeschlechtlichen Paare abgeschlossen werden dürfen, läuft wie gesagt der Entscheidung des Bundestages entgegen, wonach gleichgeschlechtliche Paare als gleichberechtigt und gleichwertig gelten. Das kann man drehen und wenden, wie man möchte...

Dei:eZaubZerfxee


Die können dann halt konsequenterweise auch nicht von den Vorteilen der Zivilehe profitieren, wenn sie diese ablehnen. Ich kann darin keine Diskriminierung oder Benachteiligung erkennen, denn es steht ja nun jedem Paar frei, diesen Bund einzugehen oder es eben zu lassen.

Demokratie funktioniert nunmal so, dass sich die Mehrheit durchsetzt. Das ist für die Minderheit ja schon schlimm genug. Aber muss man die Menschen der Minderheit deswegen auch noch demütigen und ihnen ihre Würde nehmen? Warum kann man nicht Regelungen finden, die auch der Minderheit noch ihre Ehre lässt und ihnen Wege eröffnet? Wer gesellschaftlichen Frieden möchte, sollte doch für einen Ausgleich sein.

mKondA+stxerne


Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren zuvor, denn diese durften den Bund schlicht nicht schließen.

Selbstverständlich durften sie es.

Aber aus Gefühlsgründen bevorzugen sie gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

e[niOgmat@ic16:06


Demokratie funktioniert nunmal so, dass sich die Mehrheit durchsetzt. Das ist für die Minderheit ja schon schlimm genug. Aber muss man die Menschen der Minderheit deswegen auch noch demütigen und ihnen ihre Würde nehmen?

Und homosexuelle Paare demütigen indem man nun für moralinsaure Hetero-Paare wieder eine eigene Form der Ehe erfindet um sich von den Schwulen und Lesben abgrenzen zu können ist okay oder was ?

Warum kann man nicht Regelungen finden, die auch der Minderheit noch ihre Ehre lässt und ihnen Wege eröffnet? Wer gesellschaftlichen Frieden möchte, sollte doch für einen Ausgleich sein.

Der Ausgleich wurde letzten Freitag geschaffen.

LIas#kajedSnYa


Demokratie funktioniert nunmal so, dass sich die Mehrheit durchsetzt. Das ist für die Minderheit ja schon schlimm genug. Aber muss man die Menschen der Minderheit deswegen auch noch demütigen und ihnen ihre Würde nehmen? Warum kann man nicht Regelungen finden, die auch der Minderheit noch ihre Ehre lässt und ihnen Wege eröffnet?

Würde und Ehre? Ich glaube, an dieser Stelle steige ich lieber aus. Es ist im Grunde sowieso alles gesagt.

Selbstverständlich durften sie es.

Nein, gleichgeschlechtliche Paare durften diesen Bund nicht schließen. Das schrieb ich. Was du meinst, ist, dass homosexuelle Menschen eine Ehe mit einem Menschen des anderen Geschlechts eingehen konnten. Das ist etwas anderes.

DgieZ*aubexrfee


Würde und Ehre?

Ja, warum will man z.B. gläubige Christen oder Muslime vor die Wahl stellen:"Entweder ihr stimmt der "Ehe für alle" zu oder ihr werdet finanziell und rechtlich massiv benachteiligt?" Das ist doch demütigend bzw. diskriminierend. Diese Menschen haben dann nur die Wahl gegen ihren Glauben/ihr Gewissen zu handeln oder schwere Nachteile hinzunehmen. Und da stelle ich halt einfach die Frage, ob man denn so mit der Minderheit umgehen muss und ob man nicht einen friedlichen Weg für beide Seiten finden kann.

Ich finde es irgendwie komisch einerseits das Ende der Diskriminierung von Homosexuellen zu feiern und gleichzeitig eine neue Diskriminierung für andere Menschen einzuführen. Warum kann man nicht eher aus Fehlern der Vergangenheit lernen, indem man Wege findet, die beiden Seiten gerecht werden?

Wenn der Staat nun eine Parallelinstitution zur "Ehe für alle" einführen würde (z.B. eine Art eingetragene Partnerschaft für Hetero-Paare), würde den Homosexuellen absolut nichts weggenommen. Sie hätten auch weiterhin ihre "Ehe für alle" mit sämtlichen Rechten und Pflichten. Die Rechte der Homosexuellen würden dabei überhaupt nicht tangiert. Man würde einfach nur für all die Paare, die mit der "Ehe für alle" ein Problem haben, einen zweiten Weg schaffen, der sie z.B. rechtlich absichert, ohne eben die "Ehe für alle" unterstützen zu müssen.

Toleranz und Respekt ist meiner Meinung nach keine Einbahnstrasse.

eNnigmat?icC16|06


Ähm, Zauberfee ... du weißt aber schon, dass du auch mit der Ehe für Alle nicht gezwungen wirst, plötzlich eine Frau zu ehelichen, oder ? Deine heterosexuelle Beziehung/Ehe bleibt komplett untangiert davon, dass Schwule und Lesben nun auch offiziell eine Ehe eingehen dürfen.

Lyaskaj}ednxa


Deine heterosexuelle Beziehung/Ehe bleibt komplett untangiert davon, dass Schwule und Lesben nun auch offiziell eine Ehe eingehen dürfen.

Na ja, außer man sieht in der Tatsache, dass gleichgeschlechtliche Paare den Bund nun auch eingehen dürfen, eben eine Entwertung. Also wünscht man sich, dass die Ehe, die homosexuelle Paare eingehen dürfen, indirekt wieder abgewertet wird, indem man für heterosexuelle Paare ein (neues) Privileg schafft, das nur ihnen vorbehalten ist. Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz. Das ist eben genau das, was man abschaffen wollte, weil der Staat gleichgeschlechtliche Verbindungen eben als gleichwertig betrachtet.

mSondO+srternxe


Ähm, enigmatic1606 ... du weißt aber schon, dass Schwule und Lesben schon immer eine Ehe eingehen durften?

Es geht nur darum, dass sie kein großes Interesse daran hatten.

m@usicDus_&65


Der Faden wird um 23:40 Uhr vorübergehend geschlossen.

Zauberfee: Daß Du von der kürzlich beschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehe nicht viel hältst, haben nun wohl alle verstanden. In dem Bestreben, Deine Meinung argumentativ zu untermauern, solltest Du dich nicht zu allzu abenteuerlichen Interpretationen der Gegebenheiten hinreißen lassen.
Entspann' Dich etwas -- der Weltuntergang kommt, glaube ich, dieses Jahr noch nicht.

@:)

D%ikeZauDberfexe


Also wünscht man sich, dass die Ehe, die homosexuelle Paare eingehen dürfen, indirekt wieder abgewertet wird, indem man für heterosexuelle Paare ein (neues) Privileg schafft, das nur ihnen vorbehalten ist.

Welches Privileg? Wenn es neben der "Ehe für alle" noch eine "eingetragene Partnerschaft" für Hetero-Paare gibt und beide die exakt selben Rechte und Pflichten haben, wo siehst Du dann da eine Benachteiligung von Homosexuellen? Alle haben die gleichen Rechte, es gibt nur verschiedene Institutionen.

Echemali3ger :Nutz4er (4#6064x96)


Ähm, enigmatic1606 ... du weißt aber schon, dass Schwule und Lesben schon immer eine Ehe eingehen durften?

Es geht nur darum, dass sie kein großes Interesse daran hatten.

Du hast doch bereits Deinen Spaß gehabt und wurdest auch schon darauf hingewiesen.

Es geht um homosexuelle Partnerschaften. Der Verweis auf die Möglichkeit, heterosexuell heiraten zu können, ist da unsinnig.

mxond+ksterxne


Was heißt das jetzt?

Du weißt durchaus, dass Homosexuelle schon immer heiraten durften.

Du findest den Hinweis an dieser Stelle allerdings unsinnig.

So?

LUaskKajedna


Welches Privileg? Wenn es neben der "Ehe für alle" noch eine "eingetragene Partnerschaft" für Hetero-Paare gibt und beide die exakt selben Rechte und Pflichten haben, wo siehst Du dann da eine Benachteiligung von Homosexuellen?

Na welchen Sinn hat es denn, verschiedene Institutionen zu schaffen, wenn sie mit denselben Rechten und Pflichten einhergehen? Dann kann es doch nur um Abgrenzung und Diskriminierung gehen. Du konstruierst doch das Privileg, indem du dich dafür aussprichst, dass heterosexuelle eine besondere Form der Partnerschaft eingehen können sollen, die nur ihnen vorbehalten ist. Ich finde das brandgefährlich, weil es Tür und Tor öffnet für jegliche Form der Diskriminierung. Eine eingetragene Partnerschaft nur für Weiße, weil die Weißen ihre Ehe entwertet sehen, wenn sie auch von Farbigen eingegangen werden darf usw. Das sollte kein Staat unterstützen.

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