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Ehe für Alle

D<u<ma$l


Zauberfee, führst du deine Ehe denn so, wie es "schon immer/seit Jahrhunderten war" oder würdest Du?

o<nodi%sep


Hi! Es gab hier mal einen sehr langen Faden über "Ehe auf Zeit" die eher allgemeines Entsetzen auslöste. Nach 33 Jahren Ehe würde ich mich doch für eine eingetragene Lebensgemeinschaft auf Zeit für Alle aussprechen. Ich fände es gar nicht schlecht, wenn man seinen Liebesschwur alle 5 bis 7 Jahre erneuern müsste, das stärkt die gegenseitige Achtung und die Scheidung wäre überflüssig. Wer unbedingt die Ehe will, mag dies kirchlich tun. Zuviele ändern sich nach dem Jawort schlagartig, weil sie sich des Partners für immer sicher glauben, oder mit den Jahren in der heutigen, schnelllebigen Zeit...

LGoevHuxs


Es gab hier mal einen sehr langen Faden über "Ehe auf Zeit" die eher allgemeines Entsetzen auslöste.

Willst du dieses Entsetzen nun hier provozieren? ]:D .

Du siehst doch: viel weniger stößt schon auf genug Unverständnis ;-) . Ich habe auch schon überlegt, auf die Änderungen ein und der selben Ehe im Laufe eines Lebens hinzuweisen, fand aber, dass das hier nicht her passt, denn die Eckpunkte, um die es hier geht, sind davon eher nicht betroffen. Trotzdem finde ich es wichtiger, sich zu überlegen, wie sich die eigene Ehe ändert, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder der Ruhestand ungewohnt viel gemeinsame Zeit nach sich zieht, als darüber nachzudenken, ob die eigene Ehe nun besudelt ist, weil auch homosexuelle Paare heiraten dürfen.

d/an1axe87


LovHus

Nun, ich kann den Leuten aber nicht sagen durch was sie sich verletzt fühlen dürfen oder nicht. Es gibt auch Leute die sich von der Gleichberechtigung von Mann und Frau oder auch schwarzen zund weißen verletzt, ja gar herabgewürdigt fühlen. Ich kann das den Leuten nicht absprechen, kann aber sagen, dass das Problem da in meinen Augen bei einem selbst liegt, wenn man sich so sehr in Abhängigkeit von eigenen Privilegien definiert und das ist das Prinzip der GLeichberechtigung für so grundlegend halte, dass es dem Einzelnen zuzumuten ist damit klar kommen zulernen. So wie ich auch erwarte das die Menschen mit der Einschränkung umgehen lernen, dass sie gegebenenfalls jemanden nicht einfach umlegen dürfen.

D~ieZRaubetr7fexe


1. Weil damit eben rechtliche Implikationen verbunden sind die bisher in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht mit inbegriffen waren, Ehegattensplitting, beispielsweise.

Das Splitting gab es bereits für eingetragene Lebenspartnerschaften. Meines Wissens hatten eingetragene Lebensparnterschaften schon so gut wie alle Rechte. Die evtl. noch fehlenden Rechte hätte man ja auch einfach einführen können. Wäre kein Problem gewesen. Warum musste man also die Ehe jetzt umdefinieren? Ich verstehe den Sinn auch gar nicht.

I9choG_Tolxot


Zauberfee

Ich denke das haben die meisten hier jetzt verstanden.

Ein Argument / Meinung wird nicht besser, wenn man es Mantramässig wiederholt.

DxieNZau#ber=fxee


Ich kann das den Leuten nicht absprechen, kann aber sagen, dass das Problem da in meinen Augen bei einem selbst liegt, wenn man sich so sehr in Abhängigkeit von eigenen Privilegien definiert und das ist das Prinzip der GLeichberechtigung für so grundlegend halte, dass es dem Einzelnen zuzumuten ist damit klar kommen zulernen.

Gleichberechtigung ist aber was anderes als "Gleichheit".

Eyvoluz2zexr


Wie bei so vielen anderen Themen auch, dreht sich die Diskussion nur mit immer wieder neuen Formulierungen im Kreis. Eine Veränderung passiert nur, wenn einer den anderen totquatscht und dieser entnervt auf seine Standpunkte verzichtet, oder es gelingt, auf eine Metaebene zu gelangen. Für unser Ehe-Thema heißt das, nachzusehen, woher unsere Vorstellungen von Ehe kommen.

Der naturgegebene Akt der Fortpflanzung braucht keine Institution Ehe als Voraussetzung. "Kinder machen" funktioniert unabhängig von gesellschaftlichen Strukturen. Die Ehe als Institution ist eine ordnungspolitische Maßnahme. Eine ordnungspolitische Maßnahme als göttlichen Willen darzustellen liegt allein im Interesse der Kirche.

Kirchenherren und Adelsherren hatten früher den gleichen rechtlichen Stand. Man durfte als Bauer dem Kirchenherrn oder einem Adelsherrn dienen. Klöster, die schlecht wirtschafteten wurden vom Landesherrn einkassiert, Klöster die gute Erträge abwarfen im Rahmen der Säkularisation ebenso. Geschäft war Geschäft, Glaube war Glaube. Wichtig war schon immer, seine Schäfchen bei der Stange, sprich unter Kontrolle zu halten. Die Kirche hat dies mit weniger Aufwand mittels "Glauben" geschafft, die Landesherrn mussten für den gleichen Zweck Geld für ein stehendes Heer ausgeben. So gesehen ist die Kirche der am längsten erfolgreich wirtschaftende Konzern.

Was das nun alles mit der Ehe zu tun hat? Bislang hat die Kirche quasi das Patent auf die Ehe für sich beansprucht, bis zur Gründung von Standesämtern wurde ihr dies auch lange nicht streitig gemacht.

Nun gut, die Kirche hat nach dem letzten Krieg mit den Staaten, so wie wir sie heute kennen, dabei fälschlicherweise immer so tun, als bestünden sie schon ewig, ihren Deal gemacht. Die Säkularisation in den Köpfen der Menschen geht jedoch weiter.

Die Definition des Staates für die Institution Ehe ist eine andere, völlig losgelöst von Fortpflanzungsgesetzen, Moral und Glaubensvorstellungen geht es um eine ordnungspolitische Maßnahme. Diese steht nun allen, die dieses juristische Vehikel freiwillig in Anspruch nehmen wollen, gleichermaßen offen.

Die rechtsstaatliche Definition der Ehe und das, was Menschen für eine Vorstellung von Ehe im Kopf haben, ist nicht zwingend die gleiche. Sich darüber zu beklagen ist müßig. Den Gesetzgeber zu einer kirchlich gefassten Definition zu zwingen, entspricht nicht mehr der Zeit. Gott bewahre uns vor einer glaubensorientierten Gesetzgebung a la Sharia.

BhelCafonxte


Warum musste man also die Ehe jetzt umdefinieren? Ich verstehe den Sinn auch gar nicht.

Aus den gleichen Grund, warum die Renten jetzt erhöht wurden: Es ist Wahlkampf. Die Grünen, die Linke und die SPD verstanden das Thema als Wahlkampfmunition und hätten im Bundestag CDU/CSU überstimmt. Diese Niederlage wollte die Kanzlerin nicht hinnehmen, zumal zuvor der Zeitschrift Brigitte ein widersprüchliches Interview gegeben hatte. Also trat sie die Flucht nach vorne an und hob für die Abstimmung den Fraktionszwang auf.

P3aul^-Klbing


Eine Veränderung passiert nur, wenn einer den anderen totquatscht

Tja, das ist wohl so.

"Kinder machen" funktioniert unabhängig von gesellschaftlichen Strukturen.

Kinder aufziehen aber nicht.

Kirchenherren und Adelsherren hatten früher den gleichen rechtlichen Stand.

Aua.

An den weiteren Ausführungen ist so viel falsch, dass man sich schon fragt, wo Leute, die aus der Evolution eine Weltanschauung machen, wohl ihr Geschichtsbild herhaben.

S]opzexy


Die rechtsstaatliche Definition der Ehe und das, was Menschen für eine Vorstellung von Ehe im Kopf haben, ist nicht zwingend die gleiche.

Das sehe ich auch so. In den Köpfen ist die Ehe einfach teilweise etwas anderes, als das was der Staat darin sieht. Und da liegt glaube ich das Problem das viele damit haben.

Und zu der Frage WARUM man das machen sollte? Eingetr. Lebenspartnerschaft und Ehe unterscheiden sich nicht maßgeblich. Warum also 2 verschiedene Institutionen für ein und das selbe betreiben, wenn eine doch auch ausreichend wäre. Meine Meinung.

Ich freue mich, dass die Ehe nun allen offen steht.

Aua.

An den weiteren Ausführungen ist so viel falsch, dass man sich schon fragt, wo Leute, die aus der Evolution eine Weltanschauung machen, wohl ihr Geschichtsbild herhaben.

Aber insoweit hat er doch Recht, dass solange das HRR bestand die Kirchenfürsten (Erzbischöfe usw.) und auch die Klöster gleichzeitig weltliche Gewalt hatten. Das änderte sich ja erst mit der Säkularisation bei Auflösung des HRR.

m9ond+sZternxe


Warum musste man also die Ehe jetzt umdefinieren? Ich verstehe den Sinn auch gar nicht.

Muss man nicht. Es war eine politische Entscheidung des Deutschen Bundestags. Eine große Mehrheit hat dafür gestimmt. Eine Minderheit war für die Bewahrung des Ehebegriffs.

Das ist einfach nur Meinung.

D:ieWZauboexrfee


Muss man nicht. Es war eine politische Entscheidung des Deutschen Bundestags. Eine große Mehrheit hat dafür gestimmt. Eine Minderheit war für die Bewahrung des Ehebegriffs.

Das ist einfach nur Meinung.

Klar, aber ich hätte halt gerne mal ein vernünftiges Argument dafür gelesen. Bisher wurde ja immer nur behauptet, es würde um gleiche Rechte gehen. Das Argument ist aber meiner Meinung nach nicht stichhaltig, denn um homosexuellen Paaren gleiche Rechte zu geben hätte man einfach die eingetragene Lebenspartnerschaft rechtlich der Ehe angleichen können, was ohnehin schon fast der Fall war.

m:onQd+sterxne


Klar, aber ich hätte halt gerne mal ein vernünftiges Argument dafür gelesen.

Es ist juristisch schön einfach. Für alle Paare gelten die gleichen Gesetze. Man kann es als einen Akt des Bürokratieabbaus betrachten, weil die Gesetzgebung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften wieder abgeschafft wird, indem man den juristischen Begriff der Ehe umdefiniert.

Das halte ich für ein stichhaltiges politisches Argument. (Im Gegensatz zu dem zutreffenden, aber nicht unbedingt stichhaligen Argument der Wahlkampftaktik, das Belafonte bereits nannte.)

e!nig2matBic160x6


Klar, aber ich hätte halt gerne mal ein vernünftiges Argument dafür gelesen. Bisher wurde ja immer nur behauptet, es würde um gleiche Rechte gehen. Das Argument ist aber meiner Meinung nach nicht stichhaltig, denn um homosexuellen Paaren gleiche Rechte zu geben hätte man einfach die eingetragene Lebenspartnerschaft rechtlich der Ehe angleichen können, was ohnehin schon fast der Fall war.

Joa ... und wenn man die Lebenspartnerschaft rechtlich auf eine Ebene mit der Ehe gestellt hat, gibt es ja keinen Grund mehr, zwei verschiedene Konstrukte aufrechtzuerhalten, wenn diese beide im Endeffekt dasselbe anbieten. Also schafft man eines der Konstrukte ab. Welche stichhaltigen Argumente gäbe es denn bitte für die Aufrechterhaltung dieser Trennung ?

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