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Insektenmangel?

M+uff PEotNtexr hat die Diskussion gestartet


Vor einiger Zeit gab es mal einen kurzen Bericht zum Insektensterben in Deutschland. Ich habe das nicht besonders intensiv verfolgt, aber es handelte sich wohl um eine räumlich begrenzte Messung, ich glaube in NRW, bei der festgestellt wurde, dass die Insektenpopulation stark rückläufig ist.

Dadurch sensibilisiert, habe ich bei uns zu Hause mal etwas darauf geachtet. Wir wohnen im Hamburger Umland. (Wir wohnen am Stadtrand und doch ländlich, in der Nähe sind sogar Naturschutzgebiete und mohrige Gebiete.). Das hat dieses Jahr nicht viel Sonne bzw. Wärme gesehen. Wir hatten kaum Tage über 20-25°C und viel viel viel Regen. Nachts gingen die Temperaturen häufig < 15°C . An manchen Morgenden waren es sogar nur < 10°C.

Aufgefallen ist mir, rein gefühlt, dass wir deutlich deutlich weniger Ameisen hatten, als in den letzten Jahren. Auch wenig Käfer habe ich gesehen. Kaum Bienen oder Wespen. Früher hatten wir auch Hornissen. Fliegen gibt es, auch Mücken natürlich, aber alles nicht so in Massen.

Alles in allem: Es war etwas gruselig. Ganz wenig Getier ist zu sehen. (Auch weniger Vögel und Spinnen, ist mein Eindruck, was ja auch passen würde).

Der Eindruck ist natürlich rein subjektiv. Und offenbar gibt es ja Feldfrüchte, also sind die Bestäuber ja da gewesen. Ungeachtet dessen bin ich ein wenig verstört. Diese Jahr hat die Insektenpopulation bei uns glaube ich ordentlich auf den Kopf bekommen. Ich bin jetzt kein großer Fan von Insekten, aber ohne geht es halt auch nicht.

Antworten
_ZSur|ferxin


Das die Bienen rar geworden sind, ist ein Problem.

Weiß jetzt allerdings nicht, ob das Problem bereits im Griff ist.

Ein Freund der Insekten bin ich beileibe auch nicht. %:|

Amnteldamxi


Mich hat eine Freundin darauf aufmerksam gemacht doch einmal zu verfolgen, wieviel Sechsbeiner so über einen gewissen Beobachtungszeitraum auf meiner Autoscheibe ihr Dasein beenden, und dahingehend sensibilisiert stellte ich - durch einige Zwangsreisen in die Tropen eher ein wenig insektophob eingestellt - mit einem gewissen Beklemmen fest, daß ich dieses Jahr nur ganz, ganz selten die Scheibe so richtig vom Insektenschmodder freischrubben mußte, wie ich es gefühlt aus anderen Jahren kannte. Ich fahre pro Woche etwa sechshundert Kilometer, meist immer zwischen einer eher insektenarmen, ländlichen, windigen, kargen, trockenen Agrarwüste (Wohnort) zu einer eher dichtbesiedelten, warmen, feuchten, tendenziell sumpfigen, aber eher relativ dicht besiedelten, ballungsraumnahen von einer Reihe kleinerer Städte geprägten Flußlandschaft (Arbeitsort), die traditionellerweise ein Ort des konfliktträchtigen Zusammenlebens von Mensch & Mücke ist.

Aber dieses Jahr? Kein Stich, und so gut wie nie die Scheibe sauber machen müssen! :-| Und in den Bäckereien sind mir trotz Pflaumenkuchen keine Heerscharen von Wespen aufgefallen.

XMiraxin


Aber dieses Jahr? Kein Stich, und so gut wie nie die Scheibe sauber machen müssen! :-| Und in den Bäckereien sind mir trotz Pflaumenkuchen keine Heerscharen von Wespen aufgefallen.

Die sind alle im Rollladenkasten meiner neuen Wohnung ]:D

(Hab da ein Wespennest)

Theoretisch, wärs mit zBsp lieb, wenn man dieses Nest einfach nur woanders hinsetzen könnte (in einen Baum oder so)... praktisch wird das nicht möglich sein und ein Schädlingsbekämpfer muss das ding Ausräuchern (man kann den Kasten nicht aufmachen).

Insekten sind wichtig und ansich stören mich weder Fliegen, noch Wespen, noch Bienen...

Mücken nerven mich, weil ich ein bevorzugtes Ziel bin (Ich hab dieses Jahr genausoviele Stiche wie die Jahre zuvor...nur sind sie dieses Jahr extra dick und flatschig geworden, wer weiß warum...)

Aber ich möchte ungern mein einziges Schlafzimmerfenster mit 100 Wespen teilen, da bin ich ehrlich.... (wenn wir den Rollladen runterlassen ist da ne Wespenparty)

Bei Marienkäfern hab ich gelesen, dass unsere heimische Art durch eine amerikanische verdrängt wird, da diese viel aggressiver sind und keinen richtigen Fressfeind haben ":/

Ist mir nur bisher nicht aufgefallen, hab ich nur gelesen....

_dSurQferxin


Letzten Sommer hatte ich eine Marienkäferplage in einem meiner Zimmer. Ich ließ das Fenster geöffnet und ging für ein paar Stunden weg. Da es Obergeschoß war, weiter kein Problem. Als ich heimkam, war das Zimmer dicht mit Marienkäfern, aber wirklich dicht. Habe richtig Panik bekommen, wie ich die nun alle wegbekommen soll. %:|

Es war mir zu der Zeit auch draußen aufgefallen, dass einige Häuserwände ebenfalls zu Hauf von Marienkäfern besiedelt waren. Aber es waren die ganz normalen. Rote mit schwarzen Punkten oder halt auch mal schwarze mit roten Punkten.

Nach ein paar Wochen war der Spuk für immer vorbei. Fort waren die Marienkäfer, und diesen Sommer habe ich keinen einzigen gesehen. ":/

hbeute,_hiexr


Dritter Versuch einer Antwort. Der PC stürzt mit einer KERNEL_ERROR Meldung ab :-(

Hier in Berlin viel Regen, aber deutlich wärmer als in HH: kaum Wespen, weniger Bienen als in den Vorjahren, viele viele Mücken, viele dieser kleinen Fliegen die in Horden fliegen, die normalen Stubenfliegen sind auch sehr viel weniger präsent.

Ich denke, dass sind die Wetterbedingungen dieses Jahr. Ist halt nicht nur für Menschen ungemütlich das viele Nass. Für Mücken scheint es ideal. Hatte noch nie welche in der Wohnung seit 7 Jahren. Dieses Jahr das erste Mal Bekanntschaft gemacht, wie es sich schläft mit "Summsummsumm" am Ohr :=o

B*elafZonxte


Vor zehn Jahren musste ich nach einer Autobahnfahrt im Sommer die Windschutzscheibe meines Wagens von Insekten reinigen. Heute erübrigt sich das nahezu. Weil Insekten fehlen, gibt es auch weniger Vögel. Die Vogelstimmen in den Wäldern sind nahezu verstummt. Der Grund ist die intensiv betriebene Landwirtschaft mit ihren Monokulturen. Jeder halbe Meter Ackerrand wird heute genutzt. Großflächig wird der Unkrautvernichter Glyphosat eingesetzt. Damit verschwinden die Wildblumen, die Insekten, die Vögel, die Bienen. Mit dem Verschwinden der Bienen werden Nutzpflanzen und Obstbäume nicht mehr bestäubt.

Wenn die Bienen sterben, dann sterben die Menschen

(Albert Einstein)

h'eu,te_hxier


@ Belafonte

Wo wohnst du?

Das mit den Vögeln kann ich für Berlin nicht bestätigen.

Aber aus anderen Städten hörte ich, dass dort die Spatzen ausgestorben sind mangels Brutmöglichkeiten. Also über den Zwitscherwecker morgens freue ich mich immer noch. Ich wohne in der Innenstadt, keine Landwirtschaft in der Nähe, trotzdem sehr grün. Vielleicht macht das einen Unterschied aus.

ccleasaZn-teinxe


Das Insektensterben geht wohl vor allem darauf zurück, dass die Landwirtschaft sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat. Gerade, was den Anbau von Mais und Getreide angeht. Es werden stark vermehrt Pestizide eingesetzt, die auch den "unschädlichen" Insekten enorm schaden. Auch war es früher üblich, zwischen zwei Feldern einen breiten Grünstreifen zu belassen oder Grünstreifen zur nächsten Straße hin zu schaffen. In diesen Mini-Biotopen lebten viele Insekten. Heutzutage gibt es das kaum noch, muss der Ertrag aufs Maximum gesteigert werden. Beides führt dazu, dass der Bestand an Insekten immer mehr zurückgeht.

Mir fällt das vor allem auf, wenn man mal auf der Autobahn fährt. Vor 15 Jahren war die Windschutzschreibe nach ein paar 100 km so mit Insekten voll (übrigens unter Umständen ein weiterer Faktor beim Insektensterben - die Zunahme an Autos, auch auf Autobahnen), dass man bei der nächsten Gelegenheit anhalten und die Scheibe reinigen musste, sonst war die Sicht eingeschränkt. Heute hat man, wenn es hoch kommt, nur halb so viele tote Insekten auf der Scheibe.

Ich habe dieses Jahr auch noch kaum Wespen gesehen und vielleicht 1 Hornisse, auch fast keine Hummeln, dafür aber relativ (!) viele Bienen. Vermutlich, weil Wespen und Hornissen gerne Bienen fressen. Auch nisten viele Wespen und Hummeln in der Erde und bei den extrem starken und häufigen Regenfällen dieses Jahr wird es da wohl viele getötet haben, leider. Denn daher hat es hier wiederum sehr, sehr viele Mücken! Das ist echt heftig dieses Jahr, wie viele Stiche ich so hatte. Mücken werden auch gerne von Wespen und Hornissen vertilgt.

Nun ja... vermutlich werden sich die Populationen nächstes Jahr etwas erholen, aber der Trend ist trotzdem besorgniserregend. Neben dem erhöhten Verkehrsaufgebot, der intensiven Landwirtschaft mir schädliche Pestiziden und dem Abbau von Grünflächen und Aufbau von Monokulturen wird ja auch noch der Klimawandel auf die Insektenwelt einwirken. Das ist natürlich ein längerer Prozess, aber gerade sowas wie vermehrte starke Regenfälle könnten langfristig gesehen verheerend wirken.

Vielleicht wäre es eine gute Maßnahme, nur noch Bio-Mais und Bio-Getreide zu kaufen? Kennt sich da wer aus?

B$eaut#if&ulDa`y8A9


Hier in der Hauptstadt der Schweiz haben wir wegen dem Winter und dem Frühling dieses Jahr extrem viele Wespen. Zudem viele dieser kleinen braunen Schaben, Fliegen und Mücken. Mir wäre bisher nicht aufgefallen, dass es weniger gibt als sonst. Hier ist definitiv eher Wespenplage angesagt...

miusteWblsume


Muff, ich wohne wahrscheinlich nicht wesentlich nördlicher als du und wir haben unglaublich viele Wespen, auch Bienen, Schmetterlinge, Fliegen, Schuster, Spinnen, Mücken, verschiedenste Käfer, Ameisen, Grashüpfer. Alles da.

Unser Garten ist aber auch, nett umschrieben, sehr naturnah ;-D

Igel und Kröten als Insektenvertilger gibt's auch.

BpelafQoxn?t{e


Wo wohnst du?

Am Niederrhein.

Aber aus anderen Städten hörte ich, dass dort die Spatzen ausgestorben sind mangels Brutmöglichkeiten.

Das kommt noch hinzu. Bei uns gibt es noch Spatzen, ich wohne halb-ländlich. Meine Frau füttert sie auch kräftig :-). Kohl- und Blaumeisen haben wir, Rotkehlchen und Grauschnäpper, und Amseln natürlich. Auch ein Specht war mal am Futterspender. Aber der Rückgang der Fluginsekten ist schon auffällig.

gfau@loise


...und ich habe nicht mal einen Garten, aber Insekten (ich war eben prüfenden Auges auf dem Hof) gaanz viele. Wenig Wespen, die vermisse ich aber auch nicht. Aber jede Menge Hummeln (ich habe da einige Pflanzen stehen, die von Hummeln einfach geliebt werden), Mücken, Fliegenviecher. Ameisen auch, allerdings nicht so viele wie in trockeneren Jahren.

Spinnen zählen nicht, oder? Ich glaube, hinter dem Haus sind bald 15 Kreuzspinnen. Und hier drinnen ist alles voll mit Zitterspinnen.

Und das mit den Vögeln? Ich war in diesem Frühling soweit, die Viecher zu verfluchen, weil es so viele waren. ;-D

Also, will heißen, ich weiß es nicht, ob das nun dieses Jahr einfach so ist oder ob das eine besorgniserregende Entwicklung ist.

Ldieseloxtte40


Die Beobachtung mit den Insekten am Auto hab ich auch gemacht - aber schon die letzten Jahre, nicht erst heuer...

Mein Mann fährt relativ weit zur Arbeit und früher war oft die Scheibe ausserhalb der Wischer undurchsichtig vor lauter "Insektenmatsch" - ich muss dazusagen, die Autobahn führt hier direkt durchs Seengebiet!

Das kommt eigentlich gar nicht mehr vor - ich hab mich schon gefragt ob's vielleicht am anderen Auto liegen könnte, also anderer Winkel der Frontscheibe oder so?

cJlaiVrxet


Ich hab die Artikel gelesen als die Meldung vor kurzem rauskam und ich selbst hab das auch gemerkt.

So alt bin ich jetzt noch nicht, aber ich der Unterschied zu früher (80er und 90er) ist schon drastisch. Früher war es schon richtig ekelhaft im Spätsommer in den Bäckereien, weil sich dutzende Wespen in der Auslage tummelten. Sobald man auf der Terrasse draußen saß kamen jede Menge Wespen angeflogen. Die Vorderseite des Auto und das Nummernschild waren schwarz von Insekten nach dem Sommer, heute kaum mehr ein paar Viecher. Noch vor ein paar Jahren waren die Sommerflieder voller Schmetterlinge, dieses Jahr seh ich kaum welche.

Bin zwar auch kein großer Freund von Krabbelgetier, aber dieses Verschwinden ist gruselig.

Die Gründe sind für mich klar. Am Wetter liegt es nicht. Ich wohne in Süddeutschland und hier war der Sommer toll, viele warme und heiße Tage. Es gab zwar den Spätfrost Anfang Mai, aber das ist ja nicht ungewöhnlich für Deutschland.

Eine Ursache ist mit Sicherheit die Intensivierung der Landwirtschaft. Keine Streuobstwiesen, Ackerränder oder Hecken mehr. Stattdessen Maiswüsten mit ordentlich Insektiziden.

In privaten Gärten siehts auch nicht viel besser aus. Kurze, ordentliche Rasenfläche mit Thujahecken drumherum. Bunte Bauerngärten sind out, stattdessen wollen alle einen Steingarten, weil der ja so pflegeleicht ist und kippen sich Kiesel in den Vorgarten mit ein, zwei Zierpflanzen als Deko. Selbst die Thujahecke ist vielen noch zuviel Aufwand, also kommen Gabionen hin.

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