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Ist rechtes Gedankengut per se schlecht und zu verurteilen?

nieverLthe;less


Was genau ist denn "Pro Deutschland"?

Diese ruckartig aufgerissenen Schubladen, in denen der Mitmensch verstaut werden soll, gibt es andersrum übrigens genau so. Ich hab keine Ahnung, wie oft mir inzwischen die Worte "naiver Gutmensch" um die Ohren geflogen sind, ganz egal, was ich geschrieben habe, sobald mein "wütbürgerisches" Gegenüber mich im "Lager" der "Linken" verortet hatte. Wenn die Diskussionsteilnehmer in diesen Kategorien denken und nicht über Inhalte reden, sondern um Positionen streiten, geht der Unsinn quasi schon los, ehe auch nur das erste Wort geäußert wurde.

Ich bin auch immer automatisch linksextrem, weil ich "rechts" scheiße finde und mich sozial engagiere. ]:D @:) Dann bin ich das aber gerne. Meinetwegen. (bis dato habe ich nie links gewählt)

Z5andeTroxmi


Na was ist für dich ein deutscher Bürger? Ab wann ist man "deutsch"?

Wenn er die deutsche Staatsangehörigkeit hat!?

P)urpl4elikxe


Nun ja, ich sitze im Jobcenter, bearbeite Anträge... ich sehe genug entstehende Familien, die bei mir den Antrag stellen müssen, weil das Einkommen vom Mann einfach nicht ausreicht.

Und dann soll ich einer anderen Familie, die vielleicht mit 50 EU über dem Satz liegt und deshalb keinen Harzt4-Anspruch erklären, warum die jetzt kein ca. 500€ Schul-/Ausflugsgeld usw. für die Kinder bekommen. Die andere Familie aber schon.

Auch die Haltung: "Warum soll ich arbeiten gehen, ich erhalte letztendlich viel mehr, wenn ich Leistungen beziehe!" Die kann ich in einigen Fällen wirklich nachvollziehen, weil es tatsächlich so ist.

Da stimmt in vielen Bereich die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.

n~everth%eless


Aber das hat ja nichts mit dem rechten Gedankengut zu tun, sondern sind eher kommunistische Ideen?!

PlurplFelikxe


Da siehst du, und trotzdem wird man als Rechts abgestempelt.... .....also meistens.

ndeve]rth/elesxs


Weil meistens im Nachtrag die Missgunst gegenüber Nicht-deutschen-BürgerInnen bzw. MigrantInnen kommt. Ansonsten geh ich (als links abgestempelte Person) mit deiner Meinung konform ;-)

Nnaklva85


Von der Mitte aus Rechts positionierte sehen "Linkes Gedankengut" auch als schlecht und verwerflich an. Ich denke das hängt also rein vom eigenen Standpunkt ab was man "per se schlecht" findet.

Z)an/der4omi


Kannst du konkretisieren, was genau du unter "rechtem Gedankengut" verstehst? Was wäre denn ein "wertungsfreier rechter Gedanke/Inhalt"?

Unter rechtem Gedankengut verstehe ich das, was die CSU bzw. AfD vertritt, also im politischen Kompass ungefähr dort angesiedelt:

[[https://www.politicalcompass.org/germany2017]]

[[https://www.politicalcompass.org/germany2005]]

Sprich: eher traditionelle Werte und eine konservative Grundhaltung, starke Betonung von Ehe & Familie und Ablehnung anderer Familienmodelle, Pflege & Wertschätzung der eigenen Kultur und Identität, striktes Einwanderungs- und Asylgesetz, Einforderung von Integration; kein laissez faire in der Integrationspolitik, keine Multikulti Experimente, wehrhafter Polizeistaat, starke Betonung von Sicherheit & Ordnung, Ablehnung sozialistischer Experimente & gegen aufgeblähten Sozialstaat, keine Steuererhöhungen, Leistung- und Eigenverantwortung statt Alimentierung, Abbau der Staatsverschuldung, Selektion im Schul- und Bildungssystem, aggressiv-prohibitionistische Drogenpolitik usw.

Also halt das, was man sich unter einer Klischee-CSU so vorstellt ;-D ;-)

n&everwthe&less


eher traditionelle Werte und eine konservative Grundhaltung, starke Betonung von Ehe & Familie und Ablehnung anderer Familienmodelle, Pflege & Wertschätzung der eigenen Kultur und Identität, striktes Einwanderungs- und Asylgesetz, Einforderung von Integration; kein laissez faire in der Integrationspolitik, keine Multikulti Experimente, wehrhafter Polizeistaat, starke Betonung von Sicherheit & Ordnung, Ablehnung sozialistischer Experimente & gegen aufgeblähten Sozialstaat

Ist doch klar, warum das viele schlecht finden. Weil sie eben genau anders leben und diese nationalistisch-konservative Einstellung viele Menschen einschränken würde.

Und weil viele Menschen individualistisch und autonom leben möchten, finde ich dieses rechte Gedankengut eben auch schlecht. Wer es gut findet, bitte sehr. Der muss dann halt damit leben, dass ich ihn nicht mag. @:)

Mhakkxabi


Leistung- und Eigenverantwortung statt Alimentierung, Abbau der Staatsverschuldung, Selektion im Schul- und Bildungssystem,

Das würde ich unter "liberale Werte" subsumieren. (aber auch liberale Werte werden manchmal als "rechts" bezeichnet)

Z|aUn#deromxi


@ Elisada

PS: Ich hätte gerne gewusst, was die Grundlage und was das Ziel für diese/dieser Diskussion sein soll.

Naja, ich habe in Deutschland halt das Gefühl, dass jede politische Einstellung, die einen Millimeter rechts von der sogenannten "Mitte" liegt, sofort als rechts im Sinne von rechtsextrem verunglimpft wird. Und das wundert mich etwas, weil ich es in anderen Ländern (USA, Polen, Schweiz) ganz anders erlebt habe. Andererseits scheinen linksextreme Positionen in Deutschland oftmals einen Freifahrtsschein zu haben. Linke Randalierer und Antifanten sind in Deutschland in der Vergangenheit von Politik & Medien überwiegend toleriert worden, wohingegen konservative Positionen immer sofort mit Fackelzug gleichgesetzt werden.

Deswegen meine Frage, ob links automatisch besser als rechts ist! ;-)

BSe4lafonxte


In meiner Weltsicht sind Links und Rechts politische Überzeugungen, welche ihre Positionen erstmal wertungsfrei vertreten.

Wenn "rechts" und "links" Wertevorstellungen ausdrücken, dann kann man auch nicht durch die Hintertür hereinkommen, um sie "wertungsfrei" zu nennen.

Ist rechtes Gedankengut per se schlecht und zu verurteilen?

Entscheidend ist, ob eine rechte Partei zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zu unserer Verfassung und zu den Menschenrechten steht. Da ist nichts verhandelbar. Die einzelnen können sich dann dafür einsetzen, dass es ihrem Heimat- und Vaterland gut geht. Leider steigt damit die Gefahr der Abgrenzung. Die Populisten Europas machen es uns vor. Gerade im "rechten Gedankengut" ist das völkerverbindende Element nur schwach ausgeprägt. Protektionismus behindert den Welthandel, gefährdet den Weltfrieden und erschwert den Kulturaustausch.

w$artn{icnhtb]eirot


Rechtes Gedankengut beinhaltet IMMER Repression und Ausgrenzung gegenüber Mitmenschen, aus verschiedenen Gründen. Deshalb ist die Antwort: Rechtes Gedankengut ist schlecht. Im linken Spektrum mag es das auch geben, aber eher selten.

S)hojo


Linke Randalierer und Antifanten sind in Deutschland in der Vergangenheit von Politik & Medien überwiegend toleriert worden

Das kommt schwer drauf an, wie weit Du in der Vergangenheit zurückgehst. In den 60ern und 70ern war das laut meiner Eltern und allem, was ich darüber gelesen habe, noch ganz anders, und in jüngerer Zeit würde ich auch nicht so unbedingt sagen, dass das so zutrifft.

wohingegen konservative Positionen immer sofort mit Fackelzug gleichgesetzt werden.

Auch das kann ich nicht aus eigener Beobachtung bestätigen, nein. Dass vehemente Vertreter der einen Seite die andere Seite relativ nachdrücklich kritisieren und gern auch mal verunglimpfen - ja, das empfinde ich auch ganz klar so. Aber "konservative Positionen" - das wären CSU, CDU und so weiter und ihre Wähler. Ich habe re-la-tiv selten erlebt, dass jemand sagt: "Wer CDU wählt, ist voll der krasse Nazi." Eher höre ich so was wie "konservative Idioten und Ewiggestrige", während eher links verortete Leute als "linke Spinner und Naivlinge" bezeichnet werden.

Und das hier:

starke Betonung von Ehe & Familie und Ablehnung anderer Familienmodelle

Was soll denn "Ablehnung anderer Familienmodelle" heißen? Dass man sie (welche eigentlich genau? Geht es hier um Schwulen- und Lesbenbeziehungen oder Beziehungen zwischen Transgendern etc. pp., unverheiratete Paare, gewollt Kinderlose, gewollt als Single lebende Menschen, gewollt zu dritt oder viert zusammenlebende Leute?) für sich persönlich ablehnt (darf man) – oder dass man dafür eintritt, dass sie ... ja, hm, was eigentlich? Dass diese vom eigenen abweichenden Modelle nicht gelebt werden sollten oder sogar dürften?
Das finde ich persönlich, Verzeihung, nämlich schon extrem. Da will man einfach ins Leben anderer Leute reingrabschen, die man nicht kennt und die einen auch gar nix angehen und die einen ganz, ganz sicher nicht um die werte Meinung gebeten haben, und sagt: "Wie ich lebe, ists richtig, wie ihr lebt, ists falsch", und versucht ihnen Sex und Lebensgestaltung vorzuschreiben. Ja, find ich extrem. Nicht unbedingt rechtsextrem, nö, aber extrem grotesk und scheiße und bizarr und auch bitte-kümmer-dich-um-deinen-eigenen-Scheiß. Und da werde ich auch grantig, besonders bei Leuten unter 75, bei denen ich davon ausgehe, dass die Hirnzellen noch hinreichend intakt sein sollten, um hinreichend vernünftige Gedanken von A nach B zu transportieren.

n&ulli&tprieCsxemut


Naja, unter Pro Deutschland verstehe ich z.B. dass die Kinder besser versorgt werden: Z.B. mehr Kindergartenangebote oder Möglichkeiten, wenn beide Elternteile arbeiten wollen, dass es auch hierfür mehr Möglichkeiten gibt.

Oder das die Rente eben nicht noch weiter angehoben wird (bitte so lassen, 67 ist schon mehr als genug oder wieder runter).

Oder dass einer, der über 40 Jahre gearbeitet hat, nur höchstens 1 Jahr Arbeitslosengeld erhält und anschließend Harzt4-Leistungen beantrage muss, auch das kann man verbessern.

Mit Pro Deutschland meine ich, dass man das viele Geld, was vorhanden ist, sehr viel sozialer bei uns einsetzen könnte und damit diese soziale Scherer wieder eher zusammenschieben könnte.

Nun, dann müsstest du ja links wählen. Denn sozial ist die AFD nun gar nicht (einmal unterstellt, dass dein Eingangsbeitrag auf diese Partei abzielte). "Rechts" ist an DIESEN Ansichten nichts, sie sind nicht einmal konservativ. Aber dann kommt in der Regel eben ein relativierendes "ich bin ja nicht (rechts/radikal/ausländerfeindlich), aber". ;-)

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