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Bundeswehr seit 2011

w8i(nwin4wxin hat die Diskussion gestartet


Eben las ich in einem anderen Faden, dass die Wehrpflicht 2011 abgeschafft wurde.

Ich habe das überhaupt nicht mitbekommen. X-\ |-o

Meine Gedanken sind jetzt, ob es überhaupt genügend Freiwillige gibt, um eine Bundeswehr erhalten zu können.

Ich stelle mir so vor, dass es immer weniger Soldaten geben wird. Denn wer macht sowas schon wirklich aus freien Stücken? Schließlich behindert der Wehrdienst ja auch die Berufsausbildung, stellt eine Gefahr des eigenen Lebens dar usw....

Nur wenige kenne ich, die das freiwillig machen.

Ist da jemand informiert, wie das Ganze nun funktioniert?

Antworten
L3iver;pool


Es gibt sicher weniger als vorher als immer noch genug um eine Bundeswehr am Laufen zu halten.

Klar, der Andrang auf den freiwilligen Grundwehrdienst ist jetzt nicht riesig aber dennoch vorhanden. Kenne einige, die diese Zeit als "Auszeit" nach dem Abi genommen haben. Wie andere eben FSJ machen oder in Australien rumturnen. l

Man kann halt auch über die Bundeswehr studieren oder Berufsausbildungen absolvieren und hinterher bei der Bundeswehr in diesen Jobs arbeiten. Sicherer Job, verhältnismäßig gut bezahlt.

Kenne einige Leute, die auf dem zivilen Arbeitsmarkt keine Stelle bekommen haben und daraufhin zur Bundeswehr gegangen sind.

h>ag-twysja


der bundeswehr fehlen die leute, die nur die grundausbildung gemacht haben, weil zivi ihnen noch mehr zuwider war, und danach wieder ins zivile leben zurückgekehrt sind, wohl am wenigsten.

die kann man nicht in einsätze schicken, maximal kann man hoffen, dass einige von denen dort blut lecken und da bleiben.

was der bundeswehr fehlt, sind leute, die sich auf 4,8,12 jahre verpflichten und damit langfristig entwickel- und planbar sind. wer das will, der findet auch ohne wehrpflicht dorthin.

CEomrxan


Ich habe das überhaupt nicht mitbekommen.

Hätte man die Frauen von vornherein auch mit in den Pflichtdienst eingebunden, hättet ihr euch auch mehr dafür interessiert ;-)

Denn wer macht sowas schon wirklich aus freien Stücken?

Diese Leute gibt es. Ob es sinnvoll ist, all denen eine Waffe in die Hand zu geben, darüber kann man streiten. Aber als jemand, der noch in den 80ern Wehrdienst geleistet hat, kann ich über das damalige Heer auch nur den Kopf schütteln. Da wurden Generationen von Bekloppten und Null-Bock-Leuten durchgeschleust ohne Rücksicht auf Verluste. Die unteren Führungslaufbahnen waren von erschreckend komplexbehafteten Leuten besetzt, die es oft im Leben nicht weit gebracht hatten, aber richtig geil drauf waren, Befehle erteilen zu dürfen. Die frischen Wehrpflichtigen wurden dann ungelenk 3 Monate durch's Gelände gehetzt (der Krieg findet ja auch immer im Wald statt %-| ), um sich anschließend noch ein Jahr irgendwie die Eier zu schaukeln und alle paar Tage mal auf den Schießplatz zu gehen (ich habe mehr Waffen gereinigt als damit geschossen). Und Marschiererei im Kreis war auch sehr wichtig. ;-D

Wenn man nur halbwegs Grips hat, geht man da kopfschüttelnd durch und versucht irgendwie, die Zeit zu überstehen.

Also ich mache mir da keine Gedanken um die Leute, die der Bundeswehr angeblich fehlen. Ein Großteil der Leute war total unausgebildet, charakterlich für den Ernstfall völlig ungeeignet und eigentlich nur im Weg. Die ganze Truppe habe ich als extrem chaotisch und unprofessionell wahrgenommen. Von der Ausrüstung ganz zu schweigen.

Wenn nur ein Viertel der damaligen Truppenstärke übrig bleibt, dafür aber gut ausgebildet ist, sollte das besser funktionieren als der bunte Haufen, der einfach nur korrekt grüßen konnte und die Beintaschen immer verschlossen hielt. ;-D

Und wenn sich die Bundeswehr auf den grundgesetzkonformen Verteidigungsfall beschränken würde, dann reicht es nochmal dicke. Momentan springen wir ja nur in der Weltgeschichte rum und kein Mensch weiß, wieso.

wsinwinFwxin


Ah ok, na dann haben wir im Notfall noch eine Armee, falls es mal von Nöten sein sollte. X-\

K#ulturscZhaffQendexr


falls es mal von Nöten sein sollte.

Aber nur dann:

[[https://www.youtube.com/watch?v=Jvlw4gIytK0]]

]:D

A$lf>redoB Cx.


@ Comran

Unterschätze die Leute nicht,die damals beim Bund waren,ich war 1981/82 da.Klar Chaoten gab's viele,die erwähnten Zivilversager auch,aber wenn's um die Heimaterde gegangen wäre,hätten wir gekämpft.Ich würd's auch heute noch tun,aber mit meinen Zipperlein und meinen 56 Jahren tauge ich nur noch für Volkssturm.Heute würde ich wahrscheinlich kämpfen,weil ich zum weglaufen viel zu langsam bin. ]:D

C!omraxn


Klar Chaoten gab's viele,die erwähnten Zivilversager auch,aber wenn's um die Heimaterde gegangen wäre,hätten wir gekämpft.

Ich war 1988 beim Bund. Das Feindbild war längst durch, die Identifikation ging gegen Null. Niemand glaubte mehr an den bösen Russen, der uns überrennen will. Im Wald kämpften nur noch "Team Blau" gegen "Team Rot". Als Schutz gegen den potenziellen Atomangriff hatten wir einen Helm und einen Gummi-Poncho. Aber Hauptsache , wir können Gras ins Netz stopfen, damit man uns auf der Wiese nicht sieht X-\

Um mein Leben dort halbwegs erträglich zu gestalten, habe ich mich dann der Batallions-Musikkapelle angeschlossen. Psychologische Kriegsführung. Wo wir Krach gemacht haben, wäre jeder Feind direkt getürmt. Und nach dem Wehrdienst habe ich rückwirkend verweigert, damit bloß niemand auf die Idee kommt, mich nochmal zu irgendeiner unsinnigen Reserveübung zu bestellen.

HCas{enr=eicxh


Nur wenige kenne ich, die das freiwillig machen.

Es gibt genügend, die das freiwillig machen und darin eine "Herausforderung" sehen. Ein früherer Klassenkamerad von mir, der in der Grundschule eine Klasse übersprungen hat und eigentlich eine tolle Karriere hätte hinlegen können, hat sich nach dem Abi für 12 Jahre - freiwillig - verpflichtet - weil er nichts anderes mit seinem Leben anzufangen gewusst hat....--ich kannte seine Eltern, die einen Laden einer Supermarktkette hatten, von denen weiß ich das.

Im Übrigen bin ich sehr froh über die schon seit vielen Jahren überfällige Entscheidung, die Wehrpflicht endlich abzuschaffen. Eine Freiwilligen-Armee ist auch viel effizienter als eine allen aufgezwungene Wehrpflicht.

Ich fand es immer schon schrecklich unmenschlich, sowas allen aufzuzwingen. Soldat sein sollte denen vorbehalten sein, die von Natur aus Abenteurer sind. - Und glaub mir, Freiwillige gibt es genug.

A;lfrtedo Cx.


Ach so 1988,ja da war ja schon fast alles vorbei mit dem bösen Feind.

Aber zu Wehrübungen wurden nur die wenigsten gezogen,die bekamen ihre Klamotten dann mit.Aus meiner Einheit keiner,jedenfalls kein Mannschaftsdienstgrad.

N ofxy


Schließlich behindert der Wehrdienst ja auch die Berufsausbildung, stellt eine Gefahr des eigenen Lebens dar usw....

Mein Partner ist Berufssoldat und die vorteile überwiegen. Eine Lehre, sowie ein Studium kann man beim Bund machen, ab 8 Jahren, auch Führerschein ist möglich. Je nach Einheit und Aufgabenfeld ist es sehr wohl möglich Soldat zu sein und trotzdem nicht sein Leben riskieren zu müssen und bezahlen tut die Bundeswehr auch gut. Klar, eine Beziehung, außerhalb der Kaserne zu führen ist schwer, jetzt zb ist er wieder für einige Wochen weg aber man gewöhnt sich an alles und weiß die gemeinsame Zeit zu schätzen.

hUag-htyOsjxa


Je nach Einheit und Aufgabenfeld ist es sehr wohl möglich Soldat zu sein und trotzdem nicht sein Leben riskieren zu müssen und bezahlen tut die Bundeswehr auch gut.

klar bezahlen die gut, klar geben die viel urlaub und freizeitausgleich und die medizinische versorgung ist auch toll.

allerdings gibt es nach den ersten 3 jahren sehr sehr wenige einheiten, die so spezielle arbeit leisten, dass ausgeschlossen ist, dass sie in einen auslandseinsatz kommen (die letzten 2 jahre bildeten da eine ausnahme, weil durch die innerlandsunterstützung '15/'16 viele nicht ins ausland geschickt wurden, obwohl sie "dran" gewesen wären.)

gerade, wenn ich sehe, welche kontingente gerade für eutm gezogen werden und in den letzten 12 monaten gezogen wurden, wünsche ich euch glück, dass es für euch so bleibt. @:)

Ewvolu_zzexr


Eben las ich in einem anderen Faden, dass die Wehrpflicht 2011 abgeschafft wurde.

Sie wurde "nur" ausgesetzt, nicht abgeschafft.

NEofy


auslandseinsatz

Bedeutet nicht automatisch das Leben zu riskieren, wie gesagt das ist abhängig von der Einheit und was Bundeswehr bedeutet, ist uns bekannt, wie gesagt er ist Berufssoldat und nicht erst seit gestern beim Bund ^^

g1auyloixse


Indem man sich verpflichtet, nimmt man Auslandseinsätze aber billigend in Kauf, man weiß ja schließlich, dass man nicht Mitglied eines Kegelclubs wird.

Und dann kann es ziemlich schnell gehen: aus dem gemütlichen Manöver, was der Freund meiner Tochter in der Marine hatte, wurde holterdipolter ein echter Einsatz. Er schipperte dann fast fünf Monate durchs Mittelmeer.

Ich finde die Umwandlung sehr gut. Ich habe in den 80ern für viele meiner Kumpel Begründungen für die Verweigerung formuliert, ich habe noch völlig irrsinnige Geschichten von Verhandlungen deswegen mitbekommen - das war echt nicht in Ordnung, wie das damals ablief.

Wer sich heutzutage für die Bundeswehr entscheidet, weiß ziemlich genau, was auf ihn oder sie zukommt. Und ja, der Staat ist da recht großzügig, was Versorgungsleistungen etc. betrifft.

Meine Tochter war zwei Jahre bei der Marine, das hat ihr nach ihrem wohlbehüteten Schülerinnendasein hier richtig gutgetan. Sie hat es geliebt. ;-D

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