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#metoo, ich kann es nicht länger hören

m]ond+sJternxe


Und was ist mit den Schauspielerinnen, die Weinstein öffentlich anprangern, gilt für sie die Unschuldsvermutung?

Also, mich interessiert die schmutzige Wäsche nicht, die da in der Öffentlichkeit gewaschen wird. Deshalb mache ich mir auch keine Gedanken über Schuld oder Unschuld.

mxdg


"Wenn wir die Belästigung verbieten, verbieten wir auch die Verführung. Frauen sollten sich nicht in die kindliche Opferrolle begeben, sondern dort auch handeln, wo sie Handlungsoptionen haben, und das ist bei Belästigungen so gut wie immer der Fall. Im Gegensatz zu Männern ("allmächtiger Phallus") haben Frauen keine sexuelle Potenz bzw. zeigen sie nicht. #metoo ist dermaßen ausgeufert, dass wir Gefahr laufen, eine ent-erotisierte Denunziations-Kultur zu entwickeln".

Gut, der Satz:

Im Gegensatz zu Männern ("allmächtiger Phallus") haben Frauen keine sexuelle Potenz bzw. zeigen sie nicht.

...ist ein bisschen schwer zu verstehen. Philosophen-Deutsch oder so was.

Wenn wir die Belästigung verbieten, verbieten wir auch die Verführung.

würde ich aber voll unterstützen, erst recht:

#metoo ist dermaßen ausgeufert, dass wir Gefahr laufen, eine ent-erotisierte Denunziations-Kultur zu entwickeln

Leider tauchen solche Stimmen, wie auch die von Catherine Deneuve und einigen anderen prominenten Frauen in Frankreich bisher nur ganz am Rande auf. Und der Mainstream-Feminismus schäumt.

mEond+Xs'terxne


Zum Glück tauchen solche Stimmen in den traditionellen Massenmedien auf und brechen damit das feministische Meinungsmonopol.

mvdg


Die Frage ist nun, welche traditionellen Verhaltensschemata wollen wir a) beibehalten, weil wir sie gut oder gar identitätsstiftend finden, b) aus irgendwelchen Gründen tolerieren (Biologie etc.) oder c) ablehnen bzw. verbieten, weil wir sie als sexistisch oder gar übergriffig betrachten?

(Kulturschaffender)

Das ist eine ziemlich komplexe Frage. Ich wüsste (natürlich) keine einfachen Antworten.

ICH als Mann hänge nicht grundsätzlich an den alten traditionellen Verhaltenschematismen. Ich vermute nur stark, dass sie wirklich zu einem erheblichen Teil biologischen Ursprungs sind (auch und im besonderen Maße bei Frauen!). Ob und im welchen Maße sie biologisch determiniert – im Sinne von unveränderlich sind - keine Ahnung.

Nur: wenn man die traditionellen Rollen (womöglich vollständig) ändern will, müsste man auf jeden Fall über die Biologie dahinter nachdenken. Und: es können nicht Frauen als reine Opfer von den Männern und der Gesellschaft ("Männergesellschaft") sehr weitreichende Änderungen verlangen und meinen, dass sie nichts an ihrem Rollenverständnis ändern müssten. Auch rollenmäßige "Rosinenpickerei" ist nicht legitim (dass Frauen beim traditionellen Rollenverständnis stehen bleiben, da wo ihnen das vorteilhaft oder angenehm erscheint – und ansonsten ein ganz neues Rollenverständnis von den Männern erwarten.).

Ich muss bei so Themen wie "Belästigung" immer an so was wie das Balzverhalten der Tauben in der Fußgängerzone denken. Das Männchen nähert sich dem Weibchen an, rückt ihm so nahe wie möglich "auf die Pelle" oder stellt sich in den Weg – plustert sich dabei auf und verrichtet so ein"albernes" Tänzchen. Das Weibchen ignoriert meist das Verhalten des Männchens – oder reagiert genervt: ergreift die Flucht oder wird auch aggressiv. (Ich wette: wenn die Taubenweibchen sprechen könnten, würden sie irgendwas von "Belästigung" u.ä. reden ;-) )

Im seltenen anderen Fall setzt das Taubenweibchen sich hin und signalisiert damit Paarungsbereitschaft.

Ganz klar: wenn das Männchen nicht sein offensives Verhalten zeigen würde, hätte es bei den Weibchen nicht die geringste Chance.

Wäre es auf der Basis jetzt möglich, dem Männchen irgendwelche moralischen Vorwürfe wegen seines sexuellen Offensivverhaltens zu machen? (Theoretisch gefragt: denn natürlich handelt es sich hier um instinktgesteuertes Verhalten von Tieren.)

T>o!uribsxt


sensibelmann99

Er hat zu bewerten, ob die Frau als Schauspielerin für den Job geeignet ist oder nicht. Es gibt keine sinnvolle Verbindung zur Entscheidungsfindung über sexuelle Unterwerfung- das hat mit dem Filmjob nichts zu tun- und ja, es ist ist ein arschlochmäßiges Kopplungs"angebot", weil der Sex prinzipiell nichts mit dem Filmjob zu tun hat.

Er hat zu bewerten, ob die Frau als Schauspielerin für den Job geeignet ist oder nicht?

Hast du Weinstein für diese Aufgabe bei dir eingestellt?? ;-D

Nein. Und sonst hat es auch niemand getan.

Er hat das also mitnichten zu bewerten, wenn er nicht will.

Weinstein hat (zusammen mit seinem Bruder(?)) eine Produktionsfirma gegründet.

Somit konnte er die Projekte unterstützen, die er für unterstützenswert hielt diejenigen Filme produzieren, die der für lohnend hielt und dabei mit den Partnern zusammenarbeiten, die er mochte. Und wen er nicht mochte (aus welchen Gründen auch immer), musste sich für seinen Film einen anderen Produzenten suchen.

Du hattest niemals einen Rechtsanspruch darauf, dass Weinstein dein Filmprojekt realisiert oder dir deine selbstgebastelten Strohsterne abkauft. Weinstein kann mit die Geschäfte machen wenn er will und es bleiben lassen, wenn er nicht will.

Produziert er deinen Film nicht ...zB weil er bei einer deiner Schauspielerin abgeblitzt ist ..., dann ist das ganz allein seine Entscheidung für die er allein das unternehmerische Risiko trägt. Solange es nicht deine Firma ist, geht es dich gar nichts an, was in Weinsteins Firma produziert wird und was nicht.

Nun magst zu zwar behaupten, das Auswahlverfahren von Weinstein unprofessionell, aber so eine Urteil zu fällen wäre ignorant, denn der wirtschaftliche Erfolg gibt Weinstein Recht. Zweifellos hatte Weinstein lange Zeit genau den richtigen Riecher, was die Auswahl seiner Filme angeht. (bis irgendwann zu viel Koks im Riecher war, oder so)

Tbourixst


black gun

nicht nur das, er hat seine assistentinnen die nachwuchsschauspielerinnen gezielt täuschen lassen, indem diese ihnen vorgaben, es würde ein treffen mit ihnen, weinstein und ihr geben. dann sind die assistentinnen sehr schnell verschwunden und die schauspielerin war plötzlich und ohne damit zu rechnen alleine mit weinstein auf seinem zimmer, wo er sie dann teils massiv bedrängt hat. habt ihr nicht den bericht von einer schauspielerin gelesen, die sich dann in panik im klo einschloss, woraufhin der bereits nackt im bademantel rumlaufende weinstein minutenlang aggressiv an der badtür geklopft hat - und als die völlig verängstigte frau dann nach über einer stunde mal vorsicht vor die tür gelugt hat, saß weinstein nackt vor der tür und hat sich einen runtergeholt.

"...cocaine, all around my brain..."

Klar ist das ...

Aber erstens kann man die Glaubwürdigkeit solcher Aussagen nicht beurteilen. Sie zu veröffentlichen ist kein Journalismus, sondern Hetzkampagne. Sonst nichts.

Und zweitens ging es gar nicht um "sowas", sondern es ging um den haarstäubenden Unfug, Weinstein hätte seine angebliche Macht missbraucht um Frauen gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen zu zwingen.

black gun wörtlich:

ein harvey weinstein hat viele frauen missbraucht nicht durch einsatz von körperlicher gewalt sondern durch die unausgesprochene drohung mit seiner macht, die karriere und das leben der frau zu zerstören, wenn sie sich ihm verweigert -

Das ist und bleibt totaler Schwachsinn.

Was hat das geschilderter Ereignis (wenn es denn so stattgefunden hat) mit Weinsteins angeblicher Macht zu tun, die er eingesetzt haben soll um sich Frauen gefügig zu machen?

Davon kann in dem geschilderten Frau doch überhaupt nicht die Rede sein.

Er ist vlt. unter einsatz von körperlicher gewalt mächtig gegen die Badezimmertür gerummst, aber der einsatz von körperlicher gewalt soll es ja gerade nicht stattgefunden haben, hieß es gerade noch ausdrücklich. Um so eine Show abzuziehen, braucht man kein mächtiger Weinstein zu sein. Das könnte jeder Depp. Wo ist er denn, der mächtige, seine Macht missbrauchende Filmmogul in dieser Geschichte?

KWultuCrschgaffcender


Nur, weil jemand geschäftlichen Erfolg hat (im Fall Weinstein: hatte), hat er nicht automatisch recht, geschweige denn einen ethisch/moralischen Persilschein. (Die Unschuldsvermutung wird davon nicht berührt).

*:)

TFourXist


Das hat auch niemand behauptet.

(Ist oben nachzulesen, worum es ging.)

e}nigmkatic1x606


Das könnte jeder Depp. Wo ist er denn, der mächtige, seine Macht missbrauchende Filmmogul in dieser Geschichte?

Du ahnst ja gar nicht, wie viel Einfluss Typen wie Weinstein haben. Einfluss, der weit darüber hinausgeht, was er alleine selbst an Filmen produziert hat (und wo er damit einen beträchtlichen Teil der Entscheidungsgewalt inne hatte) - und alleine seine Filmographie ist ja schon ziemlich umfangreich. So ein "Ich sorg dafür, dass du in dieser Stadt keine Arbeit mehr findest, wenn ... " ist bei solchen Gestalten alles andere als eine leere Drohung. Und solche Aussagen sind durchaus auch als "Gewalt" zu verstehen, wenn auch keine körperliche.

Mal ganz abgesehen davon, dass er sich natürlich auch das Überraschungsmoment und einen eventuellen Schock zu Nutze macht, wenn er, Wichser der er ist (diesmal im doppelten Wortsinne), plötzlich nackt im Zimmer steht und seinen Oscar™ poliert.

Nun magst zu zwar behaupten, das Auswahlverfahren von Weinstein unprofessionell, aber so eine Urteil zu fällen wäre ignorant, denn der wirtschaftliche Erfolg gibt Weinstein Recht. Zweifellos hatte Weinstein lange Zeit genau den richtigen Riecher, was die Auswahl seiner Filme angeht. (bis irgendwann zu viel Koks im Riecher war, oder so)

So ein Bullshit. Pablo Escobar gab der Erfolg auch ziemlich lange Recht ...

F`orensIikexr


Klar hat Muff Recht. Keine Frage. Ich bin allgemein auch sehr dafür, diie Unschuldsvermutung gelten zu lassen. War auch bei anderen Beschuldigten so, dass ich mir da erst Mal kein Urteil bilden wollte, bis mehr Informationen bekannt sind - bei Louie CK zum Beispiel.

Aber wie gesagt, irgendwann ergeben eine große Anzahl Anschuldigungen einfach ein viel zu schlüssiges Bild, als dass da Zufall dahinterstecken könnte. So eben mMn zum Beispiel im Fall Weinstein.

Ja, aber die Idee der Unschuldsvermutung ist unter anderem die, dass es nicht mehr die Masse machen sollte. Gut, die Zeiten sind wohl vorbei, in dem Fall Weinstein vielleicht sogar zurecht, aber man sollte sich zumindest bewusst sein, was man da aufgibt *:)

Weiters wird es auch keine Resozialisierung geben, das lässt sich besonders am Fall Spacey sehen, der ja aus alten Filmen herausgeschintten werden soll. Die ganzen negativen produzierten Inhalte verschwinden hingegen nicht. Auch das kann man in Ordnung finden, Resozialisierung wurde von der breiten Masse ja noch nie wichtig gefunden, ganz im Gegenteil. Gerade dieser Widerspruch zu dem kleinen Mob im Kopf zeigt aber eigentlich, wie wertvoll solche Prinzipien sind, die selbst dem letzen Abschaum noch zugute kommen, einfach weil er doch ein Teil der Gesellschaft ist, die ihn hervorgebracht hat, die davon aber nichts mehr wissen will und sich lieber anders entlastet.

Ich fühle mich damit ein Stückchen weiter am Mittelalter, und das liegt nicht an den Steinzeitmännern :=o

Zum Glück tauchen solche Stimmen in den traditionellen Massenmedien auf und brechen damit das feministische Meinungsmonopol.

Selten genug, aber es kommt vor, und es wird auch mehr... :)^

Mir kommt's mitunter auch so vor, als wäre der klassische Feminismus heutzutage ganz schon patriarchalisch - sie wissen nicht nur, was Frauen grundsätzlich in welcher Situation zu empfinden haben (Zufriedenheit mit einem klassischen Modell kann's ja gar nicht geben...), sondern schwingen sich auch als Beschützer auf, ohne die eine Frau ja auch ganz alleine dastünde. #metoo hätte heutzutage auch ohne die angegrauten Veteraninnen aus den 80ern funktioniert, die ihre ganzen Vorurteile mit ins neue Jahrtausend geschleppt haben :=o Was würden die eigentlich den ganzen Tag lang machen, wenn es irgendwann echte Gleichberechtigung gibt? Die Nadel von der Platte nehmen?

M. E. hülfe es, Menschen zunächst mal als Individuum zu sehen. Danach kommt lange nichts, und dann irgendwann Geschlecht, Nationalität, Herkunft, etc..

Die Frage ist nun, welche traditionellen Verhaltensschemata wollen wir a) beibehalten, weil wir sie gut oder gar identitätsstiftend finden, b) aus irgendwelchen Gründen tolerieren (Biologie etc.) oder c) ablehnen bzw. verbieten, weil wir sie als sexistisch oder gar übergriffig betrachten?

(Kulturschaffender)

Ich wäre froh, wenn diese Frage überhaupt mal in der Öffentlichkeit ankäme. Wenn mittlerweile darüber gesprochen wird, ob's sexistisch ist, jemandem die Tür aufzuhalten X-\ Aber nein, ist natürlich immer vollkommen klar, was Sexismus ist. Und selbstredend ist es nicht so, dass sich jeder etwas anderes darunter vorstellt.

Medien, ihr habt recht, wie immer *:)

FforeOnspikxer


Weinstein hat (zusammen mit seinem Bruder(?)) eine Produktionsfirma gegründet.

Besitz ist nichts absolutes - es spielt gar keine Rolle, wer die Firma gegründet hat und wem sie gehört. In modernen Gesellschaften geht Besitz mit gesellschaftlicher Verantwortung einher. Im deutschen GG heißt es dazu:

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

F\oreHnsikxer


"...cocaine, all around my brain..."

Klar ist das ...

Aber erstens kann man die Glaubwürdigkeit solcher Aussagen nicht beurteilen. Sie zu veröffentlichen ist kein Journalismus, sondern Hetzkampagne. Sonst nichts.

Wie kommst du denn darauf? Journalismus ist ein Geschäft - wenn's zum wirtschaftlichen Erfolg gereicht, dann kann man das doch schreiben, was man will ...

Tyour2isxt


So ein Bullshit. Pablo Escobar gab der Erfolg auch ziemlich lange Recht ...

Wie blöd kann man eigentlich tun?

Selbstverständlich war Escobar ein äußert professioneller Drogendealer.

Wer würde das ernsthaft bestreiten wollen?

Der Erfolg gab ihm dabei Recht. Ganz genau.

Und Weinstein war lange ein sehr professioneller Filmproduzent.

Weinstein unprofessionelles Verhalten vorzuwerfen, ist etwa genauso weit hergeholt, wie zu behaupten, Escobar wäre ein unprofessioneller Drogendealer gewesen ;-D ;-D

Offensichtlich waren Weinsteins Methoden unterm Strich doch sehr professionell.

T;ourixst


Aber erstens kann man die Glaubwürdigkeit solcher Aussagen nicht beurteilen. Sie zu veröffentlichen ist kein Journalismus, sondern Hetzkampagne. Sonst nichts.

Wie kommst du denn darauf? Journalismus ist ein Geschäft - wenn's zum wirtschaftlichen Erfolg gereicht, dann kann man das doch schreiben, was man will ...

eine professionelle Hetzkampagne ist immer noch eine Hetzkampagne.

sEensib2elmanxn99


Weinstein unprofessionelles Verhalten vorzuwerfen,

Sollten sich die gegen Weinstein erhobenen Vorwürfe vor Gericht als wahr erweisen, dürfte sein Verhalten alles andere als professionell gelten. Zum Geschäft gehören keine kriminellen Handlungen.

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