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Darf man noch "Neger" sagen?

fcau=st0


[[]]Vielleicht schwingt bei einigen noch etwas der Muff aus dem letzten Jahrhundert hinterher. Man vergisst zu schnell, dass wir erst 1-2 Generationen dem white trash entstammen oder kleinbäuerlich und kleinbürgerlich geprägt sind.

So schreibt ein Münchner Journalist, der im September 1889 eine Somalier-Schau auf der Theresienwiese besuchte: »Die Somalis haben fast nichts von der Häßlichkeit des Negers an sich, sind groß und schlank gebaut, ihr Gesichtsausdruck ist überraschend intelligent, ihre Bewegung von einer gewissen natürlichen Grazie und Gewandtheit und ihre Weiber nicht ohne Anmuth.« (Zitiert nach Dreesbach/Zedelmaier 2003: S. 98) Selbst in solchen offenbar »positiv« gemeinten Äußerungen kommt ein klares Gefühl europäischer Überlegenheit ganz selbstverständlich zum Ausdruck, welches wohl dem dominanten sozialdarwinistischen Denken der Zeit geschuldet ist. Noch deutlicher tritt dieser wissenschaftlich verbrämte Rassismus in folgender Passage aus dem Vortrag von Professor Ranke, dem Vorsitzenden der Münchner Anthropologischen Gesellschaft, zur Eröffnung einer Völkerschau im Jahr 1892 hervor: »Während man annahm, dass die Neger im Allgemeinen hinsichtlich ihrer geistigen Entwicklung zwischen Mensch und Affe stehen, zeigen die Dahomey-Neger eine gewisse Intelligenz«, bemerkte er (zitiert nach ebd.: S. 90).

Jain, A. K., Handel, K. (2008). Jenseits von Afrika – Die neuen Völkerschauen. In Hinterland-Magazin, Vol. 8

Dreesbach, A., Zedelmaier, H. (2003). Gleich hinterm Hofbräuhaus waschechte Amazonen – Exotik in München um 1900. München, Hamburg: Dölling und Galitz

[[https://www.youtube.com/watch?v=dWdVwt2deY4 rassistische begriffe reinwaschen]]

R7ajMeNrchaxnt


Hat ja super geklappt. Nochmal:

Danke, faust0. Ergänzend zur Quellenlage, auch jenseits der expliziten Rassentheorien, sozusagen als Illustration ger gesellschaftlichen Durchdringung:

[[https://anthroblog.anthroweb.info/2013/der-rassismus-als-monstroses-kind-der-aufklarung-iii/ Anthropoblog]] und [[https://nacktegedanken.com/2016/10/07/immanuel-kant-war-ein-rassist/ näheres zu Kant]], jeweils mit weiteren Verweisen. Rauskopieren tu ich das jetzt nicht, Lesekompetenz wird in diesem Faden eh zuwenig abgefragt. Aber ich bitte, es als Einladung zu verstehen, sich mal auf die Suche nach Belegen für die nicht-rassistische Begriffsverwendung zu begeben, die über das Niveau von Hinterhofetymologie und Markennamen für Zuckerzeug hinausgehen.

CXhe


Link-Salat wie gewünscht serviert ... äh... gelöscht.

*:)

R-ajMegrchaxnt


merci

S&talfQyLr


Kulturschaffender

Wenn ich von ihm in der dritten Person (also über ihn) sprechen muss, würde ich sagen "ein Mensch europäischen Typs", obwohl er - als kolonialer Nachfahre - vielleicht Südafrikaner ist...

Das geht bei einem Schwarzafrikaner doch auch. Zur Not sagt man halt dunkelhäutig.

Ich sehe das Problem der Wortfindungsschwierigkeiten da überhaupt nicht.

Bennetton

Heute gilt Neger als Beleidigung. Schwarzer auch. Farbiger ist einigermaßen ok. Aber was sagen die Gelben und die Roten dazu, dass sie mit mmmmmm in einen Topf geworfen werden? Schließlich sind die mmmmmm und die mmmmmm doch ach irgenwie farbig und nicht bloß mmmmmm. %:| Naja, irgendwann wird sich das glätten

Das Fass ohne Boden macht eigentlich viel mehr dieses "Ich weiß nicht wie ich die nennen soll und eigentlich ist Neger ja ganz normal"-Gehabe.

Ich weiß auch gar nicht, wieso ständig behauptet wird, man dürfe nicht "Schwarzer" sagen oder dies gelte als Beleidigung. Das stimmt doch gar nicht. ":/ Diese vermeintliche Tabuisierung ganz normaler Begriffe ist doch ein Fantasiegebilde, das wohl entworfen wurde, um zu untermauern, dass es zu "Neger" keine Alternativen gibt (denn die normalen, gängigen Bezeichnungen "darf man ja auch nicht mehr sagen", also kann man ja zum guten alten "Neger" zurück %-| ).

Diese ganze Diskussion ist auch einfach eine Scheindebatte. Es geht ja gar nicht wirklich darum, dass man nicht weiß, wie man "die nennen soll". Kein erwachsener, einigermaßen normal gebildeter Mensch kann mir erzählen, dass er nicht weiß, wie er einen Menschen dunkler Hautfarbe nennen soll, wenn er nicht "Neger" sagen kann/will.

d!anfae8/7


danke Faust0 und Stalfyr

K`ult3urs8chxaffJenQdxer


Ich möchte nur der Vollständigkeit halber erwähnen, dass nicht alle Mitschreiber, die nach einem nicht-diskriminierenden Begriff für diese (und andere!) Menschengruppen suchen (mich eingeschlossen!) am Begriff "Neger" festhalten wollen!

*:)

BKrodexrick


Benetton...

Farbiger ist einigermaßen ok. Aber was sagen die Gelben und die Roten dazu, dass sie mit mmmmmm in einen Topf geworfen werden?

Willst du uns allen Ernstes erzählen, du machst dir deretwegen Sorgen?

Die werden schon sagen, was sie dazu sagen.

Wenn sie jemals das Bedürfnis haben, etwas dazu zu sagen.

Wir brauchen jetzt nicht auch noch Scheindiskussionen über Scheinprobleme zu führen.

JKezebxel


@ Benetton

Heute gilt Neger als Beleidigung. Schwarzer auch. Farbiger ist einigermaßen ok.

Da sieht man mal, wie unterschiedlich das ist, je nachdem, wo man sich befindet. In Amerika ist [[http://www.loc.gov/exhibits/civil-rights-act/images/cr0024_enlarge.jpg negro]] ein no-go, ebenso [[https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:1943_Colored_Waiting_Room_Sign.jpg colored]]. Das hat damit zu tun, dass beide Begriffe stark mit der Rassentrennung (Jim Crow laws) in Verbindung stehen und somit vor allem bei afro-amerikanischen Bevölkerung sehr negative Assoziationen hervorrufen. Dagegen wird Black als neutral eingestuft.

Krultuxrschaf>fendxer


Da sieht man mal, wie unterschiedlich das ist, je nachdem, wo man sich befindet.

Danke, Jezebel! Hier gibt es nämlich ein paar ganz Schlaue, die meinen, dass man darüber nicht reden müsste, weil es sowieso klar sei. Irrtum, Eure Ehren!

*:)

eFstax1


Also wenn ich einen Menschen beschreibe, dann tue ich das in der Regel über Eigenschaften, denn in der Regel kenn ich die Person ja, weshalb sollte ich sonst über sie sprechen? Und auch ansonsten, zum Beispiel beim Lästern im Cafe, kann ich doch auch problemlos die verschiedenen Leute mit gleicher Hautfarbe beschreiben. Da ist die Hautfarbe, Augenform oder wie auch immer doch auch bedeutungslos.

Das suggeriert für mich: Oh um Gottes Willen, bloß nicht die Hautfarbe nennen, das ist diskriminierend.

Aber das ist Quatsch. Wenn ich in einem Cafe bin und sehe eine Gruppe Schwarze und es sind nur zwei Weiße dabei und ich will in der dritten Person über den einen Weißen reden, dann sage ich natürlich "Der Helle oder der Weiße". Und wenn es nur einen Schwarzen gibt, sage ich "der Schwarze", es sei den ein anderes Merkmal sticht noch mehr hervor, ein Pinkfarbener Pullover zum Beispiel, dann würde ich den benennen.

Ich finde den Anspruch lustig und etwas schräg, beim Lästern noch politisch korrekt sein zu wollen ;-D .

Hier gibt es nämlich ein paar ganz Schlaue, die meinen, dass man darüber nicht reden müsste, weil es sowieso klar sei. Irrtum, Eure Ehren!

Es gibt Menschen mit einem weißen Elternteil und mit einem schwarzen Elternteil, früher hat man dazu gesagt: "Mulatte", aber das klingt nicht so nett. Was wäre da der politisch korrekte Begriff?

Kgultu*rs8chaflfexnder


Ich kann mich dunkel an den Begriff "Mischling" erinnern, aber aus Gendergründen ist ja jedes Wort mit "-ing" schon problematisch... (oje, bei Hunden sagt man das ja auch :-X geht also nicht ]:D )

*:)

Myakk}axbi


früher hat man dazu gesagt: "Mulatte",

Meine Tochter nenne ich so.

e?sutxa1


Meine Tochter nenne ich so.

Und wie findet Deine Tochter das :-D ?

eHsta1


Ich habe gerade nochmal gegoogelt:

Mulatte ist eine meist abwertend gebrauchte, rassistische Bezeichnung für einen Menschen, dessen Vorfahren (insbesondere Eltern) teils schwarze, teils weiße Hautfarbe hatten. Quelle Wikipedia

Aber es wird auch nicht genannt, was man stattdessen sagen kann, woher sollen es die Leute dann wissen.

Diese PC schafft ja fast mehr Diskrepanz, als wenn jemand aus Versehen ein falsches Wort benutzt.

Am Ende reden wir gar nicht mehr miteinander, weil uns nicht das richtige Wort einfällt.

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