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Der Glaube (Alternativtitel: Warum muss Gott...

t!hat'5s thAe wqa:y ixt is hat die Diskussion gestartet


...sich eigentlich wie ein Arschloch aufführen?)

Kurze Hintergrundinfo: Ich entstamme aus einem dem Papier (welchem eigentlich?) nach katholischem Haushalt. Dieser bestand aus meinem Vater - den Pfarrer höflich grüssend, und danach mit diebischer Freude ignorierend, und meiner Mutter - tiefgläubig qua Indoktrinierung aus diversen katholischen Bildungseinrichtungen, erste Glaubensprüfung beim Ehebruch - also der Hochzeit mit einem schon mal Verheirateten - und deren Folgen innerhalb einer bis an die Schmerzgrenze barmherzigen Gemeinde, zweite und letzte beim Dahinsiechen ihrer Mutter, einer Frau, deren Leben einem Gott - sofern existent - eigentlich zur Freude gereicht haben müsste, der also allen Grund haben müsste, genau dieser Frau einen Filmtod zu bescheren und die BILD-Zeitung darüber berichten zu lassen. Nur, war halt nicht so.

Ich selbst bin durch die ganze Schule hindurchgegangen. Taufe (keine Erinnerung), Religionsunterricht seit der Vorschule (noch kaum fähig einen Stift zu halten, aber Moses im Malbuch, oh yeah), über das noch einigermassen beeinflussbare Alter während der Kommunion (wer nicht teilgenommen hat, wäre ein Heide gewesen - also irgendwas zwischen Charles Manson, Hitler und Eric Cartman) bis hin zum erleuchtenden Alter der Konfirmation: Also der planmässigen Bestärkung des Glaubens in einem Lebensalter, in dem man so ziemlich alles, was man weiß, in Frage stellt.

Gut 90% der erwachenden Schäfchen haben darauf hin, frisch konfirmiert, dem Glauben und seinen Konventionen gekündigt. Und das gehörte mit zu den erfreulichsten, hoffnungsvollsten Momenten in meinem Leben. Man mag das ruhig pathetisch finden.

Und heute, so ungefähr 25-30 Jahre später, sehe ich zwei gegenläufige Entwicklungen: Zum einen "meine" Zukunft, nämlich frei aufwachsende, frei denkende Menschen - und zum anderen Pubis, die noch gläubiger und gehirngewaschener sind als meine Grossmutter.

Jetzt mal völlig egal welchem Gott oder Allah du am liebsten huldigst: wenn du bisher noch nicht auf die Idee gekommen bist, dass deine moralische Instanz ein Wesen ist:

- das trotz Allwissenheit prüft und dadurch unermessliches Leid in Kauf nimmt, um etwas zu erfahren, das es schon vorher wissen sollte

- das straft für Gesetze, die es niemandem persönlich übermittelt hat

- das verehrt werden möchte wie ein Narzisst

- das gefürchtet werden möchte wie eine beständig drohende Naturkatastrophe

- das geliebt werden möchte und bei der kleinsten Verfehlung hassen darf wie eine Borderline-Persönlichkeit

dann bin ich ganz einfach besorgt. Hey, ich weiss, irgendwo in deiner heiligen Schrift stehen Dinge darüber, dass es scheisse ist, jemanden zu töten. Und selbst wenn ich all die religiös motivierten Morde auf der Welt wegwische und dich für jemanden halte, der lesen kann - ehrlich, es fühlt sich einfach ziemlich schräg an, Menschen zu begegnen, von denen man weiss, sie töten dich nur nicht, weil in einem Buch steht, dass sie das nicht dürfen.

Mir wäre viel lieber, Menschen würden selbst denken.


Seid ihr gläubig? Wie seht ihr Gläubige?

Antworten
KGulturGscha%ffDendexr


Gläubig bin ich nicht, vielleicht ein wenig schamanisch ;-)

Aber Du darfst natürlich nicht nur an die drei großen monotheistischen Religionen (Juden, Christen, Moslems) denken. Da gibt es immer noch den Buddhismus, den Hinduismus, den Shintoismus Japans und die Naturreligionen, diese oftmals polytheistisch.

Mein Hauptkritikpunkt an Religionen ist, dass sie zumeist zu Machtinstrumenten Herrschender geworden sind. Als Lockmittel bedienen sie sich dabei dem Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft, Geborgenheit, Trost und Hoffnung. Sie vermitteln als Wertegerüst ein Mischmasch aus humanistischen Grundsätzen (die schwer zu widerlegen sind - "Nicht töten", "Ehre Vater und Mutter"), aber auch herrschaftsstabilisierende Anweisungen ("Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist").

Als Positivum kann ich lediglich erkennen, dass dem Menschen auferlegt ist, die "Schöpfung" (also seine Umwelt) zu achten und zu bewahren.

Wie sehe ich Gläubige? Wie in der Medizin: Wenn es demjenigen beim Leben hilft, dann ist es gut für ihn. Ich erwarte aber von ihnen, dass sie nicht missionieren oder andere wegen ihres Anders- oder Nicht-Glaubens geringer schätzen als sich selbst.

*:)

M#anxn042


Hi that's the way it is,

du fährst ja scharfe Geschütze gegen den armen Gott auf. Aber, wenn du Augenzeuge eines Ereignisses bist bei dem sich Gott wie ein Arschloch aufgeführt hat, bist du gesegnet. Immerhin bist du ihm begegnet und weißt, dass er existiert. Berichte doch mal von deinen direkten Erlebnissen mit Gott. Aber führe jetzt bitte keine Geschichten aus 2. Hand oder aus irgendwelchen Büchern an. Das gilt nicht. Papier ist geduldig.

Auch deine Beobachtung, dass deine Großmutter scheinbar keinen leichten Tod hatte, obwohl gottesfürchtig gelebt, kann ich nicht gelten lassen. Oder kannst du beweisen, dass es Gottes Wille war, dass sie so starb, wie sie starb?

Seid ihr gläubig?

Ja ich bin gläubig. Ich glaube, dass es ein Schöpfer gibt, der diese Welt in der ich zur Zeit lebe, erschaffen hat. Ich mag lieber an einen Schöpfer dieser Welt glauben als, dass ich glaube, dass eine zufällige Fluktuation im Quantenfeld den Big Bang ausgelöst hat und unser Universum seine Existenz dem Zufall zu verdanken hat. Ich will den Urknall hier gar nicht abstreiten. Viele naturwissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin. Nur, wenn dem so war, dann steht da kein Zufall dahinter, sondern ein Schöpfer oder man könnte auch sagen reines Bewußtsein. Dieser Schöpfer des Universums hat in meinen Augen aber nichts mit dem Gott des alten Testaments gemein. Da gehe ich lieber mit Erich von Däniken d'accord, dass hier in grauer Vorzeit einige Außerirdische ihr Spielchen mit den Erdenmenschen getrieben haben. Das erscheint mir logischer als darin "den Gott" zu sehen.

Wie seht ihr Gläubige?

Eigentlich ganz entspannt. Da ich an die Wiedergeburt und an recht viele Leben glaube und ich in meinem gegenwärtigen Zustand kein Wissen über meine vorherigen Leben verfüge, versuche ich andere Menschen als so gut als möglich zu betrachten. Schließlich habe ich keine Ahnung, ob ich nicht selbiges auch schon getrieben habe. Darum möchte ich so gut es mir gelingt niemanden verurteilen. Weder Christen, Moslems, Buddhisten, Hindus, Angehörige von Naturreligionen und anderen hier nicht genannten Religionen und auch nicht Atheisten. Ich hoffe es gelingt mir.

Tzap`s


Seid ihr gläubig? Wie seht ihr Gläubige?

Nein, ich bin kurz nach meinem 18. Geburtstag ganz offiziell aus der evangelischen Kirche ausgetreten.

Von mir aus kann jeder glauben, was er will - solange er mich nicht bekehren will.

Eill2aPr)ogpella


Seid ihr gläubig? Wie seht ihr Gläubige?

Nein, ich halte nichts von Kirche als Institution.

Ich halte es wie Taps.. soll von mir aus jeder an das glauben, was er will.. solange er mit diesem Glauben niemanden verletzt, beschädigt, tötet und mich nicht missionieren will.

Man kann auch zum Kopf einer Sardine beten, wenn man nur fest genug dran glaubt.

Japan

N-ut0ella4brot x77


Ich halte es wie Taps und EllaPropella, und glaube an keinen Gott.

Wo sollen die alle sein, bzw. sich aufhalten?

Außerdem passiert zuviel auf der Welt, was er evtl verhindern würde, wenn es ihn gäbe.

Und ich habe bereits als 8jähriger Erfahrungen mit unserem brutalen Schul Religionspfarrer gemacht, wo ich mir als kleiner Knirps sagte, falls es einen Gott gibt, wird der Pfarrer dafür bestraft. Aber nichts passierte. Genau wie die ganzen kirchlichen sexuelle Übergriffe und Misshandlungen, und ruck zuck wurde das Thema totgeschwiegen.

Man sieht auch daran, das alles was mit Kirche zutun hat, scheinbar safe ist. Weil alles seinen gewohnten Gang geht.

Genau wie die Selbstversuche die gemacht wurden, um herauszufinden wie herzlich und hilfsbereit die Kirche ist. Alles war so ernüchternd, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Aber wie gesagt, all das will man nicht sehen, verschließt weiter die Augen, und verehrt weiterhin die Kirche.

L1oDmaxx


Ich wollte, ich könnte an einen liebenden Gott glauben, aber es fällt mir unendlich schwer. Alle Fakten sprechen gegen ihn, nicht wahr?

S\talfxyr


Seid ihr gläubig? Wie seht ihr Gläubige?

Schwierige Frage. Meine Religion ist eher eine relativ irdisch verwurzelte Erfahrens- und Erlebnisreligion und kein Buchglaube. Ich bin aber auch in der Hinsicht nicht übermäßig orthodox, es bleibt immer so ein großzügiger Schuss Agnostizismus. ;-)

Gläubige sehe ich als "Follower" einer Ideologie, und grundsätzlich soll jeder der seinen folgen, solange er sich nicht deswegen zum Übermenschen aufspielt und danach trachtet, andere zu entrechten oder zu unterwerfen.

Das ist in allererster Linie mein Kritikpunkt an den großen, organisierten Buchreligionen (mit Ausnahme des Judentums), insbesondere was deren Geschichte angeht, die stets von Kreuz- und Missionszügen, aggressiver Expansion gekennzeichnet ist. Allerdings ist das natürlich nichts, was man Gläubigen heute vorwerfen kann.

Auch habe ich kein pauschales Bild von Gläubigen, da es nicht der Glaube (allein) ist, der einen Menschen macht, wie er ist. Dass es sie (weiterhin) gibt finde ich normal, eher noch würde ich sogar sagen, jeder ist gläubig (auch der Atheist) - den Menschen wird die Sinnsuche und -frage immer beschäftigen, und Religionen oder ihre Ersatzideologien bieten hier eben ein Antwortkonzept. Das modifiziert sich, wandelt sich, verändert sich, schwindet mal, kommt andersförmig wieder auf etc., stirbt aber nie aus.

Chomrxan


Ich finde Religionen vom anthropologischen Gesichtspunkt sehr interessant. Würde mich aber selbst als Agnostiker bezeichnen.

Den Ursprung vermute ich in der Sehnsucht des Menschen, die Geborgenheit der frühen Lebensjahre, die durch die Eltern und die Gemeinschaft sichergestellt wurde, auch später im Leben zu erfahren. Wenn man selbst für sein Leben verantwortlich ist. Dann wünscht man sich jemanden, der wie in der Kindheit für jemanden da ist und für Sicherheiten sorgt.

Zusammen mit dem immer noch begrenzten Verständnisgrad des Menschen über Existenz, Unendlichkeit von Zeit und Raum und natürlicher Zusammenhänge ist das natürlich ein perfektes Vakuum, welches man mit göttlichen Vorstellungen füllen kann.

CSoamraxn


Ach ja: Amtskirche, deren Scheinheiligkeit und Rituale fand ich schon als Kind als den totalen Horror. Ein Buch, welches man vor hunderten von Jahren aus Schriftfragmenten zusammengesetzt hat? Mit vergleichsweise oberflächlicher akademischer Vorbildung, dafür aber dem großen Interesse, eigene Machtgefüge durch "Gottes Wort" zu untermauern? No way. Ich habe die Bibel aus Recheregründen zuhause, ich habe auch einen Koran zuhause. Solche Bücher würden heute in ihrer logischen Konsistenz in einer Abiturarbeit nicht einmal ein "Befriedigend" erhalten. Kein Wunder, dass sich seit Generationen Theologen mit der "Interpretation" beschäftigen und sich immer noch nicht einig sind.

FLuEriou0s


Ich sehe mich als toleranten, "gemäßigten" Christen. Getauft bin ich katholisch.

Ich glaube, dass Jesus gelebt hat und ein toller Kerl war. Ihn hätte ich sehr gerne kennengelernt.

Bei Gott selbst bin ich mir nicht so sicher, ob ich ihn kennenlernen wollte... er kommt aus den alten Schriften nicht unbedingt als Marke "liebenswürdiger Opa" rüber...

Von der Amtskirche bin ich alles andere als begeistert. Allerdings gibt es auch hier "Angestellte" (also Pfarrer und auch Laien), die aus der Masse positiv herausstechen. Bei solchen Menschen besuche ich gerne Gottesdienste.

Leider wird Religion häufig als Vorwand für Gewalt und Benachteiligung verwendet. Das lehne ich entschieden ab.

Auch ich bin der Meinung: jede(r) soll an das glauben, was sie oder er mag. So lange sie oder er deshalb keine anderen Menschen schlecht behandelt.

BAelaf/ontxe


Ich kann mich nicht entscheiden, was in deiner langen Vorrede dominiert, das Entsetzen über die Dummheit der Gläubigen oder Frust darüber, eine christlich geprägte Kindheit durchlebt zu haben.

Seid ihr gläubig? Wie seht ihr Gläubige?

Zu glauben heißt, Vertrauen in die Welt zu setzen. Ohne das Vertrauen, unversehrt durch den Verkehr zu kommen, dürftest du dich nicht auf die Straße trauen. Glauben muss also jeder Mensch, irgendwie und an Irgendetwas.

Gut 90% der erwachenden Schäfchen haben darauf hin, frisch konfirmiert, dem Glauben und seinen Konventionen gekündigt. Und das gehörte mit zu den erfreulichsten, hoffnungsvollsten Momenten in meinem Leben.

Du bringst zwei Dinge durcheinander, die Zugehörigkeit zur Institution Kirche und die Fähigkeit zum religösen Feeling. Immerhin hast du einen "erfreulichen und hoffnungsvollen Moment" erlebt. Denke bitte nicht weiter darüber nach, was Hoffnung mit Glauben zu hat!

- das straft für Gesetze, die es niemandem persönlich übermittelt hat

Erwartest du ein Väterchen Rauschebart? Was hältst du von dem Gedanken, dass Gott das Ideal der Liebe und des Guten ist? Ich meine, das sind doch Werte, die jeder anstrebt, auch wenn das Ideal nie erreicht werden kann. Aber vorstellen kannst du es dir?

- das trotz Allwissenheit prüft und dadurch unermessliches Leid in Kauf nimmt, um etwas zu erfahren, das es schon vorher wissen sollte

Die göttliche Allmacht ist, die Welt in Gang gesetzt und mit fein austarierten Naturgesetzen ausgestattet zu haben mit uns Menschen darin. Natur bleibt aber schicksalhaft. Sie bringt das Heil. Dass sie uns auch bedrohen kann, ist der Preis, den wir für unser Dasein zahlen müssen.

ehrlich, es fühlt sich einfach ziemlich schräg an, Menschen zu begegnen, von denen man weiss, sie töten dich nur nicht, weil in einem Buch steht, dass sie das nicht dürfen.

Es ist doch ganz einfach: Du sollst nicht töten. Womit soll das begründet werden? Wir können das mit keinem irdischen Gesetz begründen! Dann ist es ein göttliches Gesetz. Eine leise Ahnung, dass es nicht verkehrt ist hast du?!

BKeniMtaBx.


Jeder Gott/Allah sonstwas ist direkt im Denken des Menschen.

Ist das Denken friedlich, in Frieden, warum sollte dann jemand morden, stehlen etc.

Würde sich jeder daran halten, wäre Frieden weltweit.

Aber im Hirn gewalttätige Menschen ist eben Aggression, Mord und vor allen Dingen Hass.

B0elpafonxte


Ich wollte, ich könnte an einen liebenden Gott glauben, aber es fällt mir unendlich schwer. Alle Fakten sprechen gegen ihn, nicht wahr?

Nur dann, wenn wir ihn in unsere immanente Welt holen, um ihn beweisen zu wollen. Dann legen wir ihn auf den Seziertisch und entdecken nichts Göttliches. Lassen wir ihn im Transzendenten als das Ideal des Guten und der Liebe. Der Glaube löst sich zur Gewissheit auf, wenn ich mir dieses Ideal denken kann.

Scün'tje


wie ist es denn gekommen, dass du katholisch aufgewachsen bist, sogar mit einer sehr gläubigen Mutter und dann doch evangelisch konformiert worden bist?

Hast du dir das damals so ausgesucht?

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