» »

Der Glaube (Alternativtitel: Warum muss Gott...

s|ensiAbelmdann9x9


Ich kenne aber auch genug betont atheistisch erzogene Leute (Elternhaus, Schule), die später einen Glauben entwickelten, aus welchem Grund auch immer.

Du schreibst gerade über mich ... ;-D

Das "dumme" ist, ich wurde während meines naturwissenschaftlichem Studiums im Rahmen der "philosophischen Probleme der Physik" gläubig- ich war zuvor ein sehr strenger Atheist, der gläubige Menschen für dumme Spinner hielt ... Ich denke, dass ich Denken von Atheisten verstehe.

Myonsxti


sensibelmann

Ich denke, dass ich Denken von Atheisten verstehe.

Dann kannst Du doch sicher auch erklären, wie Che auf "Überheblichkeit" kommt. Bisher habe ich ja nur das Statement von meinem atheistischen Mann gehört.

s<envsibelmfannx99


wie Che auf "Überheblichkeit" kommt

Naja, es kann Verärgerung hervorrufen, wenn jemand gesagt bekommt, dass es nicht normal wäre, dass man ungläubig ist. Nach dem Motto: "Da ist bei dir irgendwas kaputt"

M&on8stxi


Aber das hatte ich doch nirgends geschrieben. Ich hatte lediglich geschrieben, dass der Glauben etwas ist, was dem Menschen natürlicherweise innewohnt. Dazu brachte ich Beispiele des kindlichen Glaubens. Ich z.B. hatte völlig unabhängig von meiner katholischen Erziehung Angst vor Kellern, weil ich mich darin von irgendwelchen Gespenstern verfolgt fühlte. Oft hatte ich mich abends ganz in der Bettdecke verpackt, nur mit einem kleinen Loch zum Atmen, weil ich vor nächtlichen Geistern Angst hatte. Ich glaubte auch an Engel, die mich beschützen und an den Nikolaus, der sich nachts ins Zimmer schleicht und mir die Schuhe füllt. Ich glaube, solche oder ähnliche Erlebnisse kennt jedes Kind, und auch das Kind ist ein Mensch.

sReMnsi7belmaxnn99


Aber das hatte ich doch nirgends geschrieben.

Ich vermute ein Missverständnis.

E;voTluzvzer


Liebt Gott den Triops cancriformis mehr als uns Menschen? Triops cancriformis ist ein Kiemenfußkrebs der Gattung Triops aus Europa. Er gilt als die stammesgeschichtlich älteste rezente (heute lebende) Tierart. Er ist älter als jede Menschengattung und noch älter als die Dinosaurier.

Was sollte Gott Spezielles für uns Menschen tun, was er nicht auch für den Rest seiner Schöpfung tun würde? Waren seine tierischen Geschöpfe dankbarer als wir Menschen es sind, damit er uns mit Not und Elend "bestraft"? Und was haben die Dinosaurier und alle anderen ausgestorbenen Lebewesen verbrochen, dass es sie nicht mehr gibt? Warum hat Gott das zugelassen? Alles nur biologischer Abfall?

Es sollte klar werden, dass der Mensch sich mächtig was einbildet, wenn er Gott immer nur in Bezug auf sich betrachtet.

Seit es Menschen gibt basteln diese an einem Götter- und oder Gottesbild. Naturvölker haben Naturgötter, wir haben unseren neoliberalen kapitalistischen Gott. In ferner Zukunft wird sich der Mensch womöglich eine gänzlich andere Vorstellung von Gott oder einer Gottheit zurecht gelegt haben und das Neue Testament ist dann kalter Kaffee und wird noch altmodischer erscheinen als das Alte Testament bereits heute. All dies sollte einem zu denken geben.

Fakt ist, es gibt keinen Gottesbeweis, in keiner Religion. Realität ist ebenso, nur weil etwas mit unseren heutigen Mitteln nicht nachweisbar ist, heißt das nicht, es existiert nicht.

Deshalb heißt für mich die Frage nach Gott: Wozu braucht der Mensch ihn denn, was will er von ihm? Vielleicht gehen wir Gott ja am Arsch vorbei, so wie andere Kreaturen die aussterben und gefressen werden.

So lange ein Mensch sich nicht selbst versteht, wird er die Frage nach Gott nicht beantworten können.

srtepp@o2x5


individuelles Sterben, aber auch aussterben einer ganzen Population, gehört gleichzeitig zum Evolutionsprozess und gleichzeitig nicht. Gehört dazu, denn wenn jedes Lebewesen ewig leben würde, gäbe es keine Nahrung, keine Nahrungskette, keine Selektion, keine Evolution. Gehört nicht dazu, denn die Evolution hat kein Gehirn und sie weiss nicht, wie sie funktioniert, sie hat KEINEN Plan, KEINE Absicht, KENEN "Sinn". Evolution ist schlicht etwas das Objekte tun.

Wenn dabei Gott ins Spiel gebracht wird, was erst durch das Gehirn des Menschen möglich ist, dann taucht nicht nur die Frage nach dem "was" sondern auch "wie" auf, und ich und andere, mit einen Funken gehirn-fabrizierten sogenannten "Mitgefühl" mit der Kreatur, die da lebendig aufgefressen oder per Krankheit erbärmlichst langsam zum Tode gebracht wird, so dass (NICHT: "Damit"=Absicht) der Evolutionsprozess weitergeht wird einen Gott, einen Erschaffer für das Szenario, WENN der ein mit Absicht handelndes Personen-Aequivalent ist, für etwas anders halten als im Thema-Titel adressiert.

MRoznstxi


So lange ein Mensch sich nicht selbst versteht, wird er die Frage nach Gott nicht beantworten können.

Das halte ich für einen wichtigen Satz. Und ja, wir Menschen haben im Laufe der Zeit eine erhebliche Arroganz entwickelt, empfinden uns mehr denn je als Maßstab aller Dinge und beuten unsere Lebensgrundlage rücksichtslos aus, ignorierend, dass die Erde uns ein Dasein ermöglicht und wir im Vergleich zum Kosmos nicht einmal ein Staubpartikel sind.

Eine Naturkatastrophe wird nur dann als solche bezeichnet, wenn von einem Ereignis Menschen und die von ihnen genutzten Areale betroffen sind. Bricht in der menschenleeren Antarktis ein riesiger Eisberg weg, interessiert das außer vielleicht ein paar Forschern niemanden. Kommt es in einem besiedelten Gebiet zu einem Murenabgang, der Häuser, Verkehrswege und Wirtschaftsflächen zerstört, so gilt dies als Naturkatastrophe. Dabei ist ein Murenabgang genauso nur ein Naturereignis wie der brechende Eisberg in der Antarktis - erst mal weder gut noch schlecht.

s'teppoy25


erst mal weder gut noch schlecht

Du bist af dem weg zur Erkenntnis, dass gut und böse bloß vom Gehirn fabrizierte Illusionen sind. Auch mein Gefühl, dass ich kotzen muss, wenn ich an elend übereinander in Gitterkäfigen zusammengepferchte Hunde in China denke, ist eine gehirnerfundene Illusion. Allerdings ein reales, tat-sächliches, Szenario für die Hunde selbst.

s&ensibNelma+nn99


Auch mein Gefühl, dass ich kotzen muss, wenn ich an elend übereinander in Gitterkäfigen zusammengepferchte Hunde in China denke, ist eine gehirnerfundene Illusion

Mitleid oder ethisches Empfinden ist keine Illusion, sondern es wird aus dem Gehirn über dessen Speicherinhalt generiert. Genetisch bzw. epigenetisch bedingt trägt unser Gehirn gespeicherte menschliche Erfahrungen in sich und es wird durch unser Lebensumfeld mit Informationen gefüttert- das ergibt dann so etwas wie Moral. Also eine (mehr oder weniger logische) Verknüpfung und Abruf von Gedächtnisihalten (auch per Assoziation). Gedächtnisinhalte sind keine Illusion, sonder Realität.

BfelLafoxnte


Liebt Gott den Triops cancriformis mehr als uns Menschen?

Allgemein könnte man fragen: Warum ist überhaupt Sein und nicht viel mehr Nichts? In der theologischen Form wäre das: Warum hat Gott die Schöpfung hevorgebracht? Die Antwort mit den geringsten Widersprüchen wäre: Aus Liebe zur Kreatur! Dem Menschen kommt dabei eine Sonderrolle zu. Er kann bewusst in die Schöpfung eingreifen.

was haben die Dinosaurier und alle anderen ausgestorbenen Lebewesen verbrochen, dass es sie nicht mehr gibt? Warum hat Gott das zugelassen? Alles nur biologischer Abfall?

Sie sind Bestandteil der Kausalkette, die in die Gegenwart führt. Ich stelle mal eine ähnliche Frage: Warum mussten meine Eltern sterben? Bei beiden gab es äußere Umstände für ihren Tod, wenn auch keinen Weltenbrand. Es hatte für sie - wie für jede Kreatur- einen Wert, gelebt zu haben.

Deshalb heißt für mich die Frage nach Gott: Wozu braucht der Mensch ihn denn, was will er von ihm? Vielleicht gehen wir Gott ja am Arsch vorbei, so wie andere Kreaturen die aussterben und gefressen werden.

LastSummer brachte hier das Stichwort "Deus absconditus" ein, der verborgene Gott, mit dem Hinweis, dass er durchaus eine böse Seite haben könnte. Die Scholastiker formulierten den Begriff der analogia entis, der Analogie des Seins. Danach steht das Wesen Gottes in Analogie zum Wesen der Welt, in der ohne Zweifel das Böse ist. Es ist schwer, aus dieser Zwickmühle herauszukommen, wenn man in Gott das Ideal der Liebe und des Guten sieht. Vielleicht so: Es gibt keine bösen Tiere und es gibt keine böse Natur. Das Böse ist nur ein "Defizit" des Heils, so wie Dunkelkeit ein Fehlen des Lichts ist.

E volUuzzexr


Wie wäre es wohl, wenn es einen Gott gäbe und dieser, in welcher Form auch immer, nachgewiesen werden könnte, oder sich gar in irgend einer Form zeigen würde? Würden dann alle Menschen gottesfürchtig? Wäre die Welt ein besserer Ort?

Zumindest bräuchte es diese ganze verschwurbelte Argumentation nicht, die den Menschen gläubig machen soll.

Meiner Meinung nach, ist es sehr viel einfacher, einer evolutionsbiologischen, wissenschaftlichen Erklärung des Phänomens Glauben zu folgen, als einen Gott zu konstruieren und diesem Gedankengerüst Gott in überzeugter Weise Glauben zu schenken.

Mit dem evolutionsbiologischen Verlust seiner Instinkte braucht der Mensch etwas anderes als Handlungsvorgabe. Mit der Freiheit seines Intellekts (Willen) ist der Mensch gesegnet und zugleich überfordert. Als Handlungsvorgabe hat er sich eine Religion als intellektuelles Exoskelett zugelegt. Dieses geistige Exoskelett kann aber auch irgend eine Illusion oder andere Ideologie sein. Die notwendige Fähigkeit des Menschen an etwas zu glauben und danach zu handeln, funktioniert unabhängig davon, was man ihm vorsetzt und glauben lässt. Hauptsache er glaubt an etwas und läuft nicht aus dem Ruder.

sptqeppxo25


sondern es...

[Bewusstsein, Empfindung]

...wird aus dem Gehirn über dessen Speicherinhalt generiert

Es/sie hat einen physikalischen Ursprung, ist aber selbst nicht mehr lokalisierbar.

Am Ende eines physikalischen Wahrnehmungsprozess ist dessen seeeeehr bekanntes, indessen nicht mehr nachweisbares Endprodukt, die WahrgenommenHEIT oder kurz Wahrheit, die Eigenschaft.

Welche jenseits allen Zweifels eine Illusion ist, wie ad nauseam dargelegt -

nämlich, weil obschon im Gehirn fabriziert, das Gehirn das fabrizierte außen vor-handen vorgaukelt - da wo nicht das fabrizierte SONDERN das faktische template tatsächlich vorhanden ist.

Der Wahrnehmungsprozess selbst ist uns unbewusst, wir wissen "einfach so" noch nicht einmal wo der stattfindet, ist aber Wissenschaft der Wissenschaftlichen Untersuchung sehr zugänglich.

Dagegen ist die Wahrgenommen-HEIT etwas jeden einzelnen seeeehr bekanntes, sich aber selbst der Wissenschaftlichen Untersuchung entziehendes.

E^volu!zzexr


@ steppo25

"Wissenschaftliches" Geschwurbel hilft aber auch nicht weiter. Kannst du das, was du schreibst nicht auch mal so formulieren, dass es jeder lesen und vielleicht sogar verstehen kann, ohne gleich Gehirnbrechreiz zu bekommen?

s$te(ppo2x5


Deine Beleidigungen gehen mir allerdings am Achtersteven vorbei. Ich habe noch nicht einmal einen Fach-Ausdruck verwendet, lieber Freund, habe ich? :_D

Die Nachsilbe "-heit" deutet schlicht das Ende eines bezüglichen (davor-gestellten) Prozesses.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen im Café "Chez Gautier" oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sport


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH