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Inkassobüro einschalten?

h=abdamal#nxefragxe01 hat die Diskussion gestartet


Guten Abend!

Ich bin Freiberuflerin und ein Kunde behauptet nach Rechnungsstellung, daß ich meine Leistung nicht erbracht hätte, was aber nicht der Wahrheit entspricht.

Am liebsten würde ich die Sache natürlich einem Anwalt übergeben, aber als Freiberuflerin kann ich mir eine Berufsrechtschutzversicherung nicht leisten (läge lt. Versicherer im vierstelligen Bereich/Jahr), zumal sich das für mich nicht lohnen würde, da ich in all den Jahren meiner Selbständigkeit noch nie solch nen Fall hatte. Ich meine sogar mal gehört zu haben, daß sich Freiberufler gar keine Rechtsschutzversicherung haben können, weiß allerdings nicht, ob das überhaupt richtig ist.

Es geht nur um eine kleine Summe, ca. 450 Euro ohne MwSt., aber mir geht es ums Prinzip, könnte ja jeder kommen, zumal ich 100% weiß, daß der Kunde meine Dienstleistung genau so umsetzen wird, wie ich das geplant hatte.

Meine Frage daher also: würde zur "Einschüchterung" ein Inkassobüro schon reichen? Ist das etwas kostengünstiger als ein RA und wie hoch sind die Chancen, zu meinem Geld zu kommen? Eigentlich darf das ganze Null auf Null aufgehen, möchte nur nicht draufzahlen müssen.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Büros und evtl. auch schon Erfolge eingefahren? Oder ist eher davon abzuraten?

Antworten
mnnxef


Ich sehe keinen Bedarf für ein Inkassobüro geschweigedenn einen Anwalt. In solchen Fällen bietet sich ein Mahnbescheid an, der relativ simpel selbst stellbar ist. Sollte dem widersprochen gehen und ein Verfahren folgen und man sich dies nicht mehr im Alleingang zutraut, kann man sich immernoch anwaltlich beraten lassen.

Voraussetzung für alles ist natürlich, dass du Auftragserteilung, Lieferung und korrekte Rechnungsstellung nachweisen kannst. Davon hängt auch das ab:

wie hoch sind die Chancen, zu meinem Geld zu kommen?

Wenn du im Recht bist, bekommst du dein Honorar und deine Auslagen für die Eintreibung; wenn nicht, nicht.

Wenn nicht (weil du nicht alles nachweisen kannst), kann dir auch kein Anwalt helfen.

daß sich Freiberufler gar keine Rechtsschutzversicherung haben können

Doch, können sie. Ist aber nicht für jeden sinnvoll.

Meine Frage daher also: würde zur "Einschüchterung" ein Inkassobüro schon reichen?

Das ist ganz individuell und kommt auf die Person an. Mich persönlich (wäre ich jemand, der zahlungsunwillig ist) würde weder Inkasso noch Anwalt einschüchtern. Wenn dein Kunde auch nur minimal abgebrüht ist, juckt ihn nichts, außer Post vom Gericht.

m~nexf


Ergänzung hierzu:

wie hoch sind die Chancen, zu meinem Geld zu kommen?

Wenn dein Kunde pleite ist: schlecht.

KNan,ga


Ein Inkassobüro ist nicht zielführend wenn der Schuldner die Leistung als nicht erbracht sieht.

Das Inkasso kann anmahnen, wenn der Schuldner nicht zahlt kannst du ein Gerichtliches Mahnverfahren in die Wege leiten. Die Kosten dafür trägst du erstmal.

Wenn der Schuldner dem Mahnverfahren widerspricht mit der Angabe dass du die Leistung nicht erbracht hast, passiert da nichts seitens des Gerichtsvollziehers.

Dann bleibt nur ein Zivilverfahren .. Wenn du nicht bereit bist das auch letztendlich zutun dann würd ich es gleich lassen.

Falls du das Geld innerlich abgeschrieben hast und kein Bockauf Rechtliches geplänkel hast könntest du einen Vergleich anbieten .. Er soll dir 50% zahlen und die Sache ist erledigt.

Das allerdings nur dann machen wenn du Wirklich alles abgeschrieben hast ..

hNabdamal9ne|fr8age0K1


Falls du das Geld innerlich abgeschrieben hast und kein Bockauf Rechtliches geplänkel hast könntest du einen Vergleich anbieten .. Er soll dir 50% zahlen und die Sache ist erledigt.

Das allerdings nur dann machen wenn du Wirklich alles abgeschrieben hast ..

Ich hab es innerlich eigentlich abgeschrieben, die Fronten sind komplett verhärtet. Zudembin ich mir ziemlich sicher, daß er eine Rechtsschutzversicherung hat, von daher würde er es sicherlich recht gelassen drauf ankommen lassen, wenn ich weitere Schritte gehen würde. Vielleicht bin ich da auch etwas zu naiv rangegangen mit dem Inkassobüro, vor meinem inneren Auge hatte ich solch nen "Kleiderschrank" von "Moskau Inkasso", mit dem ich eben Einschüchterung hoffte.

Voraussetzung für alles ist natürlich, dass du Auftragserteilung, Lieferung und korrekte Rechnungsstellung nachweisen kannst.

Alles da, sowohl in schriftlicher Form, als auch konkret. Ich bin Architektin und kann sowohl Beauftragung, als auch meine Planung und die korrekt gestellte Rechnung vorweisen.

Kcang1a


vor meinem inneren Auge hatte ich solch nen "Kleiderschrank" von "Moskau Inkasso", mit dem ich eben Einschüchterung hoffte.

Die Schränke von Moskau Inkasso haben auch nur mit Wasser gekocht. Da haben sich die meisten auch nicht einschüchtern lassen.

Das Glück dieser Institution war das sie in der Presse als düsterer dargestellt wurden als sie letztendlich waren.

Ich denke ein gerichtliches Mahnverfahren wird nur dazu führen das er dem Widerspricht. Du hast dann bisschen Geld in Sand gesetzt und bist keinen Schritt weiter.

Deswegen wie gesagt: Wenn du eh nicht mit Erfolg rechnest biete ihn 50% Erlass an um die Zahlungsbereitschaft dadurch ggf. zu fördern.

Und bei künftigen Kunden am besten per Vorkasse oder Milestone Zahlungsmodul arbeiten.

hgabdam"alnef4ragYe0x1


Ich gehe davon aus, daß er widersprechen würde. Wie gesagt, letzten Endes geht es mir um meine Genugtuung. %-|

Was ist ein Milestone Zahlungsmodul ??? Sowas wie Paypal?

A'ndrusxch


Warum lässt Du Dich nicht anwaltlich beraten? Die Erstberatung kann doch nicht sooo wahnsinnig viel kosten und mir persönlich wäre es das wert. Der Anwalt wird Dir ja dann sagen können, welche Erfolgsaussichten Du hast und dann kannst Du immer noch entscheiden.

Dein Kunde wird darauf spekulieren, dass Du den relativ geringen Betrag abschreibst. Solche Typen darf man nicht durchkommen lassen mit ihrer Masche.

B~erberxityzex1


Ich würde bei nachweislich erbrachter Leistung:

1. Mahnen (rechtssichere Zustellung beachten)

2. einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken

3. Wenn dann ein widerspruch kommt, anwaltlich beraten lassen wie es weiter geht.

Lass ihn nicht davonkommen, damit machst Du Dich gegenüber Deinen ehrlichen Kunden unglaubwürdig.

Gruß, die Berberitze

K=angxa


Was ist ein Milestone Zahlungsmodul

Weiß nicht in welchen Bereich du Arbeitest und ob dies Möglich ist aber ein Milestone Zahlungsmodul ist eine Variante bei welcher die Zahlung in festgelegten Schritten erfolgt.

Man unterteilt das "Projekt" in beispielsweise 4 Schritte.

Als Auftragnehmerin weist du nach das du mit dem Projekt so und so weit bist, der Auftraggeber bezahlt den Milestone. Erst dann beginnt deine Arbeit mit dem nächsten Schritt.

Und so geht es weiter bis das Projekt fertiggestellt wurde.

Das ist zwar Aufwand aber es gibt halt Sicherheit.

Ansonsten auf eine Anzahlung bestehen um den Schaden zu begrenzen falls der Auftraggeber nicht zahlt

Zu den anderen Postings:

Sicher ist es eine gute Sache solche "Kunden" nicht ungestraft davon kommen zu lassen aber man sollte auch beachten das ein Mahnverfahren meines Wissens Geld kostet (zwar nicht viel aber ist trotzdem Geld) und ein Anwalt meistens auch Vorkasse möchte.

Und im schlimmsten Fall kann das Gericht der Argumentation des Angeklagten folgen und ihm Recht geben das die Arbeit nicht so erbracht wurde wie verlangt ..

Und dann sitzt die TE auf einige Kosten ..

Heutzutage ist die Zahlungsmoral mancher Kunden schlecht. Deswegen sollte man auf eine Anzahlung bei Kunden mit welchen man keine Erfahrungen gesammelt hat bestehen.

Wenn er dies Ablehnt sollte einem das zu denken geben.

Wegen 450€ (was für eine junge Unternehmerin sicher viel Geld ist) jetzt nen Rabatz zu machen um "Ihn nicht damit durchkommen zu lassen" ist blödsinn.

Die Zeit welche die TE investieren muss (Mahnverfahren beantragen, zum Anwalt rennen, ggf. Gerichtsverfahren) steht bei dem geringen Betrag in keinem Verhältnis.

Würde die Zeit eher in andere Aufträge investieren oder um neue Kunden zu akquirieren

m3nef


Voraussetzung für alles ist natürlich, dass du Auftragserteilung, Lieferung und korrekte Rechnungsstellung nachweisen kannst.

Alles da, sowohl in schriftlicher Form, als auch konkret. Ich bin Architektin und kann sowohl Beauftragung, als auch meine Planung und die korrekt gestellte Rechnung vorweisen.

Wieso hast du es dann innerlich abgeschrieben? Wenn das alles so in trockenen Tüchern ist, ist ein Titel kein Problem und da brauchst du dann auch keinen Schrank zum Einschüchtern. Den Gerichtsvollzieher interessiert nur, was er pfänden kann, sollte es so weit kommen.

Ich denke ein gerichtliches Mahnverfahren wird nur dazu führen das er dem Widerspricht. Du hast dann bisschen Geld in Sand gesetzt und bist keinen Schritt weiter.

Kanga

Dann geht man eben ins streitige Verfahren über. Und wenn alles eindeutig und nachweisbar ist - und das wird die TE ja sicher selbst am besten einschätzen können - zahlt der Schuldner alles, auch die durch seinen Widerspruch verursachten Mehrkosten (sofern er solvent ist).

mFnef


Und im schlimmsten Fall kann das Gericht der Argumentation des Angeklagten folgen und ihm Recht geben das die Arbeit nicht so erbracht wurde wie verlangt ..

Was will er denn argumentieren? Nach den Beiträgen der TE bringt er gar keine Argumente. Soweit muss man seine eigene Arbeit schon selbst einschätzen können. Ein "hat Arbeit nicht erbracht, ich sag das jetzt einfach mal so" reicht nicht, um eine nachweisbar erbrachte Leistung wegzuwischen.

Buro%derixck


Berberitze1

Ich würde bei nachweislich erbrachter Leistung:

1. Mahnen (rechtssichere Zustellung beachten)

2. einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken

3. Wenn dann ein widerspruch kommt, anwaltlich beraten lassen wie es weiter geht.

Ja, genau so.

Erstmal alles erledigen was man selber einfach und kostenlos selber erledigen kann. Vielleicht zieht der Kunde dann schon den Schwanz ein.

Oder er versäumt die Widerspruchsfrist. Dann hat er wohl eh verloren.

Wichtig: Die Schreiben so juristisch formulieren, dass es aussieht, als hätte ein Anwalt dabei geholfen. Das macht Eindruck. Ich hatte so schon einmal Erfolg.

Und Fristsetzung für die Zahlung nicht vergessen. Sowie Säumniszinsen, oder wie man das nennt.

rmr20<17


Es sei aber auch erwähnt, dass ein Handeln "zwecks Genugtuung" an sich sinnfrei ist, nur dem gekränkten Ego dient und für Selbständige eigentlich keine gute Handlungsmotivation ist. Wenn Du generell so tickst ist das auf Dauer sicher eher schädlich fürs Geschäft.

Kbanuga


Ein "hat Arbeit nicht erbracht, ich sag das jetzt einfach mal so" reicht nicht, um eine nachweisbar erbrachte Leistung wegzuwischen.

Und eine einfach mal so "Hab die Leistung erbracht" wischt auch keine vorherige Absprache weg.

Das empfinden der TE ist subjektiv, mag sein das sie der Ansicht ist die Leistung so wie gefordert erbracht zu haben. Ob das Objektiv genauso ist können wir nicht sagen.

Und ein Gericht würde sich da nen eigenes Bild machen. Da nützt es nichts wenn du der TE gute Aussichten suggerierst wenn wir noch nicht mals Wissen was da besprochen wurde und was im Endeffekt geliefert wurde.

Und so einfach wie du es darstellst ist es auch nicht einen Titel zu erwirken. Das Gerichtliche Mahnverfahren prüft nicht ob die Forderung gerechtfertigt ist, wenn der Schuldner einen Widerspruch einlegt dann hat sich die Sache mit dem Titel erstmal erledigt und die TE muss anderweitig handeln.

Wenn du in einem einzigen Thread irgendwem mal nicht widersprichst schlacht ich zur Feier nen Hahn, ohne Witz.

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