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Steißbeinfistel

P atrxik_H


Guten Tag :)

Bin nun 18 Jahre alt und zum zeitpunkt des Geschehens war ich 16. :)

Ich habe ganz viele informative Beiträge hier im Forum gelesen und möchte nun meinen Teil dazu beitragen.

Undzwar hatte ich vor ca. 1,5 Jahren ( im Juni 2009 ) ebefalls eine OP am Steißbein wegen einer Steißbeinfistel.

Die Steißbeinfistel hat sich bei mir bemerkbar gemacht als ich plötzlich Blut im Stuhl hatte ( ich dachte es wäre mit im Stuhl). Ich dachte als erstes das ich so etwas wie Hämoriden hätte. Außerdem habe zuvor nie etwas von einer Steißbeinfistel gehört. Naja wie dem auch sei, hatte ich vor dem Bluten auch immer so ein komisches Sekret an der Shorts, habe mir dabei auch nichts weiter gedacht, dachte es wäre Schweiß oder so. Als das Bluten schlimmer wurde, bin ich zum Arzt gegangen. Der hat sich das nicht einmal angeschaut sondern hat nur gesagt, dass man es weiter beobachten sollte und das es eventuell Hämoriden seien. Also sind wieder einige Wochen vergangen und ich mir mehr und mehr Sorgen machte. Eines Tages schaute ich mal in den Spiegel und habe einen kleinen schwarzen Punkt gesehen....der etwas unnatürlich aussah. Ich also nun wieder zum Arzt, diesmal war dort ein anderer, der hat sich das gleich angeschaut und hat festgestellt das ich eine Steißbeinfistel habe und das sie operativ entfernt werden muss. Soweit sogut. Der OP-Termin war dann nochmal 4 Wochen später.

Die Op ist gut verlaufen ich durfte noch schöne 7 Tage da bleiben und mir jeden morgen eine Anti-Trombose spritze reinjagen :D:D. Die Nachbehandlung war nun eig. nicht so schwer, dank meines Vaters der mich tatkräftig unterstützt hat :) . Bei der Nachbehandlung musste ich dann auch immer Verbandwechsel machen, dafür habe ich dann eine Salbe vom Arzt bekommen und mullbinden oder so.... die dann in die wunde kamen. Es hat alles gut geheilt, bis es plötzlich nicht mehr weiter zu heilte. Danach haben wir denn alle möglichen ärzte u.ä. ( heilpraktiker) um rat gebeten und die wussten nun auch langsam nicht mehr weiter. Ich bin sogar in die Röhre gekommen aber es wurde nichts schlimmes gefunden. So....nun kommt der heutige Tag es ist mittlerweile 00:04 Uhr. Eine Woche ist nun vergangen. Heute vor einer Woche wurde ich erneut, an der gleichen stelle operiert. Es wurde noch mal neu "angeschnitten", damit das Fleisch einen neuen Reiz bekommt zu heilen.....und nun beginnt die ganze "prozedur" von neuem. Der behandelnde Arzt meinte das es ca. 12 Wochen dauert bis es zugeheilt ist. Somit "renne" ich nun schon 1,5 Jahre mit dieser Geschichte rum und habe nun so langsam "die Faxen dicke" :D

So ^^ das war mein Beitrag dazu :)

Mfg Patrik_H

AIrt1h-uraxs


Also mittlerweile ist meine Wunde aufgeplatzt, die OP war 20 Tage her und jetzt beginnt die offene Wundheilung.

Ich soll die Wunde 3-5 mal pro Tag ausduschen.

Wie soll ich dann danach verfahren? Der Arzt meinte es reicht, wenn ich nur ne Kompresse reinmache, allerdings schwören hier im Forum einige auf Tamponagen. Soll ich etwa Tamponagen reinmachen? Was meint ihr?

Oder reicht die Kompresse?

VG

M%elililxein


Hallo, ich bin weiblich und 28 Jahre alt, und habe auch mit so einem kleinem Freund an dem allerwertesten zu kämpfen.

Es fing bei mir im Sommer 2006 an, als ich auf einmal nicht mehr sitzen konnte, bzw hatte ich immer so ein fieses stechen beim sitzen, habe mir gedacht was von alleine kommt geht auch alleine, aber dem war dann leider nicht so, innerhalb von 3 Tagen war es dann so groß das ich es nich mehr ausgehalten habe, und bin zu meinem Hautarzt, der dann meinte "ja das ist ein Furunkel, das kann ich ihn innerhalb von 10 Minuten unter lokaler Betäubung öffnen, dann brauchen sie nicht ins Krankenhaus" gut sagte ich, dann machen sie mal, gesagt getan, das Ding war geöffnet, habe Antibiotika und jeden Tag Leukasekegel in die Wunde gelegt bekommen. Hatte danach keine Probleme mehr, nur das ab und an mal die Narbe schmerzte und gejuckt hat, da ich auch Wetterfühlig bin dachte ich das sei normal. Bis es denn Sylvester 2010 wieder genauso anfing, schmerzen beim sitzen usw. Da ich aber am 3.1.2011 einen neuen Job anfangen sollte hab ich mit Hausmittelchen probiert, ich konnte ja nich gleich am Anfang krank sein, dann aber drei Tage später, hielt ich es nicht mehr aus und bin zum Hausarzt, mein Hautarzt hatte Gottseidank Urlaub, der mir dann sofort sagte, das sei ein Sinus Pilonidalis, kurz Steißbeinfistel, und überwies mich sofort an die Chirurgin bei uns im Ort, ich bin dann da sofort hin und sie meinte das sei schon soweit fortgeschritten, sie müssen ins Krankenhaus, ich dacht nur na super, also hin da zum vorstellen, die Ärtzin guckte kurz drauf und sagte morgen früh kommen sie um 10 Uhr und dann werden sie ambulant in Vollnarkose operiert und danach is eine offene Wundheiling erforderlich, weil wir bis zum knochen runtergehen, ich glaub ich bin ganz schön blass geworden :-)

Als ich dann am nä. Tag ins Krankenhaus bin, wurd mir gleich mein Zimmer gezeigt, hab meine sexy Klamotten bekommen :-) und diese tolle Tablette mit der ich auch gleich ruhiger wurde und noch geschlafen habe, dann war es soweit, ich wurde in den Op geschoben und erhielt gleich meine Vollnarkose, als ich dann aufgewacht bin, hatte ich keine schmerzen, mit tat nur der Hals bissel weh vom Beatmungsschlauch, um 18 Uhr hat mein Mann mich dann abgeholt und es ging mir sehr gut, keine Beschwerden.

Am nächsten Tag sollte ich dann zum Verbandwechsel wieder in die Klinik, oh das war das schlimmste von allem als er mir den ganzen Kladderradsch aus der Wunde zog, hab währenddessen noch einen schönen Schmerzcocktail bekommen, womit mir dann alles egal war :=o Die erste Woche nach der Op bin ich noch jeden Tag zu meiner Chirurgin, die 2 Tage später meinte ich könne mir das jetzt auch alleine ausduschen und sie kommen danach her, und wir machen den Rest und am Wochenende kann das ja jemand machen dem sie das zutrauen.

Seitdem wechselt mir meine Mutter jeden Tag den Verband und ich muß nur noch einmal die Woche zur Chirurgin die mir dann Beläge entfernt, die ich alleine mittels der Duschbrause nicht rausbekomme, sie ist mit dem Prozess sehr zufrieden, die Op ist nun 3 Wochen her, und sie meinte wenn das alles so gut weiter heilt dann ist in 4 Wochen alles zu.

Ich habe von Anfang an keine Schmerzen gehabt, konnte nach 1 1/2 Wochen wieder einigermaßen sitzen und sogar auf dem Rücken liegen :)= Naja den Job den ich Anfang Januar antreten sollte bin ich zwar jetzt los, aber Hauptsache es is jetzt vernünftig gemacht und hoffe das ich in Zukunft erstmal verschont bleibe von der kleinen fiesen Fistel. So dass war meine kleine Geschichte dazu :-)

Liebste Grüße

M*etllcilXexin


@ Arthuras

war deine Wunde vorher zugenäht?

Also ich kann jetzt nur von mir sprechen, ich habe von Anfang an nur die kompressen reinbekommen, vorher einen dicken Streifen Salbe in die Wunde und danach wird mir eine kleine Kompresse reingestopft und damit komm ich super zurecht.

Gruß

a,ms2V00x6


@ Arthuras

Also ich habe die ganze Zeit nur so Kompressen rein gemacht. War eigentlich ganz super. Nur brennt halt das Ausduschen die ersten Tage nachdem sich die Wundflüssigkeit bildet, saumäßig. :-X

Ich habe am Anfang immer 3 Kompressen zusammengefaltet und zum Schluss nur noch eine. Bis sie nicht mehr gehalten haben. Aber pass auf die Wundränder auf. Tu sie nicht zu weit rein, sonst reißt du dir immer wieder die Wundränder auf und das ist nicht sehr angenehm.

Gruß

D%ani@exl76


Durch das Internet war mir schon vor 2 Jahren klar dass ich eine Steißbeinfistel habe. Durch die schrecklichen Bilder die man sehen konnte habe ich mich aber nie getraut da irgendwas machen zu lassen. Jetzt nach 2 Jahren war es dann aber doch mal soweit, weil es von alleine ja auch nicht weggeht. Die Tage, an denen ich mit dem Ding Probleme hatte konnte ich aber an einer Hand abzählen (Glück?)

Sicher gibt es große Unterschiede zwischen den Verläufen, aber ich habe mich total verunsichern lassen von den ganzen Horrorstories. Letztendlich kam ich am Freitag ins Krankenhaus, wurde unter Vollnarkose operiert, hatte bisher noch nicht einen einzigen Schmerz feststellen können und ich bin mir nicht mal sicher ob mich der Hausarzt überhaupt krankschreibt, da auch das Sitzen keinerlei Beschwerden macht. 2 Jahre Angst vor der OP wegen so einem Pippifax ... Es wurden 3x1 cm rausgeschnitten und die Wunde zugenäht, da keine akute Entzündung vorhanden war. Wenn jetzt kein Rezidiv entsteht dann ist echt jede Erkältung schlimmer ...

Natürlich gibt es auch ganz andere Fälle, ich spreche nur für meinen Fall, aber es gibt tatsächlich sehr große Unterschiede im Krankheitsbild. Wenn man schlank ist wie ich können auch gar keine großen Wunden entstehen die ewig lange in der Heilung dauern, aber ich hatte immer nur diese riesigen Wunden im Kopf und einfach Angst. Total bescheuert eigentlich ... Also: wenn man so ein Ding hat direkt zum Arzt, erst recht wenn es nicht entzündet ist, dann kann das ganze durchaus mit recht kleinem Aufwand aus der Welt geschafft werden

Shchnür1zel


Zum Thema Wundnachsorge

... mal ein paar Erfahrungswerte:

Statt trockenen Kompressen bzw. Jodtamponade sind eher Alginat-Tamponaden oder auch Tamponaden mit Salbengrundlage empfehlenswert, da in Alginat-Kompressen kein Gewebe aufgrund der Gelbildung einwachsen kann. Außerdem lassen sich diese SCHMERZFREI und GEWEBESCHONEND wieder entfernen.

Mein Mann bekommt Alginat-Kompressen mit Silberionen; Silber wirkt antibakteriell. So kann sich der ganze Mist auch nicht entzünden.

Hätte ich damlas schon das alles gewusst, was ich heute über feuchte Wundheilung weiß, mir wäre 2006 so einiges erspart geblieben.

Leider sind viele Ärzte und auch Krankenhäuser nicht auf dem neuesten Stand und haben auch noch nie etwas von feuchter Wundheilung gehört.

Alginat-Kompressen, normale Kompressen und Saugkompressen für den Sekundärverband sowie Fixomull zum kleben kann man sich auf Kassenrezept verschreiben lassen. Meines Wissens nach auch Hydrogele und einige Wundspüllösungen. Das wissen mache Ärzte nicht oder sie machen es nicht gerne, weil das Budget überstrapaziert ist.

Ein Hydrogel unter dem Alginat ist bei mit Fibrin belegten Wunden zu empfehlen. Hydogele lösen das Fibrin an, so dass man es beim nächsten Verbandswechsel einfach wegwischen kann.

Falls die Wunde generell zu trocken ist, ist ebenfalls ein Hydrogel zu empfehlen und man sollte das Alginat vorm einlegen in die Wunde etwas mit einer geeigneten Wundspüllösung (Elektrolytlösung) befeuchten.

Außerdem sollte man, bevor man den Sekundärverband auflegt, die Wundränder ein bißchen mit Zinksalbe oder Panthenolsalbe eincremen, damit die Wundränder nicht aufweichen.

Mit ausduschen, Wunde komplett säubern so dass alle Beläge möglichst weg sind, angefeuchtetes Alginat rein, Wundränder eincremen, Sekundärverband drüber, festkleben und danach die Wunde 2-3 Tage ruhen lassen haben wir von der Schnelligkeit der Heilung her die besten Erfahrungen gemacht. Den Sekundärverband wechseln wir täglich, solange die Wunde aber nicht übermäßig mit Fibrin belegt ist lassen wir die Wunde aber 2 bis 3 Tage in Ruhe. Jeden Tag an die Wunde muss man eigentlich nur wenns nicht gerade Winter ist (im Sommer vermehren sich Bakterien aufgrund der höheren Temperaturen viel schneller), die Wunde Fibrinbeläge hat (Hydrogel + Alginat) um die Wundreinigung zu gewährleisten oder andere Wundheilungsstörungen vorhanden sind.

Wichtig bei Alginat ist noch, dass man die Wunden nicht bis zum geht-nicht-mehr ausstopft, da Alginat aufquillt und die Wunde sonst nicht kleiner wird. Locker und ein bißchen Platz lassen ist völlig ausreichend.

Ich hoffe, das war hilfreich. Rückfragen beantworte ich gerne sobald ich wieder ans Internet komme.

Gutes gelingen, alles liebe und schnelle Heilung, *:)

Schnürzel

SCchnnürzxel


kleiner Nachtrag:

Derjenige, der die Wunde reinigt und verbindet, sollte selbstverstädlich die Hände vorher waschen und Handschuhe tragen. Wir nehmen immer puderfreie, unsterile Latexhandschuhe. Die sind auch nicht sehr teuer; eine 100er Packung ab 4 € aufwärts.

Liebe Grüße, *:)

Schnürzel

A~rthuxras


Hallo an alle (ex-) betroffenen,

hab das probem, dass in meiner wunde momentan immer noch fibrinbeläge sind, die ich trotz 3 mal ausduschen pro tag nicht entfernen kann.

müssen die beläge raus? was kann man gegen diese fibrinbeläge machen?

vg

SPchnyür;zel


@ Arthuras

... steht alles in meinen 2 Beiträgen zum Thema Wundheilung über Deiner Frage.... :-)

Liebe Grüße und gute Heilung,

Schnürzel

DTenniYs7777


Liebe Fistelgemeinde!

Glücklicherweise befinde ich mich mit meinem zweiten Loch auf den letzten Metern! Im nachhinein kann ich nur sagen, dass das EDH in Hannover einen verdammt guten Job geleistet hat.

Ich wurde am 19.10.10 operiert und ca. 5 Tage danach sah es so aus:

[[http://img607.imageshack.us/i/p1000953large.jpg/]]

Der Doc nannte die Maße 8x12cm und bis zum Knochen runter...was sonst.

Die Versorgung war sehr einfach: 2mal ausduschen, Kompressen mit Lavasept – später mit Kochsalz angefeuchtet, alles in die Wunde rein, dickere Kompresse drüber, fertig.

Alles recht schmerzfrei und ohne Schmerztabletten. Die Nachbehandlung war zwar nicht immer schön, da mir sogenannte "falsche Haut" an der Wunde entfernt wurde und es danach stark blutete.

Für die Damen: Sex ist möglich. Nach rund zwei Wochen sollte es keine Problem sein. Nach einigen anderen Wochen mehr, konnte auch wieder ohne Probleme und mit ausgestopfter Wunde unten liegen :)^

Von Alginaten und ähnliches halte ich nicht so viel, da die Wunde gesund ist.

Und wenn euch auch so etwas Gutes widerfährt, dass ist schon einen Asbach Uralt wert *:)

A;rthrurxas


also war bisher bei zwei chirurgen und habe auch ne zweitmeinung eingeholt:

beide meinen, dass ich das fibrin nicht manuell entfernen soll. 3 mal ausduschen pro tag reicht und die menge fibrin, die man damit rausbekommt, ist genau die richtige. angeblich ist etwas fibrin in der wunde sogar gesund und zeugt von aktivität der heilung. nach dem duschen 15 min luft hinlassen und dann kompresse drüber kleben (nicht rein und nicht ausstopfen).

gestern hab ich noch silbernitrat reinbekommen, das sollte irgendwas wegätzen und nun is bei mir alle 3 stunden die schicht kompressen voll... keine ahnung ob das so sein soll.

beide chirurgen haben unabhängig voneinander (sind 2 unterschiedliche krankenhäuser) genau das gleiche gesagt.

alginat-kompressen finden sie überflüssig, da diese zuviel fibrin entfernen...

da soll sich noch jemand auskennen...

SJu#kxin


Ich habe im Moment etwas Angst und hoffe man kann mir hier vlt helfen/beruhigen.

Gestern habe ich einen winzigen Knubbel knapp über der Pofalte bemerkt und ziemlich rumgeknibbelt.. da wars dann erstmal geschwollen.

Heute merk ich es immernoch ganz leicht, wenn ich draufdrücke tut es ganz schön weh. Ein Nässen konnte ich bisher glaube ich nicht wirklich feststellen, auch kein Blut.

Nun frag ich mich, ist das einfach nur ein Pickelchen, die tun bei Druck manchmal ja auch sehr weh, oder muss ich mir Sorgen machen, dass das eine Fistel sein könnte?

Wäre ein Gang zum Hautarzt angemessen?

Schmerzen beim sitzen hab ich eigentlich keine, außer ich fletze mich hin und übe durch das Sitzen so direkt starken Druck auf die Stelle..

sqegba_crxa


Hallo liebe Leidensgenossen.

Da das hier anscheinend der meistbesuchte "Fistel-Thread" ist und ich im Moment quasi ans Bett gefesselt bin, möchte auch ich euch meinen Leidensweg beschreiben.

Im Zivildienst 2007 fing vermutlich alles an, ich viel beim Schleppen von Möbeln auf meinen allerwertesten, habe aber zunächst außer einem "aua" nichts weiter davon gemerkt. Ein paar Wochen später bemerkte ich dann auf der Toilette die Fistelöffnungen, aus denen Sekret austrat. Also ab zum Hausarzt, der mich sofort zum Chirurgen überwies. Der diagnostizierte sofort die Steißbeinfistel (erste Reaktion: Steißbein-Was ???) und gab mir einen OP Termin. Nervös ohne Ende, auch wegen der Vollnarkose (ich bin ein Schisser) wurde ich dann ambulant operiert. Der Anästhesist verpasste mir durch die Kanüle vorher den Rausch meines Lebens, um mich zu beruhigen. Was dann passierte weiß ich nicht mehr, aber mann musste mich mit 4-Mann in den OP tragen – es war mir wohl wirklich alles egal. OP soweit gut verlaufen – offene Wundheilung. Als ich aber zu Hause war fingen starke Nachblutungen an. Der Doc öffnete erst nachmittags seine Praxis und ich stand direkt wieder vor seiner Tür, nachdem mein Kreislauf am Boden war und unser Bad aussah wie ein Schlachthof. Kurz mit 2 Stichen vernäht und die Blutung stoppte zum Glück. Nach einer Portion Kochsalzlösung und zwei Gläsern Wasser konnte ich wieder nach Hause. Die Heilung danach zog sich ca. 6 Wochen hin und alles war gut soweit verheilt. Auf die Wundversorgung muss ich wohl nicht mehr eingehen, meine Familie und meine Freundin mussten einiges mitmachen.

Das Ganze ist nun 3 1/2 Jahre her. Vor ein paar Wochen dann der Schock: Auf der Narbe bildete sich eine seltsame Wulst, aber ansonsten keine Beschwerden. Guter Dinge wurde ich wieder zum Chirurgen überwiesen, ich habe erwartet dass er es vielleicht oberflächlich nochmal aufschneiden muss – nix da. Rezidiv – neue OP. Gestern war es dann soweit, wieder ambulant (ich hatte mir eigentlich geschworen beim nächsten Mal ins Krankenhaus zu gehen, aber dachte es lag vielleicht auch am Doc und habe mich woanders operieren lassen). Kurzes Vorgespräch mit Chirurg ("ich versuche es klein zu halten) und Anästhesist (Auf meine Frage nach Beruhigungsmittel: "So einen Scheiß machen wir nicht" ;-) ) und dann ab in den OP. Dann das böse Erwachen mit den Worten "Es ist leider wieder ziemlich viel gewesen". Ok dachte ich mir und eine halbe Stunde später nach Hause. Ich hatte den Chirurgen schon vorher auf die starken Nachblutungen beim letzten Mal hingewiesen, aber es kam natürlich wieder genauso. Ich lag gegen 16:30 schon wieder in meinem Bettchen da spürte ich wie es triefte, Verband vollgesuppt und ab zur Praxis. Der Chirurg war zum Glück nach Praxisschluss per Handy erreichbar und meinte ich solle zur Praxis kommen. Und wieder das gleiche Spiel: Nochmal örtlich betäubt, genäht ....., alles war gut. Nachdem ich wieder fast 2 Stunden zu Hause war, unglaublich: Es ging wieder los. Also wieder angerufen, inzwischen war es 21:30, der Chirurg kam nochmal zur Praxis. Wieder war ein kleines Gefäß aufgegangen, wieder vernäht. Dann legte er mir gerinnugsfördernde Einlagen in die Wunde, verpackte alles und hat die Wunde providorisch vernäht. Die Fäden werden dann morgen wieder gezogen und ich hoffe, dass es nicht wieder anfängt zu bluten. Also insgesamt meine Empfehlung an alle Betroffenen: Seid nicht zu doof wie ich und lasst es im Krankenhaus machen. Wenn es gestern noch einmal angefangen hätte wäre ich auch da gelandet. Mein Kreislauf war auch wieder ziemlich am Boden und wenn wir ein weiteres Mal zur Praxis gefahren wären, wäre ich wohl aus den Latschen gekippt. An dieser Stelle würde mich interessieren, wer ebenfalls Erfahrungen mit starken Nachblutungen gemacht hat? Der Doc meinte ich solle mal testen lassen, ob bei mir eine Gerinnungsstörung vorliegt, in dem Maße hätte er das noch nicht erlebt. Ich als Laie würde sagen: Kein Wunder dass ich blute wie ein Schwein – ich habe ein riesiges offenes Loch am Hintern! Was meint ihr?

Naja im Moment ist jedenfalls alles ok, es liegen nur wieder ein paar Wochen Heilungsprozess vor mir.

Ich möchte niemanden schockieren oder davon abhalten sich operieren zu lassen, die OP an sich verlief ohne Probleme und Schmerzen habe ich null! Es ärgert mich aber, dass der modernen Medizin nichts besseres einfällt als einen mit einem großen Loch am Hintern zurückzulassen. Ich kenne natürlich auch die anderen Methoden, habe allerdings ein Rezidiv und wirklich einig scheinen die Mediziner sich ja nicht zu sein, welche Methode die beste ist. Auch welche die beste Methode ist, um ein Rezidiv zu vermeiden, ist ja unklar: Rasieren? Nicht Rasieren wegen der nachwachsenden spitzen Haare? Es ist zum verrückt werden.

Ich hoffe jedenfalls das Thema hat sich jetzt für mich erledigt. Sollte das Ding nochmal auftauchen – ich weiß nicht was ich machen würde – aber kein drittes Mal offene Wundheilung!

LG aus Essen, Sebastian.

D$ennPisO7777


@ seba_cra

Ich persönlich würde den Proktologen eindeutig bevorzugen. Außerdem unbedingt ins Krankenhaus. Bei mir wurde bei der ersten OP zwar ein kleines Loch geschnitten, aber beim rausholen der Tamponade wurden Arterien und Venen verletzt. Das Blut tropfte in einem guten Tempo raus. Wie man die Wunde am besten nachbehandelt...keine Ahnung. Kann sein, dass Deine Wunde zu schnell oberflächliche Haut gebildet hat und das letzte Sekret nicht raus konnte.

Nach meiner 2. OP, welche ein Proktologe durchführte, fühle ich mich deutlich besser behandelt als bei einem "normalen" Chirurgen. Das bringt schon was.

Um eine offene Wundheilung wird man nicht drumherum kommen. Zumindest dann, wenn man schon eine größere Fistel bzw. mehrere Fisteln besitzt. Was das bluten angeht, so sind wir alle unterschiedlich. Bei einem gerinnt es recht schnell, der andere muss erst mal etwas warten und laufen lassen. Könnte evtl. an Deinem Gerinnungsfaktor liegen.

Rasieren werde ich mich nicht. Lasern wäre eine Alternative – aber auch kostspielig.

Wünsche Dir alles Gute!

Gruß,

Dennis

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