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Hyperhidrose und ihre Folgen/Bitte um Hilfe!

J+anaqHH hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr,

ich habe folgendes Problem, welches mich seit ca. 8 Jahren beschäftigt. Es beschäftigt mich nicht nur, vielmehr macht es mir das Leben regelmäßig zur Hölle. Leider habe ich während meiner Internet-Recherche zu diesem Thema festgestellt, dass derartige Probleme nur seltenst ernst genommen werden.

Nun zu meinem Problem:

Ich habe seit 8 Jahren das Problem zu glauben, dass ich Mund- und Körpergeruch habe. Ich schreibe bewusst "glaube", denn alle meine Familienmitglieder sagen mir in regelmäßigen Abständen das gegenteilige, nämlich dass ich dieses Problem nicht habe.

Das führt dann zwangsläufig zu einer starken Verunsicherung und irgendwann auch zum Vertrauensverlust.

Andererseits wird mir von meinem Umfeld das genaue Gegenteil vermittelt. Sei es in der Uni, der Arbeit, oder im Freundeskreis. Wobei ich seit Beginn meines Problems eher kontaktscheu geworden bin und mir mein früherer Freundeskreis einfach "zu viel" wurde. Daher sei hier erwähnt, dass sich mein "intimster" Freundeskreis aus mittlerweile 2-3 Personen zusammensetzt.

Also zurück zum Thema. Fakt ist, dass mir vor vielen Jahren mal gesagt worden ist, dass ich zu oft nach Schweiß rieche. Danach ist es des Öfteren vorgekommen, dass Menschen an ihren Achseln gerochen haben, nachdem ich in den gleichen Raum kam. Auch habe ich öfter gehört, dass Leute gesagt haben, dass es in dem Raum nach Schweiß rieche (nach deren Reaktionen zu beurteilen, auch erst nachdem ich in den Raum hinein gegangen war). Ich persönlich weiß auch, dass ich übermäßig schwitze.

Beispielsweise unmittelbar nach dem Duschen. Ich brauche nur meine Klamotten anzuziehen und noch bevor ich aus der Tür gehe, bin ich verschwitzt.

Ich muss dazu sagen, dass mein Schweiß leider auch ziemlich intensiv riecht und nicht neutral ist. Je nachdem, könnte mir Jemand nach meinem Schweißgeruch her sagen, was ich am Vortag gegessen habe. Das ist wirklich extremst und keinesfalls bei meinen Geschwistern oder Eltern so. Keine Ahnung, warum das bei mir so ist.

Natürlich habe ich sehr vieles unternommen, um das Schwitzen zu unterbinden. Beispielsweise Iontophorese, Deos aus der Apotheke mit 15% Aluminiumchlorhydrat, einem Medikament gegen Parkinson, welches auch gegen das Schwitzen eingesetzt werden kann (sehr starke Nebenwirkungen: Benommenheit, trockener Mund, Verwirrtheit), mit ALLEN im Handel erhältlichen, guten Deos, allen Duschprodukten/Seifen, mit starkem Konsum von Salbeiprodukten wie Tee und Bonbons etc. etc. etc.

Dies alles hat NICHT geholfen, da ich noch immer bei der aller kleinsten Anstrengung (Gehen!) sehr stark schwitze. Mir läuft es die Stirn, Nase, Schläfen, Kopf, Hals, Rücken, Brust, Genitalbereich nur so herunter und es dauert nicht lange, bis ich eine feuchte bis nasse Hose (sorry, ist aber wirklich so), oder ein Oberteil mit riesigen Schweißflecken habe.

Ich schwitze sogar im Winter! Im Sommer brauche ich mich garnicht in die Sonne zu legen, denn das wäre einfach zu extrem. Alles über 23° ist die HÖLLE!

Kommen wir zum Mundgeruch:

Auch hier ist es so, dass meine Familie mir regelmäßig einen geruchslosen Atem bescheinigt. Leider ist es hierbei auch ähnlich wie mit dem Schwitzen! Schon unzählige Male haben sich Menschen unmittelbar nach Beginn einer Kommunikation von mir abgewandt (Für alle, die meinen könnten es läge an dem, WAS ich sage: Nein, es liegt nicht am Inhalt, denn bevor es dazu kommt, dass die Person überhaupt verstehen kann was ich sagen will, tritt bei meinem Gegenüber dieses Distanzverhalten ein). Es ist schlichtweg ein Verhalten, das man an den Tag legen würde, wenn einem Jemand gegenüber steht, der einfach aus dem Mund stinkt. Das zu erkennen ist ja wohl kein Kunststück und würde wohl fast jedem Menschen auffallen. Umso schlimmer ist es, dass mir dies nie von Familienangehörigen bestätigt wurde.

Auf die Dauer macht es einen einfach nur kirre, wenn man täglich merkt, dass Menschen die man kennt und die man nicht kennt, sich von einem geekelt abwenden und es andererseits nicht von der Familie offen heraus gesagt wird.

Gegen meinen Mundgeruch habe ich auch ähnlich viel unternommen:

Halitosegerät (es kam ein Grenzwert heraus, der nicht unbedingt Anlass zur weiteren Therapie gab), FreshKiss Gerät (Zur täglichen Messung von Mundgeruch), das war aber einfach zu unverlässig, dann habe ich einige Male professionelle Zahnreinigungen durchführen lassen, ich habe mir sogar meine Backenzähne ziehen lassen, da ich dachte es läge an den Ablagerungen im hintersten Kieferbereich. Das war aber nicht der Grund. Die Zähne sind aber nun weg

Tja, ich brauche wohl nicht zu erwähnen, das ich ständig Zahnbürste, Zungenschaber und Zahngel bei mir habe und bei jeder Gelegenheit putze. Zahnseide benutze ich auch jeden Tag. Mein Zahnarzt meinte mal, ich hätte die Zahnseide wohl so intensiv beutzt, dass sich regelrechte Rillen an meinen Zähnen gebildet haben. Ach ja, auch Interdentalbürsten gehören natürlich zu meinem Equipment. Ich habe oft Durchfall wegen den ganzen Minz-Kaugummis..

Ich gebe zu, dass diese Problematik leicht ins Komische abdriftet und wie Ihr gemerkt habt, bin ich mir dessen auch bewusst. Leider ist das alles aber nicht so lustig, wie es sich hier erzählen lässt.

Ich habe dadurch ein ziemlich ernstes psychisches Leiden entwickelt.

Ein "normales" Leben ist mir dadurch unmöglich. Ich lebe zum Beispiel seit 4 Jahren in Bonn, da ich hier studiere. Bisher habe ich kein konstantes soziales Umfeld aufgebaut. Ausser 1-2 Leuten, kenne ich keine Leute.

Ich kann weder ein Referendariat angehen, noch kann ich regelmäßig zur Vorlesung. Egal wie sehr ich mich motiviere, irgendwann kommt der Augenblick, in dem mir jemand unmißverständlich zeigt, wie ich rieche. Spätestens dann fällt meine Motivation zusammen und ich möchte einfach nur weg! So oft habe ich Vorlesungen mittendrin verlassen, weil jemand neben mir etwas weggerückt oder sich die Nase dezent zugehalten hat. Auf der Arbeit mied man spätestens nach dem 1. Tag Unterhaltungen mit mir. Das grausamste ist, wenn z.B. 2 Personen sich unterhaltend in der Büroküche aufhalten und schon komisch, manchmal auch leicht genervt gucken, wenn ich mich nähere. In einem Seminar ist es sogar mal vorgekommen, dass die Person neben mir hinter meinem Rücken Anstalten gemacht hat und die Leute gegenüber schmunzeln mussten und rot anliefen. Das was hinter mir geschah, habe ich durch die Fensterscheibe beobachten können. Die Folge war die abrupte Abmeldung von diesem Seminar. So etwas kann sich kein Mensch freiwillig antun, auch wenn der Schein sehr wichtig gewesen wäre.

Ich könnte noch soooooooooooo viel erzählen.

Ich habe durch dieses Leiden zwei Suizidversuche, drei Klinikaufenthalte und eine Psychoanalyse/Gesprächstherapie hinter mir. Weder die Klinikaufenthalte, noch die begonnene Therapie hat mir weitergeholfen. Die Inhalte derartiger Therapiegespräche erschöpften sich in Oma-Pläuschen, wie man sie an jeder Bushaltestelle führen könnte. Es hat einfach nicht bei mir ausgelöst. Letztlich habe ich mich immer im Kreis gedreht und auch die Therapeuten (sei es in der Klinik, oder in der ambulanten Psychotherapie) haben sich einfach nicht mit dieser Thematik ausgekannt. Es handelt sich nun mal nicht um eine Beziehungs- und Trennungsproblematik, oder andere "gängige" Thematiken, auf die sich diese Therapeuten dem Anschein nach spezialisiert haben. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, denn sicherlich ist so eine Thematik auch sehr ernst, aber kommt halt wahrscheinlich öfter vor als so etwas was ich habe.

Abschliessend kann ich nur noch hinzufügen, dass ich nur wegen meiner Mutter lebe. Alle anderen Gründe sicd mittlerweile unerheblich. Der Konflikt ist aber, dass ich durchhalten muss, solange meine Mutter lebt. Aber wie? Ein Mensch kann doch nicht leben, wenn er nicht arbeitet oder studiert. Geld vom Staat kassieren wäre nichts für mich.

Wenn man sich für das Leben entschieden hat, muss man auch die entsprechenden Schritte tun, nur fehlt mir so langsam der Überblick. Ich bin ratlos. Vielleicht kennt hier der eine oder andere eine/n Therapeuten/in, der/die sich auf solche Dinge spezialisiert hat? Vielleicht sogar in Bonn/Köln

Für die, die mir dennoch Tipps geben können, die ich noch nicht ausprobiert habe, möchte ich meine organischen Krankheiten kurz aufschreiben (Ja, etwas zu ausführlich, aber die Hoffnung auf gute Tipps ist nun mal sehr groß!):

Schilddrüsenunterfunktion/Hashimoto-Thyreoiditis. Behandlung: L-Thyroxin 75.

Gastritis und Helicobacter (jetzt wohl kein Befall mehr). Behandlung :Omeprazol 40mg.

Virilisierungsprobleme/Starke Unterbauchsschmerzen während der Regel, Verdacht auf Endometriose. Behandlung: Bella-Hexal Pille.

3 Operationen wegen Dermoidzysten, dadurch Entfernung des einen Eierstocks. Die erste OP mit 13.

Durch die Suizidversuche/Depressionen: Sertralin 100mg.

So, VIELEN LIEBEN DANK für Eure Zeit und Aufmerksamkeit!!!

Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen, denn ich kann nicht mehr.

Liebe Grüße,

J.

Antworten
d+epriD84


Hey Jana,

hab mir mal die Mühe gemacht dein kleines Buch zu lesen :-)

Das einzige was ich dir sagen kann, bzw. den einzigen Tip den ich dir geben kann, ist BELLADONYSAT.

Ich habe auch Hyperhidrose auch schon 2 Operationen deswegen hinter mir. Also ich kenne mich mit dem Schwitzen ganz gut aus.

Aber das ne andere Geschichte. Das mit dem riechen ist jetzt bei mir nicht so,aber ich weiss, dass diese Art von Hypherhidrose Bromhidrose oder so ähnlich heisst.

Es gibt ein sehr interessantes Forum die sich mit diesen Krankheiten befassen.

"hh-forum.de"

Sehr interssante Sachen,Berichte,Medikamente,Adressen usw.

Wie gesagt ich habe selbst auch Hyperhidrose und das einzige Medikament was bei mir wirklich anschlägt und auf das man sich verlassen kann, ist "Belladonysat Bürger Lösung"

Das sind Tropfen bei den aber auch die Nebenwirkung nicht ganz ohne sind, bzw. bei mir. Großer Nachteil ist das sich die Pupillen sehr erweitern und man bei Überdosierung alles unscharf erkennt.

Aber nimmt man alles für in Kauf wenn man nicht schwitzt. Kenne das ja nur zu gut. Probiere vielleicht noch "Vagantin" aus,dass sind Tabletten die bei mir auch angeschlagen haben,aber mit der Zeit ihre Wirkung verloren haben.

Lies dich auf jeden Fall mal durchs Forum. Da wirst du bestimmt viele hilfreiche Sachen finden.

Mit dem Mundgeruch kann ich dir jetzt soweit keine Tipps geben.

Ich habe aber mal was im Fernsehen gesehen,wo eine Frau war die dauernd nach fisch gerochen hat bzw. ihr Schweiss.

Das ist auch eine Krankheit wie die jetzt heisst weiss ich nicht, es gibt wohl auch nur einige Tausend auf der Welt die das haben.

Auf jeden Fall hat sie durch ihre Ernährung viel Gemüse Obst usw. den Geruch einstellen können,was die jetzt alles so genau gegessen hat,kann ich dir auch nicht sagen.

Was umso krasse ist bei dir,ist die Tatsache,dass du deswegen schon Suizidversuche hinter dir hast. Ich weiss aber wie du dich fühlst,da ich auch ein Problem habe,was mich allmählich psychisch schon ziemlich fertig macht.

ABER das Leben ist viel zu sinnvoll und viel zu schön, um es einfach zu beenden! Ich weiss ein blöder Spruch wenn man ein solches Problem hat,aber irgendwie muss man immer versuchen das beste drauss zu machen.

Wenn du magst kannst dich gerne mal bei mir melden,sei es über eine Nachricht oder hier im forum.

Mit dem Schwitzen kenne ich mich ganz gut aus,leider :-)

Also vielleicht bis demnächst und alles Gute!

LG

JlanaHxH


hallo depri84, danke für Deine Antwort. Das Medikament habe ich schon ausprobiert (Es hieß nur anders:Vagantin). Es hat aber nichts gebracht, da mich die Nebenwirkungen umgehauen haben. Ich war so platt, dass es nicht ging.

Aber wie gesagt, nochmals danke für die Hilfestellung..Scheinst ja der einzige zu sein, der sich die Mühe gemacht hat. Schade :-(

LG

Jana

d8eplr i8x4


hey

Hey Jana,

Kein Problem.

Wenn du bock hast oder so,dann kannst mir ja auch mal ne PN schicken und vielleicht können wir uns ja mal so übern MSN Messenger,wen du den hast,noch bisschen austauschen.

Also bis dahin erstmal

LG

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