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Periorale Dermatitis – Was tun?

jVohnx.h hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich war gerade beim Hautarzt, nachdem ich mich nun schon seit einem halben Jahr damit rumquäle. Es fing an im November letzten Jahres, nachdem ich über einen zu langen Zeitraum eine stark pflegende Hautsalbe verwendet hatte.

Der typische Verlauf um den Mund herum: Es ist rot, es juckt und es schuppt. Bevor ich wusste was ich hatte, habe ich natürlich brav weitergecremt, nicht wissend das ich es damit nur noch schlimmer mache. Nachdem ich sah das es nichts brachte, habe ich damit aufgehört und etwas recherchiert und schnell kam ich zu der Diagnose periorale Dermatitis.

Wie in den Erfahrungsberichten von anderen Leidensgenossen zu lesen, wurde es mit absetzen der Pflegecremes erst schlimmer, bevor es langsam aber stetig besser wurde. Hin und wieder kam zwar ein kleiner Schub, aber mittlerweile ist es sehr viel besser. Aber leider noch bei weitem nicht weg.

Es ist nach wie vor gerötet wenn ich mir das Gesicht ganz vorsichtig mit Wasser wasche, es spannt die meiste Zeit, aber immerhin schuppt es sogut wie gar nicht mehr.

Nun, heute war ich wie gesagt beim Hautarzt und ich wusste ganz genau was ich wollte, nämlich eine Metronidazol haltige Hautcreme.

Als ich ihm von dem Krankheitsverlauf erzähle und ihm sagte was ich denke das es ist, war seine erste Reaktion nur das es eine "Über Diagnose" sei. Ich dachte sofort so eine Frechheit. Er hat keine Ahnung wie lange ich mich schon damit rumplage und wie ich in den ersten Monaten damit aussah. Manchmal war es so schlimm das ich gar nicht das Haus verlassen wollte, aber was solls.

Es ist leider so, wie es den meisten Ärzten ist, sie glauben nur das wie sie sehen und was du sagst ist sowieso belanglos, da man eh keinerlei Ahnung hat oder eine potenzieller Simulant/Hypochronder ist.

Dennoch wollte er mir eine Hautsalbe verschreiben und auf die Frage hin welche Inhaltsstoffe sie hat, konnte ich meinen Ohren nicht glauben. Da will er mir doch tatsächlich eine cortisonhaltige Hautcreme verschreiben, was ungefähr so schlimm bei einer perioralen Dermatitis ist, wie wenn man Zitronensäure über eine Brandwunde kippt.

Ich sagte ihm, das ich auf keinen Fall Cortison möchte, da ich damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe und zudem hundertfach gelesen habe, wie schlecht das bei derartigen Hautprobleme ist.

Letzendlich hat er mir eine anderen Hautsalbe verschrieben, nämliche die Protopic Sable 0,1%. Ich fragte ihn ob nicht eine metronidazolhaltige Salbe besser wäre, aber er verneinte.

Habe nun etwas recherchiert, da mir die Salbe unbekannt war und ich nehme aufgrund schlechter Erfahrungen mit Ärzten grundsätzlich nichts, wovon ich nicht weiß wofür es gut ist. Das Ergebnis ist, das die Salbe bei einer "atopischen Dermatitis" verordnet wird und ich das mit Sicherheit NICHT habe.

Ich möchte hier nicht arrogant rüberkommen, aber ich muss nicht Medizin studiert haben, um das einschätzen zu können. Wenn ich "atopischen Dermatitis" bei der Google Bildersuche eingebe, sieht das nicht im entferntesten aus wie es bei mir aussieht. Dagegen trifft es "periorale Dermatitis" zu 100%.

Nun ist meine Frage was ich tun soll. Ich möchte den aktuellen Zustand auf keinen Fall verschlechtern, indem ich das falsche Creme anwende? Taugt die Propotic Salbe 0,1% etwas oder soll ich einen andere Arzt aufsuchen, der mir eine metronidazolhaltige Salbe verschreibt?

Antworten
NBela


Es ist rot, es juckt und es schuppt.

Das spricht aber mehr für ein atopisches Ekzem, wenn man sich die Definitionen so durchliest. Denn eine periorale Dermatitis tritt ja mit Knötchen oder Bläschen auf...

Du schreibst selbst, dass es in Verbindung mit deiner Creme entstanden ist, was auch wieder mehr für das atopische Ekzem spricht. Demnach müsste der Arzt dir ja die richtige Salbe verordnet haben. Der Arzt wird schon wissen, was er macht.

Und: Dass der Arzt nicht begeistert war, dass du mit einer Diagnose kamst, kann ich verstehen ;-)

jOohnx.h


Der Arzt wird schon wissen, was er macht

Wenn dem so wäre, dann würde ich nun Cortison schmieren. Findest du Cortison in anbetracht einer atopischen Dermatitis in Ordnung? So weit ich weiß hat Cortison bei Haut Problemen noch nie auf dauer geholfen, es hilft nur so lange wie man es nimmt und kaumt setzt man es ab, boom > noch schlimmer wie vorher.

Ich kann auch verstehen das der Arzt nicht begeistert war, denn niemand lässt sich gerne korrigieren bzw. vorschreiben wie man seinen Job zu erledigen hat. Aber auch die werten Ärzte sind nicht unfehlbar und die Diagnose atopische Dermatitis ist in meinen Augen eindeutig falsch.

Denn ich weiß was ich sehe und ich glaube meinen Augen immer noch mehr, wie die Aussage eines Arztes der mir als erstes gleich Cortison verschreiben will, obwohl ein wohl begründeter Verdachte besteht, das ich eine periorale Dermatitis haben könnte.

Mal davon abgesehen kann man mMn alle Dermatologen in die Tonne treten, die einem als ersten gleich Cortison verschreiben.

So in etwas sah es bei mir vor einigen Monaten noch aus, momentan ist es weniger schlimm:

[[http://s1.directupload.net/file/d/2495/rm83tohd_jpg.htm]]

Du schreibst selbst, dass es in Verbindung mit deiner Creme entstanden ist, was auch wieder mehr für das atopische Ekzem spricht

Kann es sein das du da was verwechselst,? Denn "Überpfegung" ist der Auslöser einer perioralen Dermatitis.

F*idxeraLllCalla


Hallo!

Periorale Dermatitis hatte ich auch schon mal. Ganz schlimm letztes Jahr im Winter, so dass ich mich kaum auf die Straße wagen konnte, und dann kam es diesen Winter etwas schwächer nochmal zurück.

Leider hab ich auch von betroffenen Freundinnen gehört, dass nicht jeder Hautarzt sich mit der richtigen Therapie von perioraler Dermatitis auskennt. Häufig wird auch Kortison verschrieben, was nur zu einer kurzfristigen Besserung führt, die Dermatitis aber nicht abheilen lässt und die Therapie deutlich verlängert. Also bitte weglassen!!!

Eine periorale Dermatitis ist relativ leicht zu diagnostizieren an ihrer streng begrenzten Ausbrteitung seitlich rund um den Mund, angefangen vom unteren Nasenrand bis hin zum Kinn.

Ich hatte Glück mit meiner Hautärztin, sie hat mir direkt das richtige verschrieben und zwar eine in der Apotheke extra angemischte Rezeptur aus:

-Erythromycin (Antibiotikum)

-Zinkoxid

-Asche Basis Creme CRE

damit hab ich mich dann zweimal täglich eingeschmiert, es ist auch kein problem dort etwas Make-up drüber zu tun.

Zusätzlich hat meine Hautärztin mir empfohlen,schwarzen Tee in ganz wenig Wasser aufzukochen und dann abgekühlt mit einem Wattepäd auf die Stellen aufzutupfen, trocknen lassen und wieder drauf tupfen.

Keine Feuchtigkeitscremes auf die Stellen tun!! Die periorale Dermatitis muss austrocknen.

Bei mir ist sei glaub ich durch häufiges Waschen und tägliches Peeling entstanden. Also in der Gesichtspflege ist weniger mehr!!

Mit den Tips war meine nach ein paar Tagen verschwunden.

Viel Glück

c"aitEhlxinn


John,

ich kann eine voellig natuerliche Hautcreme (im Akutstadium, weniger als Basalpflege) empfehlen, deren einziger Nachteil darin besteht, dass sie in Deutschland nicht erhaeltlich ist. Aber ueber das WWW bekommt man sie z.B. aus England. Es handelt sich um die Salbe "Hope's Relief", die von einer Naturheilkundlerin in Australien entwickelt wurde (google ist dein Freund ;-) ).

Und das "Diagnoseproblem" umgeht sie auch elegant, denn sie ist fuer alle trockenen, juckenden (oder auch nicht) Hauterkrankungen geeignet, darunter eben auch atopisches Ekzem, Psoriasis, diverse Dermatitis Erscheinungen usw. Ich persoenlich verwende sie beim atopischen Ekzem meines Sohnes mit ausserordentlichen Erfolgen (praktisch symptomfrei) und bei mir selbst bei einer entweder sehr milden Form einer (diagnostizierten ;-) ) Schuppenflechte ohne Jucken oder (meine eigene Diagnose ;-) ) Pityriasis versicolor... Bei beidem hilft sie wie gesagt ausgezeichnet...

Caithlinn :-)

P_aulaMm;axrie


John

Metronidazol brauchst Du bei perioraler Dermatitis nicht. Zumindest nicht sofort.

Aber auf keinen Fall mehr cremen, ganz gleich mit was. Geduld haben. Der Tipp mit Schwarzen-Tee-Beuteln ist gut. Ansonsten viel Geduld. Wenn das alles nichts nützt nochmal beim Hautarzt nachfragen, aber kein Cortison. (Nennt man übrigens auch Stewardessenkrankheit, weil die Haut in der Regel überpflegt wurde).

Geht es gar nicht weg (Dein Bild schaut ja wirklich schlimm aus), dann doch ein Antibiotikum verschreiben lassen. Hilft aber auch nicht immer.

j0ohnx.h


Danke für eure Beiträge.

Aber ich creme schon seit November nicht mehr. Ich bin außerdem total übervorsichtig, z.B. das beim Essen oder Trinken ja nichts um Mund herum kleckert oder verzichte vollständig auf Ganzkörperbäder und dusche sogar nicht mal mehr als ganzes. Sondern nur getrennt, also entweder Körper oder Haare, das ja kein Wasser und Shampoo an die empfindlichen Hautstellen geht – aber ihr Frauen kennt das ja.

Wasche mein Gesicht und die betreffenden Stelle alle 1-2 Tage mit einem PH-neutralem Baby Shampoo, welches die Haut deutlich weniger reizt wie die normalen Shampoos, aber dieser Mist will einfach nicht weggehen.

Es ist frustrierend, besonders weil nun auch der Sommer vor der Tür steht und ich mich damit auf keinen Fall sonnen, geschweige denn ins Wasser gehen kann. :-(

Meine Haut war davor total in Ordnung und für alle die es interessiert. Bei mir war der Auslöser Bephaten-Heilsalbe oder anders gesagt Dexpanthenol. Habe es mir über Wochen ins Gesicht und auf die Lippen geschmiert, da ich merkte das dies die Haut länger mit Feuchtigkeit versorgt als die normalen Cremes, besonders in den kalten Wintertagen. Welch blöder Fehler.

Zudem ist es für mich als Mann zusätzlich schwierig weil man sich alle paar Tage rasieren muss und das nur sehr schwer geht, ohne die Haut nicht zu berühren.

P9aulafmxarie


Hallo John.h

Leider bin ich ein absoluter Laie. Aber wenn das schon seit November ist und Du die Stellen nur noch mit Wasser wäschst, ist wichtig, dann habe ich auch meine Zweifel, ob es sich um eine periorale Dermatitis handelt. Vielleicht doch was anderes? (Allergie?)

Gehe doch in die Hautambulanz einer Hautklinik (am besten Uniklinik). Da bekommst Du dann eine korrekte Diagnose und man verschreibt Dir entweder die Metrocreme oder eben doch Cortison!. Atopische Dermatitis hat übrigens viele Gesichter!

Ich hoffe, Du kommst mit Deinem Problem weiter.

L.G.

j0ohnx.h


Ja, guter Idee. Hätte ich früher gewuss das sich das so lange hinziehen würde, hätte ich schon früher einen Termin bei der Uniklinik ausgemacht. Nun warte ich erstmal bestimmt 2-3 Monate :/

P]aul]a[marixe


john.h

1 Monat dürfte reichen. Ist übrigens Dein Magen in Ordnung? Ich habe das bekommen, nachdem ich über lange Zeit Magensäureblocker genommen habe. Jetzt ist – nach Absetzen, dauert aber auch lange – alles wieder in Ordnung.

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