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Hautkranke im Schwimmbad, was denken Hautgesunde darüber?

A`ee~ssxa


Dennoch kann ich den Menschen mögen, aber mit seiner Haut ein Problem haben.

Na klar, das ist ja auch kein Problem solange man das dann für sich behält.

Man kann ja durchaus einen Anblick nicht schön finden, aber deshalb den Menschen immer noch akzeptieren bzw. dessen Anwesenheit im Schwimmbad. Nur darum geht es doch.

Jeder kann sich ja gerne ekeln soviel er will, solange er das eben nicht an demjenigen auslässt der das Pech hat so auszusehen.

mPidniightladxy41


:)^

B~amuBa)m66


Hauptsache ist doch, er kränkt denjenigen (den Erkrankten)nicht und versucht nicht, dessen Bewegungsspielraum einzuschränken, sondern schränkt gegebenenfalls seinen eigenen ein, indem er entscheidet, zu gehen, oder auch, sich nicht mehr in Schwimmbädern aufzuhalten.

Das sehe ich auch so.

SJhoxjo


Und nebenbei – ich finde, jeder der einen kranken Menschen wegen seiner Krankheit als ekelhaft bezeichnet, nicht wirklich nett.

Natürlich kann man sagen – nicht der Mensch ist ekelhaft, nur die Krankheit. Aber es kommt doch irgendwie aufs Gleiche raus.

Ich verstehe, was Du meinst. Aber da ist dann tatsächlich auch ein Stück weit die eigene Bereitschaft gefragt, anderen Menschen ihre Empfindungen "zuzugestehen" und nicht alles auf sich selbst zu beziehen. Und ja, ich finde es auch sehr viel richtiger, wenn man nicht sagt, ein Mensch oder seine Krankheit seien ekelhaft, aber wenn jemand Ekel empfindet, dann tut er das nun einmal. Ich selbst löse das für mich so – beim Ekel anderer und auch bei selbst empfundenem Ekel oder Scheu -, dass ich es ganz klar als dessen Baustelle empfinde. Und wenn es mir zu weit geht oder ich den Eindruck habe, derjenige geht grob und unreflektiert mit seinen Empfindungen um, dann nehme ich Abstand zu ihm. Und ja, wenn es einen selbst betrifft – natürlich ist das irgendwie kränkend. Meine Schwester beispielsweise findet Babys zutiefst widerlich, wirklich richtig, richtig widerlich, sie mochte mich nicht umarmen, wenn ich auf einem Arm das Baby hatte, und sie schaut den Kleinen, der inzwischen zweieinhalb ist, noch immer nicht an, wenn er etwas isst, weil er manchmal etwas ausspuckt, und dann könnte sie sofort kotzen. Ihr wird wirklich schlecht davon. Ach, und als ich schwanger war – ein gewisser Ekel vor meinem körperlichen Zustand war schon da, sie wollte damit möglichst wenig konfrontiert werden. Ich fand das zeitweilig alles ziemlich schwierig, und sie auch. Und ich dulde es nach wie vor nicht, dass sie ihren nur noch sehr gelegentlichen Widerwillen raushängen lässt – es ist ihr Bier, und es wird nicht "IGITT!" geschrien, und es wird sich nicht demonstrativ die Nase zugehalten, wenn der Kleine gewickelt wird, dann wird sich zusammengerissen und einfach ohne Törö rausgegangen, fertig, das muss sie mit sich selbst abmachen.
Aber wenn wir darüber reden, wenn das Thema auf dem Tisch ist, dann darf sie selbstverständlich sagen, dass es sie ekelt, und ich verlange ganz sicher nicht, dass sie lächelnd beim Wickeln zuschaut, wenn ihr nun mal weder nach Zuschauen noch nach Lächeln ist. Ich verlange nur, dass sie ihr Thema nicht über Gebühr und im Alltag zu meinem Thema macht. Das muss reichen.

DgocupMitch>kumatxerinu


ich glaube eher, dass es in den meisten Fällen daran liegt, dass sie Angst vor den Reaktionen anderer haben. :-)

Ob es in den meisten Fällen die Angst ist bezweifle ich. Ich bin mir ziemlich sicher das es auch genug Menschen gibt die selbst ein ganz normales ästhetisch empfinden haben und diese unangenehmen Dinge dann eben verdecken.

Aber ich gehe nicht mit der Erwartungshaltung in ein öffentliches Schwimmbad, dass ich dort nur schöne Menschen treffe

Ich auch nicht.

mein Sohn sagt auch ganz offen, dass er dicke Menschen schlimm findet, die sich das selbst angefuttert haben. Das muss ich akzeptieren, das ist seine Meinung. Ist er deshalb ein schlechterer Mensch?

Natürlich nicht. Ein schlechter Mensch wäre er "vielleicht" dann, wenn er diese Menschen "schlecht" behandeln würde.

Toleranzgrenze aufhört und sein Ekel anfängt. Das haben wir nicht zu bestimmen.

Toleranz und Ekel sind doch zwei völlig verschiedene Dinge. Ich kann noch so angeekelt von einer Person sein, aber ich muss so Tolerant sein, dass ich diese Person so behandel wie es das Recht eines jeden Menschen ist.

Und nebenbei – ich finde, jeder der einen kranken Menschen wegen seiner Krankheit als ekelhaft bezeichnet, nicht wirklich nett.

Das wäre ebenfalls Intolerant. Ich kann nicht steuern wann bei mir ein Ekelgefühl einsetzt, kannst Du das steuern?

Natürlich kann man sagen – nicht der Mensch ist ekelhaft, nur die Krankheit. Aber es kommt doch irgendwie aufs Gleiche raus.

Eben nicht, dazwischen liegen Welten. Ich habe einen sehr guten Freund der im Rollstuhl sitzt und er hat aufgrund seiner vielen Op´s eine richtig abartige Narbe am Hintern. Ich habe sie gesehen und musste mich beinahe übergeben beim Anblick. Menschlich ist dieser Freund aber eine absolute Kanone.

mUar-iRk\a stexrn


und es wird sich nicht demonstrativ die Nase zugehalten, wenn der Kleine gewickelt wird, dann wird sich zusammengerissen und einfach ohne Törö rausgegangen, fertig, das muss sie mit sich selbst abmachen.

na ja, ich halte das mit dem wickeln ebenso, wie ich das mit dem schwimmen halten würde: ich verlasse zum wickeln mit kind dem raum und würde ehrlich gesagt niemals auf die idee kommen, in direkter nähe eines anderen menschen zu wickeln, wenn es sich irgendwe vermeiden lässt. erst recht nicht, wenn ich weiß, dass seine ekelgrenze da recht niedrig liegt. ich finde das besispiek recht zutreffend. dass das kind kackt kann ich nicht vermeiden, dass ich eine bei anderen menschen ekel hervorrufende hautkrankheit habe auch nicht. ich kann es aber in beiden fällen vermeiden, menschen direkt damit zu konfrontieren.

D`ocupkitchku=matxerinu


ich finde das besispiek recht zutreffend. dass das kind kackt kann ich nicht vermeiden, dass ich eine bei anderen menschen ekel hervorrufende hautkrankheit habe auch nicht. ich kann es aber in beiden fällen vermeiden, menschen direkt damit zu konfrontieren.

:)^ Das sehe ich genauso und glaube auch das dies viele Menschen mit Hautkrankheiten so machen. Da sind sicher auch welche dabei die sich aus Angst verstecken, aber das sind doch hoffentlich Außnahmen!

AOee-ss0a


Ich finde das Beispiel ehrlich gesagt gar nicht zutreffend. Denn zum K***en gehen alle auf die Toilette, es ist allgemein so dass man sein Baby nicht mitten im Restaurant wickelt.

Für einen Hautkranken ist das allerdings eine Sonderregel die eben nicht für alle gilt, denn nicht alle verstecken sich wenn sie schwimmen gehen wollen.

Ich persönlich finde eben genau das das diskriminierende daran: dass es eine Regel geben soll, die nur für Hautkranke oder sonstwie "entstellte" gilt.

Wenn es danach ginge dürfte gar keiner mehr Schwimmen gehen. Es besteht ja immer die Gefahr das man jemand anderem optisch nicht gefällt, ihn "anekelt". Es gibt ja sogar Leute die sich vor nackten Füßen "ekeln".

mRariIkHa stxern


und ich finde, es ist wirklich ein untterschied, ob man sich zeigt oder ob man mit menschen in derselben badewanne herum schwimmt. ich finde, ein schwimmbecken ist schon eine art enger körperlicher kontakt. mit heftiger hauterkrankung würde ich wohl auch nicht unbedingt orte aufsuchen, an denen es zwangsläufig zu flächendeckendem körperkontakt mit anderen menschen kommt.

m?i>dnigIhtlaYdyx41


schuppenflechte ist nicht ansteckend, aber vererbbar. was macht jemand, der sich davor ekelt u dann ein kind bekommt , dass schuppenflechte hat. darf das kind dann nie ins schwimmbad?

A{eexssa


Nach der Logik würde ich persönlich dann wohl eher gar nicht mehr schwimmen gehen. Denn ich will keinen "engen Körperkontakt" mit Wildfremden.

Der Körperkontakt ist allerdings zu einem Hautkranken genauso groß oder eben nicht groß wie zu jedem anderen.

Und es gibt so viele die vor dem Schwimmen nichtmal duschen und dreckig reingehen. Das sieht man ihnen nur nicht unbedingt an und ist eigentlich der größere Ekelfaktor gerade weil *das* tatsächlich gesundheitsgefährdend sein kann. Nicht aber wenn ein Hautkranker im Wasser ist.

Ich glaube wenn es Dir um den "engen Körperkontakt" geht würde ich lieber mit jemandem mit Hautkrankheit im Wasser sein als mit jemandem der keine Dusche kennt. Und Letzteres kommt denke ich weitaus öfter vor.

Vor allem würde ich garantiert keinem anderen absprechen zu baden nur weil er eine nicht infektiöse Hautkrankheit hat. Wohl aber jemandem der gleich durch sein Stinken auffällt.

A3eessxa


darf das kind dann nie ins schwimmbad?

Nein, auf keinen Fall. Das Kind könnte ja die andern ekeln :(v

(Und ich hoffe das man die Ironie erkannt...)

m#arIika sstxern


wenn du bei google "schuppenflechte" eingibst und dir die richtig heftigen bilder anguckst, gibt es dann bei dir nicht irgendwo eine grenze des zumutbaren?

Fnlus>entxier


Ich kann nicht steuern wann bei mir ein Ekelgefühl einsetzt, kannst Du das steuern?

ich weiss nicht ob ich das steuern kann, aber ich habe mich in meinem Leben vor noch keinem Menschen geekelt, der nichts ekelerregendes getan hat, wie sich die Nase ohne Taschentuch zu schnäuzen oder sowas.

aber ok. Ich will auch niemandem Vorschreiben, wie er wann zu empfinden hat – so wie ich auch nicht vorgeschrieben bekommen möchte nach wessen Vorstellungen ich zu Leben habe.

@ Marika Stern,

siehst du, ich kann es nicht vermeiden, meine Mitmenschen direkt zu kontaktieren, es sei denn, ich würde das Haus nicht mehr verlassen

SEhojo


na ja, ich halte das mit dem wickeln ebenso, wie ich das mit dem schwimmen halten würde: ich verlasse zum wickeln mit kind dem raum und würde ehrlich gesagt niemals auf die idee kommen, in direkter nähe eines anderen menschen zu wickeln, wenn es sich irgendwe vermeiden lässt.

Na, ich wickle nicht in der Küche neben ihr auf einmal wild drauflos. Aber wenn sie mit im Spielzimmer bei unserer Mutter ist, wo wir nun mal wickeln, wenn es nötig wird, dann gehe ich nicht mit dem Kleinen los und suche mir eine Alternative, nur weil meine Schwester an dem Tag dabei ist.

ich kann es aber in beiden fällen vermeiden, menschen direkt damit zu konfrontieren.

Damit kann man es aber auch sehr übertreiben. Das führt jetzt ein bisschen übers Fadenthema hinaus, aber ich glaube, dass durch die zwanghafte Vermeidung diverser unangenehmer Begleiterscheinungen des Lebens eine künstliche Kluft zwischen den angenehmen und den unangenehmen Dingen entstanden ist, die zu einer grundlegenden Entfremdung von uns selbst führt. Beispielsweise empfinden sehr viele Menschen den Tod als etwas regelrecht Unnatürliches und wollen damit nur im Rahmen von Unterhaltungssendungen konfrontiert werden. Führt das – führt man den No-confrontation-whatsoever-Gedanken konsequent zu Ende – dann irgendwann dazu, dass man keine Trauerfeiern in Restaurants mehr ausrichten sollte, um nicht anderen Leuten ihr heiteres Essengehen zu versauen? Und dürfen Leute mit Tourette-Syndrom eigentlich öffentliche Verkehrsmittel benutzen, wenn doch Leute sich unangenehm von ihnen bedrängt fühlen könnten?

ich kann es aber in beiden fällen vermeiden, menschen direkt damit zu konfrontieren.

Dann musst Du Dich auch im heißesten Sommer weitgehend bedecken, wie gut oder schlecht das auch für die Haut sein mag, Du kannst nicht ins Schwimmbad, nicht an den See, nicht an den Strand, nicht in irgendein Wasser außer in einsamen Gegenden oder Deiner eigenen Badewanne, wenn Du eine hast. Und das nicht, weil Du andere Menschen gefährden würdest, sondern weil Du ihre Illusion aufrechterhalten helfen willst, dass Gesundheit der Normalfall sei und alles andere eine seltene Abweichung. Ich finde das unverhältnismäßig. Es führt bei manchen Menschen zu lebenslangem Verstecken, nur damit einige andere nicht manchmal denken müssen: "Huch, oje, au weia". Und je mehr Menschen sich aus selbstgewählter Rücksichtnahme verstecken, desto abnormaler erscheint es, wenn mal jemand sagt: Ich habe zwar Schuppenflechte, aber ich gehe jetzt trotzdem baden. Die Kluft wird immer größer, die Stigmatisierung immer krasser.

Daraus möchte ich jetzt nicht ableiten, dass es eine moralische Verpflichtung sei, seine Schuppenflechte regelmäßig ins Schwimmbad zu tragen, um die Menschheit zu verbessern, aber mir ist es doch sehr viel lieber, wenn jemand das tut, als wenn er aus in meinen Augen falsch verstandener Rücksichtnahme genau diese Mechanismen befördert, die für manche Menschen regelrecht zum Gefängnis werden.

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