» »

Schwellung nach Insektenstich, Antibiotikum wirklich nötig?

Mge^radxina hat die Diskussion gestartet


Hätte gern mal einen Rat.

Vor ca. 6 Tagen hat mich irgend etwas am Fußknöchel gestochen. Ich habe es nicht mitbekommen, fing harmlos an, habe leider häufiger gekratzt. Seit gestern habe ich jetzt eine massive Schwellung am ganzen Fuß, die sich weiter verschlimmert. Ich bin damit zum Arzt gegangen, der hat mir Arnika-Kügelchen empfohlen und Kühlung, mir eine Creme verordnet mit Cortison und Lokalantibiotikum (Kombipräparat), es wurde auf heute aber weiterhin schlimmer. Der Arzt hat es sich erneut angesehen, hat mir jetzt Apis-Kügelchen (Einmaldosis) gegeben und ein Antibiotikum zum Nummer-Sicher-Gehen, obwohl er nicht an einen bakteriellen Infekt glaubt.

Ich war sehr erschrocken, was mir der Apotheker alles zu diesem Antibiotikum gesagt hat, vor allem über die zusätzlichen Verhütungsmaßnahmen, wenn ma die Pille einnimmt, bishin zu hohem Risiko der Übelkeit, zudem darf ich nicht in die Sonne und das gerade jetzt, wo wir die eine Woche an die Ostsee wollen. Mal abgesehen, davon dass Antibiotika die Darmflora zerstört.

Daher meine Frage: ist das wirklich nötig? Kann ich nicht noch weiter abwarten? Geht das nicht auch so irgendwann weg? Kann ich nicht irgendwie feststellen, ob es sich wirklich um einen bakteriellen Infekt handelt, bevor ich völlig vergeblich dieses Antibiotikum einnehme?

Vielen Dank für Eure Meinungen!

Antworten
cgharl/iedog


Die Nebenwirkungen des Antibiotikas "könnten" vorkommen, müssen aber nicht. Ich hab noch nie auf ein Antibiotika schlecht reagiert, Nebenwirkungen können bei allen vorkommen. Ist einfach die Aufgabe der Apothekerin, dir dies mitzuteilen. Ich würds nehmen.... sicher ist sicher. Zusätzlich mit Kondomen Verhüten ist ja jetzt auch nicht so ein Riesenunglück, und vor der Sonne sollte man sich eh schützen, sb. Sonnencreme oder Hut (oder beides)

Joori


Es ist gut, dass Du skeptisch bist: Ja, es ist richtig: Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Trotzdem würde ich [...]

Es wird viel zu oft, viel zu schnell ein Antibiotikum verabreicht, häufig auf Verdacht und ohne genaue Diagnose. Manchmal habe ich das Gefühl, eine Erkrankung ist nur eine "richtige" Erkrankung, wenn Antibiotika verschrieben werden.

Das führt aber u.a. auch dazu, dass die Bakterien durch die Flut an Antibiotika resistent werden und früher oder später nicht mehr darauf ansprechen. Und dann sind wir einer Infektion machtlos ausgeliefert.

Wenn es denn wirklich eine bakterielle Infektion ist, kann es natürlich angezeigt sein, ein Antibiotikum zu nehmen.

Vielleicht braucht der Körper aber auch nur etwas Zeit, mit dem "Eindringling" fertig zuwerden. Ist schon mal an eine allergische Reaktion gedacht worden? Hast Du schon mal auf einen Stich so reagiert? Was für ein Arzt war das? Eventuell musst Du noch einmal zu einem Hautarzt gehen.

Mperadxina


Danke für Eure Meinungen.

Ich nehme nicht so gern Medikamente mit diversen Nebenwirkungen, wenn es u.U. nicht mal die Richtigen sind. Wie gesagt, der Arzt zweifelte ja auch daran, dass es etwas Bakterielles, aber er will eben auf Nummer sicher gehen. Meinge Güte, gegen alles bekommt man sofort Antibiotika, ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich sowas verordnet bekomme. Was ist, wenn ich es mal wirklich dringend brauche, und es lebensnotwendig ist, dann greifen die Mittel nicht mehr?

Im übrigen war von einer Blutvergiftung bisher überhaupt nicht die Rede.

Jori, der Tip noch einmal zum Hautarzt zu gehen, ist ein guter. Bisher war ich nur beim Allgemeinmediziner.

Habe in der Vergangenheit noch nie auf einen Stich mit einer solchen Schwellung reagiert.

Allerdings hatte ich schonmal eine offensichtliche Entzündung, bei der sich ein richtiger "roter Strich" gebildet hat, da ging die Rötung auch direkt von der Einstichstelle aus. Jetzt steht aber dieser enorme Schwellung im Vordergrund. Komisch finde ich nur, dass es erst Tage später zu dieser Reaktion kommt.

E6isenba}rtxh


du findest das komisch (kennst dich also offenbar nicht mit allergien aus), kannst nicht ausschließen, dass die ursache für die schwellung auch bakteriell sein kann (kennst dich also auch nicht mit infektiologie i.w.s. aus) – und du kennst dich auch nicht mit antibiosen aus – findest aber antibiotika schlecht, weil sie hier auf verdacht verordnet wurden?

dann wünsche ich dir mal, dass es keine infektion ist, wenn du die antibiose schon ausschlägst!

Mjerkadixna


Wie war denn das früher im Mittelalter? Da gab es doch auch keine Antibiotika.

Da sind dann die Menschen an einem Mückenstich gestorben?

Man muss doch dem Körper wenigstens Mal die Chance geben, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Man muss doch nicht immer gleich mit der Keule draufhauen.

E.isWenbakrth


ja, da sind die leute an mückenstichen gestorben, an zeckenbissen, an entzündeten zähnen, an superinfizierten mykosen und was die palette pathologischer unglücksfälle dieser art noch so hergibt.

deshalb lag die durchschnittliche lebenserwartung da auch eher so bei 40 jahren, wohingegen sie sich heutzutage fast verdoppelt hat.

P7iMa`0509


Ja, die Menschen starben früher an so einfachen Dingen, weil Antibiotika nicht nur Nebenwirkungen haben, sondern auch helfen.

Hier kann dir niemand eine Ferndiagnose stellen und wenn du doch eh der Meinung bist, daß die Antibiose zu früh verordnet wurde und der Körper noch Selbstheilungskräfte hat, was möchtest du denn dann hören?

Ich würde mal nach sechs Tagen Schwellung drauf tippen, daß du dir Bakterien reingekratzt hast. Und wenn es nicht besser sondern eher schlechter wird (was du ja schreibst) dann würde ich mir mal überlegen ob ich wirklich sooooo viel Antibiotikum über das ganze Jahr futter, daß ich hier nun ein Risiko eingehen kann.

Ejhemaligerd Nutze.r (#4x67193)


Da sind dann die Menschen an einem Mückenstich gestorben?

Schlichtweg, wie es Eisenbarth schon geschrieben hat: Ja. An Verletzungen oder Infektionen die heute dank Antibiotika meist kein Problem mehr darstellen. Selbstheilungskräfte? Mhm, genau.

Wenn du bedenken hast, besprich es vielleicht nochmal mit deinem Hausarzt. Solltest du eine Antibiose verweigern, was ja dein gutes Recht als Patientin ist, ist das durchaus in Ordnung. Aber dann sei dir der Risiken bewusst.

E9hema#liger Nut_zer (#z393x910)


Versuchs doch mal mit Rivanolumschlägen.

In der Apotheke Rivanoltabletten kaufen und nach Anleitung auflösen und kalte Umschläge damit machen. Die Umschläge immer schön feucht halten.

Aber vorsicht, das Zeug ist quietschgelb und lässt sich NICHT auswaschen. Also alte Lappen nehmen und auch etwas Altes unter das Bein legen damit Nix versaut wird.

EwisEenbarvth


ich würde das deshalb lassen und die antibiose machen, weil die schwellung/entzündung ja offenbar nach der anwendung von steroid + topischem antibiotikum schlimmer geworden ist.

d=anaxe87


Ich würde darauf bestehen, dass erstmal ein Blutbild gemacht wird, ein Abstrich von der Wunde genommen wird oder was auch immer sich hier eignet um zu bestimmten ob da überhaupt etwas mit Antibiotika behandelt werden muss und wenn dann, mit welchem. Um nicht zu sagen: ich würde darauf bestehen das die Empfehlungen der WHO befolgt werden damit die Antibiotika auch in 20 Jahren noch helfen können wenn sie nötig sind.

E.isesnbarxth


@ danae87

kannst du die who-empfehlungen für so einen und ähnliche fälle mal gerade verlinken? ich finde die nicht :-(

MYeraxdina


Danke für Eure Meinungen. Ich würde gern irgendwie checken lassen, ob es sich überhaupt um eine bakterielle Infektion handelt, weiß nicht, ob man das im Blut feststellen kann. Einen Abstrich kann man wohl nicht machen, den Einstich sieht man kaum und eine Wunde gibt es nicht. Leider war ja heute Mittwoch nachmittag, da hatten hier natürlich mal wieder alle Praxen dicht. Werde dann morgen nochmal mein Glück versuchen, solange werde ich das mit dem Antibiotikum noch vertagen.

Im Moment wird es jedenfalls nicht schlimmer, allerdings auch nicht besser...

Die Empfehlungen der WHO hätte ich auch gern mal gesehen. Gibt es einen Link auf deutsch?

EqiseQnbartxh


man könnte mal leukos und crp bestimmen, um zusammen mit der visuellen untersuchung und den aus den therapieversuchen gewonnenen erkenntnissen eine gesichertere indikation für das antibiotikum ermitteln zu können.

meiner ansicht nach ist ein abstrich (egal, ob hier machbar oder nicht) nicht zwingend für die wahl des antibiotikums nötig – man weiß durchaus sicher genug für insbes. standardsituationen, welche erreger mit erhöhter wahrscheinlichkeit infrage kommen, und danach wird dann das antibiotikum gewählt. breitbandantibiotika tragen zudem diesen (wenn auch etwas unscharfen) namen nicht umsonst.

wo es gerade schonmal erwähnt ist: darf man fragen, welches antibiotikum bislang topisch aufgetragen und welches oral verordnet wurde?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Dermatologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Schönheit und Wohlfühlen · Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH