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Hautpilz-"Epidemie" in der Schule

Alias 693305 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

sorry wegen des Alias-Namens, aber ich finde es in diesem Fall angebracht...

Also: Ich arbeite an einer Grundschule, in der seit diesem Sommer vermehrt ein hartnäckiger Hautpilz bei Kindern vermehrt auftritt. Inzwischen hat sich dieser Pilz schon ziemlich verbreitet, so dass nahezu täglich ein weiterer Fall in der Schule bekannt wird. Seit den Herbstferien ist auch eine Mitarbeiterin der Schule betroffen, die nun sogar Medikamente oral einnehmen muss. Trotz der wochenlangen Einnahme der Medikamente hat sich eine weitere infizierte Stelle bei ihr gebildet.

Wir wissen leider nicht, um welche Art von Pilz es sich handelt, es ist bei allen eine ca. eurostückgroße Verfärbung der Haut mit dunkerotem Rand, innen heller. Die meisten Kinder haben es im Gesicht, meine Kollegin hat es am Unterarm.

Es wurde bei einigen eine Kultur angelegt, das Ergebnis soll wohl bis zu acht Wochen dauern ":/ ...daher weiß niemand, was es genau ist.

Die ersten Kinder, die es hatten, sind Flüchtlinge aus Äthiopien, die in einem Asylantenheim in der Nähe untergebracht sind (nein, das sind keine Vorurteile, sondern es ist leider die Realität. Bei diesen Kindern hat es sich auch seitdem kontinuierlich verschlimmert..,).

Unsere Schule hat folgendermaßen reagiert:

1.) Die betreffenden Kindern mussten sofort zum Arzt. Die meisten wurden eine Woche krank geschrieben, andere kamen schon am nächsten Tag wieder zur Schule ??? . Nach Rücksprache der Schulleiterin mit einem der behandelnden Ärzte und der Frage nach einer Bescheinigung, dass die Kinder ansteckungsfrei sind, erhielt sie nur die Aussage, dass er so etwas nicht ausstellen brauche....

2.) Gesundheitsamt wurde informiert. Die sagten nur, dass es nicht meldepflichtig sei und dass sie nichts tun können. Wir sollen auf die behandelnden Ärzte hören....da sagt aber leider nun jeder etwas anderes :|N .

Ziemlich doofe Situation, v.a. weil es sich so schnell verbreitet und die Kinder, die es haben, täglich in der Schule erscheinen, da die Ärzte das ja so bestimmt haben.

Ich frage mich nun folgendes:

- Was können wir als Schule noch tun ??? Kann der Schulleiter entgegen der Meinung des (einen bestimmten Arztes) bestimmen, dass die Kinder zu Hause bleiben müssen, damit sie niemanden anstecken?

- Man könnte ja nun aus der Sicht des Arztes sagen, dass man wegen anderen Infektionen, z.B. Erkältung, auch nicht so ein Bohei veranstaltet....!? Andererseits sehe ich, dass es unserer Mitarbeiterin echt schlecht geht, v.a. mit den oralen Antipilzmitteln, die wohl auch die Leber angreifen können etc....

- Hat man an seinem Arbeitsplatz nicht auch das Recht auf "Unversehrtheit"?

Habe gehört, dass der Arzt die Verantwortung trägt, der so etwas anordnet ("sofort am nächsten Tag wieder in die Schule"). Gilt das auch für mögliche Konsequnzen, z.B. wenn meine Kollegin wirklich einen Leberschaden davon trägt!?

Ich bin zwar noch nicht selbst betroffen, aber mache mir schon etwas Sorgen.... übrigens bekommen die Kinder alle nur Salben mit Cortison - ohne einen antimykotischen Wirkstoff....das kann ja dann auch gar nicht weggehen, oder?!

Sorry für den wirren Text....hoffe, ihr könnt dem folgen! :-)

Antworten
E'hema&lige7rO Nutzear (#3939x10)


Ich würde die Erkrankung der Kollegin auf jeden Fall der Berufsgenossenschaft melden, denn in diesem Fall hat sie diesen Pilz ja während der Arbeit erworben und das ist ja schließlich keine banale Erkältung die man sich überall einfängt.

Eventuell greift dann die Berufsgenossenschaft ein, um weitere Erkrankungen zu vermeiden.

Ist jetzt nur ein Gedanke von mir persönlich, wie ich in dieser Situation handeln würde.

P]um[mel]luxff


Ist das denn auch ein Pilz?

Woher haben die Kinder denn die Cremes, vom Arzt?

Alias 693305


Ja, alle Ärzte waren sich wohl einig, dass es ein Pilz ist. Ich denke, dass die Salbe vom Arzt ist....werde morgen nochmal nachfragen.

Vielleicht ist es ja auch was ganz anderes, etwas "exotisches", was man hier gar nicht so kennt.... ???

E8hemalige0r Nutzer (#3x93910)


Vielleicht mal einen Abstrich ans Tropeninstitut schicken.

Pgummsell#uff


Was exotisches würde ich nicht vermuten, wobei das aber mit den Flüchtlingen Nahe lieg (Bitte jetzt nicht das hetzen anfangen, da haben wir in meiner Gegend viel mit zu kämpfen, also unqualifizierten hetztiraden)

Ich finde es nur seltsam wenn Ärzte sagen es sei ein Pilz, aber Cortison verschrieben wird.

Ich hatte mal was, was optisch aussieht wie du es schriebst, wurde allerdings durch ne Insektenstich ausgelöst und War kein Pilz. Leider weiß ich aber auch nicht was es sonst war, War zu jung. ???

Alias 693305


Also: Wollte mal eben die Neuigkeiten posten:

Erstmal ist alles etwas seltsam....bei dem Mädchen, bei dem es zuerst aufgefallen ist (Flüchtling aus Erythrea), hat es sich inzwischen ausgebreitet und sie hat es am ganzen Körper....kommt aber weiterhin jeden Tag zur Schule ??? :-o ....sie bekommt eine "pilzsalbe", die aber wohl nichts hilft.....die Mitarbeiterin der Schule war heute bei der Hautärztin. Diese wollte den Bericht des Labors nicht herausgeben und meinte, dass es kein Pilz sein kann, da die angelegte Kultur nicht so angegangen ist, wie es nach 4 Wochen hätte sein müssen. Diese Kultur hatte sie allerdings bei sich in der Praxis, d.h. sie hat sie gar nicht an ein Labor geschickt ??? .

Sie tippt nun auf irgendwelche unbekannten Bakterien..... ":/ ....dann wäre ja auch logisch, dass die Anti-Pilzmittel (in welcher Form auch immer: Salbe, Tabletten) nix bringen....

Man müsste dann ein Antibiotikum nehmen!? Es ist alles sehr seltsam und die Unruhe - auch unter den Eltern- breitet sich aus, da diese seltsame Krankheit ja anscheinend hoch ansteckend ist.....

Wie nun weiter vorgehen ??? Wie bekommt man denn die Art des Erregers heraus, der ähnlichen Hautausschlag wie ein Pilz verursacht?

Wäre super, wenn jemand eine Idee hätte :)^

LG

EWhemalige#r NutVzer? (*#3939x10)


Deine Kollegin soll sich, wie ich oben schonmal geschrieben habe, direkt an ein Tropeninstitut wenden.

CFhristxina85


Ich würde mich ans Gesundheitsamt eurer Stadt wenden. Bisher nicht meldepflichtige Krankheiten, die ansteckend sind und potentiell bedrohlich sein können, sollten die auf jeden Fall interessieren.

Bei der Beschreibung hab ich übrigens an Röschenflechte gedacht, google mal ein paar Bilder vom Primärfleck, aber soviel ich weiss, ist die nicht ansteckend....

C~hrisItinxa85


Ach und bevor nicht sicher ist, was es ist, würde ich an Stelle deiner Kollegin keine oralen Pilzmittel einnehmen! Es ist ja noch lange nicht gesagt, dass dieser Hautausschlag innere Organe angreift!

EThem aligerY Nutzer (#3|93910x)


2.) Gesundheitsamt wurde informiert. Die sagten nur, dass es nicht meldepflichtig sei und dass sie nichts tun können. Wir sollen auf die behandelnden Ärzte hören....da sagt aber leider nun jeder etwas anderes :|N .

Cdhrist<in:a8x5


Upps, sorry, überlesen.

Es kann ja eigentlich so nicht richtig laufen. Was ist denn, wenn diese Krankheit bedrohlich wäre? Dann werkeln da paar Ärzte rum, die alle was anderes sagen?

Was ist, wenn man sich mal ans Gesundheitsamt des Bundeslandes wendet?

RDi!o GCrandxe


Das Infektionsschutzgesetz regelt das eindeutig. Somit am besten selbst zum Arzt gehen und auf einer Meldung bestehen. Falls der Arzt dies nicht veranlassen möchte, sollte man sich das schriftlich bestätigen lassen, oder gleich zu zweit erscheinen. Ein Rechtsanwalt oder Journalist bewirkt so gelegentlich richtige Wunder an Mortivationsbereitschaft.

[[http://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/index.html#BJNR104510000BJNE002302116]]

Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen

§ 6 Meldepflichtige Krankheiten

Absatz 5.

soweit nicht nach den Nummern 1 bis 4 meldepflichtig, das Auftreten

a)

einer bedrohlichen Krankheit oder

b)

von zwei oder mehr gleichartigen Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird,

wenn dies auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist und Krankheitserreger als Ursache in Betracht kommen, die nicht in § 7 genannt sind.

Alias 693305


Guten Morgen zusammen,

danke schön für eure Antworten!

@ Christina85:

Ja, das das so nicht richtig sein kann, das ist wohl wahr! Aber wie es richtig laufen sollte, ist irgendwie ja auch dem Gesundheitsamt nicht klar, sonst hätten die uns ja anders beraten!?

Röschenflechte sieht dem ganzen auch sehr ähnlich, wobei die meisten nur einen fleck haben und zwar im Gesicht. Das Mädchen, die es nun schon seit ein paar Monaten hat, hat es sich jetzt erst auf dem Körper ausgebreitet. Die Flecken sind eher rund als oval. Bei fast allen fingen sie im Gesicht an und nicht om Oberkörper. Eigentlich müsste ein Hautarzt das von einem Pilz unterscheiden können, oder?

@ RioGrande:

Super!!! Vielen lieben Dank! Denke, dass hilft auf jeden Fall weiter. Werde das heute mal dem Schulleiter zeigen.

@ devil_w:

Tropeninstitut werde ich ebenfalls nochmal anregen!

Halte euch auf dem Laufenden!

LG

T[rexwu


Könnte es vielleicht(!) das hier sein?

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Tinea_capitis]]

Siehe auch:

[[https://www.google.de/search?q=%22Tinea+capitis+%22&biw=1920&bih=979&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=JmxtVKqADIjfO-yvgMAN&ved=0CAYQ_AUoAQ]]

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