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Scabies - Krätze - Ivermectin / Stromectol Resistenz

N*o5elxle9 hat die Diskussion gestartet


Hier schreibe ich euch meine Geschichte zu Scabies auf, die 1,5 Jahre gedauert hat.

In Teil 1 berichte ich vom Ausbruch der Krankheit bis zu dem Punkt, als ich dachte sie besiegt zu haben.

Teil 2 beschreibt Rückfälle und ihre möglichen Gründe

Teil 3 was ich schließlich alles unternommen habe um die Seuche zu besiegen, nachdem klar wurde, dass

es alleine mit dem Wirkstoff Ivermectin nicht gelingt.

Antworten
NRoellxe9


Teil 1

Angefangen hat meine Geschichte Ende November 2013 mit einem juckenden Ausschlag, Papeln, wie ich jetzt weiß, im Genitalbereich. Da es nicht abklingen wollte, ging ich zur Gynäkologin, da ich dachte, es gehöre dorthin. Die Gynäkologin diagnostizierte eine Pilzkrankheit und Herpes. Herpes hatte ich zuvor noch nie. Sie verschrieb mir ein orales Pilzmittel – das hilft sicher – war die Begründung. Der "Herpes" war am Abklingen, daher befand sie, gab es keinen weiteren Handlungsbedarf.

Ein paar Tage nach Einnahme des Pilzmittels bekam ich einen Ausschlag, der meiner Meinung nach aussah, wie Quaddeln. Ich dachte, es wäre Nesselfieber, als Reaktion auf die Tablette. "Das geht sicher bald vorbei", dachte ich. Dann kam Weihnachten, der Ausschlag zwar noch nicht vorbei, aber die meisten Arztpraxen geschlossen. So auch die, meiner Hautärztin. Zwischenzeitig wurde der Ausschlag immer schlimmer und juckte, wie die Hölle. Anfang Januar konnte ich dann endlich zur Hautärztin gehen und erzählte meine bisherige Geschichte. Sie blickte kurz auf meinen Ausschlag und diagnostiziert "Röschenflechte". Zwar sollte das für gewöhnlich nicht jucken, aber sie meinte "vielleicht ist noch etwas dabei!". Da ich nicht wusste, was ich hatte und schon mal gute Erfahrung bei Ausschlag mit der Salbe Volon A (Cortison) gemacht hatte, fragte ich danach. "Ja" meinte sie, "das wäre zwar ganz gut, aber zwischenzeitlich von der ärztlichen Verordnung ausgenommen". Auf Privatrezept könnte ich es haben. Ok, dachte ich. Dann stellte sich heraus, dass es nicht eine Salbe, sondern eine Spritze wäre. Ich dachte mir weiter nichts dabei. Eine Aufklärung blieb aus, bis auf die Bemerkung, dass ich etwas aufgeregt sein könnte.

So bekam ich die Spritze.

Eine Besserung blieb aus. Nach einer Woche ging ich nochmal zur Ärztin. Es juckte eher noch mehr und schlafen konnte ich seither auch nicht mehr. Wie ich dann herausfand, hatte ich eine Spritze mit Langzeitwirkung bekommen. Verweildauer im Körper zwischen 6 Wochen und 3 Monaten. Na prima: Jucken, das nachts besonders schlimm war und zusätzlich nicht mehr schlafen können. Ich schlief noch zwischen 2-4 Stunden pro Nacht.

Zwischenzeitlich hatte mir meine Mutter berichtet, dass sie gehört habe, dass Krätze wieder im Vormarsch sei und die Ärzte es nicht gut diagnostizieren könnten. So fragte ich die Hautärztin, ob dies nicht Krätze sein könnte. Ihre Antwort: "Das wäre ja leicht, das würde sie sehen". Sie meinte, ich sollte mich, wenn es nicht besser würde, in der Urtikaria-Sprechstunde der Uniklinik vorstellen. Sie schrieb mir eine Überweisung. (Nebenbei bemerkt, ich habe tatsächlich versucht, dort einen Termin zu bekommen, aber es hätte Monate gedauert).

Inzwischen recherchierte ich zur Röschenflechte im Internet und gab mich damit ab, dass es das sei und eben einige Zeit bräuchte um zu vergehen. Tatsächlich wurde es zwischenzeitig etwas besser.

Dann im Urlaub, Anfang Februar, wurde es wieder ganz schlimm. Zurück aus dem Urlaub ging ich in die Notfallaufnahme (Wochenende) der Uniklinik. Eine junge Ärztin untersuchte mich, beschaute sich auch, die inzwischen wieder aufgeflammten Papeln im Genitalbereich. Herpes könne es nicht sein, weil das immer schmerzen würde und das tat es bei mir nicht. AHA! Schließlich kam sie zu der Diagnose, dass es vielleicht Prurigo wäre. "Eine sehr schwer zu behandelnde und zu heilende Hautkrankheit", meinte sie. Verschrieb mir Cortisonsalben. Diese Diagnose kam dann selbst mir haarsträubend vor.

Schließlich drängte mich mein Mann, seine Hautärztin, die schon etwas älter sei und somit schon viel gesehen hätte, zu konsultieren. Das tat ich auch. Nun kam die Diagnose: Krätze. Sie verschrieb mir Crotamitex-Lotion. Mit dieser Lotion musste ich mich (und auch der Rest der Familie) drei Tage lang, morgens und abends, eincremen. Kurzzeitig wurde es besser. Dann wieder Verschlechterung. Nun sollte ich mich (und die Familie) mit Infectoscab 5% eincremen. Zwischendurch natürlich alle Kleidungsstücke, Bettwäsche, etc. tausendfach waschen… Auch das Infectoscab verschaffte Anfangs Besserung, nach einer Weile wurde es wieder schlechter.

Nun las ich schon eine ganze Weile in den Internetforen. Das einzige zuverlässige Mittel sollte Ivermectin, Handelsname Stromectol sein. Ich bat meine Ärztin, mir dies zu verschreiben, was sie dann auch tat.

Ich nahm das Mittel, wie verschrieben, auf nüchternen Magen in der Nacht (ich war ja oft genug wach). Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen. Inzwischen war es März geworden. Jucken und nicht schlafen seit 3,5 Monaten. Erst jetzt wurde es endlich besser. Auch psychisch hat es mich enorm beruhigt, dass der Krätze von innen heraus der Garaus gemacht wurde. Salben darf man nicht auf die Schleimhäute schmieren und auch nicht in die Haare. Dies wäre aber sicher notwendig gewesen, um wirkungsvoll zu handeln.

Die Einnahme der Tablette ist jetzt gute 4 Wochen her. Alles ist deutlich besser geworden (ausgenommen die Trockenheit der Haut durch die Salben). Aber dennoch, war ich etliche Male kurz davor die Behandlung wiederholen zu wollen, da sich immer wieder neue juckende Pusteln gezeigt haben. Nur dem Lesen in einem Forum und den Beiträgen eines Nutzers (Magnet) habe ich zu verdanken, dass ich es noch nicht getan habe und darin vertraue, dass es sich noch immer um Postscabies handelt, also eine Art allergische Ablaufreaktion bis die Haut erneuert ist.

Es sei darauf hingewiesen, dass es nicht immer das typische Bild der Krätze ist, das zu diagnostizieren wäre. In meinem Fall, war der Ausschlag nicht sehr typisch, weil es sich um eine sogenannte "gepflegte Scabies gehandelt. hat. Ich denke jedoch, dass in einem Land, wie Deutschland, wo der Hygiene-Standard sehr hoch ist, dies häufig in dieser Form vorkommen könnte.

N$oexlle9


Teil 2

Teil 1 der Geschichte endet, als ich dachte, Scabies wäre besiegt. Die eine oder andere Pustel zeigte sich noch, aber ich ging davon aus, dass es sich um Postscabies handeln müsste. Es war deutlich besser – ganz weg war es nicht.

Die Aussagen dazu, wie lange ein Postscabies anhalten kann, gehen weit auseinander. Die Rede ist von 4 Wochen bis zu 6 Monaten. Heute denke ich, dass es wirklich nach ca. 6 Wochen vorbei sein sollte. Papeln, die meiner Meinung nach die Herde der Scabies sind, müssen auch weg sein, wenn man sicher sein möchte.

Im Juli 2014 waren wir in Urlaub, danach brach die Scabies wieder aus. Ich wiederholte die Behandlung mit Stromectol. Diesmal nahm ich eine Wiederholungsdosis nach 2 Wochen (was ich beim ersten Ausbruch nicht tat).

Auch muss ich einräumen, dass ich beim ersten Ausbruch der Krankheit nicht so lückenlos alles gewaschen und gesäubert habe, wie es vielleicht notwendig gewesen wäre. Allerdings ist unklar, welches Ausmaß hier wirklich zu wählen ist. Letztendlich kann man die Milben nicht sehen und weiß nicht genau, ob sie noch leben oder nicht.

Dennoch empfehle ich – einfach nur um sicher zu sein – eine penible Reinigungsaktion. Ja, die ist extrem aufwändig: Ich habe ALLE Kleidung gewaschen, die ich besitze. Ebenso natürlich Bettwäsche, Handtücher, etc. Alles, was eben ging, auf 60°. Was ich nicht auf 60° waschen konnte, habe ich auf 40° gewaschen (wichtig auf jeden Fall alles zuerst waschen). Was man nicht waschen darf, reinigen. Alles, was ich niedriger, als 60° gewaschen habe oder man nicht waschen darf, habe ich so gut es ging, luftdicht verpackt und für mindestens 2 Wochen in den Keller gestellt. Ab diesem Punkt habe ich nur noch Sachen angezogen, die ich auf 60° waschen durfte (oder auch nicht – ich habe es getan). Die Bettwäsche und Handtücher jeden Tag gewechselt und gewaschen. Die Bettdecken und Kissen wurden entsprechend gewaschen und dann ca. 1xWoche wiederholt. Dies gilt auch für Schuhe. Die müssen in den Sack oder zumindest für 2 Tage in die Tiefkühltruhe. Möbel, Matratzen, etc. - alles gut gesaugt und aufgewischt. Diese Prozedur muss man so lange durchhalten, bis man 100% sicher ist, dass man keinen Befall mehr hat!

Ich habe nach dem Ausbruch im Juli zwar alles gewaschen, etc. aber wohl nicht lange genug durchgehalten, da ich mich wieder gesund wähnte. Der Befall ging zurück, war aber nicht zu 100% weg.

Nächster Ausbruch war dann im Oktober 2014. Zunächst wollte ich nicht glauben, dass es das wieder war. Leider war auch die Hautärztin, die ja zumindest beim 1. großen Befall schließlich die richtige Diagnose gestellt hatte, der Meinung, dass es diesmal keine Scabies sei (die Haut hätte ja außer Pusteln, Ekzeme oder Papeln keine Möglichkeit sich zu "äußern"). Erst nach mehreren Wochen und diesmal nach der Entnahme einer Papel, war klar, dass ich schon wieder einen Rückfall hatte. Leider war jetzt schon wieder so viel Zeit verstrichen, dass der Befall stark war. Wieder nahm ich das Stromectol (übrigens bezog ich es aus einer französischen Apotheke, sehr viel billiger). Ich wiederholte die Behandlung nach 10 Tagen und schmierte mich zusätzlich, nach Empfehlung des Arztes, mit Crotamitex ein.

Wieder wurde es besser – ganz weg war es nicht (glaubte ich aber).

Im Januar 2015 war es wieder soweit. Ich konnte nicht übersehen, dass ich wieder einen Rückfall hatte.

Nmoelvlex9


Teil 3

Bei diesem Rückfall war ich aus einem anderen Grund beim Gynäkologen (diesmal ein anderer als beim ersten Mal). Es stellte sich zufällig heraus, dass seine Frau auch mal Scabies gehabt hatte. Sehr schwierig wegzubekommen, sagte sie wohl. Sie bekam es mit einer Eigenblutbehandlung in den Griff. So suchte ich mir eine Heilpraktikerin, die das durchführen konnte.

Interessant fand ich schon mal, dass Heilpraktiker in ihrer Ausbildung wohl explicit mit Scabies konfrontiert werden und zumindest eine Vorstellung haben, was man dagegen unternehmen kann und auch wie sie aussieht. So dass sie diagnostiziert werden kann. Etwas, das Ärzte leider nicht oft können!

Bei der Eigenblutbehandlung wurde außerdem beim Zurückspritzen des Blutes eine Dosis Vitamin B1 zugesetzt. Das mögen die Milben angeblich nicht. Ferner wurden mir noch weitere flankierende Maßnahmen ans Herz gelegt:

• Nach der Eigenblutbehandlung in Badewasser baden, dem zusätzlich ca. 200 gr Natronpulver und auch Nelkenöl zugesetzt werden. Das jeden Tag wiederholen.

• Täglich ca. 250 mg Vitamin B1 einnehmen.

Ich tat, wie mir geheißen. Es wurde auch besser. Die Blutbehandlung wiederholte ich im wöchentlichen Abstand. Allerdings hörte es nicht auf. Es zeigten sich immer wieder neue Stellen.

Ich wechselte das Nelkenöl mit Neemöl aus. Es wurde abermals besser, aber es hörte nicht auf.

Als klar wurde, dass diese Maßnahmen auch nicht ausreichend waren, fing ich wieder an parallel Ivermectin zu nehmen. Es half – aber es reichte nicht. Ich wiederholte es jetzt wöchentlich.

Schließlich fing ich an auf amerikanischen Seiten zu googlen. Hierbei fand ich einen interessanten Artikel. Ich war wohl nicht die Einzige, bei der das Stromectol / Ivermectin nicht ausreichend half. Eventuell eine Resistenz oder partielle Resistenz (falls es so etwas gibt). [[http://www.topix.com/forum/health/scabies/T8F07RCED61GBUIKI]]

Was ich hier las war folgendes:

Die Therapie sollte mit dem Wirkstoff Albendazol erfolgen. Hierzulande gibt es das nur für kleine Vermögen zu kaufen. Ich weiß nicht, ob es ein Arzt verschreiben würde. Es ist ursprünglich nicht gegen Scabies vorgesehen, sondern gegen andere Parasiten. Es gibt allerdings eine Menge zu diesem Mittel in Verbindung mit Scabies im Internet zu lesen. Teilweise auch von Ärzten.

Bekommen lässt sich Albendazol unter dem Handelsnamen Valbazen Suspension auf dem amerikanischen Markt der Veterinärmedizin. Kein Witz! Ist aber derselbe Wirkstoff. Zu dem Preis von ca. 47$ für 500ml. Dazu kommt noch Fracht und evtl. Zollgebühren. Alles in Allem waren es ca. 85€.

In den Artikeln, die ich gelesen habe, wurde es in sehr hohen Mengen genommen. Die habe ich nicht vertragen. Zusätzlich habe ich weiter im Wochenabstand das Ivermectin genommen, weil es den Befall von einer anderen Seite angreift.

So habe ich das Mittel genommen: Mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) ca. 3,5 ml aufgezogen und in Wasser mit einem Schuss Sahne gespritzt (es soll immer mit etwas fetthaltigem eingenommen werden). Ich wiege ca. 50Kg und es wird gewichtsabhängig dosiert. Einnahme morgens und abends. Ich habe das 4 Wochen lang gemacht. Danach war es weg.

Zu beachten ist auch dies: Die Einnahme kann zunächst auch eine Verschlechterung der Symptomatik hervorrufen. Es kann angeblich so schlimm werden, dass man Antibiotika nehmen muss, da der Körper massenhaft mit Parasiten überschwemmt wird. Eine leichte Erstverschlechterung hatte ich auch, ansonsten aber nichts. Allerdings war mein Befall zu Beginn der Valbazenbehandlung nicht mehr sehr ausgeprägt. "Darmtechnisch" hatte ich allerdings so meine Probleme.

Die Behandlung habe ich vor 2 Monaten abgeschlossen. Seitdem sind keine neuen Anzeichen mehr aufgetaucht – nun bin ich doch ziemlich sicher, dass ich geschafft habe.

Fazit: Viel hilft viel! Wenn man Stromectol einnimmt, sollte man das Mittel auf jeden Fall hoch genug dosieren und mehrfach nehmen. Auch weitere flankierende Maßnahmen mit Nelkenöl (auch ein paar Tropfen in der Körpercreme helfen) oder Neemöl, sowie Vitamin B1 und Eigenblut helfen. Valbazen hat bei mir den Durchbruch gebracht.

BMambHiene


Hattest nur du die Scabie? Du schreibst nichts darüber dass auch dein Mann infiziert war. Was könnte die Erklärung dafür sein?

N.oeljle9


Mein Mann und auch meine Söhne haben sich nicht angesteckt. Scheinbar haben sich die Milben nur bei mir "wohl gefühlt". Beim ersten Ausbruch hat meine Familie die Behandlung mit Crotamitex und auch mit Infectoscab mitgemacht. Später nicht mehr. Sie waren der Meinung, dass ich sie nicht anstecken würde. Letztlich hatten sie Recht.

Auf das Warum antwortete mit die Heilpraktikerin, dass es offensichtlich so ist, dass es Menschen gibt, die anfällig sind und andere, die es nicht sind. Ähnlich der Tatsache, dass es Leute gibt die ständig von Schnaken oder Zecken gestochen, bzw. befallen werden, andere nicht.

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