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Steißbeinfistel (Sinus Pilonidalis) kann auch anders

P:ernoxx hat die Diskussion gestartet


Halogen zusammen :)

ich habe mich im Internet umgeschaut und überall gesehen, dass alle ihre Fistel als gar nicht schlimm und immer gesagt haben, dass alles nach ner Woche rum ist man wieder springen und sitzen kann...ich habe mich mit diesen Beiträgen vorbereitet und bin derbe enttäuscht worden. Denn wie bei so vielen Dingen, kommt es auch hier auf die Größe an :). Ich möchte niemandem Angst machen aber es wäre vllt doch gut wenn auch mal etwas negatives erzählt wird. Kurz nebenbei: Die Wunde ist 13cm lang und zwischen 4cm und 6cm tief...also nicht grade eine allerwelts Wunde

Anmerkung 1:Ich bin jetzt bei Tag 9 nach der OP und es ist rein gar nichts gut nur mal so eben vorweg.

Anmerkung 2: Ich bin einiges an Schmerzen gewohnt...wenn ich sage, dass die Schmerzen heftig waren...dann waren sie es :D

Also ich hab mein Fistelten gehegt und gepflegt, da ich aufgrund meiner Ausbildung nicht zulange fehlen wollte. HINWEIS: Wenn ihr wisst oder nur denkt das ihr eine habt...geht sofort zum Arzt und lasst sie entfernen so geht es euch wie mir ;-)

Also wie gesagt ich habe sie mit mir rumgeschleppt. Ich hatte im Januar 2014 bereits eine die Ambulant entfernt wurde. Also war diese Rezidiv (so heißt das glaub ich). im September diesen Jahres allerdings, konnte ich vor Schmerzen kaum noch sitzen, weshalb ich mich entschied die Sache anzugehen. Also ab zum Hausarzt überprüfen lassen. "Ja da ist eine die entfernt werden muss damit müssen sie zum Chirurgen". Same Procedure as last year...also auf auf Überweisung und zum Chirurgen. Der kam allerdings aus dem Zählen gar nicht mehr raus. 8 Stück waren es zum Schluss. "Das können wir hier nicht machen das müssen sie im Krankenhaus machen". also nochmal ne Woche krank, dann hatte ich noch Berufsschule (Blockunterricht...2 Wochen sollte man nicht verpassen), die ich einigermaßen mit Schmerzmitteln überstanden habe. Nach den 2 Wochen OP Vorbereitung und 4 Tage darauf die OP.

Das Übliche eben. Nur diesmal unter Vollnarkose. Nachdem ich 3 Stunden im Vorraum gewartet hatte wurde ich reingeholt und musste mich erstmal umziehen. Wie gesagt...das Übliche. Da ich etwas aufgeregt war bekam ich eine LMAA Spritze (Irgendein Beruhigungszeugs). Anschließend habe ich im "Vorbereitung und Aufwachraum" nochmal 2 Stunden gewartet...da bekam ich dann schon langsam Hunger, da man ja vor der OP 24 Stunden nichts Essen oder Trinken darf. Dann ging alles ganz schnell. Der Arzt kam, hat mir eine neue Infusion angesteckt und ich wurde in den OP gebracht.

Als ich wach wurde war ich total erstaunt, dass alles vorbei war (ich hab Angst vor Narkosen gehabt, da ich nur eine bis jetzt hatte als ich 5 war und nicht wusste was mich erwartet). Dann gabs endlich was zu trinken. Tee und Zwieback...wunderbar :). Mein Kreislauf fuhr langsam wieder hoch und ich konnte mit meinem besten Freund und meiner Mutter nach Hause fahren. Rückbank aufm Bauch...Junge Junge das war ne Fahrt.

Dann gings ab ins Bett und erstmal schlafen. Schmerzen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine wahrscheinlich noch durch die Narkose.

Als ich morgens wach wurde, wusste ich gar nicht so Recht was abging. Alles fühlte sich so unecht an. Naja ich musste aufjedenfall zum ersten Mal zur Wundbehandlung zum Arzt. Laufen ging und geht nur in einer Art Sumoringer Gang. Sieht ein bisschen bescheuert aus. Werde immer total dumm angeguckt...vllt denken sie, dass ich betrunken bin?

Nunja Busfahrt+Laufen war eine absolute Qual. Beim Arzt war dann erstmal alles in Ordnung. Die Tränen kamen mir trotzdem...dieses Abhängig sein von anderen Menschen stresst mich sehr.

Wieder nach Hause, Schmerzmittel rein und wieder ins Bett...Macbook auf und Videos schauen...und Videos schauen...und Videos schauen....und...Ohje ist das langweilig.

Ich habe am dritten Tag versucht zu sitzen auf einem zusammengerollten Handtuch, das ich unter die Oberschenkel geklemmt habe. Ich bin Pro League Spieler (Sowas wie die zweite Liga beim Fußball im Gaming) Und daher viel am PC (ob die Fisteln daher rühren?). Es hat funktioniert...es gab wieder Hoffnung in meinem öden Leben...leider währte dies nur etwa 30 Minuten, da die Schmerzen dann doch wiederkehrten. Also wieder ins Bett.

Am nächsten Morgen waren die Schmerzen so brachial, dass ich kaum laufen konnte. Schmerzmittel drüber...und nochmal und nochmal. Langsam drängt sich die Frage auf, ob das überhaupt was hilft. Den Tag über habe ich mich dann so wenig wie möglich bewegt...war keine schlechte Idee.

Am fünften Tag, habe ich dann das erste Mal was vom Wundwasser zu spüren bekommen. Ich lag in einer kleinen Lache als ich wach wurde. Sehr unangenehm. Beim Arzt habe ich dann erfragt ob es normal sei und er meinte nur knapp "Bei der riesigen Wunde ist das normal"...Sekunde "riesig?" Ich hatte vorher nur was von "ziemlich groß" gehört...hatte aber nicht weiter nachgefragt. Laut seiner Schätzung hat die Wunde etwa 13cm länge und ist 4-6cm tief. Junger Vater wenn man sich das auf nem Lineal anguckt...naja ich habs ja bis dato überlebt...also warum nicht auch mit dem Wissen.

Da ich weiterhin soviel Wundwasser verloren hatte (Ich habe etwa 7-10 Mal am Tag neue Kompressen eingelegt und Einlagen verwendet) wurden in die Wunde Tupfer gesteckt. Das hilft etwa 2 Stunde aber das sei jetzt mal dahin gestellt. Die Tupfer auszutauschen ist mega schmerzhaft und kein Spaß mehr.

Seitdem ist es eigentlich immer gleich. Mal springe ich rum und fühl mich super. Mal kommen mir vor Schmerzen die Tränen.

Ich will das Ganze hier weiter führen und von meinen Erfahrungen berichten. Ich möchte niemandem Angst machen vor so etwas, aber alle in dem Glauben zu lassen es sei gar nicht so schlimm ist auch falsch. Lieber bereite ich mich auf das Schlimmste vor, als in das Schlimmste zu geraten.

Bin für Kommentare und Fragen offen und beantworte alles :)

Liebe Grüße

Max

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