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Kann die Wirkung von Insulin nachlassen?

M4uerzxel hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich hab da mal eine Frage, doch will mich zunächst mal vorstellen:

Bin 49 Jahre alt und seit 2002 Diabetiker, bedingt durch akute Pankreatitis wegen übertriebenem Alkoholkonsum.

Ich bin insulinpfichtig und spritze seit etwa 5 Jahren bei Bedarf Novorapid und abends als Langzeitinsulin 20 E. Lantus. Mein HbA1c ist okay und liegt seit etwa 2 Jahren zwischen 5,3 und 6 %.

Ich hab sehr gute Erfahrung mit beiden Insulinarten gemacht und weiss ziemlich genau wieviel Novorapid ich spritzen muss, wenn ich dies oder jenes esse.

Wenn ich mich morgens messe liegt mein BZ im Bereich von 80 – 100 mg/dl

Mein jetziges Problem:

Seit etwa 1 Monat merke ich, dass mein BZ-Spiegel morgens stets über 100 mg/dl liegt, trotz der 20 E. Lantus und seit 2 Wochen kommt der Zuckerwert nicht mehr unter 130. Letzte Woche hab ich eine neue Packung Lantus gekauft und sofort die Patrone gewechselt, doch es stellte sich keine Verbesserung ein.

Vorgestern war mein morgentlicher Wert 130, gestern 207 und heute lag er bei 137......

Meine Lebensbedingungen, meine Lebensgewohnheiten und auch meine Essgewohnheiten haben sich seit Monaten nicht geändert und ich bin soweit ich weiss auch physisch gesund.

Meine Frage ist folgende: Kann die Wirkung von Lantus über Jahre weg nachlassen? Oder kann sich der Pankreas an Lantus gewöhnen und dadurch noch weniger Insulin ausschütten?

Sollte jemand hier damit Erfahrungen gemacht haben, wäre ich überaus beruhigt, wenn ich die eine oder andere Rückmeldung bekommen würde ;-)

Tschüss

muerzel

Antworten
pkrnaxa


Ich gehe mal davon aus, dass du noch eine Restproduktion hast und Typ 2 Diabetiker bist.

Die Bauchspeicheldrüse gewöhnt sich nicht an das Insulin. Der Körper reagiert immer gleich auf den Zuckerspiegel im Blut, er verlässt sich also nicht darauf das du nun Insulin spritzt, sondern nimmt dies selber "in die Hand".

Jetzt ist es möglich, dass deine Drüse, so langsam den Geist ganz aufgibt und weniger Insulin produzieren kann, dies musst du dann durch mehr Insulin ausgleichen.

Dann wäre es möglich, dass du jetzt auch einen "normalen" Diabetes Typ 2 entwickelst, bei dem oft eine Insulinresistenz besteht. Das heisst, deine Zellen sprechen nicht mehr so gut auf Insulin an und du benötigst wieder mehr Insulin.

Eine Änderung, der Essgewohnheiten oder der Lebensmittel kann auch dafür verantwortlich sein, dies schließt du aber ja aus.

Möglicherweise hast du auch ein paar Kilo zugelegt und deine Nadeln für die Pens sind zu kurz und du benötigst etwas längere. Das klingt etwas unglaubwürdig, kann aber durchaus sein.

Dann käme noch in Betracht, dass du ein ausgeprägtes Dawn-Phänomen entwickelt hast.

Dies hat jeder Mensch, egal ob Diabetiker oder nicht. Dies ist eine natürliche Insulinresistenz in den Morgenstunden, so zwischen 4.00 Uhr und 7.00 Uhr

Beim "normalen Menschen", wird die vorübergehende geringere Insulinwirkung durch eine vermehrte Freisetzung von Insulin ausgeglichen. Beim Diabetiker besteht diese Möglichkeit natürlich nicht, bzw. nur eingeschränkt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Wirkung des abends gespritzten Langzeitinsulins frühmorgens allmählich nachlässt.

Helfen kann in diesem Fall, dass Lantus, erst spät abends zu spritzen. Am besten so gegen 23.00 Uhr, dann fällt die Hauptwirkungszeit in das Dawn-Phänomen, da Lantus etwa 4-5 Stunden benötigt, um maximal zu wirken.

Dies würde ich an deiner Stelle, mal als erstes Ausprobieren, bevor du die Insulindosis erhöhst.

Natürlich kann es auch sein, dass du doch krank bist, bzw. eine Entzündung im Körper hast, dies wirkt sich auch oft negativ auf den Zuckerspiegel aus.

Wie sind den eigentlich deine Werte nach dem Essen?

Mauer>zel


ja, eine Restprodukion habe ich noch, die hab ich aber zuletzt 2005 messen lassen....

Da ich immer schon eine halbe Stunde vor dem Essen Novorapid spritze, sind die Werte nach dem Essen eigentlich sehr gut, meist so zwischen 80 und 130. Wenn ich doch mal vergesse zu spritzen, so schnellt der BZ sehr stark in die Höhe: ein Apfel reicht um über 200 mg/dl zu kommen.

Was mich bei bei Lantus stutzig macht, ist die Tatsache, dass der BZ, wenn ich aufstehe meist so zwischen 80 und 100 mg/dl ist. Wenn ich dann nicht sofort 6 Einheiten Novorapid injiziere (auch ohne irgendwas zu essen), dann steigt der BZ um etwa 60 mg/dl binnen einer Stunde.

Ich spritze Lantus stets einige Minuten bevor ich ins Bett gehe, d.h. zwischen 23 und 24 Uhr, aber ich könnte mal versuchen die Dosis von 20 E. auf 22 zu erhöhen.

phraxxa


Um wieviel Uhr stehst du den auf?

Wenn ich dann nicht sofort 6 Einheiten Novorapid injiziere (auch ohne irgendwas zu essen), dann steigt der BZ um etwa 60 mg/dl binnen einer Stunde.

Das Problem habe ich auch. Ich muss morgens auch erst mal einige Einheiten Humalog spritzen, damit der Zuckerspiegel unten bleibt.

aber ich könnte mal versuchen die Dosis von 20 E. auf 22 zu erhöhen.

Das bringt ja nichts. Du sagst ja, die Werte liegen nach dem Aufstehen zwischen 80-100 mg/dl. Wenn du nun mehr spritzt, dann besteht die Gefahr, dass du nachts unterzuckerst. Es wäre mal gut zu wissen, wie deine Werte nachts sind. Mach doch mal zwei-drei Messungen nachts, jeweils so gegen 3.00 Uhr.

M[ueLrzel


ich stehe normalerweise immer vor 7 Uhr auf und gehe zwischen 23 und 24 Uhr schlafen

ich kann versuchen den BZ diese Nacht 3x zu messen, wenn ich denn wach werde ":/

Mnue(rzel


scheint sich wieder alles zu normalisieren:

23 Uhr: BZ: 79, dann 20 E. Lantus, dann ging ich schlafen

02 Uhr: BZ: 80

05 Uhr: 85

und jetzt: 87

weiss nicht was los ist oder was los war, allerdings war ich ziemlich erschrocken, als ich in den letzten Wochen unerklärliche Werte von über 200 gemessen habe.............

Danke Dir praxa für deine Hilfe + Unterstützung

Tschüss

Muerzel

pjr*axa


23 Uhr: BZ: 79, dann 20 E. Lantus, dann ging ich schlafen

02 Uhr: BZ: 80

05 Uhr: 85

und jetzt: 87

:)^

Du bist echt klasse eingestellt, von solchen Werten kann ich nur träumen.

weiss nicht was los ist oder was los war,

Wie gesagt, es kann schon sein das man denkt, man ist gesund und hat dann doch etwas im Körper. Wenn man dann nicht zufällig einen Labortermin in dieser Zeit hat, bekommt man das gar nicht mit.

Ich habe auch manchmal Phasen, wo mein Zucker "spinnt", dass geht dann ein-zwei Wochen und dann ist alles wieder gut.

Zumal Werte, um die 200 mg/dl nicht wirklich tragisch sind, sofern man schnell entgegenwirkt und sie nicht zur "Gewohnheit" werden. Das wirkt sich dann auch so gut wie gar nicht auf den HbA1c aus.

Dann drücke ich dir mal die Daumen, dass es jetzt so bleibt, wie es im Moment ist.

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