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Ernährung Diabetes mellitus Typ 2

ezlf<ixw hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen

Ich bin neu hier. Seit ca. einem halben Jahr weiss ich, dass ich Diabetes Typ 2 habe. Ich bin 52 und der Hausarzt meint, dass dies auch mit den Wechseljahren zu tun haben könnte. Ich muss pro Tag 1 Tablette Metformin 500 mg zu mir nehmen und musste das Gewicht reduzieren, mich bewegen und auf die Ernährung achten. Nun weiss ich nicht genau, ob ich mich richtig ernähre. Zum Frühstück esse ich 40 g Müesli mit Milch, Tee, zum Mittag esse ich Fisch oder Fleisch mit Salat oder Gemüse, um 16.00 Uhr einen Apfel und zum Nachtessen Käse, Ei, Fleisch, Fisch und Salat oder Gemüse, vielleicht ein bisschen Kartoffel, Pasta. Ich schaue vor allem auf die Kohlenhydrate. Ich habe ca. 7 kg abgenommen und wiege jetzt 54 kg bei einer Grösse von 1,65. Ich mache auch täglich Sport. Die Blutwerte sind besser geworden. Jetzt bleiben sie natürlich auch nur besser, wenn ich strikt auf meine Ernährung achte. Ich bin nur sehr verunsichert, ob ich das Richtige mache.

Habt Ihr mir Tipps oder Ideen, wie ich vielleicht auch von diesem Metformin wegkomme?

Herzlichen Dank und liebe Grüsse

Elfi

elfiw

Antworten
S4chlumpPfiLne1-Hamburxg


Hallo Du!

Eiweißlastige Kost und wenig Süßes sind schon richtig.

Metformin wirst Du höchstwahrscheinlich Dein Leben lang nehmen müssen.

Ich nehme 2x750 mg Metformin / Tag und habe Nebenwirkungen: Geschmacksverlust, Durchfall nach zu vielen Kohlenhydraten und Alkohol... aber bereits 18 kg abgenommen. Ich bekomme Metformin aufgrund einer Insulinresistenz.

Mit 54kg hast Du bereits ein recht niedriges Gewicht - auf welches Gewicht sollst Du nach Meinung Deines Arztes kommen?

eUlfixw


Hallo Schlumpfine-Hamburg

Herzlichen Dank für deine Antwort. Also, der Arzt hat mir kein Limit gesetzt betreffend Gewicht. Er ist schon so zufrieden. Ich bin einfach sehr verunsichert, ob ich mich überhaupt richtig ernähre. Er wollte am Anfang auch, dass ich 2 x 500 mg Metformin einnehme. Habe ich dann gar nicht vertragen. Mir war es übel, ich hatte Durchfall und war sehr appetitlos. Nun versuche ich es mit einer Tablette à 500 mg und muss natürlich dadurch sehr auf die Ernährung schauen. Ich versuche, keine Süssigkeiten und kein Brot zu essen. Aber manchmal gelüstet es mich halt schon. Für mich ist der Samstag der sogenannte "Sündentag". Dann gönne ich mir auch mal etwas Ungesundes. Aber sonst schaue ich schon drauf. Es wird halt alles ein bisschen einseitig. Ich habe zudem auch einen zu hohen Cholesterinwert und Bluthochdruck habe ich auch. Gegen den Bluthochdruck muss ich auch Tabletten nehmen. Gegen das Cholesterin habe ich ebenfalls etwas geschluckt, aber wegen Muskelkrämpfe für den Moment abgesetzt. Eigentlich widert mich das alles an. Ich ging als gesunder Mensch in die Arztpraxis und wollte einmal mein Blut testen lassen und dann kam ich mit solchen Blutwerten wieder raus und fühle mich seither einfach nur krank.

Musst du das Metformin auch für immer einnehmen? Wie gehst du mit den Nebenwirkungen um?

Liebe Grüsse und einen schönen Abend

Elfi

pXraxxa


Ich bin nur sehr verunsichert, ob ich das Richtige mache.

So wie du es hier schreibst, ist deine Ernährung in Ordnung.

Jetzt bleiben sie natürlich auch nur besser, wenn ich strikt auf meine Ernährung achte.

Nicht unbedingt.

7 Kilo weniger, können sich, unabhängig von der Ernährung schon sehr positiv auswirken. Wobei sich dies bei dir, wahrscheinlich nicht so stark auswirken wird, wie bei jemanden, der vorher starkes Übergewicht hatte.

Ich schaue vor allem auf die Kohlenhydrate.

Ist natürlich nicht verkehrt, aber halt sehr leidig.

Du kannst schon KH essen, allerdings in kleineren Mengen. Am besten kann dies funktionieren, wenn du 5-6 Mahlzeiten am Tag isst. Du musst halt mal schauen, was du maximal an KH "verträgst" damit dein Blutzucker nicht zu hoch geht. Rede mal mit deinem Arzt, ob du nicht mal ein Testgerät und Streifen bekommen kannst, zumindest so lange bist du gut "eingestellt" bist.

Achte auch darauf, dass du weitgehendst auf schnellwirkende KH, wie zb. helle Brotsorten, verzichtest. Statt einem "hellen" Brötchen lieber ein Roggen oder Vollkornbrötchen, statt Weizenbrot lieber Roggen-/Vollkornbrot, statt "normalen" Reis lieber ungeschälten Reis, statt "normalen" Nudeln lieber Vollkornnudeln, usw.

Du kannst auch mit gesunden Ölen (zb. Oliven, Walnuss, Raps, Sonnenblumen) kochen, da das Öl, die Kohlenhydrataufnahme verzögert. Das heisst, die KH gehen langsamer in das Blut und der Blutzucker steigt nicht so stark an.

Für mich ist der Samstag der sogenannte "Sündentag

Das ist auch vollkommend richtig. An einem Tag in der Woche solltest/darfst du schon sündigen. Ansonsten bekommst du irgendwann Heißhungerattacken auf süßes und futterst dann sinnlos in dich rein. Das ist unter dem Strich dann schädlicher, als einmal in der Woche, kontrolliert zu sündigen.

Wie gehst du mit den Nebenwirkungen um?

Oft wird der Fehler gemacht, dass das Metformin vor dem Essen eingenommen wird, dies hat dann oft eine "durchschlagende" Wirkung. Das Metformin nach dem Essen einzunehmen, kann zumindest den Durchfall verhindern. Die Übelkeit verschwindet meist von alleine und die Appetitlosigkeit ist halt eine normale Wirkung des Medikamentes, welche mit der Zeit aber auch nachlässt.

Habt Ihr mir Tipps oder Ideen, wie ich vielleicht auch von diesem Metformin wegkomme?

Es gibt leider kein allgemein gültiges Rezept, bei dem man sagen kann, dass hilft 100%. Im Moment bist du auf bestem Weg um eventuell, in Zukunft, ohne Metformin auszukommen.

Aber wie gesagt, garantieren kann man das nicht.

Du schreibst du hast einen zu hohen Blutdruck und nimmst deswegen Medikamente.

Was nimmst du für Medikamente?

Betablocker, zum Beispiel, können durchaus für einen Typ 2 Diabetes verantwortlich sein, bzw. den Blutzuckerspiegel, bei einem bestehenden Diabetes erhöhen.

e"lfixw


Hallo Praxa

Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Du hast mir einen grossen Gefallen getan, da ich im Moment irgendwie etwas orientierungslos bin und mir einen Ernährungsplan zurecht legen möchte, der trotzdem ein wenig mir entspricht. Hast du das gleiche Problem wie ich, dass du so gut Bescheid weist?

Ich habe noch eine Frage, wie sieht es mit Kartoffeln aus bezüglich Kohlenhydrate? Oder beim Obst habe ich gelesen, dass Bananen bezüglich Blutzucker auch nicht so ideal ist. Uff, es ist einfach ein wenig verwirrend.

Betreffend Blutdrucktabletten nehme ich Co-Diovan 80 mg und habe jetzt jeweils einen Blutdruck von 90/65. Der ist wieder etwas niedrig, aber ich kann damit leben. Ich denke, mit der Gewichtsabnahme hat sich auch der Blutdruck gesenkt. Ich muss im Dezember wieder zur Nachkontrolle zum Hausarzt.

Der Blutdruck macht mir nicht so grosse Sorgen. Einen grossen Respekt habe ich vor der Diabetes. Ich hatte einen Riesenschock, als ich die Ergebnisse erhielt. Ich weiss, dass mein Vater im Alter auch Diabetes hatte. Nicht so schlimm, dass er Insulin spritzen musste, aber trotzde war es immer irgendwie ein Thema. Ich bin mir nur nicht mehr so sicher, wie er behandelt wurde und jetzt lebt er leider nicht mehr und ich kann ich ihn nicht mehr fragen.

elfi

puraxxa


Hast du das gleiche Problem wie ich, dass du so gut Bescheid weist?

Ich habe schon seit über 10 Jahren Diabetes(Typ 2). Allerdings spritze ich Insulin und erspare mir dadurch, dass leidige zusammenstellen der Nahrung. Was ich esse, spritze ich einfach.

Ich habe noch eine Frage, wie sieht es mit Kartoffeln aus bezüglich Kohlenhydrate?

Kartoffeln sind wesentlich besser als ihr Ruf.

100 Gramm Kartoffeln haben sowohl gekocht als auch roh, etwa 15 Gramm Kohlenhydrate.

Nudeln haben pro 100 Gramm, roh ca. 70 Gramm und gekocht etwa 28 Gramm Kohlenhydrate.

Reis hat pro 100 Gramm, roh ca. 75 Gramm und gekocht ca. 24 Gramm Kohlenhydrate.

Du siehst, Kartoffeln sind gar nicht so "böse". ;-)

Oder beim Obst habe ich gelesen, dass Bananen bezüglich Blutzucker auch nicht so ideal ist.

Obst kannst du schon Essen. Erstens hat Obst nicht sonderlich viel KH und zweitens werden diese besser abgebaut, als zum Beispiel bei Reis, Nudeln oder Kartoffeln.

Ein paar Beispiele, je 100 Gramm:

Banane – 24 g KH

Birne – 12 g KH

Erdbeeren – 7 g KH

Kirschen – 14 g KH

Aprikosen – 12 g KH

Kiwi – 10 g KH

Pflaumen – 14 g KH

Honigmelone – 12 g KH

Apfel – 13 g KH

Trauben – 17 g KH

Aufpassen musst du nur bei Trockenobst, den das sind KH-Bomben. 100 Gramm Apfel hat hier 60 g KH und Aprikosen sogar 70 Gramm. Zu Trockenobst zählen auch Rosinen, welche auch mit 70 g/100 g KH, zu Buche schlagen.

Einen grossen Respekt habe ich vor der Diabetes

Ja, Respekt solltest du auch haben, da ein Diabetes halt nicht weh tut und viel Schaden anrichten kann, wenn er schlecht behandelt wird.

....aber Angst braucht man keine zu haben. Man muss sein Leben zwar etwas umstellen, aber dies geht einen irgendwann in Fleisch und Blut über.

Betreffend Blutdrucktabletten nehme ich Co-Diovan 80 mg

Das ist ein Sartan in Verbindung mit einem Diuretika und sollte keinen Einfluss auf den Zuckerspiegel haben, zumindest nicht das Sartan. Das Diuretika kann allerdings die Entstehung eines Diabetes fördern, bzw. einen bestehenden Diabetes verschlechtern. Außerdem kann es die Blutfettwerte erhöhen.

Rede mit deinem Arzt, ob du nicht auf ein Medikament umsteigen kannst, welches nur ein Sartan enthält, zb. nur Diovan (ohne Diuretika) oder Atacand. Das sollte bei deinen Blutdruckwerten eigentlich vollkommend ausreichen.

Möglicherweise löst sich dann dein Problem, mit dem Diabetes, von ganz alleine. ;-)

ehlf8ixw


Liebe Praxa

Uff, das sind aber gute und interessante Informationen. Ich sehe schon, du bist total auf dem Laufenden, was die Diabetes anbelangt.

Das Blutdruckmittel werde ich bei der nächsten Konsultation beim Arzt ansprechen. Ich muss im Dezember wieder gehen. Ich hatte ja auch ein Cholesterinmittel (Crestor 5 mg). Ich hatte dann dauernd so Muskelschmerzen und mein Hausarzt riet mir dann, das Mittel bis zur nächsten Kons. abzusetzen und zu schauen, ob sich da was bessert. Es ist minim besser, aber auch nicht 100 %ig. Ich finde alles einfach ein bisschen erschwerlich. Einerseits bin ich mir schon bewusst, dass ich mit meinen 52 auch in den Wechseljahren bin, habe im Stundentakt teilweise auch Hitzewallungen, schlafe schlecht usw. usw. Dann weiss ich nie, sind die Beschwerden, die ich gerade jetzt habe wechseljahrbedingt oder diabetesbedingt oder weissgottwasbedingt. Ich könnte eigentlich jeden Tag zum Arzt gehen, weil ich jeden Tag wieder ein anderes Krankheitsbild habe. Und das ist das, was mich sehr verunsichert.

Im Dezember muss ich auch zum Augenarzt. Ich war noch nie bei einem Augenarzt. Ich brauche lediglich eine Brille für die Weite, die habe mir einmal bei Fielmann nach einem Sehtest machen lassen. Aber mein Hausarzt meint, bei Diabetiker werden auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen und man könnte dann eventuelle Befunde lasern. Hilfe, das tönt alles so furchbar, dabei war ich vor einem halben Jahr noch gesund und munter.

Wegen den Kohlenhydraten (Getreide) habe ich noch eine Frage: Ich esse sie eigentlich praktisch nur zum Frühstück, und zwar ca. 40 g Haferflocken, 1 EL Leinsamen geschrotet mit Milch angemacht. Sind das schon zuviel KH ? Den tagüber nehme ich keine Getreideprodukte mehr zu mir.

Liebe Praxa, ich bin so froh, habe ich dich da im Forum angetroffen. Du bringst mir ein bisschen Licht in diese ganze Geschichte. Ganz herzlichen Dank.

Elfi

p1raxxa


Liebe Praxa

LiebeR Praxa ;-D

Ich hatte dann dauernd so Muskelschmerzen

Das ist bei Statinen oft der Fall. Sprich deinen Arzt mal auf Fibrate an.

Dann weiss ich nie, sind die Beschwerden, die ich gerade jetzt habe wechseljahrbedingt oder diabetesbedingt oder weissgottwasbedingt.

Deshalb wäre es nicht schlecht wenn du ein Messgerät hättest, damit du die Symptome besser einschätzen kannst.

Aber mein Hausarzt meint, bei Diabetiker werden auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen und man könnte dann eventuelle Befunde lasern.

Das passiert aber nicht von heute auf morgen. Dazu muss man schon länger Diabetes haben und dazu noch schlecht eingestellt sein, mit häufig extrem schwankenden Werten.

Wie waren deine Werte den eigentlich, bei deinem Arztbesuchen?

und zwar ca. 40 g Haferflocken, 1 EL Leinsamen geschrotet mit Milch angemacht. Sind das schon zuviel KH ?

Nein.

Damit kommst du auf ca. 35 Gramm KH. 30 g für die Haferflocken und 5 g für die Milch, Leinsamen müssen nicht berechnet werden.

Du sollst ja auch nicht komplett auf KH verzichten, sondern nur weniger pro Mahlzeit essen. Deshalb auch 5-6 Mahlzeiten am Tag.

Dein Tagesbedarf an KH liegt etwa bei 280 Gramm, anhand deines Geschlechts, Alters, Gewichts, Größe und Bewegung. Davon solltest du auch schon mindestens 100 g (eher mehr) zu dir nehmen, um nicht in eine Ketose zu geraten. Bei einer Ketose wird kein Zucker mehr zur Energiegewinnung verwendet, sondern Ketone, welche aus dem Körperfett gewonnen werden.

Ich denke, bei deinem Gewicht, macht es nicht wirklich Sinn, noch mehr Fett zu verbrennen. Du bist eh schon etwas untergewichtig.

ealfxiw


Lieber Praxa :-D

Herzlichen Dank für dein Mitdenken und deine Anteilnahme.

"Wie waren deine Werte den eigentlich, bei deinem Arztbesuchen?"

Also, im Juni war mein Langzeitwert 6,1. Da habe ich sehr stark auf meine Ernährung geschaut, habe einige Kilos abgenommen und ziemlich Sport getrieben. Dann war ich in den Sommerferien und habe nicht so drauf geschaut was ich esse, war träger, habe auch wieder ein bisschen zugenommen und dann war der Wert jetzt im September wieder höher, und zwar 6,7. Und dies hat mir einen Dämpfer gegeben und gezeigt, dass ich das Ganze wirklich ernst nehmen muss und mich nicht mehr so gehen lassen darf.

Ich habe den Arzt zwar gefragt, ob ich Diät halten oder speziell essen soll. Er verneinte dies. Ich soll einfach das Metformin einnehmen, mich bewegen und nicht mehr zunehmen. Ich bin mir nicht so sicher, ob er ernährungsmässig drauskommt.

Ich versuche nun kohlenhydratärmer zu essen und wenn KH, dann die sogenannt gesünderen. Aber ich bin noch am Anfang mit einer solchen Diagnose und darum ist dies alles für mich wie ein Dschungel. Und somit bin ich froh, dass es zumindest ein solches Forum gibt, wo man nachfragen kann und es auch Leute gibt wie dich, die ein bisschen Licht ins ganze bringen.

Elfi

p<raxxa


Also, im Juni war mein Langzeitwert 6,1.

Das ist ja OK, wie eigentlich alle Werte unter 7%. Wichtig dabei ist auch, dass die Werte nicht stark schwanken. Es bringt nichts wenn der Blutzucker, ständig zwischen 50 mg/dl und 250 mg/dl hin und her springt. Diese Schwankungen sind "Gift" für die kleinen Gefäße, wie zum Beispiel in den Augen. Ein konstanter Wert von 140 mg/dl, ist unter dem Strich, also besser, als viele Hoch und Tiefs.

Dann war ich in den Sommerferien und habe nicht so drauf geschaut

Das muss nicht zwangsläufig damit zusammenhängen, dass du geschludert hast. Bei großer Hitze, kann der Blutzucker von ganz alleine etwas höher sein, weil dies für den Körper Stress ist. Bei mir ist in den Sommermonaten, wenn es richtig heiß ist, der Zuckerspiegel auch immer etwas höher.

Ich habe den Arzt zwar gefragt, ob ich Diät halten oder speziell essen soll. Er verneinte dies.

Diese Meinung kann man bei dir durchaus vertreten.

Bei stark übergewichtigen Patienten, kann eine Diät schon Sinn machen, aber nicht mehr bei dir.

Speziell essen ist ein weiter Begriff. Sicherlich, solltest du etwas kontrollierter Essen, also nicht unbedingt 10 BE (120 KH) pro Mahlzeit zu dir nehmen oder wie du schon gesagt hast, halt die gesünderen Kohlenhydrate essen.

Ich versuche nun kohlenhydratärmer zu essen

Wie schon erwähnt, nicht zwangsläufig ärmer, sondern halt gleichmäßiger über den Tag verteilt. Eine Low Carb Ernährung solltest du nicht anstreben, da dies nur, zu noch mehr Gewichtsverlust führen würde.

.......und was dein Gewicht betrifft, da bist schon am unteren Limit, noch mehr Gewichtsverlust wäre eher kontraproduktiv.

Mit 10-12 BE (120-145 g KH) täglich, wärst du auf der sicheren Seite und diese kannst du auch problemlos über den Tag verteilen.

Sinnvoll ist es die größte Menge morgens zu sich zu nehmen, da man in der Regel, in den Morgenstunden am aktivsten ist. Entweder geht man Arbeiten, macht die Hausarbeit oder geht Einkaufen, außerdem ist der Körper morgens auch selber am aktivsten.

Mittags nimmt man dann die zweitgrößte Menge an KH zu sich und den Rest nimmt man für nachmittags und abends. Nach 18.00 solltest du keine KH mehr zu dir nehmen, bzw. nur sehr wenige, da dies den Morgenzucker negativ beeinflussen kann.

Das könnte dann in etwa so aussehen:

Erstes Frühstück : 3 BE (ca. 36 g KH)

Zweites Frühstück : 2 BE (ca. 24 g KH)

Mittagessen : 3 BE (ca. 36 g KH)

Nachmittagssnack :1-2 BE (ca. 12-24 g KH)

Abendessen : 1-2 BE (ca. 12-24 g KH)

Nach 18.00 Uhr, falls noch Hunger vorhanden, zb. Joghurt, Quark, Karotten, Kohlrabi, Wurst, Käse etc. Bei Milchprodukten aber auch nicht zu viel, da auch Eiweiß teilweise zu Zucker umgewandelt wird.

Dies ist nur ein grober Vorschlag und muss/kann deinen Tagesrhythmus angepasst werden. Wenn du nach 18.00 Uhr zum Beispiel noch Sport machst, dann ist es natürlich sinnvoller etwas mehr KH zu sich zu nehmen. Dann nimmst du täglich 15 BE (180 g KH) und nimmst abends etwas mehr KH zu dir. Also vor dem Sport etwa 3 BE und danach oder während des Sports, noch mal 2 BE.

Wichtig ist halt, dass du dich immer ausreichend mit KH versorgst, damit du immer genügend Energie hast und nicht in ein "Hungerloch" fällst und dann sinnlos in dich reinschaufelst.

.....und darum ist dies alles für mich wie ein Dschungel.

Ja, am Anfang kann das alles etwas verwirrend sein und man hat das Gefühl, man bekommt das nie in den Griff.

.........aber wie bei allem im Leben, Übung mach den Meister. ;-)

Viele diabetische Praxen bieten auch Kurse für Diabetiker an, einfach mal erkundigen, ob dies in deiner Nähe angeboten wird. Das hat nicht nur den Vorteil, dass du mehr über die Krankheit lernst, sondern du lernst auch Menschen kennen, mit denen du dich austauschen kannst.

Ein Forum ist ja schön und gut, aber dies kann den Kontakt zu "echten" Menschen nicht ersetzen.

eZlfxiw


Lieber Praxa

Ganz herzlichen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen bezüglich KH.

So nun bin ich von der Arbeit zurück und hatte Zeit, um dein Posting zu lesen. Meine Ernährung heute sah folgendermassen aus:

Zum Frühstück wieder mein Müesli mit Milch und Leinsamen und Tee,

um 10.00 Uhr einen Espresso,

um 12.00 Uhr Gemüse (Kohlraben, Bohnen, Erbsen) und eine Pouletbrust,

um 16.00 Uhr einen Apfel und dazwischen viel Wasser.

Jetzt esse ich dann mit meiner Familie noch etwas zu Abend, schon auch aus sozialen Gründen, damit wir wieder einmal alle am Tisch sitzen. ;-)

Um 18.30 Uhr, als ich nach Hause kam, war ich noch für eine halbe Stunde auf dem Hometrainer. Ich denke, mehr kann ich nicht machen, was meine Gesundheit betrifft. Am Morgen habe ich brav meine 500 mg Metformin geschluckt und heute Abend werde ich noch 250 mg schlucken. Irgendwo muss ich auch aufpassen, dass sich mein Leben nicht nur noch um Diabetes dreht, sondern schon auch noch Qualitäten hat.

Das mit der Selbstkontrolle des Blutzuckers könnte bei mir problematisch werden. Ich glaube, ich würde 10mal pro Tag messen und mich verrückt machen. Das gleiche war mit dem Blutdruck. Als vor einem halben Jahr auch die Diagnose Bluthochdruck kam, habe ich ein Blutdruckmessgerät gekauft und xmal am Tag gemessen und immer wieder hohe und wieder tiefe Werte gehabt, bis mir der Hausarzt gesagt hat, ich dürfe nicht mehr messen, er sei von jetzt an zuständig für die Messung. Ich kann einfach nicht so gelassen mit gesundheitlichen Problemen umgehen.

So, jetzt habe ich dich genug vollgequatscht. Herzlichen Dank für dein Verständnis und fürs Mitlesen.

Elfi

pXrax:a


Meine Ernährung heute sah folgendermassen aus:

Das sieht mir nach etwas zu wenig aus, was die KH betrifft.

Wenn ich rund rechne, komme ich auf ca. 6-7 BE. Bei den Bohnen und Erbsen gehe ich von je 100 Gramm aus, so viel hast du aber wahrscheinlich gar nicht gegessen.

Gut, dann kommt noch das Abendessen dazu, da weiß ich halt nicht, was du gegessen hast.

Mache halt erst mal so weiter und schaue ob du Gewicht verlierst. Falls ja, dann musst du deine Ernährung noch etwas umstellen.

Um 18.30 Uhr, als ich nach Hause kam, war ich noch für eine halbe Stunde auf dem Hometrainer.

Zwischen 16.00 und 18.30 Uhr hast du nichts mehr gegessen?

Gewöhne dir an, etwa eine halbe Stunde vor dem Training eine Kleinigkeit zu essen, zb. eine Banane. Ein bisschen Energie für das Training brauchst du ja schon. ;-)

Irgendwo muss ich auch aufpassen, dass sich mein Leben nicht nur noch um Diabetes dreht, sondern schon auch noch Qualitäten hat.

Du sollst auch nicht der Sklave deiner Krankheit werden.

Dein Leben wird sich zwar immer um Diabetes drehen, sofern er nicht irgendwann wieder verschwindet, weil er vielleicht doch hauptsächlich mit deinen Wechseljahren zusammenhängt, aber du wirst es irgendwann nicht mehr so bewusst wahrnehmen.

Er gehört dann halt einfach zum Leben dazu.

Das mit der Selbstkontrolle des Blutzuckers könnte bei mir problematisch werden. Ich glaube, ich würde 10mal pro Tag messen und mich verrückt machen.

Das glaube ich nicht. ;-)

Als nicht Insulinpflichttiger Typ 2 Diabetiker, bekommst du die Teststreifen nicht bezahlt und diese sind richtig teuer. Da würdest du dir, dass häufige messen schnell abgewöhnen. ;-D

Gerade an Anfang eines Diabetes wäre es aber halt hilfreich zu messen, damit du weißt, wie du auf verschiedene Lebensmittel reagierst und auch wie sich der Zucker nachts und in den Morgenstunden verhält.

Apropos Morgenstunden.

Wenn du erst um 20.00 Uhr zu Abend isst, dann kann es schon sein, dass dein Zucker nachts, bzw. dein Morgenzucker zu hoch sein wird. Muss nicht, aber kann. Deshalb ist es sicherlich keine schlechte Idee von dir, abends noch mal 250 mg Metformin zu nehmen.

In diesem Fall wäre es halt auch nicht schlecht, wenn du das durch messen, mal selber überprüfen könntest.

Noch etwas, wenn du wieder einen Labortermin hast, dann ändere vorher, nicht deinen Tagesablauf. Nicht das du dann am Vortag ab 16.00 nichts mehr isst, in der Hoffnung, dass der Zuckerspiegel dann beim Arzt besser ist. Das wird dann zwar so sein, aber dies ergibt dann natürlich ein "falsches" Ergebnis.

......und am HbA1c sieht man sowieso, wie du eingestellt bist.

Ich kann einfach nicht so gelassen mit gesundheitlichen Problemen umgehen.

Das ist ja auch nicht unbedingt verkehrt, wenn man sich seiner Krankheiten bewusst ist, besser als wenn es einem egal wäre. ;-)

So, jetzt habe ich dich genug vollgequatscht.

Keine Angst, ich fühle mich nicht vollgequatscht.

Wenn noch irgendetwas unklar ist, dann frage nur. Lieber einmal zu viel gefragt, als einmal zu wenig.

eBlfixw


Ja guten Abend Praxa

Wiederum ganz herzlichen Dank für deine klaren Erklärungen. Ich bin so froh darüber.

Es tauchen bei mir immer wieder Fragen auf, und zwar zum Frühstück. Ist es nicht ideal, wenn ich z.B. zu Müesli und Leinsamen anstatt Milch ein Naturjogurt nehme? Oder ist Milch besser? Irgendwie denke ich, dass ich fast zu wenig Milchprodukte zu mir nehme und meine Knochen sind ja auch nicht mehr die jüngsten. ;-) Oder würdest du besser bei der Magermilch bleiben?

Zudem habe ich noch eine Frage zu Metformin und Alkohol. Unter der Woche trinke ich praktisch nie, aber am Wochenende kommt es schon vor, dass ich zum Essen 1 oder 2 Glas Rotwein trinke oder wenn wir eingeladen sind. Da habe ich gelesen, dass man bei Metformineinnahme keinen Alkohol trinken darf. Ich habe es dann jeweils so gemacht, dass ich am Wochenende, wenn ich Wein getrunken habe, kein Metformin eingenommen habe.

Was das Nachtessen anbelangt, ist es halt scho so, dass wir relativ spät essen. Bis alle zu Hause sind und dann wollen wir nicht auch noch stressen, damit so schnell wie möglich gegessen wird. Darum ist wahrscheinlich mein Nüchterzucker beim Hausarzt auch eher hoch.

Manchmal fühle ich mich so ausgepowert und müde und weiss nicht, ob das ist weil ich nicht mehr so viele Kalorien zu mir nehme, zudem friere ich auch oft. In letzter Zeit fühle ich mich am besten, wenn ich am Joggen bin. Da tut mir nichts weh und meine Stimmung bessert sich und dann fühle ich mich auch gesund. Aber am nächsten Morgen, wenn ich aufstehe, ist alles wieder beim Alten und ich fühle mich wie meine Urgrossmutter.

So fertig gejammert. :)z Übrigens beneide ich dich um dein Wissen, was für mich natürlich sehr hilfreich ist.

Ich wünsche dir einen schönen Abend.

Elfi

pYraxxa


Hallo elfiw,

Ist es nicht ideal, wenn ich z.B. zu Müesli und Leinsamen anstatt Milch ein Naturjogurt nehme? Oder ist Milch besser?

Das ist letztendlich eine Geschmackssache. Mir persönlich wäre es mit Joghurt zu "trocken", mit Milch ist doch nicht ganz so staubig. :-D

Oder würdest du besser bei der Magermilch bleiben?

Ich würde dir sogar eher zu Vollmilch raten. Erstens liefert sie etwas mehr Energie und zweitens verzögert sich, durch ihren höheren Fettgehalt, die Kohlenhydrataufnahme etwas und der Zuckerspiegel bleibt gleichmäßiger.

Irgendwie denke ich, dass ich fast zu wenig Milchprodukte zu mir nehme und meine Knochen sind ja auch nicht mehr die jüngsten.

Notfalls mal die Knochendichte bestimmen lassen.

dass man bei Metformineinnahme keinen Alkohol trinken darf.

Eigentlich sollte man bei fast allen Medikamenten keinen Alkohol trinken. ;-)

Prinzipiell spricht nichts dagegen, bei Metformin Alkohol zu trinken, natürlich nur in überschaubaren Mengen. Da Alkohol auch den Blutzuckerspiegel senkt, wird halt davon abgeraten, Alkohol in Verbindung mit Metformin zu nehmen.

Die Leber schüttet normalerweise Zucker aus, wenn der Zuckerspiegel zu niedrig wird, dies macht sie aber nicht mehr, bzw. nur noch eingeschränkt, wenn sie mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt ist.

In diesem Fall, ist es möglich, dass die blutzuckersenkende Wirkung von Metformin verstärkt wird. Eine Unterzuckerung ist dann zwar auch noch eher unwahrscheinlich, aber es können schon sehr niedrige Zuckerspiegel entstehen.

Wenn du zum Essen 1-2 Gläser Wein trinkst, besteht diese Gefahr nicht, da du ja KH zu dir nimmst. Wenn du ein paar Gläschen Wein trinkst, ohne vorher was gegessen zu haben, dann esse einfach alle 1-2 Gläser ein Scheibchen Brot.

Wobei die Gefahr bei 1-2 Gläser Wein, nicht wirklich groß ist, aber sicher ist sicher. Das kannst du ja zu Hause mal ausprobieren, trinke einfach mal deine 1-2 Gläschen und schaue ob es dir irgendwann komisch wird. Die Symptome bei niedrigen Zucker sind unter anderem, zittern, unruhiges Gefühl im Bauch, Heißhunger und schwitzen. Das ist bei dir natürlich etwas blöd, da diese Symptome natürlich auch bedingt, durch die Wechseljahre, auftreten können.

Wenn diese Symptome auftauchen, nimmst du einfach mal drei-vier Täfelchen Traubenzucker und wenn die Symptome dann verschwinden, weisst du da es an einem zu niedrigen Blutzucker gelegen hat.

Du musst keine Angst haben, eine echte Hypoglykämie (Werte unter 50 mg/dl) wirst du nicht bekommen, aber viele Menschen zeigen bei Werten um die 60-70 mg/dl schon Symptome der Unterzuckerung, obwohl Medizinisch gesehen gar keine vorliegt. Gerade bei Diabetikern kommt dies sehr häufig vor, da bei ihnen die "normalen" Zuckerwerte höher liegen und der Körper sich daran gewöhnt. Dadurch reagiert er dann empfindlicher auf niedrige Werte.

Manchmal fühle ich mich so ausgepowert und müde und weiss nicht, ob das ist weil ich nicht mehr so viele Kalorien zu mir nehme, zudem friere ich auch oft.

Wir müssen hier ja nicht um den heißen Brei herum reden. Mit deinen 54 Kilo bist du natürlich schon untergewichtig, es fehlen dir etwa 6 Kilo zum Normalgewicht. Das ist das, was du abgenommen hast.

Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass sich das wirklich positiv auf deinen Diabetes ausgewirkt hat. Normalerweise profitieren nur übergewichtige von einer Gewichtsabnahme, bei einem Diabetes.

Du hattest aber vorher schon nur 61 Kilo, was ja auch schon wenig war.

Das könnte also schon mal ein Grund sein, dass du nicht so wohl fühlst.

Der zweite Grund sind sicherlich deine Wechseljahre.

Der dritte Grund kann sein, dass du im Moment einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel hast und dir wirklich einfach Energie fehlt.

In letzter Zeit fühle ich mich am besten, wenn ich am Joggen bin. Da tut mir nichts weh und meine Stimmung bessert sich und dann fühle ich mich auch gesund. Aber am nächsten Morgen, wenn ich aufstehe, ist alles wieder beim Alten und ich fühle mich wie meine Urgrossmutter.

Das würde zum dritten Grund passen. Beim Sport schüttet der Körper Hormone aus, welche unter anderem, den Blutzuckerspiegel steigern, so wie die Stimmung anheben und auch das Schmerzempfinden herabsetzen.

Wenn du dann Morgens aufstehst, fühlst du dich dann wie gerädert, weil der Körper natürlich auch Energie benötigt um sich zu regenerieren. Diese Energie hast du aber schon Joggen verbraucht, so das Nachts nicht mehr genügend übrig bleibt.

Ich hatte ja oben schon beschrieben, dass du vor dem Sport etwas essen sollst. Eine Banane wird da aber wahrscheinlich zu wenig sein. Schneide eine Banane klein und mische sie unter ca. 40-50 Gramm Müsli und esse dies eine halbe Stunde vor dem Sport. Nach dem Sport eventuell noch eine Scheibe Vollkornbrot mit Quark oder Käse.

Das sollte dir genügend Energie geben.

Falls dies nicht helfen sollte (mehr essen und Gewicht zulegen), dann solltest du mal deinen Frauenarzt kontaktieren um die Wechseljahre für die Symptome auszuschließen, bzw. zu bestätigen.

e~lSfiw


Guten Abend Praxa

Hilfe, heute habe ich deftig gesündigt. Ein Angestellter, der am gleichen Ort wie ich arbeite, hatte heuten seinen letzten Arbeitstag (ihm wurde gekündigt >:( ) und er hat trotzdem für alle eine riesige Schwarzwäldetorte zum Znüni mitgebracht. Er wohnt in Deutschland und kommt jeden Tag als Grenzgänger in die Schweiz arbeiten. Für uns Schweizer ist natürlich eine solche Schwarzwäldertorte eine Delikatesse. :-q Da konnte ich einfach nicht Nein sagen, erstens weil ich es ihm gegenüber nicht anständig fand abzulehnen und zudem weil ich auch nicht widerstehen konnte. Und ich habe ein Stück genossen, und zwar richtig genossen. Ich hatte sicher seit ca. 2 Monaten kein Stück Kuchen oder sonstsowas genehmigt. Was sein muss, muss sein, dann lebe ich halt 3 Tage weniger lang. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. ;-)

Was meine Wechseljahre betreffen ist es so, dass ich früh in die Wechseljahre kam und fast 8 Jahre lang eine Hormonersatztherapie gemacht habe. Ich hatte die schlimmsten Beschwerden, wie Depressionen, Schlafslosigkeit, Hitzewallungen etc. Diese HET hat mir sehr gut geholfen. Anfangs Jahr, als ich 52 wurde, habe ich mir gedacht, so jetzt setze ich diese Therapie ab und schaue mal was passiert. Und dann fing das ganze Theater an. Ich bekam plötzlich einen hohen Blutdruck und ging dann zum Arzt und er machte eine Blutentnahme, was ich vorher nie gemacht habe und da kamen auch die schlechten Cholesterinwerte und die Diabetes zum Vorschein. Vorher war dies nie ein Thema. Ich ging jährlich zum Frauenarzt und hatte auch Urinkontrollen, aber es war immer alles ok. Manchmal denke ich, ich hätte diese HET besser weitergeführt. Jetzt nehme ich nichts mehr und leide dementsprechend. Aber ich muss da durch. Ich bin froh, dass ich arbeite. So bin ich gezwungen, aus dem Haus und unter die Leute zu gehen.

Die Unterzuckerungssymptome, die du beschreibst, mit dem unruhigen Gefühl im Bauch und Schwitzen kenne ich zu genüge. Dies sind glaube ich aber bei mir nicht Unterzuckerungssymptome, sondern die habe ich immer bevor mich die nächste Hitzewallung überrollt. Da habe ich zuerst fast wie ein Panikgefühl in mir von der Magengegend her und dann weiss ich jeweils, jetzt kommt die nächste Hitzewallung. Dabei habe ich aber nie Heisshunger, im Gegenteil. Heisshunger kenne ich überhaupt nicht, hatte ich auch nie. Ich glaube, ich könnte auch einen Tag lang aufs Essen verzichten.

Heute habe ich einiges gelesen über die Logi-Diät. Kennst du diese Essensweise? Bei dieser Diät wird vollumfänglich auf Kohlenhydrate in Getreideform und Zucker verzichtet. Sie hat mich noch beeindruckt, denn die Leute hatten dadurch bessere Blutzuckerwerte. Aber es wird dafür ziemlich viel Fett konsumiert. Das finde ich dann wieder komisch. Na ja, ich werde mich mal weiter schlau machen.

Manchmal frage ich mich, was habe ich bis jetzt falsch gemacht, dass ich Diabetes habe. Ich war nie übergewichtig oder so. Ich habe mal geraucht, das gehört aber auch der Vergangenheit an und sonst habe ich eigentlich mehr oder weniger gesund gelebt. Sport habe ich immer gemacht. Irgendwie verliert man durch eine solche Diagnose das Vertrauen in den eigenen Körper. Bis jetzt habe ich immer gemeint, ich hätte meinen Körper im Griff. Und trotz gesunder Lebensweise macht mein Körper nicht mehr das, was ich will. Das verunsichert mich sehr und ich frage mich oft, was kommt da sonst noch auf mich zu.

So jetzt mache ich Schluss, muss noch im Haushalt einiges erledigen.

Dir wünsche ich einen gute Nacht und nochmals herzlichen Dank.

Elfi

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