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Diabetes Mellitus Typ 2: Insulin vs. Victoza

1#von500d0 RoIbQexrt hat die Diskussion gestartet


Hallo in die Runde, kurz zu mir, ich bin seit 6 Jahren als Diabetiker Typ2 eingestuft und hatte den Diabetes vermutlich schon einige Jahre vorher "entwickelt, jadoch ohne dies zu wissen.

Es ist auch eher Zufall gewesen, dass er entdeckt wurde.

Die sich daraus ergebende Behandlung wurde zunächst mit NOVO Norm und Metformin aufgenommen. Das Metformin hatte allerdings zu erheblichen Darmproblemen geführt. In Folge dessen wurde ich dann auf Insulintherapie geschult. Die Sorten Normal und Basal sind seit dem meine ständigen Begleiter.

Aus meinem Bekanntenkreis (ebenfalls Diabetiker) habe ich nun von einem Infektionsmedi-kament gehört. Victoza Liraglutid. Der Bekannte hat sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Wer hat denn ebenfalls schon Victoza gespritzt und kann über seine Erfahrungen berichten?

Ist es für alle DM 2 geeignet oder sind bestimmte Voraussetzungen gegeben?

Für jede Antwort schon mal Danke in Voraus!!

MfG an Euch, der:

Antworten
U+ltico^angexli


Hi, ich kann dir auf deine Frage jetzt nicht antworten, aber es interessiert mich auch, da mein Mann vor 2 Monaten die Diagnose Diabetes Typ2 bekam. Auch er hat es wohl schon länger und es wurde durch Zufall festgestellt. (Depressionen, daher Blutdruckkontrolle, Blutbild und aha, Diabetes)

Jedenfalls interessiert es mich auch, hast du komplett deine Nahrung umgestellt, als du Metformin genommen hast? Hast du dir dennoch zwischendurch eine Sünde erlaubt, wie Wein, Chips, Bier, Schokolade oder so was? Darf man das überhaupt?

Wie läuft so eine Insulinschulung ab?

Und wichtig, ist es normal, das der Zuckerwert meines Mannes morgens bei ca. 120 liegt, 2 Stunden nach dem Essen dann bei 160 abends (18:30 Uhr)vor dem Essen (letze Mahlzeit gegen 16 Uhr) dann unter 90 und 2 Stunden später bei ca. 120. Er nimmt morgens, mittags und abends je eine halbe Metformin. Eigentlich soll er morgens und abends eine, aber er hat dann auch Darmprobleme ohne Ende, so sind es nur Blähungen.

Danke für deine Antworten *:)

p(raxxa


habe ich nun von einem Infektionsmedi-kament gehört.

Was ist ein Infektionsmedi-kament.?

Victoza gehört zur der Gruppe der Inkretinmimetika, wahrscheinlich hast du da was falsch verstanden.

Ist es für alle DM 2 geeignet oder sind bestimmte Voraussetzungen gegeben?

Ja und nein.

Victoza kann auch in Verbindung mit Insulin genommen werden. Ich nehme es schon seit über einem Jahr in Verbindung mit Insulin und Metformin und habe keine Probleme.

"Probleme" kann es geben, wenn du zu wenig wiegst oder Normalgewichtig bist. Victoza sorgt dafür, dass dein Hungergefühl etwas "ausgebremst" wird und du dadurch abnimmst. Ich habe über 10 Kilo abgenommen, seit dem ich Victoza nehme, was in meinem Fall aber auch nötig war. ;-)

Ansonsten benötige ich weniger Metformin (vorher 2000 mg, mit Victoza 1000 mg) und mein BE Faktor ging von 4 auf 2,5 zurück. Mein HbA1c ist seit dem ständig unter 7%, vorher hatte ich teilweise über 8%.

Die Einstellungsphase kann allerdings sehr unangenehm sein. Die ersten 1-2 Wochen hatte ich eine starke Übelkeit, sowie Kopfschmerzen und ich musste mich zum Essen zwingen, da ich überhaupt keinen Hunger mehr hatte. Die Übelkeit und Kopfschmerzen verschwinden aber komplett und das Sättigungsgefühl pendelt sich auf einen normalen Rahmen ein.

Du darfst keine Wunder von dem Medikament erwarten, aber es kann durchaus den Insulinbedarf senken (ganz ohne Insulin, wirst du wahrscheinlich nicht auskommen) und für übergewichtige Diabetiker ist es ein Segen.

1kvon500;0 RoEbert


Die Insulinschulung kann sowohl als Einzelschulung als auch in einer kleinen Gruppe (ca.5 Personen) durchgeführt werden. Bei mir war ja zunächst mit NOVO-Norm und Metformin begonnen worden. Umstellung der Ernährung ist wichtig, heißt aber nicht, dass man nicht auf alles verzichten müsste. Man lernt, als erstes, die ganzen Lebensmittel richtig kenn, also die Zusammensetzung. Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Ballaststoffe. Wenn das durchgesprochen wurde, erfährt man, was welcher Stoff im unserem Körper bewirkt. Umstellung bedeutet dann, dass, wer z.B. jeden Tag ein "dickes Stück" Fleisch isst, dies besser seltener isst, maximal 4 mal in der Woche ein Fleisch oder Fischgericht, etwa so groß wie die eigene Handfläche, die übrigen Tage dürfen dann auch Milchprodukte auf dem Speisezettel stehen.

Zu berechnen, wieviel Kohlehydrate in einer Mahlzeit "versteckt" sind, ist der wohl wichtigste Teil der Schulung. Bis dahin wird üblicher Weise in der Gruppe geschult. Nachteil der Tabletten"esser", die müssen die Menge an Kohlenhydraten recht genau einhalten, müssen dafür aber nicht vor jeder Mahlzeit den Blutzucker bestimmen.

Die Insulinpatienten sollen das zumindest so lange messen, bis eine befriedigende bis gute Einstellung erreicht ist. Dann reicht meistens einmal täglich messen aus. Der Insilinpatient lernt während der Einstellungsphase, wieviel Insulin er zu welcher Tageszeit für jede Kohlenhydrat-Einheit (Kh-E) spritzen muss, was ein wenig Rechenarbeit bedeutet. Was und wieviel davon möchte ich essen und vieviel Kh-E sind enthalten. Dazu wird anhand von Ke-H Tabellen für jedes Kohlenhydrathaltige Lebensmittel ermittelt, wieviele Kh-E in einer Referenzmenge (z.B.) 100 Gramm enthalten sind. Ausserdem gibt es bebilderte Tabellen, die zeigen jeweils eine Portion eines Lebensmittels, die dann eine Kh-E ergibt. Die Grammtabellen erfordern dann das wiegen der einzelnen Lebensmittel, während die Bilder ein Schätzen ermöglichen. In die Berechnungen fließen aber nur die Lebensmittel ein, in denen die Kohlenhydrate enthalten sind. Der zweite Teil der Berechnung nimmt dann die ermittelte Menge Kh-E und den Patientenindividuellen Tageszeitfaktor auf. Diese individuellen Werte werden im Einzelunterricht ermittelt. Mit der Insulintherapie werden immer erst kleine Mengen Insulin gespritzt. 15 Minuten vor und 30 Minuten nach einer Mahlzeit wird dann jeweils der BZ gemessen um festzustellen, wie stark das Insulin anschlägt. Ist dann eine Wertekurve entstanden, die einige Tage umfasst, kann die Insulimenge angepast werden, bis sich die Messergebnisse auf Werte zwischen etwa 80mg/dl einpendeln. Dieser Vorgang nimmt sicher einige Wochen in Anspruch. In der Gruppenschulung wird man sicher überrascht sein, in wievielen Lebensmitteln irgend eine Art von Zucker steckt und dass längst nicht immer von Zucker gesprochen wird.

Der "Insuliner" ist also etwas flexibler mit der jeweiligen Menge Kh-E, die er zu sich nimmt.

Wird gleichzeitig eine Gewichtsreduktuin angstrebt, bei DM 2ern ist das nicht selten der Fall,

wird es etwas komplizierter, da nun auch die Fette angegangen werden müssen. Sich nun aber zu letzt nur noch auf die Proteine zu stürzen begeht ebenfalls einen fast schon fatalen Fehler. Viel Protein (Eiweiß) mindert nämlich die Wirkung von gespritzem Insulin, was dann wieder auf den BZ- Wert rückwirkt in dem der dann höher ausfällt, als man berechnet hatte.

Da wird der behandelnde Arzt oder Ärztin wohl nicht lange mit dem Metformin weiter machen. Novonorm ist ein Präparat, welches eine Körpereigene Insulinproduktion verstärken soll, was aber nur Funktionieren kann, wenn die körpereigene Insulinproduktion nicht völlig ausgefallen ist. Das ist aber eher bei den Typ 1ern der Fall.

Ich hoffe, Euch eht es soweit gut.

MfG:

pJraxxa


wie Wein, Chips, Bier, Schokolade oder so was? Darf man das überhaupt?

Sicherlich, allerdings alles in einem vernünftigen Rahmen. Eine ganze Tüte Chips oder eine ganze Tafel Schokolade sollte er natürlich nicht essen.

......aber das sollte ein gesunder, ja eigentlich auch nicht. ;-)

Bei Alkohol muss man aufpassen, falls Insulinpflichtig, dass man nicht in den Unterzucker kommt.

Wie läuft so eine Insulinschulung ab?

Solche Schulungen bestehen, in der Regel, aus Inhalten wie:

-Grundwissen über den Diabetes

-Aufklärung über Folgeschäden des Diabetes

-Richtiges reagieren bei einer Hypoglykämie (Unterzucker), sowie einer Hyperglykämie (Überzuckerung)

-Insulinwirkung

-Spritztechnik

-Insulinanpassung

-Ernährung

-Selbstkontrolle des Zuckerspiegels

Und wichtig, ist es normal, das der Zuckerwert meines Mannes morgens bei.........................

Die 120 mg/dll sind etwas hoch, da könnte ein Langzeitinsulin Abhilfe schaffen, bzw. eine Erhöhung der Dosis, falls er schon eins nimmt.

Bei den Werten nach dem Essen müsste man wissen, was dein Mann gegessen hat. Die 160 mg/dl morgens zb., könnten daher kommen, dass er das "falsche" isst. Helle Brot/Brötchensorten sollten gemieden werden, besser wären zb. Roggen und Vollkornprodukte.

U-ltiHoang(eli


Danke für eure Antworten.

Zuerst einmal, mein Mann nimmt zur Zeit nur Metformin. Wir haben nun die Ernährung schon soweit umgestellt, das es nur nüch Diabetikerzucker gibt, Roggenbrot, magerer Aufschnitt und Halbfettmargarine. Ab uns zu auch Kuchen, aber mit wenig Ei und Diabetikersüße.

Da mein Mann den ganzen Tag außer Haus ist, gibt es abends warmes essen. Meist Hühnerbrustfilet, Schweinefilet, Putenfilet oder mageres Hack mit Gemüse, Kartoffeln, Reis oder mal Kartoffelklos. Da er auch mit dem Blutdruck Probleme hat, gibt es das ganze Salzarm, so gut wie fettfrei und in nicht mehr so großen Portionen wie sonst.

Der Arzt zu welchem er geht, hat noch nie etwas von einer Diabetesschulung gesagt. Mein Mann bekam das Metformin-Rezept mit den Worten, das er abnehmen soll und einer Liste mit Lebensmitteln die er meiden sollte oder essen darf. Und er muss alle 2 Wochen zur Kontrolle.

pzraxa


Ab uns zu auch Kuchen, aber mit wenig Ei und Diabetikersüße.

Dann lasst den Kuchen lieber ganz weg, dass ist ja fürchterlich. ]:D

Wenn es nur ab und zu Kuchen gibt, dann tue deinem Mann den Gefallen, dass der Kuchen auch schmeckt. Wenn der Zucker, danach mal etwas höher ist, dann ist das nicht so schlimm.

Schlimmer ist es, wenn man auf alles verzichtet, da dadurch schon Lebensqualität verloren geht. Ein-, zweimal die Woche kann er schon "sündigen", dass wird dir auch ein/e Diabetesberater/in bestätigen.

Der Arzt zu welchem er geht, hat noch nie etwas von einer Diabetesschulung gesagt.

Ja, dass ist leider oft so. Der Patient bekommt die Tabletten hingeschmissen und das war es dann.

Wenn ihr einen Diabetologen in der Nähe habt, gehe da doch mal vorbei und erkundige dich. Diese Praxen geben dir gerne Auskunft, wo und wann Schulungen stattfinden.

Eventuell wäre es sogar sinnvoll, wenn dein Mann, seinen Diabetes von einem Diabetologen behandeln lässt.

14von50'00 Rocberxt


Da muss ich ja mal einen Schreibfehler einräumen bzw. ausräumen. Ich meinte nicht Infektions-Medikament. Richtig muss es heißen, Injektions-Medikament, also eines was gespritzt wird. Sorry, das war mein Fehler.

Nun bin mal gespannt, was nun dabei heraus kommt!

MfG:

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