» »

Ogtt einmal positiv, einmal negativ: SS-Diabetes?

Acnnam|ariax29 hat die Diskussion gestartet


Liebe Forumsmitglieder,

in der 28. SSW wurde bei mir (32 J, 171 cm, 60 kg – 54 kg vor der Schwangeschaft) ein oraler Glucosetoleranztest gemacht, der auffällige Werte hatte (91/162/188), allerdings wurde er nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Ich war zu lange nüchtern und das Blut wurde aus dem Finger entnommen usw. – woraufhin ich ihn noch einmal in der 29. SSW in der Diabetologie einer großen Klinik wiederholte, diesmal genau nach den Richtlinien (venöse Blutentnahme, Verarbeitung der Proben direkt danach nebenan im Labor, ich saß die ganze Zeit), die Werte waren 73-128-118, laut Oberarzt weit enfernt von einem Diabetes. Auch der Langzeitwert lag bei 4,8%.

Da ich zwischen den Tests ein Messgerät bekommen habe, habe ich ab und zu gemessen, mein Nüchternwert war immer normal, auch nach den Mahlzeiten hielt ich die Grenzwerte (140 mg innerhalb 1 h und 120 mg innerhalb 2 h) ein, nur nach dem Mittagessen waren sie manchmal etwas über der Grenze! Das irritiert mich sehr. Einerseits heißt es, diese Messgeräte sind nicht sehr genau und durch die "Plasmakalibrierung" werden 10-15% höhere Werte angezeigt (der Oberarzt meinte, die seien so ungenau, dass ich mich überhaupt nicht darauf verlassen soll), andererseits werden andere Schwangere, kaum dass sie den Grenzwert mal überschreiten, sofort auf Insulin eingestellt.

Meine Fragen nun:

- Wie soll ich die eigens ermittelten Messwerte interpretieren trotz negativem oGTT?

- In der Wochen zwischen den beiden oGTTs ging es mir wegen der Diagnose nervlich nicht gut, und der Appetit war nicht groß. Ich habe zwar drauf geachtet, in den 3 Tagen vor dem Test genug Kohlenhydrate zu essen (zu jeder Mahlzeit und auch dazwischen, z. B. Banane), bekomme aber grundsätzlich nicht viel herunter in der Schwangerschaft. Kann der 2. oGTT dadurch verfälscht worden sein?

Danke für eure/Ihre Meinung!

Antworten
CXao{imhe


Der 2. OGTT ist definitiv deutlich negativ, aber interessant wäre, ob du 15% über den Grenzwerten liegst nach dem Mittagessen oder nicht. Ja, die Geräte sind ungenau, aber die Tendenz ist bei einem kontrollierten Gerät schon deutlich.

R.ain{er8


Vertraue den Laborwerten von dem exakt durchgeführten 2. oGTT, danach hast du keinen SS-Diabetes. Wenn du die Tage davor nur wenig KH gegessen hast, dann könnte der Test tatsächlich etwas anders ausfallen, aber nur in die andere Richtung mit höheren Werten.

Die Handmessgeräte sind in der Tat nicht so genau. Deshalb kannst du eine kleine Überschreitung auf die Messtoleranzen schieben. Die Kalibrierung spielt dabei keine Rolle mehr, sowohl die Laborwerte als auch neuerdings die Werte vom Handmessgerät sind plasmakalibriert.

Ich wünsche dir eine angenehme Schwangerschaft – mach dir nicht zu viele Sorgen um den nicht vorhandenen SS-Diabetes.

LG Rainer

A)nnabmaria2x9


Danke für die Antworten.

Mehr als 15% liege ich auf keinen Fall über den Grenzwerten. Aber eben manchmal etwas drüber.

Habe gelesen, dass diese Grenzwerte nach dem Essen (140 nach 1 h und 120 nach 2 h) sich auf Vollblut beziehen und die meisten neuen Geräte Plasma-Werte anzeigen, daher komme ich darauf, dass man es vllt. umrechnen muss.

Und habe auch eine Quelle gefunden (Auszüge aus Literatur, zB Diabetes-Handbuch), dass der oGTT "falsch-negativ nach einer Reduktionsdiät" sein kann – wobei die Frage ist, wie die Reduktionsdiät definieren. Es gibt eben unterschiedliche Meinungen: Einige sagen, wenn man vorher wenig KH ist, "erholt" sich die Bauchspeicheldrüse und ist beim oGTT nicht gleich so überfordert mit den 75g Zucker, andere wiederum sagen, wenn die Bsp.drüse an wenig KH gewöhnt ist, kann sie überhaupt nicht richtig auf so viel plötzlichen Zucker im Blut reagieren.

Aber wahrscheinlich lese ich zu viel... :-)

Ruain+erx8


Hallo Annamarie,

ja, wahrscheinlich liest du zu viel. Die BZ-Grenzen für Schwangere sind unterdessen so weit nach unten gesetzt, dass ich mich auch immer frage, wie man das mit den ungenauen Geräten überhaupt richtig überwachen kann. Zu früheren Zeiten sind relativ viele Kinder bei unentdecktem SS-Diabetes zur Welt gekommen. Die allermeisten davon waren trotzdem kerngesund. Also lass dich nicht von den ganz wenigen mg/dl so sehr verrückt machen, dass du Stress hast – der ist nämlich noch schädlicher.

Trotzdem kannst du natürlich mit einer moderaten Reduzierung der KH und mit Vollkornprodukten dafür sorgen, dass der BZ nach der Mahlzeit ganz sicher unter den 140 bleibt.

Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer

AwnanamaXriaa2x9


Hallo!

Danke für die Beiträge.

Heute z.B. habe ich mal wieder ein Tagesprofil gemacht, um zu sehen, ob sich was an den Werten verändert, nüchtern und nach dem Frühstück/Abendbrot kein Problem (nüchtern 76, nach dem Frühstück 106/101 nach 1h/2h, nach dem Abendbrot auch unter 120), nur nach dem Mittagessen mal wieder zu hoch: 154!

Hatte Reis (3/4 Tüte vom We übrig) mit chin. Gemüse und habe extra noch ein paar Gummitiere hinterhergeworfen, so als Probe und prompt war der Wert so hoch.

Natürlich könnte man jetzt sagen, wenn man diese 11% abzieht, weil Gerät plasmakalibriert, wäre es wieder im Rahmen und auch, wenn man eine Messtoleranz von 10-20% abzieht, aber diese könnte man ja genauso auch hinzufügen, dann wäre der Wert ja viel zu hoch...!? ???

Fakt ist, dass mein Mann grundsätzlich bei ähnlichem o. gleichem Essen niedrigere Werte hat.

Das alles mit den Werten verunsichert mich jedenfalls sehr und wird mich bis zur Geburt nicht ganz los lassen...

NBiobex30


Ich kann dich gut verstehen. Ich bin auch gerade schwanger und hatte einen negativen ogtt mit einem Werte in der Nähe der Grenze. Ich messe auch zuhause und habe meistens sehr gute Werte bis auf einzelne Ausreißer, wie dein Mittagessen heute.

Ich muss nun für den Rest der Schwangerschaft den Blutzucker messen um den Zeitpunkt nicht zu verpassen falls das Diabetes richtig schlimm wird und alle paar Wochen beim Diabetologen vorbei schauen.

Mir wurde empfohlen zu testen welche Nahrungsmittel meinen Blutzucker hochtreiben und dann auf diese zu verzichten oder sie stark einzuschränken. Wenn ich mich daran halte habe ich immer gute Werte.

Bei einer Portion Reis und hinterher Gummibärchen wäre mein Zucker auch in die Höhe geschossen.

AQnnama8ria2x9


Hallo!

Danke für deinen Tipp.

Mich wundert dann nur, warum der OGTT bei uns dann negativ war? Klar kann sich eine SS-Diabetes auch danach noch entwickeln, aber bei mir waren die Werte nach dem Mittag ja VOR dem neg. Test schon so... Mir wurde i. Gegensatz zu dir gesagt, ich soll das Messen sein lassen, das macht mich nur wirr, ist alles zu ungenau. Weiß echt nicht, was ich glauben soll.

Und bei dir war der OGTT negativ und trotzdem sollst du weiter messen?

Ich bin halt Vegetarierin und weiß echt nicht, was ich noch essen soll, wenn ich Kohlenhydrate reduziere... Fisch esse ich zwar, aber das kann ich ja auch nicht jeden Tag (und soll man ja auch gar nicht unbedingt in der Schwangerschaft).

Was isst du denn zum Mittag?

N#iobe3j0


Mir wurde gesagt dass ich mich in einer Grauzone befinde mit meinen Werten und man weiter beobachten muss weil es doch noch schlimmer werden kann.

Es hieß man kann das nicht nur an diesen Grenzwerten festmachen wenn es immer mal wieder auffällige Werte gab.

Ich hab keine Ahnung was jetzt richtig ist und messe einfach weiter.

Mittags esse ich meistens irgendwas aus Fleisch und Gemüse oder überbackenes Gemüse (ohne Kartoffeln!) mit Käse und Sahne. Dazu gibts dann eine winzige Kohlenhydratbeilage oder auch nicht.

Ich fühle mich auch als Nichtvegetarier sehr eingeschränkt und sage mir immer dass es für einen begrenzten Zeitraum ist.

A5nAnamarxia29


Hallo Niobe,

ja, das ist natürlich nicht falsch, selbst zu kontrollieren, ob die BZ-Werte sich verändern, aber manchmal wünsche ich mir, es wäre wie in der 1. Schwangerschaft gewesen: oGTT negativ und ich hab mir danach überhaupt keinen Kopf ums Essen gemacht! Hatte ja kein BZ-Gerät! Auf die Welt gekommen ist meine Tochter dann trotzdem wegen einer der schlimmsten Komplikationen, die man sich vorstellen kann, per Not-Sectio, aber alles ging gut... Das ist immer alles so relativ! Mich stresst das auch so, dass ich denke, der Kleine im Bauch bekommt alles mit.

Mir ist noch was Interessantes aufgefallen: Eine Freundin, die vor 2 Jahren SS-Diabetes diagnostiziert bekam, hatte ein sog. Vollblut-Messgerät (ich glaube "Contour") und mir mal ihre Werte geschickt, die allesamt super waren. Sie zweifelte sehr an ihrer Diagnose... Ich habe eine "Plasma"-Gerät, die es heute fast nur noch gibt und die zeigen 10-15% höhere Werte an (tatsächl. Werte sind aber nicht höher!) und wir beide haben die gleichen Zielwerte (NBZ unter 90, 1 h pp unter 140, 2 h pp unter 120). Wenn ich dann meine gemessenen Werte mit ihren vergleiche und auch nur 10% abziehe, habe ich ähnlich gute Werte (und dann sind auch alle im Rahmen). Das soll mal einer verstehen...

Welches Messgerät hast du und in welcher SSw bist du (ich 31. SSw und habe Freestyle Lite).

Gruß.

Nziobex30


Ich bin in der 33. Ssw und habe ein One Touch Vita Gerät.

Mich stresst das auch so, dass ich denke, der Kleine im Bauch bekommt alles mit.

Das kann ich total gut verstehen. Ich bin auch sehr gestresst und besorgt deswegen. Dann bekomme ich wieder ein schlechtes Gewissen weil ich mich so stressen lasse und denke mein armes Baby bekommt meine ganzen Stresshormone ab.

Eine Freundin, die vor 2 Jahren SS-Diabetes diagnostiziert bekam, hatte ein sog. Vollblut-Messgerät (ich glaube "Contour") und mir mal ihre Werte geschickt, die allesamt super waren. Sie zweifelte sehr an ihrer Diagnose...

Mir kommt meine Diagnose auch sehr komisch vor. Ich hab zwar einzelne Ausreißer aber die allermeisten Werte sind super.

Aber was will man machen!? Ich hab leider nicht die Kompetenz allein zu entscheiden was die beste Lösung ist und mache deshalb was mir geraten wird.

A1nnaPmarSiax29


Ach ja, die Komplkation durch die meine Tochter (4 Wochen zu früh) auf die Welt kam, hatte nichts mit einem evlt. SS-Diabetes zu tun (sonst macht mein Beitrag ja keinen Sinn...).

Na ja, von Kompetenz – nachdem, was ich bei meinem 1. oGTT erlebt habe – kann man auch nicht bei allen Ärzten sprechen. Der Diabetologe ist da sicher der richtige Ansprechpartner, für den war das Thema mit meinem neg. Test allerdings abgehakt.

Wenn ich Zeit habe, lese ich immer mal wieder Threads zum Thema Messgenauigkeit bei diesen ganzen Geräten durch und bin erschrocken, wie ungenau manche messen und gleichzeitig darüber, dass Schwangere verunsichert werden und ihnen "gedroht" wird, dass sie spritzen müssen, wenn die Werte regelmäßig überschritten werden, ungeachtet dessen, dass viele Messgeräte regelmäßig zu hoch bzw. natürlich auch zu niedrig messen! Und danach stellt man Leute auf Insulin ein ???

Was ich im Moment so esse, ist wirklich wenig, wenn ich Süßes und gezuckerte Getränke weitgehend weglasse (trinke nur morgens 1/4 Glas O-Saft mit Wasser gestreckt, sonst krieg ich meine Tabletten nicht runter und esse ab und zu mal ein kl. Stück Schoko – mehr trau ich mich ja schon gar nicht), komme ich selten über 1300-1400 kcal am Tag! (Ich muss dazu sagen, dass ich vor einigen Jahren mal eine wandelnde Kalorientabelle war, deshalb kann ich das heute noch so gut abschätzen, obwohl es mich eigentlich gar nicht mehr interessiert) – das ist doch viel zu wenig!!? Kann mein Baby da überhaupt richtig wachsen?

Ich weiß echt nicht mehr, was hier richtig und falsch sein soll, meine FA sagt dazu einfach: Manchmal untersucht man auch zu viel...

Bisher war mein Kleiner immer vollkommen im Schnitt (eher etw. zierlicher vom Wachstum her), aber meine Tochter wurde 1 Woche vor der Geburt auch auf 2.800 g geschätzt und kam dann mit nur 2.420 g auf die Welt (aber mittlerweile 13 kg). Nachher ärgere ich mich nur über diesen ganzen Stress mit den Zuckerwerten, wenn ich wieder so einen zierlichen Winzling hab, wo man genau hinschau'n muss, dass er auch zunimmt.

Wie man's macht, macht man's falsch...!

N#iobex30


Mein Kleiner ist ziemlich groß. Deshalb wird da bei mir auch so darauf geschaut. Wobei ich diesesn Messungen auch nicht so ganz traue.

A4nn7ama ria29


[[http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2171361/-Wichtig-An-alle-mit-ss-Diabetes-oder-Glucoseintoleranz.html]]

Hier mal ein interessanter Link zu Erfahrungen mit Messmethodik und Genauigkeit der Messgeräte. Das lässt einen doch schon zweifeln...!

Nzio*be3y0


Na toll. Ich benutze mein Gerät schon länger als eine Woche und hab da noch nie irgendwas mit einer Kontrolllösung gemacht. Das ist doch ein Mist. Ich hätte auch mal auf die Idee kommen soll während dem ogtt parallel selber zu messen. Wäre interessant gewesen.

Ich hab auch schon einige Male direkt hintereinander mit meinem Gerät gemessen. Da hat der Wert innerhalb von Sekunden auch um 10-15 Einheiten geschwankt.

Ich werde mich die nächsten Wochen einfach kohlenhydratarm ernähren und weiter messen. Eine Tendenz werden die Geräte wohl anzeigen. Bald ist das überstanden.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Diabetes oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Stoffwechsel und Hormone · Übergewicht


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH