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Gestörter Glukosetoleranz bei Kindern ohne Übergewicht

O"rtheopt#istin hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Hat jemand Erfahrung mit Kindern (jünger als 10 Jahre) mit gestörter Glukosetoleranz ohne Übergewicht?

Gibt es einen Typ 2 Diabetes bei Kindern ohne Übergewicht wirklich nicht?

Wie geht man mit Kinder mit gest. Glukosetoleranz um - müssen diese Diät leben?

Kennt sich jemand aus ???

Vielen lieben Dank!

Antworten
m*ari_on ^ausR wien


kannst du ein bisschen konkreter werden?

welche untersuchungen wurden gemacht,um eine gestörte glucosetoleranz zu diagnostizieren?

welche symptome gingen voraus?

R#ainexr8


Hallo Orthoptistin,

das klingt ein bisschen nach [[http://de.wikipedia.org/wiki/MODY MODY-Diabetes]]. Das ist eine häufig vererbte Form von Diabetes. Er kann bereits in der Kindheit bemerkt werden, wenn man danach sucht und verläuft meist mild. Sprich mal mit deinem Arzt darüber. Der Nachweis erfolgt über Gentests. Gibt es in eurer Familie Diabetiker?

Es kann natürlich auch ganz normaler Typ2- oder Typ1-Diabetes sein. Typ1 würde sich sehr schnell entwickeln, was euer Arzt bestimmt beachtet hat und Typ2 ist nach deinen Beschreibungen eher unwahrscheinlich, allerdings nicht ausgeschlossen.

Wie waren denn die Werte des oGTT?

LG Rainer

OsrthopXtistxin


Ja, aber alle (inzwischen fraglich) Typ 2. Die Genetik ist am laufen. Die Werte des oGTT waren bei beiden Kindern erhöht, aber sicher kein Typ 1 und Insulin war ausreichend vorhanden.

Heraus kam das Ganze durch Zufall. Ich mache vierteljährlich selbst Kontrollen bei Z. n. Gestationsdiabetes, meine Kinder waren "gemein" zu mir woraufhin ich gesagt habe, dann messen wir bei euch eben auch mal. Hier kam ein erhöhter Blutzucker raus, woraufhin ich eine Woche nach jeder Mahlzeit kontrolliert habe (Nüchternwert war immer gut). Mein Kinderarzt hat das "abgewinkt", aber ich habe auf eine Überweisung zum Diabetologen bestanden (Blutzuckerwerte bis 175 kann man doch nicht so kleinreden...). Dieser hat auf meinen Wunsch hin einen oGTT durchgeführt und musste dann sein spontanes "Hysterische-Mutter-Grinsen" einstellen.

Jetzt muss geklärt werden ob die Kasse die Genetik übernimmt und dann sehen wir weiter. Allerdings finde ich zum Thema MODY kaum Fachlitheratur - außer Genetikthemen, die mich nicht wirklich weiter bringen. Daher meine Anfrage hier, ob jemand mit dem Thema Erfahrung hat.

Liebe Grüße

Rjai:nerx8


Hallo Orthoptistin,

wenn du Diabetologen mit Erfahrung für Mody finden willst, dann musst du eine diabetologische Schwerpunktpraxis, am besten eine mit Anschluss an eine Uni finden. Ein normaler Diabetologe kannt sich bestimmt nicht damit aus. Fachliteratur, in der nicht nur die Gendefekte beschrieben werden, kenne ich auch keine. Ich habe zu zwei relativ häufig auftretenden Mody-Arten ein paar Infos zusammengesucht, zu Mody-2 und Mody-3. Mody-2, gekennzeichent durch hohen NBZ und normalen BZ nach den Mahlzeiten, scheint es nicht zu sein. Mody-3 würde eher passen und ist besonders an einer herabgesetzten Nierenschwelle zu erkennen. Wenn du so etwas festellen kannst, dann könnte es Mody-3 sein, ansonsten kommen noch die vielen anderen Typen in Frage.

Bei den meisten Mody-Typen tritt SS-Diabetes auf, meist erst sehr spät im 3. Trimester. Insofern musst du damit rechnen, dass auch du Mody-Diabetes hast und deine Töchter es eventuell von dir geerbt haben.

Wenn du und deine Töchter sich diabetesgerecht ernähren, dann braucht der Diabetes (außer vielleicht in der SS) gar nicht zu Tage zu treten. Eine gute und nicht sehr einschränkende diabetesgerechte Ernährung ist z.B. in dem Buch "Stopp Diabetes" beschrieben. Wenn du willst, dann lies dir das Buch mal durch und nutze für dich und deine Töchter die Chance, ohne ausgebrochenen Diabetes bis an euer Lebensende zu kommen. Mit Mody-Diabetes geht das, man muss nur ein bisschen was beachten.

Ich habe übrigens vermutlich Mody-3 und hatte nicht das Glück, dass das zeitig genug entdeckt wurde. Jetzt habe ich mich genauso wie jeder Typ2-Diabetiker mit meinem Diabetes rumzuschlagen und muss mich stark bemühen, dass er sich nicht allzu schnell weiter verschärft. Es ist sehr gut, dass du die Störung bei deinen Töchtern so zeitig entdeckt hast, damit kannst du so etwas mit klugem Handeln wirksam verhindern. Verlass dich dabei nicht zu sehr auf die Unterstützung von den Ärzten, das musst du selbst in die Hand nehmen – ich wünsche dir dafür alles Gute.

LG Rainer

O&rth/optisxtin


Vielen Dank,

hab mir das Buch besorgt und konnte doch noch ein paar kleine Hilfestellungen finden. Leider ist alles bei Kindern nicht so einfach - vor allem wenn sie kein gekochtes Gemüse essen wollen ;-D und die Mutter hassen, weil sie den Honig und das geliebte Nutella reduziert... Und noch schwieriger ist die Situation bei meinener einen Tochter, die ein Sohn ist ]:D , der superdünn ist und mit der gesunden Ernährung tatsächlich Probleme hat richtig satt zu werden. Da braucht man dann halt doch mehr Fett auf dem Teller.

Aber danke nochmal!

RWainxer8


Hallo Orthopistin,

schön dass du dir das Buch besorgt hast. Die richtige Rchtung ist dort erst einmal gut beschrieben. Jetzt musst du das ganze nur noch alltagstauglich hinbekommen. Dazu kann ich konkret nicht sehr viel helfen, außer dass ich dir vielleicht die folgenden Hinweise geben kann:

Jeder Schritt, den du in Richtung weniger KH und viel weniger einfache KH gehst ist Gold wert. Mit Kindern wirst du dabei keine Perfektion hinbekommen und das brauchst du auch gar nicht. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass du einen Nutellatag einführst, bei dem deine Kinder sich damit sattessen dürfen. Diese einzelnen Ausnahmen sind viele weniger schädlich, als die vielen einfachen KH, die andere Kinder zu jeder Mahlzeit zu essen bekommen. Für Nutella gibt es übrigens selbstgemachte Alternativen mit weniger stark gezuckertem Nussmuß. Da findest du vieleicht sogar etwas, was deine Kinder täglich essen könnten.

Du brauchst das auch deshalb nicht perfekt zu betreiben, weil deine Kinder noch lange keinen Diabetes haben und den auch nicht so schnell entwickeln würden. Wenn du jetzt nicht anfängst, auf die Menge und die Qualität der KH zu achten, dann meldet der Diabetes sich bei ihnen vielleicht erst mit 35 Jahren oder später. Deine Bemühungen sollen dazu führen, diesen Zeitpunkt weit nach hinten rauszuschieben oder ganz zu vermeiden. Deshalb ist jede geschmackliche Umprogrammierung bei deinen Kindern hin zu weniger süß und hin zu möglichst natürlichen Lebensmitteln viel mehr wert, als eine kurzfristige Wegnahme von Bonbons und ähnlichem.

Selbstverständlich darfst du zu der Ernährung Fett dazu nehmen. Gerne auch tierische Fette, bei denen die Butter gesundheitlich und geschmacklich eine ganz hervorragende Rolle spielt. Auch bei den anderen Sachen ist es wichtig, dass du nicht zu den fettarmen Varianten greifst. Gemüse mit einem kräftigen Klacks Butter schmeckt viel besser und macht besser satt. Damit kannst du vielleicht sogar deine Kinder langfristig rumkriegen. Wenn du gute Literatur benötigst, um diesen wichtigen aber zugegebenermaßen nicht ganz einfachen Schritt zu gehen, dann kann ich dir "Mehr Fett" von Gonder/Worm empfehlen.

Ich drück dir die Daumen, dass du das mit deinen Kindern zusammen langsfristig hinbekommst. Geh die Aufgabe locker an und sieh sie nicht zu verbissen. Ihr habt alle Zeit der Welt und jeder Schritt in die richtige Richtung ist gut, auch wenn er noch so klein ausfällt.

LG Rainer

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