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Große Sorgen um Mama

NoaVcht^rot hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich wende mich an euch, da ich mir große Sorgen um meine Mutter mache und gerne wüsste ob ich vielleicht übertreibe, oder was ich tun kann.

Erstmal vorweg: Meine Mutter wird 64 Jahre alt und hat Diabetes Typ II und Übergewicht.

Vor einigen Jahren war sie auf der Intensivstation der Uni-Klinik Köln gewesen, da sie die durch Diabetes entstandenen Wunden mit Schmerzmittel selbst versorgte und die Nieren sich daraufhin akut verabschiedeten, war sie tagelang nicht bei Bewusstsein.

Seitdem sie wieder entlassen wurde, sehen die Beine nicht mehr so schlimm aus. Vorher sah es aus als hätte sie ein Wolf angefallen. Viele, tiefe Fleischwunden. Die Haut ist zwar immer noch total kaputt und die Beine und Füße sehen total geschwollen aus, aber zumindest kein Blut mehr. Aber viele nasse Stellen. Ihr Zucker – so behauptet sie – sei unter Kontrolle.

Aber, da gibt es einige Dinge, die mir sehr große Sorgen machen.

Einmal ist sie ständig müde. Und ich meine RICHTIG müde. Egal wann ich da bin, sie pennt ein. Auch während man mit ihr redet, ja sogar wenn sie selber redet schläft sie mitten im Satz ein! Wenn man sie dann weckt, schaut sie einen an, sagt das sie wach ist und schläft sofort wieder ein. Sie sagt das liege daran, das sie nur 3 Stunden in der Naht schlafen kann, weil ihr zu warm wird. Ich behaupte sie bekommt wegen dem Übergewicht schlecht Luft. Im Schlaflabor hat man ihr ein Gerät für die Atmung mitgegeben. Aber sie will es nicht benutzen, sie meint es stört sie.

Der zweite Punkt: Ihr ist ständig kalt. Bei meinen Eltern in der Wohnung ist immer eine Bullenhitze! Auch wenn mir und meinem Vater im Unterhemd die Suppe runterläuft, sitzt sie im Pullover da und friert. Zudem ist sie immer total blass. Sie sagt das liegt an ihrer Blutarmut.

Der dritte Punkt ist die Bewegung. Einkaufen tut sie seit Jahren nicht mehr. Das macht mein Vater. Sie selbst kann sie kaum bewegen. Zum Aufstehen muss sie mehrmals Schwung holen und wenn sie sich ins Auto setzen soll, muss man ihre Beine rein heben. Selbst mit Gehhilfe muss man sie noch stützen. Ich sag ihr immer das sie mal vor Tür gehen sollte, nur 10 Meter oder so. Aber immer: Nein, es ist kalt/es regnet/mir ist schwindelig. Immer eine andere Ausrede. Sie ist den ganzen Tag in der Wohnung und pennt im Stuhl.

Der letzte Punkt ist das Essen. Sie hat ein Aversion gegen Fleisch, wie ich sie nur bei krebskranken kenne. Heute hatte mein Vater Hähnchen geholt. Alleine beim Geruch musste si fast brechen. Dabei roch es verdammt lecker! Fleisch hasst sie absolut. Egal was für ein Fleisch, sie meint es schmeckt alles widerlich. Das einzige was sie isst sind Schweineohren vom Bäcker, Kuchen und Plätzchen.

Neulich hatte sie den ganzen Tag über nur drei Plätzchen gegessen! Davon abgesehen das sie mit Diabetes sowas nicht essen sollte, warum hat sie kein Hunger mehr auf richtiges Essen? Egal was mein Vater kocht. Spaghetti, Pizza, Auflauf… sie ist nicht mit.

Was mich am meisten ärgert ist ihre Beratungsresistenz. Ich sage ihr tausendmal am Tag sie soll zum Arzt gehen, ich höre immer nur:

"Ach hör mir auf mit Ärzten. Ich bin Privatpatient, die wollen nur mein Geld! Wenn man zum Arzt geht wird man krank!"

Und selbst wenn sie nur ihr Geld wolle, na und? Hauptsache sie wird behandelt! Ihre Frauenärztin hatte vor 20 Jahren festgestellt das die Gewebsveränderungen im Unterleib hat. Seit dem war sie nicht mehr da!

Wie kann ich sie zum Arzt überreden? Mein Vater und meine Schwester haben schon aufgegeben.

Antworten
m]arLiron a?us wixen


Das einzige was sie isst sind Schweineohren vom Bäcker, Kuchen und Plätzchen.

diese ernährung wäre schon für einen gesunden menschen indiskutabel-für nen diabetiker erst recht

ihre blutzuckerwerte müssen ja katastrophal sein+sie hat sicher massiven vitamin+nährstoffmangel.

das massive übergewicht,die nicht vorhandene bewegung ...alles einfach schlecht,sehr schlecht.

Wie kann ich sie zum Arzt überreden?

so hart es klingt-garnicht-schrecklich zwar,aber sie ist erwachsen,mündig.

wenn sie sich der konsequenzen bewusst ist,sich aber zu nix überredenlassen will,kann man nix machen-leider-

H_annGe07


Wenn deine Mutter keine Hilfe annehmen will, kannst du sie auch nicht zwingen.

Aber: sie müsste ja auf jeden Fall regelmäßig zum Hausarzt gehen, um ihre Medikamente zu bekommen. Kannst du mit dem Hausarzt reden, dass er deine Mutter vielleicht zur Kur schickt o.ä. Dass sei lernt, mit ihrer Krankheit vernünftiger umzugehen?

Und wenn vor 20 Jahren Gewebsveränderungen im Unterleib festgestellt wurden, kann es auch sein, dass diese sich weiter verändert haben, dass sie ihr Diabetes-Krankheitsbild mit beeinflussen.

Biete deiner Mutter jede Hilfe an – aber lerne zu akzeptieren, dass du ihren Willen (oder Starrsinn) nicht brechen kannst.

Alles Gute!

CiusHtoxl


offenbar ist es leider ihr wille so vor sich hinzuleben.

Im Bekanntenkreis gab es bei mir auch so einen Fall die haben dann jeden Kontack zu Ihrem Vater abgebrochen bis er sich hat helfen lassen :-|

Das ging so nach dem Motto mach halt so weiter in 5jahren liegst du dann unter der erde und wir bereiten uns jetzt darauf vor.

Das hat ihn damals wachgerüttelt.

Nha[ch7troxt


Vielen lieben Dank für eure Antworten!

An einen Nährstoffmangel dachte meine Schwester auch schon. Das erklärt zumindest zum Teil die Müdigkeit und dass sie immer wackelig auf den Beinen ist, wie sie selber sagt.

Die Hausärztin von ihr ist keine große Hilfe. Sie ist Heilpraktikerin und schreibt die Diabetes Tabletten seit Jahren blind auf. Früher hat sie mal damit gedroht, die Sachen nicht mehr aufzuschreiben, wenn meine Mutter nicht zur Untersuchung kommt. Aber dann meinte meine Mutter nur, dann suche ich mir halt eine andere Ärztin. Aber da sie privatversichert ist, wollte die Heilpraktikerin das natürlich nicht.

Den Kontakt zu mihr abbrechen könnte ich nicht, dafür liebe ich sie zu sehr. Aber mich macht es einfach sauer das sie mir selbst die Mutter quasi entzieht. Ich habe sie damals schon beinahe verloren und mir tut es Leid das sie so leben muss. Dieses Jahr waren wir zum Beispiel in Italien. Einmal war sie mit am Strand. Hat versucht zu schwimmen: Ging sofort unter. Als ich sie ins Hotel bringen wollte, kippte sie mi um, obwohl ich sie am Arm hielt. Zwei Lifeguards mussten sie wieder aufrichten. Danach saß sie jeden Tag auf dem Balkon. Das ist doch scheiße das Meer zu sehen und nicht rein zu dürfen!

Da sagte sie noch: Wenn wir wieder zu Hause sind werde ich jeden Tag rausgehen und trainieren, damit ich nächstes Jahr schwimmen kann. Das ist jetzt 4 Monate her, sie war nicht einen Tag draußen. Zu warm, zu kalt, zu naß, mein Rücken, mein Kreislauf blablabla.

Wäre meine Mutter jetzt 84 und würde sagen, dass sie nicht mehr leben will, weil ihr alles weh tut, hätte ich ja dafür Verständnis. Aber sie sagt ja selber das sie Angst vorm Tod hat und leben will, vor allem ist sie 64 das ist noch kein Alter zum abtreten.

Hilfe anbieten tun wir alle. Wenn sie zum Arzt will genügt ein Wort. Ich suche einen guten im Internet raus und mein Vater würde sie hinfahren. Aber sie vertraut Ärzten nicht, weil sie halt damals zusammen geklappt ist und auf der Intensivstation aufwachte. Aber letztendlich waren die es, die sie gerettet haben.

WlinOterxfest


Und mal auf den Putz hauen? Sagen, dass du dir Sorgen machst und keine Lust hast, bei ihrem Selbstzerstörungsprozess zuzusehen? Dass dich das belastet und du das auch nicht mehr tragen willst?

HDannMex07


Eine verfahrene Situation ...

Weiß deine Mutter, wie sehr ihr alle leidet? Dass ihr Angst um sie habt und traurig seid, weil sie sich keinem vernünftigen Arzt anvertraut? Dass ihr Angst habt, sie zu früh zu verlieren?

Wie wäre es mit einem "Mama, ich habe Angst um dich, ich möchte dass du mich in meinem Leben noch viele Jahre begleitest und deshalb wünsche ich mir, dass du dich von einem guten Arzt untersuchen lässt."

Als Privatpatientin hätte sie da sicher gute Möglichkeiten.

Die Heilpraktikerin ist ja sowas von verantwortungslos und eigentlich ein Fall für die Ärztekammer ...

Wenn ihr Blut mal untersucht wurde, wurden dann auch Schilddrüsenwerte gemacht? Manchmal hängt auch bei Diabetes das Übergewicht mit der Schilddrüse zuammen.

Gibt es außer deinem Vater und deiner Schwester noch andere Bezugspersonen, die deiner Mutter in's Gewissen reden könnten? Eine Schwester? Die Oma? Eine Freundin?

Ich wünsche dir viel Kraft beim Kampf gegen den Starrsinn deiner Mutter!

Rhaixner8


Hallo Nachtrot,

Aber sie vertraut Ärzten nicht, weil sie halt damals zusammen geklappt ist und auf der Intensivstation aufwachte.

Das soll öfter mal vorkommen und ist vielleicht auch ein Stückchen berechtigt. Aber vielleicht ist das der Ansatz, bei dem du deine Mutter packen kannst. Diabetes ist keine Krankheit, bei der man auf viel ärztliche Kunst angewiesen ist. Man kann vieles selber machen und muss das auch tun, um gesund zu bleiben bzw. zu werden.

Ich würde ihr ein BZ-Messgerät besorgen, die Teststreifen kaufen und sie dazu bewegen, ihren BZ selber zu messen. Wenn sie sieht wie hoch der ist, wenn sie sieht, wie stark der nach schlechten Mahlzeiten ansteigt und wenn sie sieht, dass sie ihn vielleicht schon mit einem kleinen Spaziergang nach dem Essen senken kann, dann wird sie eventuell aktiv. Diabetes kann man wirklich alleine in der Hand behalten, den Arzt braucht man dann nur noch zur Unterstützung. Für das bisschen Unterstützung reicht, bei genügend Eigeninitiative, auch ein mittelmäßiger Arzt aus.

Möglich, dass das alles nichts bringt. Aber vielleicht hilft das Selbermessen des BZ deiner Mutter und rüttelt sie ein bisschen wach. Ein Versuch wäre es wert.

Beste Grüße, Rainer

lpabseus


Wenn ich Eure Geschichte so lese, muss ich an meine Mutter denken. Zum Arzt wollte sie auch nicht. Damals 65 Jahre Übergewicht außer Gartenarbeit keine Bewegung. Sie hatte Durst wie verückt, trank Mengen wie ein Pony. Da ging bzw. fuhr sie zum Arzt BZ

350 bekam als sofortmaßnahme Insulin gespritzt und dann Tabl. Ratschläge für die Ernährung, jede Woche zum Arzt BZ messen 1975 gab es noch keine oder keine verlässlichen Geräte zum selbstmessen. Sie hatte selten Werte unter 200. Ich hatte ihr einen Speiseplan gemacht der in der Küche am Schrank hing, nun 2x hat sie so gekocht dann wieder in alte Gewohnheiten zurück gefallen. Dann ein offenes Bein das nicht oder schlecht zuheilte. Dann wurde sie umgestellt auf Insulin, ich habe sie gespritzt Morgens bevor ich zur Arbeit ging 40 Einheiten und abends 20. Unser ganzes Familienleben war gestört. Wenn wir in Urlaub fuhren musste ich erst jemanden finden der sie Spritzt sie konnte es nicht dann kam immer eine Ordensschwester. Probleme mit den Augen hatte sie Zuckerbedingt auch. Dann bekam sie einen schwarzen dicken Zeh ihre Durchblutung war gestört sie mußte dann mitte Oberschenkel amputiert werden und 4 Wochen später ist sie dann gestorben. mit 73. Zeige diese Zeilen mal Deiner Mutter vieleicht hilft es. Da ich heute auch Zuckerhabe ( Vererbung ) achte ich aber akribisch auf meine Ernährung und Bewegung täglich Sport Radfahren, Wandern, Schwimmen da hat man ja genug Möglichkeiten in Köln 10 kg habe ich runter meie werte sind Super und habe keine Probleme und ich bin 70 Jahre Viel Erfolg wünsche ich

Labsus :)^

N ac`htrxot


Hallo,

und danke für eure Beiträge. Den letzten Beitrag habe ich ihr leider nicht mehr zeigen können.

Ich habe alle anderen ausgedruckt und meiner Mutter damals vorgelesen. Sie fand sie sehr interessant, meinte aber ich kann sie wieder mitnehmen, nachdem ich sie ihr vorgelesen hatte. Ihr ginge es prächtig und sie braucht keine Hilfe. Das war im Oktober.

Am 11.03.2014 verstarb meine geliebte Mutter um 21 Uhr. Sie hatte das Atemgerät bis zum Ende nie benutzt und starb vermutlich an einem Herzinfarkt. Sie wurde mehrmals reanimiert.

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