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Viele Gesundheitliche Probleme und die Verzweiflung ist nah :/

o\r4lif6e89 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin aktuell 27 Jahre alt und habe sehr viele Gesundheitliche Probleme. Vor gut 9 Jahren habe ich einen Diabetes melitus Typ 1 bekommen. In meiner Familie war Diabetes nie ein Thema und ich war quasi der erste mit sowas. Ich war damals in einer Ausbildung zum Koch. Die Diagnose wurde damals Anfang des Jahres gestellt. Habe vor der Diagnose sehr viel getrunken und Körperlich ziemlich abgebaut.

Ich hatte damals einen sehr Strengen Chef der dazu noch Alkoholiker war. Das Restaurant wo ich meine Lehre gemacht habe war immer gut besucht. Wir hatten damals 200 Sitzplätze im Lokal, 100 im Biergarten und für besondere Events konnten wir Das Theater, was zum Restaurant dazu gehört, auch noch komplett nutzen. Dort hatten wir dann 1600 Sitzplätze. Also sehr viel Arbeit.

Als ich die Diagnose bekommen habe war ich 18 und in dem Alter ist das ganze nicht so einfach. Hatte von Anfang an Akzeptanz Probleme mit dieser Krankheit und bin auch nicht klar gekommen. War nach der Diagnose direkt 2 Wochen in Krankenhaus für Schulungen usw. Es hat nie wirklich Klick gemacht in meinen Kopf und ich habe mich nie wirklich um mich gekümmert. Ich war immer mal wieder für 2-3 Wochen im Krankenhaus und habe mir helfen lassen und wollte es besser machen aber das hat nie geklappt.

Musste meine Ausbildung auf Grund der vielen Fehlzeiten um ein halbes Jahr verlängern aber das war halb so Wild.

Bin direkt nach der Ausbildung in ein 5 Sterne Hotel gegangen und habe dort als Koch gearbeitet und quasi dort gelebt.

Das ganze ging ein Jahr gut. Habe in dem Jahr immer mal wieder gemerkt das es mir nicht gut geht und ich sah laut Aussage von Kollegen aus wie der wandelnde Tot. Ich habe während dem Jahr nochmal extrem körperlich abgebaut. Das ganze ging soweit das ich keine 3 Treppenstufen mehr hoch gehen konnte ohne das ich Pause machen musste. Ich war einfach Kraftlos und ich trank sehr viel sodass ich viel Zeit auf dem Klo verbracht habe. Es war auch ein ziemlicher Kampf in der früh aus dem Bett zu kommen weil mir einfach die Kraft gefehlt hat. Ich wollte aber nicht ins Krankenhaus gehen da ich diese Arbeit als riesen Sprungbrett gesehen habe und mir eigentlich sehr viele Türen offen gestanden wären. Ich hatte einen 14-18 Stunden Tag und das oft 6 Tage die Woche.

Mich hat dann im Frühling eine Grippe erwischt und ich lag erstmal richtig flach und ein Arzt der in der Nähe war hat mich ne Woche krank geschrieben. Nach 4 Tagen stand aber schon die Chefin vor meinem Hotelzimmer und meinte ich soll wieder in die Küche kommen weil es ziemlich viel Arbeit gab und sie ohne mich das nicht schaffen. Ich bin natürlich auch gegangen....

Nach 3 Wochen in der Küche hat es mich extrem zusammen geklappt. Meine Kraft war komplett weg und ich konnte einfach nicht mehr. Habe darauf hin meinen Job hin geschmissen und bin wieder in meine Heimat zurück. Dort bin ich dann zum Familien Arzt.

Er war entsetzt als er mich gesehen hat. Ich war total abgemagert und quasi schon fast tot. Er hat mir Blut abgenommen und meinte das ich am nächsten Tag in der Früh wieder kommen soll.

Soweit ist es aber nicht gekommen. Am Abend klingelte es an der Tür und ich habe mich dort hin gekämpft.

Als ich die Tür aufgemacht habe stand da meine Stiefmom mit zwei Kollegen von der Polizei. Sie hatten einen Richterlichen Beschluss dabei, dass sie mich ins Krankenhaus bringen sollen. Das war auf den ersten Moment ziemlich angst einflößend.

Meine Stiefmom hat mir paar Klamotten gepackt und die Kollegen haben mich zum Auto gebracht und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Dort habe ich erst realisiert wie schlecht es um mich stand. Ich wog nur noch 44kg auf 178cm und stand kurz vor dem Multiblen Organversagen. Mein BZ lag bei 1400 und mein HAb1c war bei 22,2. Habe nie BZ gemessen und geschweige Insulin gespritzt. War gute 2 Monate im Krankenhaus und es ging mir wieder etwas besser. Bin dem Tod nochmal davon gekommen. Ich war froh das mein Arzt das alles in die Wege geleitet hatte.

Nach dem Krankenhaus wurde ich 6 Monate in der Psychiatrie um der Sache auf den Grund zu gehen warum ich mich nicht um mich kümmer.

Dort fingen so langsam immer mal wieder Schmerzen in den Füßen an. Diese wurden nach der Zeit immer schlimmer und die Ärzte gaben mir darauf Tramadol und schickten mich zur Gefäßchirurgie und zur Neurologin. Die Gefäße waren in Ordnung und die Neurologin meinte erst das es noch keine Polyneuropathie sein kann da ich ja noch so jung bin. Das hat sich dann aber anderst dargestellt.

Habe dann sehr viel Probiert von hochkonzentrierten Vitamin C bis zu Infusionen mit irgendeinem Mittel. Am Ende bin ich dann beim Lyrica stehen geblieben.

Nach der Psychiatrie folgte eine Medizinische Reha in der man auch sehr viel Rumprobiert hat.

Da habe ich zum ersten mal einen Abszess bekommen und ich dachte mir nicht viel dabei und mein Körper begann immer wieder mal extrem zu schwitzen zb bei -10 Grad draußen im Tshirt usw.

Die Reha wurde nach 9 Monaten von der DRV beendet und sie haben mich in Rente geschickt auf Grund einer nicht positiven Erwerbsprognose... Jetzt bin ich seit 4 Jahren in Rente.

Da meine Augen auch einen Schaden abbekommen haben musste ich mir vor 2 Jahren in beiden Augen künstliche Linsen machen lassen. Mein Herz hat auch einen Schaden abbekommen sodass ich Betablocker nehmen muss.

Die letzten 3 Jahre lebe ich sehr zurück gezogen, da mir das mit dem Schwitzen so dermaßen unangenehm ist sodass ich die Öffentlichkeit einfach meide. Ich lebe zwar mit meiner Freundin zusammen aber es ist doch immer schlimmer geworden.

Da ich mich dadurch sehr wenig bewege habe ich sehr viel zugenommen und meine starken Schmerzen spielen da auch eine sehr große Rolle. Ich nehme gegen die Schmerzen 600mg Gabapentin und 2 mal 100 mg Morphin.

Das hat mir ne Zeit lang sehr gut geholfen aber mittlerweile nicht mehr. Möchte aber das ganze auch nicht erhöhen.

Ich bekomme auch sehr viele Abszesse die extrem schmerzhaft sind und die teilweise an so doofen stellen sind so das ich zb keine Hose mehr anziehen kann oder geschweige überhaupt laufen. Habe da schon so viel Probiert von Langzeit Antibiotika bis Salben und Homöopathie aber nichts hat geholfen. Ich bekomme sie nach wie vor und teilweise verheilen die nicht ganz. Sehr schmerzhaft die ganze Sache und ich bekomme alle 1-2 Wochen wieder einen neuen.

Die Geschichte mit dem Schwitzen ist auch sehr extrem geworden. Ich schwitze bei 15 Grad außen Temperatur meine ganzen Klamotten durch und sowas ist mir sehr unangenehm und daher bleibe ich wenn es sehr warm ist daheim. Viele sagen das es an meinem aktuellen Gewicht liegt aber das hatte ich schon als ich 70 kg gewogen habe. Gegen das Schwitzen hat man mir Vagantin verschrieben und das hilft hin und wieder mal und wenn irgendwas ansteht muss ich es überdosieren so dass ich mich nicht nach 10 min wieder umziehen muss.

Momentan wiege ich 120 kg und bin überhaupt nicht belastbar und habe viel mit Rückenschmerzen und Kopfschmerzen zu Kämpfen. Ich bin extrem Antriebslos und habe immer noch kleine Probleme mit meinem Diabetes. Aktuell liegt der HAb1c bei 7,2 und dass ist für meine Verhältnisse in Ordnung. Bz messen ist immer noch Recht schwer da die Polyneuropathie auch in den Armen spürbar ist und das Stechen nach paar Tagen richtig schlimm schmerzt.

Ich habe mittlerweile erkannt das es so nicht mehr weiter geht. Ich muss aus dem trott raus und mein leben wieder in den Griff bekommen. Ich habe die Krankenkasse um Hilfe gebeten aber bekomme keine richtige Hilfe. Es muss sich alles ändern aber ich weiß nicht wie ich das ganze angreifen soll. Ich würde gerne ins Fitness Center gehen aber mit 27 und Rentner hat man recht wenig Geld und durch das schwitzen und den anderen Problemen trau ich mich auch nicht dort hin zu gehen.

Meine Abszesse machen mir halt auch oft einen Strich durch die Rechnung so dass ich immer wieder paar Schritte zurück mache und nicht voran komme weil ich nicht laufen kann oder ne Hose anziehen kann.

Bin mega Ratlos und weiß einfach nicht weiter. Für jeden kleinen Rat gegen irgendeins meiner Probleme wäre ich mega dankbar.

Sorry für den langen Text :/

Vielen herzlichen Dank schon mal und sollte von dem was ich geschrieben habe, irgendwas nicht klar sein einfach fragen.

Danke

Antworten
RIainqer8


Hallo Life,

du kannst dir ja mal LCHF ansehen - einfach nach dem Forum googeln.

Diese Ernährungsumstellung wäre sehr gut für deinen BZ und gibt dir dir Möglichkeit abzunehmen. Außerdem könntest du ganz bestimmt mit weiteren gesundheitlichen Verbesserungen rechnen.

Beste Grüße, Rainer

p;elzti3exr86


Das starke Schwitzen hat vermutlich seinen Ursprung in der Polyneuropathie bzw. der Dysfunktion der autonomen/kleinen Nervenfasern.

Opioide sind in der Regel nicht effektiv bei Nervenschmerzen, können diese mit der Zeit sogar verschlechtern, und haben auch Schwitzen als Nebenwirkung. Da sollte ein Schmerzmediziner besser noch einmal drüber schauen.

Das Auftreten einer Polyneuropathie hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit permanent hohen Blutzuckerwerten bzw. einer schlechten Einstellung, die du ja jahrelang hattest.

Bzgl. der wiederkehrenden Abszesse: das könnte evtl. auch Akne inversa sein. Sollte man abklären.

XHiraxin


Werden deine Abszesse denn ärztlich behandelt, oder doktorst du da allein dran rum?

Ich kann aus Erfahrung sagen, ich hatte einmal mehrere Abszesse hintereinander und die ersten 5 wurden operiert, anschließend wussten sie sich im Kreiskrankenhaus nicht mehr zu helfen, weil es immer und immer wieder kam (Ich war noch ein Kind, was es besonders doof machte...) und dann kam ich zur Komplettdiagnostik in die Uniklinik.

Dort wurde ich auf den Kopf gestellt und man beschloss, die Abszesse im Anfangsstadium schon aufzustechen und "auszudrücken"...professionell.

Letzendlich hört es dann nach einer Zeit auf.

Sie gingen davon aus, dass meine Eltern beim 1. und 2. Abszess zu lange gewartet hatten (das ding hat sich aber innerhalb von 24h entwickelt...riesen Beule...am Hintern und am Oberschenkel...ich weiß also wie bescheuert und schmerzhaft das ist) einfach zu lange gewartet haben und somit schon die Bakterien in meine Blutlaufbahn kamen und somit weitere Abzsesse auslösten.

Ich würde an deiner Stelle also bei jedem einzelnen Abszess zum Arzt gehen. Ja es ist eine anstrengende Prozedur, aber vielleicht hilft es auch bei dir?

Übrigens haben sie beim Auf-den-Kopf stellen damals nichts gefunden außer meiner Schilddrüsenunterfunktion. %-|

Ansonsten kann ich dir nur dringend raten deinen Blutzucker unter Kontrolle zu kriegen.

Es ist scheiße, aber du MUSST das tun, sonst wirst du nicht alt.

Und deine Krankenkasse hat eventuell Zuzahlungen zu Fitnesskursen oder Fitnessstudio.

Bei mir ist es nur bei anerkannten Kursen.

(Und im Fitnessstudio sind alle verschwitzt ;-) Achte nur darauf immer 2 frische Handtücher dabei zu haben. Eins zum unterlegen und eins zum Duschen)

M9eis#ter_G"lanz


Das sind einige Baustellen, bist echt nicht zu beneiden. Aber du willst was ändern, das ist der wichtigste Schritt zur Verbesserung.

Fühlst du dich bei deinem Arzt, deinen Ärzten gut aufgehoben? Das muss die Basis sein, denk ich.

Eine Ernährungsumstellung, wie Rainer8 erwähnt, wäre eine einfache Möglichkeit, mal ein wenig in die richtige Spur zu kommen.

Ganz wichtig ist, dass dein Zucker stabil eingestellt ist. Was es anrichten kann, wenn das nicht stimmt, hast du ja leider am eigenen Leib erfahren. Mit 7,2 bist du auf einem guten Weg, aber da würd ich noch weiter runter, wenn möglich.

Cwarama7lax 2


Polyneuropathien können auch durch Vitamin-B-Mängel auftreten. Ist das bei dir untersucht worden? Kenne jemand bei dem das übersehen worden ist.

Wurde einmal ein kompletter Vitamin- und Mineralstoffstatus erstellt? Wenn der Körper einmal so runtergewirtschaftet gewesen ist, dann sind Mängel keine Seltenheit.

mBusi?cus_6x5


sowas ist mir sehr unangenehm und daher bleibe ich wenn es sehr warm ist daheim.

Verständlich. Wenn Du aber praktisch keinen Sonnenstrahl abbekommst (und noch dazu übergewichtig bist), ist ein Vitamin-D-Mangel ziemlich wahrscheinlich. Die meisten Nahrungsmittel enthalten nämlich nur wenig Vitamin D.

Man kann den Vitamin-D-Spiegel im Blut messen. Ist das bei Dir schon erfolgt?

Zum Lesen: [[http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/vitamin-d-unterstuetzt-koerpereigene-insulinproduktion-und-empfindlichkeit-kopie-1.html LINK]]

c2un8nxi


Ja, das hört sich alles recht heftig an, aber wenn es mir recht überlege so fällt mir dazu nur Eins ein: Krieg mal deinen Hintern hoch. Warum ich mir diesen Spruch anmaße? Weil ich es darf.

Ich will nicht meine Krankengeschichte in epischer Breite darlegen, aber DM mit allem wie PNP, Krüppelfüßen, Nieren und ne angeknackste Pumpe dazu kann ich auch aufweisen. Bin 55 Jahre alt, seit nunmehr ü20 Jahren Diagnose DM und seit 10 Jahren an der Spritze. Mittlerweile 140 kg bei 190cm hoch durch Insulin und Betablocker, davon alleine 30 kg die letzten 5 Jahre. Und das liegt nicht nur an den Lebensmitteln.

Meine Strategie? Nach meinem letzten Zusammenbruch vor 3 Jahren und mal wieder 4 Stents statt Bypass habe ich aufgehört meine Krankheit zu verwalten und damit begonnen sie zu akzeptieren. Ich gehe 3x die Woche für 90min in die Muckibude, nehme zwar nicht ab bin aber stabiler und belastbarer. Gegen meine Angststörung habe ich eine Psychotherapie begonnen, die mich stückweise weiterbringt. Wenn sich ein Knubbel an der Arschfalte bildet gehe ich sofort zum Chirurgen. Die Dinger wollen nicht gekuschelt werden, die brauchen einen Schnitt. ;-) Und bei all dem Mist gehe ich auch noch regelmäßig arbeiten, seit nunmehr 35 Jahren.

Glaub mir, ich war oft dort wo Du dich gerade findest. Aber Du musst beginnen, wenn auch mit kleinen Schritten. Keine Kohle fürs Fitty? Dann storniere entweder das Galaxy Note 7 oder geh für umsonst kleine Schritte spazieren. Die Füße schmerzen? Es gibt Diabetikerschuhe mit Weichbettung. Schwitzen? OK, dann ist es so. Mann, such doch keine Ausreden sondern starte - jetzt. Wir haben keine Probleme sondern Aufgaben, die uns das Leben stellt.

Ist so, kannste aber was dran machen.

Und jetzt hau rein.

cSu{nxni


Wieso kann man hier keine Beiträge editieren? :(v

Mein Spruch - Warum ich mir diesen Spruch anmaße? Weil ich es darf. - bezog sich darauf, dass ich sehr ähnliche Erkrankungen habe und aus dieser Position heraus schreibe. Dies soll natürlich keine Abwertung des TE darstellen.

our4litfe89


Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Hatte die letzte Zeit so viel um die Ohren und habe mich heute mal wieder an den Pc gehockt.

Ich werde mir das ganze jetzt erstmal in ruhe durchlesen!!

Danke!!!

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