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Schilddrüsenerkrankung: Hashimoto

B irgixt.K. hat die Diskussion gestartet


Hallo,

seit vielen Jahren (mehr als 12 Jahre) leide ich sehr häufig unter starker Erschöpfung und Müdigkeit, die mein ganzes Leben bestimmt. D. h. ich fühle mich häufig nicht dazu in der Lage etwas zu unternehmen und ziehe es dann vor Zuhause zu bleiben, damit ich mich ausruhen kann.

Ich habe diese Symptome immer darauf zurück geführt, dass ich einfach nicht so belastbar bin wie andere Menschen.

Wenn ich einem Arzt davon erzählt habe, daraufhin Blutuntersuchungen gemacht wurden und diese in Ordnung waren, wurde ich vom Arzt als gesund entlassen. – und fühlte mich als Hypochonder - und habe ständig mein Befinden hinterfragt "bin ich jetzt schon so durchgeknallt, dass ich mir Müdigkeit und totale Erschöpfung einbilde?"

Dazu kam in diesen mehr als 12 Jahren, dass ich immer mal wieder für mehrere Monate Probleme mit meiner Verdauung bekam. Ich hatte in dieser Zeit Verstopfung und im Laufe des Tages (so ab Mittag) blähte sich mein Unterleib immer mehr auf, so dass ich irgendwann meinen Hosenknopf öffnen musste, weil die Hose immer enger wurde und mich nur noch unwohl fühlte (ganz, ganz schrecklich).

Auch damit konnten die Ärzte nichts anfangen. Es wurde auf Pilze im Darm untersucht, Ergebnis negativ. Mein Arzt sagte zu mir, "ich soll froh sein, dass ich keine Pilze habe" und hat mich als gesund entlassen. Auch mit diesen Symptomen ging ich irgendwann nicht mehr zum Arzt. Fühlte mich auch damit als Hypochonder.

Auch kenne ich das Problem mit dem Zunehmen. In den letzten Jahren habe ich einige Male innerhalb von ca. 3 Wochen so viel zugenommen, dass mir meine Hosen nicht mehr passten. Glücklicherweise bin ich nicht übergewichtig, aber trotzdem ist es lästig, wenn man an Gewicht zunimmt, die Hosen nicht mehr passen und man den Grund nicht kennt, denn das Essverhalten und die Bewegung hat sich ja nicht verändert.

Diese Symptome habe ich vor Jahren bei einer Vorsorgeuntersuchung meinem Gynäkologen erzählt. Er veranlasste daraufhin eine Blutuntersuchung meiner Schilddrüsenhormone und überwies mich zum Internisten, der sich auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert hat. Dort stellte man fest, dass meine Schilddrüsenhormone im unteren Bereich waren. Der Arzt sagte zu mir, er an meiner Stelle würde Schilddrüsenhormone einnehmen.

Mir wurde durch diese Äußerung die Notwendigkeit gar nicht bewusst (ich wusste ja gar nicht was für eine Erkrankung ich habe) und ich habe diesen Rat nicht befolgt.

In den letzten Jahren kamen und gingen diese Symptome und ich hatte den Eindruck, dass ich meine Erkrankung selbst herausfinden muss. Ich habe angefangen im Internet zu suchen und bin immer wieder auf das Krankheitsbild einer Schilddrüsenunterfunktion gestoßen.

Letztes Jahr im November war die Müdigkeit und Erschöpfung wieder so schlimm, dass ich einen Arzt aufgesucht habe. Ich hätte manchmal im Stehen einschlafen können und Aktivität war nur mit sehr viel Anstrengung und Disziplin möglich. Es wurden die obligatorischen Blutuntersuchungen gemacht. Schilddrüsenhormone im unteren Bereich, Hämoglobin im unteren Bereich und meine Ferritinwerte waren ganz im Keller. Der Arzt wollte, trotz Schilderung meiner vielen Symptome, an eine Schilddrüsenerkrankung nicht glauben. Auch nachdem er eine Ultraschalluntersuchung meiner Schilddrüse gemacht hat und diese dunkler als normal ausgesehen hat, wollte er an eine Schilddrüsenerkrankung nicht glauben. Ich bekam ein Rezept über ein Eisenpräperat.

Daraufhin bin ich zu einem anderen Internisten, der sich auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert hat, gegangen. Ich war mir mittlerweile sicher, dass irgendetwas mit meiner Schilddrüse nicht stimmt. Auch bei diesem Arzt wurden meine Schilddrüsenhormone bestimmt. Auf Grund dieses Ergebnisses sagte dieser Arzt, es sei alles in Ordnung. Daraufhin wies ich ihn auf meine Symptome hin und er sagte, ich könnte ja Schilddrüsenhormone einnehmen und gab mir eine Monatspackung. Ich ließ mir das Schreiben vom Labor geben und ging und nahm die Hormone nicht ein.

Auf diesem Schreiben las ich die Empfehlung, dass mein Blut auf Antikörper "Hashimoto" untersucht werden sollte. Und dieser Empfehlung ist dieser Arzt nicht nachgekommen. – Ich kann mich nur wundern!!! –

Ich hatte erst mal wieder die Nase voll von den Ärzten.

Im Juni diesen Jahres ging ich zu einem anderen Arzt. Dieser ließ die Hashimoto-Antikörper bestimmen und es stellte sich heraus, dass ich an Hashimoto erkrankt bin. Über diesen Befund war ich (fast) froh, weil ich die Hoffnung hatte, dass damit alle Symptome aufhören würden. Ich fing an L-Thyroxin 50 zu nehmen. Nach ca. 4 Wochen und einer weiteren Blutuntersuchung nahm ich L-Thyroxin 75.

Eine Besserung meiner Beschwerden ist zu meiner Enttäuschung leider bisher nicht eingetreten. Ich bin nach wie vor viel müde und erschöpft. Auch habe ich Probleme mit meinen Muskeln und Gelenken; ich habe den Eindruck, dass ich körperlich immer mehr abbaue, ich immer steifer und unbeweglicher werde und sich meine Muskeln total verspannt anfühlen. Seit einem Jahr habe ich auch Probleme mit meinem Gleichgewicht.

Seitdem ich Thyroxin 75 einnehme, fühle ich mich ganz häufig benebelt und benommen im Kopf. Ich habe den Eindruck, dass seit der Einnahme noch ein weiteres Symptom dazu gekommen ist. Habe ohne Rücksprache mit dem Arzt die Dosis verringert.

Auch meine Konzentration ist schlecht und ich habe immer häufiger das Gefühl, dass ich intellektuell abbaue. Mit fallen Wörter nicht ein und ich vergesse Dinge, die ich früher immer im Kopf hatte. Das macht mir Angst.

Ich möchte endlich ein "normales Leben" führen.

Mein Leben zieht irgendwie an mir vorbei. Das Gefühl kennen sicherlich viele Betroffene.

Viele Grüße *:) und danke für das Zuhören

Birgit

Antworten
r'in(chexn


hallo birgit,

ich weiß nun nicht, ob du auch ein paar antworten dazu wolltest oder ob du dir nur mal alles von der seele geschrieben hast, aber es kann ja igentlich nicht schaden, wenn ich ein paar zeilen dazu schreibe.

ich weiß erst seit ca. 6 - 8 wochen, dass ich eine schilddrüsen-unterfunktion habe und sicherlich auch hashimoto (andere möglichkeit gibt es nicht, außerdem hat es meine komplette familie), auch wenn mir das kein arzt diagnostizieren will. mir geht es leider auch noch keinen deut besser. habe das aber sicherlich schon mindestens 2 - 4 jahre mit einer beschwerdeliste, die eine dinA4-seite beträgt. ich bin noch recht jung, komme mir da manchmal vor wie 80 und hab auch schon manchmal gedacht, ich kann nicht mehr... auch weil - wie du das auch geschrieben hast - viele ärzte einen nicht ernst nehmen, einen als psychisch krank wegschicken, überfordert sind zusammenhänge zu sehen oder schlichtweg zu inkompetent sind blutergebnisse richtig zu deuten und auch die richtigen werte testen zu lassen.

ich weiß nun nicht, wie viel du schon über hashi, schilddrüsenhormone usw. weißt, falls da was doppelt kommt, macht es wohl nichts, dann überliest du das einfach ;-):

ich befürchte, der größte fehler den du gemacht hast, war die dosis des l-thyroxins wieder zu verringern! hashi ist eine sehr komplizierte erkrankung, die richtig einstellung der dosierung kann monate bis jahre dauern und dann kommt es auch in folge immer wieder zu schwankungen (auch weil hashi nicht nur eine unterfunktion ist sondern auch eine erkrankung des immunsystems). wenn du wieder ein "normales leben" führen möchtes brauchst du sehr viel geduld und musst dich sehr genau mit hashimoto auseinandersetzen. kennst du das buch: leben mit hashimoto thyreoiditis (von l. brakebusch und a.heufelder)?

durch die einnahme des l-thyroxins beginnt die schilddrüse selbst weniger hormone zu produzieren, dadurch kann es passieren, dass man anfangs immer wieder in eine unterfunktion abrutscht, das erfordert dann, dass man wieder erhöht. deshalb solltest du auf jeden fall wieder auf 75 und dann je nach befinden um 6,25 µg - 12,5 µg erhöhen (im 7 tage bis 14 tage rhythmus). alle 4 bis 6 wochen werte machen (ohne l-thyroxin-einnahme morgens, wenn du das noch nicht weißt) und dann je nach befinden so lange erhöhen bis du dich gut damit fühlst. da solltest du aber zum einen auf deinen körper achten, dass du keine überfunktionssymptome bekommst und zum anderen sollte bei den blutwerten geguckt werden, dass vor allem der ft3-wert nicht über die norm rutscht, dann kommst du auch in einer überfunktion. der tsh-wert spielt da entgegen der gängigen meinung der ärzte keine rolle!!!

außerdem wird die schilddrüse bei hashi ja auch immer wieder zerstört. dadurch kannst du dann mal kurzzeitig in eine überfunktion kommen und danach rutscht du noch mehr in die unterfunktion, weil noch weniger schilddrüsen-gewebe vorhanden ist. da muss dann wieder abgepasst werden. sehr kompliziert alles.

jod meidest du hoffentlich komplett?! eisenmangel ist ja hoffe ich nun auch behoben (ferritin sollte über der normmitte liegen)? eventuell könntest du selen einnehmen (cefasel auf rezept, bis 200 µg, aber langsam anfangen), das kann bei hashi sinnvoll sein, weil es den autoimmunprozess einschränken kann und die umwandlung des thyroxins in ft3 (das stoffwechselwirksame, davon hängt dein befinden am meisten ab!) fördert.

ich hoffe dir etwas geholfen zu haben. wünsche dir alles gute und dass es dir so bald wie möglich mal wieder besser geht.

liebe grüße

rinchen

B|irg`it.Kx.


@rinchen

Hallo,

ich freue mich, dass du geantwortet hast. Hoffentlich schreiben noch mehr Betroffene. Ich habe jetzt nicht so viel Zeit, werde mich aber auf jeden Fall wieder hier melden.

Schönen Abend und ebenfalls liebe Grüße,

Birgit

mxielPlxyn


Huhu, ich habe auch Hashimoto. Weiß es seit vier Jahren und lebe damit ohne Probleme. wobei bei mir auch die Diagnose schneller ging als bei dir Birgit. Bin irgendwann in der Schule einfach umgekippt und dann zum Arzt gegangen, sie meinte dann gleich, da kontrollieren wir mal die Schilddrüse. 1 Woche später waren die Ergebnisse da und seit dem nehme ich L-Thyroxin, seit längerem schon 50µg. Letztes Jahr wurde dann noch ein Ultraschall von meiner Schiddrüse gemacht und dazu meinte der Arzt dann, dass sie noch etwa 1/3 des Ursprungsvolumen hat.

Aber mal eine Frage, ist Hashimoto erblich? Und weiß einer, ob da ein Zusammenhang zu Allergien besteht?Ist ja auch ein Immunfehler.....

Liebe Grüße

rRinchxen


hallo miellyn,

dann hast du echt glück, dass du dadurch keine probleme hast *will auch*...

eine veranlagung zu hashimoto wird vererbt, also wenn man dieses diagnostiziert bekommt, sollten sich eltern bzw. kinder auch untersuchen lassen, weil dann die wahrscheinlichkeit größer ist, dass diese das dann auch haben. vor allem bei frauen/ mädchen, weil die ja viel häufiger betroffen sind.

zusammenhang zu allergien: durch hashi ist man viel anfälliger für alles, für weitere erkrankungen und da auch für weitere autoimmunerkrankungen und dann kann es sicherlich auch zu allergien kommen, weil das immunsystem durch hashi ja sowieso nicht richtig tickt.

gruß

rinchen

T0or-tugxa


Für alle Hashi-Betroffenen: Hier gibt weitere Infos:

[[http://www.hashimotothyreoiditis.de/]]

Liebe Grüße

Tortuga

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