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Künstliches Koma

sxanne0x812 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Bruder hatte vor vier Wochen einen sehr schweren Autounfall. Seitdem wurde er ins künstliche Koma gelegt und auch künstlich beatmet. Sein Zustand hat sich inzwischen verbessert und er soll "geweckt" werden.

Meine Fragen:

Wie lange dauert diese Aufwachphase?

Wann kann er uns wieder erkennen und ist klar im Kopf?

wann kann er wieder sprechen? (da Luftröhrenschnitt)

Eventuell hattet ihr ja auch schon so einen "Fall" in der Familie oder im Bekanntenkreis und könnt mir eure Erfahrungen mitteilen.

Gruss

Antworten
k=ulxli


künstliches Koma

Hallo Sanne!

Ich hatte vor vier Jahren selbst die Erfahrung mit dem künstlichen Koma. Während einer sehr schweren Erkrankung und nach mehreren OP's lag ich vier Wochen auf der Intensiv, davon 3 Wochen im künstlichen Koma.Das Aufwachen geht so nach und nach und man bekommt von seiner Umwelt immer mehr mit, man ist aber noch sehr müde. Ich hatte leider das Pech, dass ich mich in keiner Form bemerkbar machen konnte - mit dem Sprechen ging ja nicht und aufschreiben konnte ich auch nicht, da ich keine Kraft mehr hatte. So weit ich mich erinnere hatte man mir später eine Atem/Sprechkanüle eingesetzt mit der ich dann wieder einigermaßen sprechen konnte. Erkennen wird er Euch sicherlich, aber ob er ganz klar ist, weiß ich nicht. Ich hatte immer sehr viele Albträume und war der Meinung irgendwo ganz anders zu sein. Das legt sich aber mit der Zeit!

Liebe Grüße Kulli

CQo~nnya Moxin


Koma

Mann, (sorry, Frau) ich war auch im Koma. Hab jetzt schon ein paar Tage nach Betroffenen gesucht bei med1. Wie geht es denn ??? Ich hatte auch fiese Albträume. Ichbin immer wach geblieben, damit mir auch ja nichts passiert. Ich hatte tierische Angst, dass ich den Löffel doch noch abgeben muss. Kulli, hast du trotz Koma auch so einiges mitbekommen ??? Ich könnte ganze Bücher schreiben über den Scheiß, den ich erlebt habe, aber auch über total tolle Sachen, die sich ereignet haben. Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen!!!

kbulli


@ Conny Moin

Hallo Conny!

Mir geht es genau wie dir: Ich könnte über die Träume die ich hatte auch Bücher schreiben und ich weiß immer noch alles bis ins kleinste Detail. Ich habe auch total viel mitbekommen. Wie lange lagst du denn im Koma, konntest du nachher sprechen? Ich war immer der Meinung ich war in einem anderen Krankenhaus in Holland..... Ich war in meinen Träumen auch auf Texel, da sind wir dann vor 2 Jahren mal hingefahren, ob die Träume mit der Wirklichkeit übereinstimmen, einiges war ähnlich, aber nicht so wie ich es geträumt hatte. Ich habe auch immer geträumt, dass man mich auf der Intensiv gequält hat, das wollte ich immer meinem Mann sagen, konnte aber nicht sprechen. Wie war es denn bei Dir

LG Kulli

C{onny uMoi n


Hi Kulli,

ich wurde auch gequält (nicht in Wirklichkeit!). Ich dachte, dass man mich vergewaltigt. Vermutlich waren das die Waschungen im Intimbereich, die auf Intensiv vornehmlich nachts stattfinden und sehr oft von männlichem Pflegepersonal. Ich habe mich so doll gewehrt, dass man mich fixieren musste. Meinem Mann habe ich dann später auch erzählt, dass die mich umbringen wollten und mich gefesselt haben. Eine Fessel war z.B. der zentrale Venenkatheter, den ich mir natürlich erstmal rausgezogen habe. Ich wollte abhauen aber es ging nicht.

Im Koma war ich eine Woche, sprechen ging kaum am Anfang. Erstmal von der Motorik her nicht und dann hatte ich eine Piepsstimme, bedingt durch die Intubation. Normale Bewegungen waren auch nicht möglich. Mein Mann sagt, ich hätte anfangs wie eine Wachkomapatientin ausgesehen als ich aufgewacht bin allerdings zusätzlich völlig aufgedunsen.

Die Erlebnisse im Koma waren bei mir auch völlig real. Manches vermischt sich allerdings mit Geschehnissen aus der "Aufwachphase". Ich habe übrigens eine halbe Weltreise hinter mir: Ich war in Marokko, auf Grönland, in der Karpaten, bin mit dem Flugzeug über die Magellanstrasse geflogen und zu guter letzt war ich bei den Eskimos. Dort war es zwar schön aber leider arschkalt und ich wollte weg! Am schlimmsten war Dr. Mabuse, der sich mir mit den Worten:"Ich bin die Wiedergeburt des Bösen" vorstellte und an meinen Fesseln (vielleicht die Infusionsschläuche)rumfummelte. Und der dunkle Schacht (vielleicht der Fahrstuhl) in dem Dr. Mabuse saß. Ich wußte, wenn ich da reinkomme bin ich tot. Später als ich im "Traum" dort reinsah war er völlig leer. Dann bin ich aufgewacht und hab in die verheulten Augen von meinem lieben Mann geguckt!!! Hört sich irre an, nicht?

Ich habe all meine Erlebnisse aufgeschrieben und das war gut für mich, ich bin fast ohne psychologische Betreuung ausgekommen. Dass ich in einem anderen Krankenhaus sei dachte ich übrigens auch. Ferner bin ich im "Wahn" mehrmals verlegt worden.

Ich könnte echt Romane schreiben aber ich lass es, sonst wird das Lesen vielleicht zu anstrengend!!!

LG

Conny

k:ul!li


@ Conny

HI Conny!

All das was du da beschreibst, habe ich fast auch so mitgemacht, ich war zwar nicht bei den Eskimos, aber ich war auf einem sehr hohen Berg, wo es auch sehr kalt war. Ich war auch in verschiedenen Ländern und das Waschen hat mir auch arg zugesetzt, ich hatte geträumt, man hatte mich gewaschen - auf dem Eßtisch meiner Schwiegereltern und ich wollte immer sagen: laßt mich, ich kann das alleine.... aber die haben mich nicht gehört und statt Dr. Mabuse habe ich den Belzebub leinhaftig erlebt! Der lief immter an meinem Fenster entlang und sang: horch was kommt von draußen rein................ Und wie gesagt ich habe immer gedacht, man hat mich gequält. Da war z.B. ein Samstagabend, da wollte das gesamte Intensiv-Team in eine Disco, nahe der holländischen Grenze und nur, weil ich wieder keine Luft bekam und abgesaugt werden musste, mussten 3 Pflegekräfte da bleiben und ließen es mich auch spüren!

LF Kulli

kfull i


@ Conny

Schau mal in Diene Mailbox!

CHonnNy Mhoin


Sanne 0812

wie geht es denn deinem Bruder jetzt?

kikirscvhcxhen


!!!

Hui das hört sich ja alles interessant an...

ich bin grade die ganze zeit am google und dann habe ich diese klasse page gefunden...

Mein freund liegt auch im künstlichen Koma :-( und am anfang habe ich das alles immer nur negative gesehn, doch mit der zeit merke ich ganz so schlimm wie ich immer gedacht habe ist es gar nicht, doch trotzdem mache ich mir immer noch sorgen und frage mich ständig ob er es wirklich merkt wenn ich bei ihm bin. Ich hoffe weiter das er endlich geweckt wird :-(...doch was ich hier erfahren habe, hat mir doch ein wenig geholfen...und mut gemacht!

schön das is so welche seiten gibt, wo sich betroffene melden und erzählen, nur so kann man erfahren wie sich die Menschen grade fühlen die das durchmachen.

k`kirs&chchxen


Sanne 0812

ich würde auch gern wissen wie es deine bruder jetzt geht=)...ich hoffe er ist wieder auf den beinen und er ist wieder bei euch ;-)....

mein freund hat es leider nicht geschafft...

sVamAy daOvis


Hallo, vor etwa 4 Jahren hab ich 3 wochen künstlichen Koma erlebt, die Träume die ich hatte sind aus meinem leben nicht mehr wegzudenken(total real) ,so schrecklich sie auch manchmal waren, Abendteuer Adrenalin pur ich glaub das hat mich mit am Leben gehalten, wer es nicht erlebt hat , kann, glaub ich ,nicht verstehen was da abgeht . ich wurde auch angeschnallt weil ich um mein leben kämpfen mußte , ich hatte das gefühl wenn ich jedzt nicht,s mache dann leb ich nicht mehr lang, ich hab auf Station auch nicht gegesen weil ich eine Vergiftung fürchten mußte, ging man wieder zur künstlichen E. über ... es war wahnsinn ich würd was geben ums noch mal so zu erleben :)^ aber ohne Unfall :(v

Z^iQll


künstliches Koma

Hallo,

seit einigen Tagen liegt mein Freund nach einem schweren Unfall im Koma. Er wurde zwischendurch zwar schon wieder aufgeweckt, aber weil sich sein Zustand verschlechterte, liegt er mittlerweile wieder im künstlichen Koma.

Ich war bestürzt weil er denkt, alle meinen es schlecht mit ihm. Er hat auch das Essen verweigert und mich angefleht, ich soll ihn da rausholen. Er hat sich auch die Schläuche rausgezogen und versucht wegzulaufen. Mittlerweile - seit er wieder im Koma liegt - sind seine Arme am Bett fixiert.

Anscheinend ist es gar nicht so ungewöhnlich, dass man nach einem Koma unter Angszuständen leidet. Ich konnte sein Verhalten nicht verstehen, es hat mir wirklich Angst gemacht.

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte. Ich hoffe, es geht allen Angehörigen mittlerweile besser!!

tAhe-ecavxer


Darüber solltest Du Dir nicht allzuviel Gedanken machen, das ist in der Tat ein häufiges (und zum Glück meistens nicht sehr schwerwiegendes) Problem, das in den allermeisten Fällen von selber verschwindet. Ich erinnere mich noch gut an die Patientin, die mich für die böse Hexe aus "Hänsel und Gretel" hielt...

Grüße

H9yperixon


das vefhalten

läßt sich dadurch erklären das dein bruder einen medikamentencocktail aus versch beruhigungsmitteln, schlafmitteln, neuroleptika usw..... bekommt um ihn in der "langzeitnarkose" zu halten.

die medikamente können solche verhaltensmuster hervorrufen.

ist aber normal, da brauchst du dir keien sorgen machen.

hier noch ein link zum nachlesen:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Koma]]

je besser du informiert bist desto beruhigter kannst du um deinen bruder sein ;-)

HVyper:ion


-die böse hexe-

;-D

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