» »

Kreisförmige Rötung beobachtet - > automatisch Zeckenbiss?

annsel.moxso hat die Diskussion gestartet


Moin Leute,

ich habe die letzten Tage an meinen Rippen eine "kreisförmige Rötung" beobachten können, wie es bei Zeckenbissen beschrieben wird. Diese war allerdings auch nach wenigen Tagen wieder weg und da war ne leichte Kruste in der Mitte, wo ich mich dann immer gekratzt hab. Von ner "Ausbreitung der Rötung" konnte ich auch nichts bemerken, die war halt auch wie gesagt sehr schnell wieder weg. Ich dachte, das sei n Mückenstich oder derartiges, da ich hier jede Nacht von mehreren Mücken gestochen werde. Ansonsten habe ich keine Beschwerden. Ne Zecke habe ich nicht gefunden / gesehen, aber das bemerken ja offensichtlich viele Leute nicht.

Sollte ich nun zum Hausarzt gehen und kann der vorab sicher herausfinden, ob ich überhaupt von ner Zecke infiziert wurde (durch nen Bluttest)? Denn einfach mal "pro forma" Antibiotika nehmen mag ich nicht wirklich.

Gruss und Danke schonmal

Antworten
m~el'luee


wenn du dir nicht sicher bist geh am besten einfach mal zum arzt und beschreib ihm das, der wird schon wissen ob er dann nen bluttest macht, aber krankheiten die zecken übertragen können erst jahre später auftreten.. also lass mal lieber danach schauen :-)

lg

M-o nstxi


Möglich wäre auch eine Röschenflechte. Dann bilden sich meist mehrere solcher Ringe.

r:eexk


Wie oft guckst du denn deine Rippen an? Eine Zecke sitzt ja meist länger als wenige Stunden. Hab auch schon Erfahrungen damit gemacht und mit Borreliose ist echt nicht zu spaßen. Also lieber beim Hausarzt angucken gehn.

aCnSseHlmoxso


Borreliose Impfung nur für Hunde - warum?

Moin Leute und danke für die Antworten bislang.

Da ich täglich daheim trainiere und auch so gerne oben ohne in der Wohnung rum laufe, sehe ich meine Rippen schon täglich im Spiegel und meine Freundin sieht mich sowieso. Ich geh morgen zum Hausarzt, mal sehen was der sagt.

Eine interessante Frage habe ich noch: Ich habe heute im Fernsehen gesehen, dass man Hunde gegen Borreliose impfen / immunisieren kann. Die bekommen 2 Spritzen im Abstand von wenigen Wochen und sind dann 1 Jahr lang geschützt.

Warum gibts das nicht für den Menschen?

Gruss

aInseTlm]o]so


So

So,

jetzt war ich beim Hausarzt. Der hat nun vorgeschlagen, dass ich nächste Woche (also 2 Wochen nachdem ich diesen Kreis beobachtet habe) Blut abgenommen bekomme und dieses dann auf Borreliose-Antikörper untersucht wird. Zeitgleich lese ich allerdings in einem Artikel über die Uni Zürich folgendes:

Leider sind die meisten serologischen Tests auf Borreliose (Tests auf Antikörper im Blut) schlecht und bringen einen hohen Anteil sowohl falsch positiver wie falsch negativer Ergebnisse! Nur wenige Labors beherrschen den Nachweis verlässlich! Zu den besonders sicheren Methoden gehört der Nachweis der Borrelien in Kultur oder die PCR, eine moderne Methode zum spezifischen Nachweis von Erbmaterial (DNA). Untersuchungen an der Universität Zürich belegen, dass die allgemein verwendeten Methoden zum Nachweis von Borrelieninfektionen erschreckend unsicher sind.

Er stimmte zu, dass die Antikörper-Bestimmung im Blut sehr unsicher ist. Sollte der Antikörper-Test negativ ausfallen, ist das Thema für ihn gegessen - obwohl er selbst sagt, dass dieser Test in beide Richtungen unsicher ist...

Sollte die Konstellation von Antikörpern und Immunglobulinen im Blut Indikator für eine Infektion sein, würde er mich ins Krankenhaus zum Rückenmark-Punktieren schicken....aaaaargh....

Na dann simmer ja mal gespannt.

MJaxxS


Hallo anselmoso,

"Sollte der Antikörper-Test negativ ausfallen, ist das Thema für ihn gegessen - obwohl er selbst sagt, dass dieser Test in beide Richtungen unsicher ist...

Sollte die Konstellation von Antikörpern und Immunglobulinen im Blut Indikator für eine Infektion sein, würde er mich ins Krankenhaus zum Rückenmark-Punktieren schicken..." ??? ??

So einen Unsinn habe ich selten gehört !

Erstens ist bei einer kreisförmige Rötung in diesem frühen Stadium ohnehin in den meisten Fällen noch gar nicht im Blut nachweisbar da die Antikörper einige Wochen zur Bildung benötigen abgesehen von den unzuverlässigen Tests.

Eine Rückenmarkspunktion (Lumbalpunktion) bei einer kreisförmige Rötung (Erythema migrans) durchführen zu lassen ist wohl die Spitze des Unsinns.

Diese ist bestenfalls bei massiven neurologischen Beschwerden nötig, da dieses nur den seltenen Fall einer Neuroborreliose nachweisen kann. 95% aller Borreliosen sind jedoch keine Neuroborreliose und besonders nicht bei der einer kreisförmigen Rötung.

Dein Hausarzt hat wohl nicht die allergeringste Ahnung von Borreliose.

Schaue mal am besten hier:

[[http://www.borrelioseforum.de]]

FHeminxa


Anselmoso,

ich würde einfach zur Sicherheit 2 - 3 Wochen ein Antibiotikum nehmen und gut is!

Bin zwar dafür, dass man ABs so gut es geht vermeidet, aber mit einer eventuellen Borreliose, deren Nachweis wirklich schwer ist, ist nicht zu spaßen.

Nach der AB-Therapie dann viel Joghurt essen und/oder ein Mittel zur Aufbau der Darmflora nehmen.

Alles Gute!

a!nsel8mbosxo


Moin

Moin nochmal,

danke mal für eure weiteren Antworten. Das mit dem Antibiotika nehmen is so ne Sache, ja......werd ich nochmal nachfragen.

Der Hausarzt war darüber hinaus der festen Überzeugung, dass ich eine Zecke, die direkt an meinen Rippen sitzt, bemerkt haben müsste. Da ich aber keine Zecke bemerkt / gesehen habe, sondern nur ein Jucken empfunden habe und überhaupt nichts an der Juckstelle entdecken konnte, geht er auch stark davon aus, dass es gar kein Zeckenbiss war.

Was meint ihr zu dieser Aussage?

Mzonstxi


Ich meine, dass er Recht hat.

M3axS


Wie kommt der Arzt zu der Überzeugung dass man eine Zecke bemerkt haben müsste? Würde ich mal genau fragen ob er denn weis wie groß Zecken sind.

Die meisten Zecken bleiben völlig unbemerkt da sie entweder so klein sind oder einfach unbemerkt abgekratzt werden.

Gerade junge Zecken (Larven, Nymphen) sind nur max. 0,5-1 mm groß also nur wie ein Punkt hinter einem Satz in der Zeitung und nur mit der Lupe als Zecke erkennbar.

Nur zum Beispiel eine Aussage des größten Schweizer Experten Dr. Satz in Zürich auf eine Frage:

"Kann ich von einer Zecke gestochen werden, ohne dass ich dies bemerke? "

"Dr. Norbert Satz: Es ist typisch, dass man Zeckenstiche nicht spürt. Man merkt nur jeden fünften Zeckenstich - oder anders gesagt: auf jeden bemerkten Zeckenstich kommen vier unbemerkte. Gefährliche Zecken sind klein, voll gesogen unter 1 mm gross. Zeckenstiche schmerzen nicht, weil Zecken vor dem Stechen die Haut lokal unempfindlich machen, und Zecken stechen mit Vorliebe an verborgenen Stellen wie Kniekehle, Schamgegend, Bauchnabel, Achselhöhlen."

Man sollte sich deshalb genau überlegen was wichtiger ist, eine Aussage des Hausarztes mit "müsste", "könnte", "sollte"... oder im Zweifel die eigene Gesundheit.

Was sagt der deutsche Experte und Leiter des nationalen Referenzzentrums für Zeckenerkrankungen Prof. Dr. Jochen Süss:

"Die größte Gefahr ist eine nicht erkannte Infektion"

"Wenn sich nach ein bis drei Wochen eine ringförmige, wandernde Rötung um den Stich bildet oder man in den folgenden Wochen Fieber oder grippeähnliche Symptome entwickelt. Dann braucht man Antibiotika – egal, was die Labortests sagen: die Tests sind nicht sicher. Wenn ihr Arzt nicht reagiert, konsultieren Sie einen zweiten, der sich besser auskennt. Je schneller behandelt wird, desto sicherer wird die Krankheit nicht chronisch."

Wer letztendlich recht hat zeigt sich erst viel später ob der Patient nun gesund oder unheilbar chronisch erkrankt ist weil die Chance einer rechtzeitigen Therapie vertan wurde.

Alles Gute

awnselmHosxo


Mercy

Danke nochmal für die ausführliche Antwort, MaxS.

Hab mich vorhin nochmal auf der Seite der Giftinformationszentrale Bonn informiert und da finde ich dann wieder Infos, die gar nicht zur Aussage "nimm auf jeden Fall vorsorglich Antibiotika" passen:

Bei Auftreten von Symptomen, die zur Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Lyme-Borreliose passen, ist ein Arzt aufzusuchen. Er kann die notwendigen Blutuntersuchungen veranlassen und bei der Diagnose einer Borreliose ein Antibiotikum verschreiben. Die vorsorgliche Gabe eines Antibiotikums hat sich als nicht sinnvoll erwiesen.

[[http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/zecke.html]]

Laut denen ist also eine Gabe von Antibiotika "auf Verdacht" nicht sinnvoll....

Und über

grippeähnlichen Symptomatik mit Fieber, Lymphknotenschwellung, Gelenk- und Kopfschmerzen, außerdem Abgeschlagenheit

kann ich nicht wirklich klagen...andererseits treten diese Symptome wohl auch nur in 50% der Fälle auf...

schwierig, schwierig...

Fieminxa


Die Symptome, die du aufzählst gehören zur Enzephalitis, d. h. du bemerkst, falls du diese haben solltest. Da braucht man also vorsorglich kein AB geben.

Aber Borreliose kann zunächst kaum oder keine Symptome verursachen, aber später kannst du rheumaähnliche Probleme bekomen. Ich hab das selbst bei einem jungen Mädchen im Bekanntenkreis erlebt, die ein Jahr nach dem Zeckenbiss ein massiv geschwollenes Knie bekam. Die kreisrunde Rötung wurde von einem Arzt als harmlos abgetan.

MjaxxS


"Die vorsorgliche Gabe eines Antibiotikums hat sich als nicht sinnvoll erwiesen."

Das heißt vorsorglich nach jedem Zeckenstich. Wenn aber Symptome vorhanden sind und gerade die kreisförmige Rötung ist das markanteste und deutlichste Zeichen einer Borreliose überhaupt sollte man unbedingt Antibiotika nehmen den dann ist das nicht vorsorglich sondern zwingend indiziert!

Wenn schon mal grippeähnlichen Symptomatik mit Fieber, Lymphknotenschwellung, Gelenk- und Kopfschmerzen, außerdem Abgeschlagenheit vorhanden sind ist das frühe Stadium der Lokalinfektion mit den guten Heilungschancen schon längst vorbei.

Du kannst es ja auch bleiben lassen und kein Antibiotika nehmen. Es ist deine Entscheidung ob du das große Risiko auf dich nimmst in das chronische Stadium abzugleiten.

A[nna,0x6


Hallo,

ich sehe, dass hier eine sind, die von Borreliose Ahnung haben und vlt kann mir einer von euch helfen!

Ich habe seit 8 Monaten Handgelenksbeschwerden und seit 7 Monaten einen kreisrunden Fleck an der schmerzenden Stelle. War bei mehreren Orthopäden in Behandlung, die erst meinten, ich hätte eine Sehenscheidenentzündung und Cortison spritzten und dann auf Rheuma untersuchen, was aber nach Bluttest negativ war.... War jetzt bei noch einem Ortho, der mich zur Hautärztin überwies. Die wiederum meinte das sähe aus wie ein klassischer Borriliosefleck und war sich in der Diagnose ziemlich sicher. Sie hat dann auch Blut abgenommen. Das (hoffentlich richtige) Ergebnis krieg ich dann morgen...

Meine Frage ist, wie würde man Borreliose denn behandeln, wenn man das schon länge hat? Auch mit Antibiotikum ??? Da ist auch das Problem, dass ich auf viele Antibiotika allergisch reagiere...

Was passiert denn, wenn das Antibiotikum nicht anschlägt?

Kann man von einer Borreliose auch Magendarmbeschwerden wie Durchfall und eine dauerhafte "Keine-Lust-auf-Nichts-Laune" bekommen?

Kann eine Borreliose auch von alleine wieder verschwinden, weil der rote Fleck ist in den letzten paar Wochen kleiner geworden?

Und bei welchen Arzt sollte man sich bei einer Borreliose behandeln lassen? Bei einem Hautarzt, Othopäden, Internisten, Hausarzt.....

So ganz viele Fragen, aber es wäre echt super nett, wenn mir wer von euch was davon beantwoten könnte, ich habe nämlich davon so gut wie keine Ahnung.

Danke schon mal im Vorraus!!!

Liebe Grüße

Anna

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Diverse Erkrankungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH