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Welche Schmerzmittel könnten noch helfen?

frilXou1 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, irgendjemand kann meiner Mutter helfen, sie tut mir sooooo leid :°_ :°_

Sie hatte im Sommer letzten Jahres ihren dritten Bandscheibenvorfall und wurde operiert. Sie hat Wassergymnastik, Nordic Walking etc. als Therapie. Leider hat sie immer wieder so Schmerzen, das sie ein paar Tage eigentlich nur liegen kann. Und sie verträgt keine Schmerzmittel! Hatt Novalgin probiert, hochdosiertes Paracetamol usw. Sie muss sich so stark übergeben von dem zeug, das sie danach noch geschwächter ist. Jetzt hat sie Opiumtropfen verschrieben bekommen! Die ersten paar mal ging es damit ganzgut, bis auf Schwindel war alles ok. Vorhin wäre sie aber beinahe umgekippt und musste sich jetzt auch hiervon übergeben....Ich kann das nichtmehr mit ansehen, sie leidet so, muss tagelang liegen und soll ab Montag wieder ganz regulär arbeiten!

Das geht so aber nicht. Mein Vater ist schon pensioniert und wenn sie nicht arbeiten geht reicht das Geld hinten und vorne nicht. Aber durch diesen Druck wird doch auch nichts beser.

Kennt vielleicht jemand noch ein Schmerzmitel, dass sie vertragen könnte? Es ist ein bischen kompliziert, da die Mittel wegen ihrer Alkoholabhängigkeit (nur psychisch) eben keinen solchen enthalten sollen.

Es kann doch nicht sein, dass es bei unserem wissenschaftlichen Fortschritt nichts für Menschen mit schwachem Magen gibt, oder? Achja, diese Magenschutzmittel haben auch nichts geholfen :°(

Antworten
1UstLVadxy


Hallo filou,

ich vertrage nichts, was stärker als Paracetamol ist und wenn ich doch mal was nehmen muss, nehm ich immer MCP-Tropfen gegen die Übelkeit. Ich weiß allerdings nicht, ob da Alkohol drin ist?!

LG

bAuddelexia


Hallo filou,

in diesem Fall würde ich euch raten, einen Schmerztherapeuten zu suchen (häufig Narkoseärzte mit Zusatzausbildung).

Ich denke schon, dass es zumindest schmerzerleichternde Ansätze gibt.

Alles Gute, :)*

d<elxay


Novalgin und Paracetamol sind sehr Magenbelastend und schädigen die Organe. Katadolon ist ein Opiod, das den Magen kaum belastet und die Organe gar nicht, kann jahrelang eingenommen werden.

Jetzt hat sie Opiumtropfen verschrieben bekommen!

Opium/Morphin gibt es als Pflaster in verschiedenen Dosierungen. Durch die Aufnahme über die Haut wird der Magen-Darmtrakt in keinster Weise berührt.

tMh&e-%cavexr


Novalgin und Paracetamol sind sehr Magenbelastend

Falsch: Paracetamol belastet den Magen überhaupt nicht, Novalgin wahrscheinlich genausowenig (da ist die Datenlage allerdings etwas schlechter, weil es nicht sooo viele Studien dazu gibt).

Katadolon ist ein Opiod,

Auch falsch, Katadolon (Wirkstoff: Flupirtin) ist *kein Opioid, sondern bildet eine eigene Klasse von Schmerzmitteln, der Wirkmechanismus ist auch von dem der Opioide völlig verschieden.

das den Magen kaum belastet und die Organe gar nicht

Magenschäden macht Flupirtin ünerhaupt nicht. Angesichts von häufigen Anstiegen der Leberwerte und (sehr seltenen) Fällen von Leberversagen kann ich die Aussage "keine Organbelastung" allerdings nicht so ganz nachvollziehen.

Opium/Morphin gibt es als Pflaster in verschiedenen Dosierungen

Genauso flasch: Morphin gibt es überhaupt nicht als Pflaster,weil es nicht fettlöslich genug ist, um durch die Haut zu kommen. Als Pflaster gibt es derzeit nur 2 Opioide, nämlich Fentanyl (z.B. "Durogesic") und Buprenorphin (z.B. "Transtec").

Durch die Aufnahme über die Haut wird der Magen-Darmtrakt in keinster Weise berührt

Auch nicht viel richtiger: Durch die Umgehung des MAgen-Darm-Traktes ist die Opioid-bedingte Verstopfung in der Tat geringer (aber immer noch vorhanden), an der Übelkeit ändert die Gabe als Pflaster nur wenig, da opioid-induzierte Übelkeit im Gehirn ausgelöst wird.

Kurz zusammengefasst: Von dem, was Du schreibst, stimmt eigentlich gar nichts. Würde es Dir was ausmachen, Dich in Zukunft etwas besser zu informieren?

Grüße

tYhe-caavexr


@ filou:

Die spärlichen Angaben reichen natürlich nicht, um sich ein Bild von der Situation zu machen. nur soviel: Bei chronischen Schmerzen sind Medikamente allein nur selten die Lösung - Opioide bei Rückenschmerzen sind auf lange Zeit oft sehr problematisch, es gibt keine Studie, die überhaupt die Wirksamkeit über längere Zeit überzeugend beweist. Und bei Vorliegen einer Alkoholabhängigkeit ist das Risiko einer Opioidabhängigkeit erheblich (selbst bei korrekter Einnahme, auch wenn industriegesponserte "Fachleute" was anderes behaupten). Die Verschreibung in Tropfenform ist in dieser Situation übrigens nicht gerade Mittel der Wahl, um es mal ganz zurückhaltend auszudrücken.

Medikamente alleine werdens nicht bringen, such einen vernünftigen Schmerztherapeuten bzw. eine Schmerzklinik für Deine Mutter. In welcher Region lebst Du denn?

Grüße

f>iloxu1


Vielen Dank für eure Antworten!!

So schnell hätte ich nicht mit so vielen Tipps gerechnet! Wir leben im Raum Stuttgart.

Ob die Schmerzen chronisch sind weis ichnicht, ist ja alles erst ein halbes Jahr her, der Arzt meinte allerdings, dass es sicher noch zwei Jahre dauert, bis sie weniger Probleme hat. Das Problem ist eben, dass sie i ihrem Job (im krankenhaus) auch sehr ihren Rücken belastet.

Vielleicht kann ich euch morgen mehr Infos geben, ich kenne leider nicht die Namen der verschiedenen Mitel und meine Mutter ist schon im Bett, aber ich kann morgen fragen.

Warum sind Tropfen hier nicht ok?

Ja, das ist das nächte problem. Meine Mutter sollte eigentlich Tabletten gegen ihre Depresion nehmen- hat aber Angst, davon abhängig zu werden. Und das selbe gilt für die Schmerzmittel.

leider schafft sies an guten Tagen alles herunterzuspielen um keinem zur Last zu fallen- aber das hilft doch auch nicht weiter!

Mein vater meinte, sie solle doch nochmal zum Doc und richtige Krankengymnastik verlangen- aber sie meint nur, der verschreibt das eh nicht.

fJiloxu1


ps: wenn Novalgin nicht auf den Magen wirkt, warum wird meiner Mutter dann davon so übel, dass sie richtige Krämpfe bekommt etc? Ist das eine Ausnahme? ich kenne nämlich viele Leute, die jahrelang Novalgin nehmen und noch nie Probleme hatten.

tXhe-cFavxer


Wir leben im Raum Stuttgart

Hmm, in Schwaben sind Schmerztherapeuten dünn gesät, mir fällt gerade keiner ein. Wie wäre es mit einem stationären Aufenthalt in einer Schmerzklinik?

Meine Mutter sollte eigentlich Tabletten gegen ihre Depresion nehmen- hat aber Angst, davon abhängig zu werden.

Depressivität ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung chronischer Schmerzen, da sollte man unbedingt was tun - abgesehen davon haben einige Antidepressiva auch Effekte auf chronische Schmerzen. Übrigens haben Antidepressiva nur einäußerst geringes Risiko für seelische Abhängigkeit, weil sie keinen "kick" und keine "High"-Gefühle machen.

leider schafft sies an guten Tagen alles herunterzuspielen um keinem zur Last zu fallen- aber das hilft doch auch nicht weiter

Stimmt. Dieses Verhalten ist ebenfalls ein Risikofaktor für die Entwicklung chronischer Schmerzen.

ps: wenn Novalgin nicht auf den Magen wirkt, warum wird meiner Mutter dann davon so übel, dass sie richtige Krämpfe bekommt etc?

Übelkeit bei Novalgin ist nicht selten - es ist nur sehr unwahrscheinlich, dass das tatsächlich ein Effekt des Mittels auf den Magen ist. Da die Übelkeit bei N.-tropfen stärker ist als bei Tabletten und bei Spritzen, ist meine private (nicht wissenschaftlich abgesicherte) Meinung die, das es wahrscheinlich an dem hundsmiserablen Geschmack von dem Zeug liegt.

Warum sind Tropfen hier nicht ok?

Die Aussage bezog sich auf *Opioide* in Tropfenform. Tropfen werden vom Körper schneller aufgenommen als langsam wirkende ("retard"-)Tabletten. Dadurch kommt es zu höheren Spitzenspiegeln des Medikaments in Blut und Gehirn, das verstärkt die psychischen Wirkungen (angenehm entspanntes Gefühl u.s.w.) und dadurch die Suchtgefahr. Extrem ist dieser Unterschied z.B. bei Tilidin (= Valoron): Mit Tabletten gibt es kaum Probleme in dieser Hinsicht, die Tropfen werden mittlerweile heftig in der Szene missbraucht.

Mein vater meinte, sie solle doch nochmal zum Doc und richtige Krankengymnastik verlangen- aber sie meint nur, der verschreibt das eh nicht.

"Das wird eh nix" ist ebenfalls eine Grundhaltung, die in die chronische Schmerzkrankheit führen kann - auch bei körperlicher Schmerzursache spielen nämlich Psyche, Einstellung und Verhalten des Patienten eine entscheidende Rolle! Ich würde dringend eine multimodale Schmerztherapie in einer guten Einrichtung empfehlen.

Grüße

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