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Myalgie, Arthralgie, was ist die Ursache?

FRlor%iaxn_91 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forum- Mitglieder,

ich bin 18 Jahre alt, 72 kg, sportlich, männlich, Schüler und nehme seit ca. 1 Jahr Cortison

(5-max. 20mg) , um kurzfristig Schwellungen (aktuell rechter Oberschenkel, Myalgie linke Wade und Kniegelenksschwellung rechts) zu unterdrücken.

Ich kam damals ca. 6 Wochen mit einem Gewicht von ca. 2.200 g zu früh zur Welt. Nach ca. 3 Monaten in denen man mich gut "aufgepäppelt" hatte, ging meine Mutter mit mir zum Arzt da ich häufig ein blaues Munddreieck hatte. Einen Tag danach hatte ich einen Vorfall im Auto mit Atemstillstand. Danach folgten noch viele Vorfälle mit vielen Krankenhausaufenthalten und ich war ca. 2 Jahre am Monitor.

Danach lief alles reibungslos bis 2008.

Vor ca. einem Jahr habe ich eine 3-monatige Therapie mit Terbinafin aufgrund eines Nagelpilzes am Fuß gemacht. Unter diesem Medikament (ich musste unterschreiben, dass ich dieses Medikament auf eigene Verantwortung nehme, da es unter 18 Jahre nicht zugelassen ist) ging es mir zunehmend schlecht, so dass ich die Therapie nach ca. 10 Wochen abgebrochen habe. Probleme waren Schmerzen linker Arm im Schulterbereich, Konzentrationsprobleme, Abgeschlagenheit. Nach Absetzen wurden Beschwerden leicht besser und dauern bis heute an, wobei es bis heute schlechter geworden ist. (Nagelpilz ist trotzdem weggegangen)

Inzwischen war ich schon beim Hausarzt (Test auf Borreliose negativ, atypische Mycobakterien positiv -> Test wurde nach 2 Wochen wiederholt, Ausschluß einer Sarkoidose, negativ) Gefäßchirurgen (da oft meine Gefäße in den Armen unangenehm hervortreten), HNO (Mandel-OP im Nov. , beim Orthopäden (Morbus Scheuermann, Kernspin o.B.) Rheumatologen (ANA Titer, SSB-AK waren einmal positiv, weitere Ausdifferenzierungen negativ).

Letzte Woche war ich im Krankenhaus, wo alle bildgebenden Verfahren und eingehende Labordiagnostik bis hin zu Magen- Darm-Spiegelung haben nichts ergaben. Meine Brüder (Zwillinge) haben Zöliakie, aber diese Untersuchung war bei mir auch o.B. Lediglich die Dermatologin stellte ein Erythema Nodosum aufgrund einer lividen Verfärbung am Fußrücken fest.

Mein körperlicher und mittlerweile auch psychischer Zustand (Weinerlichkeit) wird immer schlechter.

Hat jemand eine Idee auf was ich mich vll noch testen lassen könnte ich bin für jeden Tipp dankbar.

Das einzige was noch zu sagen wäre ich habe meistens eine Leukozytose von 15000 Leukos, auch nach 4 Tagen ohne Cortison.

Ich hab hier im Forum das mit den chron. EBV gelesen, könnte ich das vll haben? Oder vll ne andere Viruserkrankung?

Wie lange kann ich Cortison einnehmen ohne bleibende Schäden zu bekommen?

Mit freundlichen Grüßen

Florian91

Antworten
mGausepxrinz


Hallo Florian,

ich hab nicht ganz verstanden, ob du das Cortison wegen deiner Beschwerden wie: Schmerzen linker Arm im Schulterbereich, Konzentrationsprobleme, Abgeschlagenheit etc. bekommen hast, oder nur wegen der Schwellungen/Myalgien an den Beinen und die restlichen Probleme gingen erst danach los? Hast du das Cortison erst nach dem Terbinafin bekommen?

Cortison unterdrückt das Immunsystem und wenn du schon eine Infektion (mit was auch immer), hattest, kann es das Ganze natürlich verschlimmern. Wenn man im Anfangsstadium von diversen Infektionen Cortison gibt, kann auch die Antikörperproduktion unterbunden werden, so dass z.B. ein normaler Borreliosetest negativ ausfällt. Zusammen mit deinem Erythrem am Fuß, würde ich dem auf jeden Fall genauer nachgehen und auch Erreger wie Chlamydien, Bartonellen, Yersinien, usw. ausschliessen lassen.

Zu deiner Frage mit ebv, sicher kann der Langzeitprobleme verursachen, wie du sie beschreibst (bin auch seit einem Jahr dabei), allerdings hast du so gut wie immer typische Infektionszeichen inklusive, wie Lymphknotenschwellungen, Halsschmerzen, Grippegefühl. Wenn du solche Erscheinungen nicht hast, würde ich eher im chronisch-bakteriellen Bereich suchen.

Nichtsdestotrotz solltest du es natürlich abklären lassen. (gesamte Herpesviren, Coxsackie, Parvoviren etc.).

LG

DCino2x000


Du hattest mal positive ANA und SSB-Antikörper. Durch die Gabe von Cortison werden diese Werte unterdrückt. Du brauchst einen guten internistische Rheumatologen, der diese Werte deuten kann. Eigentlich müßte man das Cortison etwa 2 Wo. vorher absetzen. Aber das geht nur mit Rücksprache mit dem Arzt. Das solltest du keinesfalls alleine machen. SSB Antikörper sind typisch für ein Sjörgren-Syndrom können aber auch mal bei Lupus vorkommen. Cortison hilft die Symtome und auch die rheumatischen Beschwerden zu verbesseren, aber das muß fachgerecht behandelt werden. (Nicht nur hier und da ein bischen)Außer Cortison, dass meistens nur anfänglich verschrieben wird, gibt es noch andere Medikamente und dann kann man auch ganz auf Cortison verzichten. Es gibt div. Medikamente die einen Schub auslösen können od. verschlimmern können. Ob dein Mittel gegen Nagelpilz dazugehört weiß ich nicht. Mit einer guten Therapie können die Symtome alle wieder verschwinden und es gelingt auch oft nach längerer Zeit die Medikamente ganz abzusetzen.

Djinjo2000


Habe grade nach deinem Medikament gegoogelt und Bingo. Es steht dabei, dass als seltene Nebenwirkung einen Lupus erythematodes ausgelöst werden kann. Erzähle dem Rheumatologen davon und wenn es so wäre: Ein medikamenteninduzierter Lupus lässt sich gut behandeln und heilt in den meisten Fällen aus.

FYlo?riaxn_x91


Hi,

danke erstmal für die Antworten. Das Cortison habe ich erst gegen Ende der Myconormin Behandlung bekommen, da fing es nämlich mit den Schmerzen im linken Arm an das hat sich dann auch relativ lange so gehalten, ich hab so etwa jeden zweiten Tag 5 manchmal 10 mg Cortison genommen. Dann hatte ich erstaunlicherweise auch mal einen Monat Ruhe. Dann aber gings los, aber mehr Schmerzen im rechten Arm und dann fingen die Schwellungen Arthalgien und Myalgien an. Halsschmerzen hatte ich eigentlich immer, weil meine Mandeln dauerentzündet waren, deswegen hab ich sie mir rausoperieren lassen, seitdem habe ich von der Seite eigentlich Ruhe. Und gegen Yersinien wurde ich im Krankenhaus negativ getestet. Inzwischen nehem ich morgens 5 mg Cortison und nachmittags um 17 uhr nochmal, ist meiner meinung absolut daneben aber mir hilft leider nichts anderes. Im Krankenhaus haben die schon damit angefangen mir 3 mal täglich Ibuprofen 400 mit Magenschutz zu geben, das unterdrückt natürlich die Schmerzen aber das ist ja auch auf die Dauer absoluter Mist, zudem fühl ich mich auch nicht wirklich gut damit.

Zum Thema Rheumatologie ich war bei 3 Rheumatologen und die meinten alle das wäre es nicht weil mein CRP im grünen Bereich liegt (nach ca. 20 Stunden ohne Cortison). Allerdings halte ich maximal 4-5 Tage ohne Cortison aus danach tut mir alles weh, teilweise hab ich auch das Gefühl das mein Herz sonen bissle "stolpert". Das habe ich einmal durchgemacht(also mal 4 Tage ohne) seitdem hat sich meine Gesamtsymtomatik verschlimmert.

Mir wurde heute vorgeschlagen evtl. eine Lumbalpunktion machen zulassen, was haltet ihr davon?

viele liebe Grüße

Dtin/o20:0x0


Eine Lumbalpunktion macht Sinn, wenn man die Ursache nicht kennt. Vielleicht findet man was. Was mich wundert ist, dass die Rheumatologen nach dem CRP geschaut haben. Dann haben sie keinen Verdacht auf Lupus od. eine ähnliche Erkankung gehabt. Da wären die BSG und die Leukos erhöht. CRP häufig bei den anderen Erkrankungen wie z.B. die chronische Polyarthritis. Ibuprofen ist wieder so ein Medikament das man bei Lupus od. auch nur bei Verdacht auf Lupus nicht nehmen sollte. Ist ganz schön schwierig dir einen Rat zu geben. Erwähne den Ärzten gegenüber, dass alles nach dem Medikament begonnen hat, dass die ANA und SSB-AK erhöht waren. Erzähle von den Myalgien, Gelenkproblemen und dem Erythem. Vielleicht kann dir das alles weiterhelfen. 10 mg Cortison ist keine hohe Dosis. Ernähre dich calziumhaltig od.frag die Ärzte ob du zusätzlich ein Calziumpräparat einnehmen sollst. Wird aber bei der geringen Dosis nicht verschrieben. Das mußt du dir selber besorgen. Gibt es günstig in jedem Supermarkt.

mkause0prCinz


Mir wurde heute vorgeschlagen evtl. eine Lumbalpunktion machen zulassen, was haltet ihr davon?

Ist schwer, da zu raten. Hat dir der Arzt gesagt, was damit ausgeschlossen werden soll?

Wenn es dabei um Infektionsdiagnostik gehen sollte, würde ich sagen, lass es, das lohnt sich nicht, du kannst trotzdem infiziert sein, ohne dass im Liquor AK zu finden sind. Ausführliche Tests im Serum sind aufschlussreicher.

Falls er allerdings eine (entzündliche) ZNS Erkrankung vermutet, sieht die Sache anders aus. Ich würd nochmal genau nachfragen.

LG

Fxlo)riaxn_91


So da bin ich wieder und wollte euch mal über den aktuellen Stand auf dem laufendem halten. Ich war jetzt 1,5 Wochen im Rheumazentrum, der Rheumatologe hat mich mit V. a. auf eine immunologische Systemerkrankung eignewiesen. Nach Absetzen des Cortisons durch die Rheumatologen gings mir nach 30 Stunden zunehmend schlecht. Ich wurde dann die folgende Tage von den Ärzten durchgecheckt rauskam eine Myositis in den Waden bestätigt durch ein MRT und das EMG zeigte eine leichte Schädigung der Muskulator der Waden. Dann haben ich ne Muskel PE bekommen, die Ergebnisse brauchen aber noch ein bissle. Blut technisch (also Rheumfaktoren usw.) war okay, außer wieder ne leukozytose am anfang wieder so 13.000 aber ging dann wieder runter so gegen Ende. Allerdings meinte die Ärztin das das Cortison die Rheumafaktoren noch verschleiern könnte. Auffällig war allerdings das es mir nach 4-5 Tage wieder besser ging sodass ich bei der Entlassung mich fast beschwerdefrei fühlte. Jetzt hab ich mich natürlich mal gefragt wieso es mir denn da besser ging. Als Idee kam mir aber nur das bei meiner Schwester und meinem Bruder im Zimmer dick Schimmel an der Tapete hinter den Schränken sitzt. Kann das evtl. eine Ursache sein? Wie könnte man das testen würde man diese "Schimmel" Stoffe in der Muskelbiopsie sehen(auch noch nach 4 Tagen)?

Ich halt euch weiter auf dem laufenden

lg Florian91

DHino"20x00


Man kann keine Schimmelsporen bei einer Muskelbiospie sehen. Ich würde mich auch nicht auf diese Schimmelgeschichte fokusieren. Die Ursachen für viele rheumatische Erkrankungen kennt man nicht. Auch das Medikament gegen Nagelpilz könnte aber muß nicht der Auslöser gewesen sein.Du hast vermutlich auch keine chronische Polyarthritis weil du den Rheumafaktor ansprichst. Du hast spezifische Werte für eine Kollagenose. Es gibt verschiedene Arten davon und sie zählen auch zu den entzündl. rheumatischen Erkrankungen. ANA und SSB sind "Rheumafaktoren" für eine solche Erkrankung. Die meisten kennen halt nur die chronische Polyarthritis. Deine Ärztin hat recht, wenn sie sagt, dass die Werte unter Cortison verschleiert werden. Das ist schlecht für die Diagnostik aber gut für den Patienten. Denn es ist ja Sinn einer Therapie dass diese Werte verschwinden od. runtergehen und dadurch sich dann auch meistens das Befinden verbessert. Dass es dir nun wieder besser geht, mag auch daran liegen, dass solche Erkrankungen schubweise verlaufen und nun eine Besserung eingetreten ist.

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