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Kann mir jemand diesen Befund erklären?

S[hantis7 Gef,ühlschaoxs hat die Diskussion gestartet


Dies ist der Befund meines Papas. Er ist derzeit im Krankenhaus und wird am Montag operiert. Ich hab riesen Angst da er ziemliche Schmerzen hat und wahnsinnig Gewicht verloren hat.....

Vielleicht kann mir jemand näheres aus dem Befund erläutern!

Diagnosen:

Verschlussikterus bei stenosierendem Intraduktalem Tu. des D. choledochus

Anamnese:

Herr .... stellte sich am 15.12.09 mit seit ca 3 Wochen bestehenden gürtelförmigen Oberbauchschmerzen in unserer chirurgischen Notaufnahme vor.

Eigenanamnese:

Morbus Hodgkin, Diabetes mllitus Typ 2

Lokalbefund:

Klinisch zeigten sich im Epigastrom keine Abwehrspannung, lokale Druckdolenz, kein Peritonismus, Darmperistaltik gut abhörbar, Nierenlager frei, Stuhl/Miktio o. B.

Labor:

Es finden sich erhöhte Cholestaseparameter ohne CRP-Anstieg

Sono-Abdomen:

bis auf dilatierter Ductus choledochus (12mm breit) kein weiterer path. Befund.

ERCP vom 16.12.2009:

keine Kontrastierung der Gänge möglich. Minimale Vorschnitt-EPT. DHC eröffnet aber keine Passage, auch nicht mit dem Führungsdraht. V.a. Stenose im distalen DHC

CT des Abdomens am 16.12.09:

intrahepatische und extrahepathische Cholestase. Die Ursache befindet sich direkt oberhalb des Pankreaskopfes (Kalibersprung), ist jedoch nicht direkt erkennbar. Kein Nachweis eines Tumors oder eines Konkrementes. Leichtgradige ausgeprägte Cholezystitis - Reizzustand der Gallenblase. 15 mm durchmessende Hypodensität im Corpus Pankreatis, suspekt auf einen kleinen Tumor. Dieser Befund kann jedoch nicht die Cholestase erklären. Zusätzlih zeigen sich pleurale und perikardiale Verkalkungen, suspekt auf eine Asbestose. Ergänzung der Berufsanamnese erforderlich.

Kernspintomographie des Oberbauches inkl. MRCP vom 17.12.09:

Unterbrechung des Ductus Choledochus über eine Strecke von ca. 10mm beginnend etwa 3 cm cranial der Duodenalpapille. Distal der Stenose, deutlich dilatierte Intra- und extrahepathische Gallenwege.

Proximal der Stenose etwa normalkalibriger Ductus Choledochus. In der Stenosen-Region scheinen die Wandstrukturen verdickt mit betontem Enhancement. Hier lässt sich dein entzündlicher und raumfordernder Prozess im Gallengang nicht ausschließen. Pankreasgang durchgänigig verfolgbar, jedoch mit Kaliberschwankungen. Im Pankreasschwanz verdickter Gang, vereinbar mit abgelaufender Pankreatitis. Im Pankreascorpus ca. 1,5 cm durchmessende Struktur mit fehlenden Enhancement in allen Anflutungsphasen. Wandstruktur der Gallenblase und des Ductus cysticus verdickt, vereinbar mit chronischer Cholezystits. Kein Nachweis von Konkrementen. Keine umschriebenen fokalen Leberläsionen. Relativ dicke Magenwand an der großen Kurvatur nun bis 2,5 cm Dicke. Beidseits einzelnen kleine NIerenzysten. Kein Aszites, kein Pleuraerguss

ERCP vom 18.12.09:

Malignitätsverdächtige Stenose im Gallengang. Endoskopische Papillotomie. Nicht selbstexpandierende Prothekese im Gallengang eingelegt.

Therapie und Verlauf:

Der mechanische Ikterus wurde durch 2x ERCP mit Abdomen-CT und MRT abgeklärt. Beim zweiten ERCP Versuch gelang jedoch die extrahepatische Cholestase durch Gallengangsprothese zu beheben. Die bestehende Schmerzsymptomatik war ducrch Transtec Pflaster gut beherrschbar. Die erhöhten BZ Werte wurden nach Actrapid- Schema korrigiert. Aufgrund der mutmaßlichen malignen Choledochusstenose stellen wir die Operative Indikation zur Duodenopankreatektomie (OP nach Whipple).

Antworten
mSiniaMnanas


Kannst Du Dir den Bericht nicht von Eurem Hausarzt erklären lassen?

Wir haben einen super Hausarzt. Wollten erst wechseln, aber der neue HA spielte den Bericht herunter und der alte HA erklärte dann den Ernst der Lage.

Eine Raumforderung kann ein Tumor sein - Ikterus ist nie harmlos.l

Konkremente sind Gallensteine, die hat er also nicht - können auch einen Gallenstau verursachen.

Zur Whipple-OP: Achte darauf, dass es nur eine Klinik macht, die Erfahrung damit hat. Ist keine leicht OP.

Wie hoch ist sein Bilirubinwert? Geht er runter? Geht der Bilirubinwert seit der Papillotomie runter?

Ansonsten versuche hier im Forum Agnes zu erreichen.

Liebe Grüße

S/ean`et7Woxr


Diagnosen:

Verschlussikterus bei stenosierendem Intraduktalem Tu. des D. choledochus

Eine Gelbfärbung der Haut die aufgrund einer aufstauenden Raumforderung im letzten Segment der Abführenden Gallenwege entstanden ist (die Galle staut sich zurück und Billirubin, ein gallepflichtiger Stoff lagert sich in die Haut ein)

Anamnese:

Herr .... stellte sich am 15.12.09 mit seit ca 3 Wochen bestehenden gürtelförmigen Oberbauchschmerzen in unserer chirurgischen Notaufnahme vor.

Eigenanamnese:

Morbus Hodgkin, Diabetes mllitus Typ 2

Lokalbefund:

Klinisch zeigten sich im Epigastrom keine Abwehrspannung, lokale Druckdolenz, kein Peritonismus, Darmperistaltik gut abhörbar, Nierenlager frei, Stuhl/Miktio o. B.

Beschreibung der Anamnese und den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung, die außer einem lokalen Druckschmerz keinen krankhaften Befund liefert.

Labor:

Es finden sich erhöhte Cholestaseparameter ohne CRP-Anstieg

Sono-Abdomen:

bis auf dilatierter Ductus choledochus (12mm breit) kein weiterer path. Befund.

Cholestaseparameter sind Laborwerte, die auf einen Gallestau hinweisen. CRP ist ein Entzündungsparameter. Wie o.g.: Ductus choledochus ist der letzte Abschnitt des abführenden Gallengangs und er ist in der Sonographie aufgeweitet.

ERCP vom 16.12.2009:

keine Kontrastierung der Gänge möglich. Minimale Vorschnitt-EPT. DHC eröffnet aber keine Passage, auch nicht mit dem Führungsdraht. V.a. Stenose im distalen DHC

Untersuchung mit einem Endoskop, die aber nicht erfolgreich war, da die Gallengänge nicht dargestellt werden konnten. Auch konnte ein kleiner Metalldraht nicht im Gallengang vorgeschoben werden. Auch hier wieder der Verdacht auf einen Verschluss im letzten Segment des abführenden Gallengangs.

Kernspintomographie des Oberbauches inkl. MRCP vom 17.12.09:

Unterbrechung des Ductus Choledochus über eine Strecke von ca. 10mm beginnend etwa 3 cm cranial der Duodenalpapille. Distal der Stenose, deutlich dilatierte Intra- und extrahepathische Gallenwege.

MRT Oberbauch mit zusätzlicher Kontrastmitteldarstellung der Gallenwege. Hier fällt eine Kontinuitätsunterbrechung des Galleflusses knapp oberhalt des Gallengangendes im Zwölffingerdarm auf. Oberhalb des Verschlusses stellt sich eine deutliche Aufweitung des Gallengänge dar (sowohl die Gallengänge in der Leber als auch die außerhalb der Leber)

Proximal der Stenose etwa normalkalibriger Ductus Choledochus. In der Stenosen-Region scheinen die Wandstrukturen verdickt mit betontem Enhancement. Hier lässt sich dein entzündlicher und raumfordernder Prozess im Gallengang nicht ausschließen. Pankreasgang durchgänigig verfolgbar, jedoch mit Kaliberschwankungen. Im Pankreasschwanz verdickter Gang, vereinbar mit abgelaufender Pankreatitis. Im Pankreascorpus ca. 1,5 cm durchmessende Struktur mit fehlenden Enhancement in allen Anflutungsphasen. Wandstruktur der Gallenblase und des Ductus cysticus verdickt, vereinbar mit chronischer Gallenblasenentzündung. Kein Nachweis von Konkrementen. Keine umschriebenen fokalen Leberläsionen. Relativ dicke Magenwand an der großen Kurvatur nun bis 2,5 cm Dicke. Beidseits einzelnen kleine NIerenzysten. Kein Aszites, kein Pleuraerguss

Unterhalb der Stenose ist der DC normal groß. In der Region der Raumforderung sind die Wandstrukturen abnormal dick mit einer vermehrten Kontrastmittelanreicherung. Der Pankreasgang ist durchgängig darstellbar. Im Mittelteil der Bauchspeicheldrüse ist eine ca. 1,5 cm große Raumforderung, die sich nicht mit Kontrastmittel anreicht. Die Gallenblase zeigt Zeichen einer chronischen Entzündung (ist vereinbar mit der Abflusstörung). Keine Ablagerungen. Die Leber zeigt keine Herde. Die Magenwand ist ebenfalls verdickt. Als Nebenbefund gibt es Nierenzysten. Kein Bauchwasser, keine Flüssigkeit im Pleuraspalt (Spalt zwischen Lunge und Brustwand)

ERCP vom 18.12.09:

Malignitätsverdächtige Stenose im Gallengang. Endoskopische Papillotomie. Nicht selbstexpandierende Prothekese im Gallengang eingelegt.

Die Papille, die den Ausgang der Gallen- und Pankreaswege in den Zwölffingerdarm verschließt, wurde abgetragen und mit einer Schiene im Gallengang stabilisiert.

Der mechanische Ikterus wurde durch 2x ERCP mit Abdomen-CT und MRT abgeklärt. Beim zweiten ERCP Versuch gelang jedoch die extrahepatische Cholestase durch Gallengangsprothese zu beheben. Die bestehende Schmerzsymptomatik war ducrch Transtec Pflaster gut beherrschbar. Die erhöhten BZ Werte wurden nach Actrapid- Schema korrigiert. Aufgrund der mutmaßlichen malignen Choledochusstenose stellen wir die Operative Indikation zur Duodenopankreatektomie (OP nach Whipple).

Der Gallestau ist zurückzuführen auf die Verlegung des Ductus Choledochus, die jedoch bei der zweiten ERCP beseitigt werden konnte. Aufgrund des Verdachtes, dass die Stenose einen bösartigen Charakter hat wird empfohlen, eine Operation durchzuführen, bei der die Gallenblase, das Pankreas, ein Teil des Magens und der Zwöffingerdarm entfernt werden.

Ich hab jetzt einfach mal nur den Befund übersetzt. Bei Fragen: fragen !

S`ea1netx7or


Ich hatte etwas Schwierigkeiten mit dem Eingabefenster. Ich bitte eventuell auftretende Rechtschreibfehler und Formatierungsfehler zu entschuldigen ;-)

Gruß

S$hantKis Ge%fühxlschaxos


Steht da irgendwo was von Metastasen ???

Seanet7or, vielen Dank für die Übersetzung! Jetzt versteh ich doch ein bißchen mehr!!!

SphXantis .Gefühlxschaos


Ach ja und was ich noch fragen wollte:

Steht da irgendwas davon ob der Tumor nun in den Gallengängen oder in der Bauchspeicheldrüse sitzt ???

Sieanetx7or


Eigentlich beantworte ich solche fragen nicht gerne. Das Beurteilungsvermögen über ein Internetforum bei einem so sensiblten Thema ist derart eingeschränkt, dass man eigentlich besser nichts schreibt, weil man die Patienten/Angehörigen oftmals mehr verunsichert oder erschreckt als zum gegeben Zeitpunkt nötig und vertretbar.

Ich weiß nicht genau warum, aber ich schreib jetzt trotzdem mal meine Gedanken zu deinen Fragen. Ich möchte dir aber nahe legen, dich in jedem Fall mit den behandelnden Ärzten auseinanderzusetzen (kurzfristiges Gespräch vereinbaren !). Nur die behandelnden Ärzte haben zugriff auf alle Informationen und können dir eine fundierte Auskunft geben !!

Tumor heißt eigenltich nicht mehr als Schwellung oder Geschwulst. Ich denke, deine Frage geht in die Richtung "was war zuerst da ?". Die größte Sicherheit hat man, wenn man das Gewebe unterm Mikroskop bzw. immunhistologisch untersucht hat und den Befund des Pathologen hat (manchmal kann auch der schon nicht mehr genau bestimmen, woher das Gewebe ursprünglich kommt !)

Bei den o.g. Befunden würde ich aber an ein Pankreascorpuskarzinom mit lokaler Streuung denken. Es gibt zwar auch Gallenblasen- bzw. Gallenwegstumore allerdings treten diese statistisch gesehen noch seltener auf als das Pankreaskarzinom und das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt weiter weg vom Patientenalter als das des Pankreaskarzinoms.

Wie gesagt: bitte setz dich umgehend mit den behandelnden Äzten in Verbindung, wenn noch nicht geschehen !

Und bevor du jetzt im Internet alle möglichen Horrorstories liest: Sollte es wirklich ein Pankreaskarzinom sein, ist das entgegen der Pamphlete die häufig im Internet zu lesen sind kein Todesurteil. Das Pankreaskarzinom ist in fortgeschrittenem Stadium meißt nicht mehr kurativ zu behandeln, in frühen Stadien kann aber die Whipple OP häufig helfen.Das hängt sehr vom individuellen Befund ab und die Überlebenschance kann mit zusätzlichen Therapieansätzen wie Chemotherapie noch weiter gesteigert werden !

Ich hoffe, dass ich dir damit mehr helfe als ich dir zusetze.

Gruß

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