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Sarkoidose + künstliches Koma + Luftröhrenschnitt + Agresionen

Deet6ka hat die Diskussion gestartet


Guten Abend liebe Forum-Mitglieder,

ich weis gar nicht mehr weiter und wollte mich an euch wenden und um Mithilfe/Erfahrungsberichte bitten.

Mein Vater 60 Jahre jung hat im Jahre 1998 die Diagnose "Sarkoidose" gestellt bekommen. Damals war das I Stadium, mittlererweile ist er im IV Stadium.

Eigentlich ging es ihm die ganze Zeit über ganz gut. Ok, er konnte nicht weit gehen, laufen schon mal garnicht, aber im großen und ganzen ging es ihm gut. Zumindest besser als jetzt.

Ich muss dazu sagen mein Vater konnte das Rauchen einfach nicht aufgeben, evtl. hat sich auch deswegen die Sarkoidose so schnell von Stadium I in Stadium IV gesteigert.

Jedenfalls ist nun folgendes passiert. In der Woche vom 07.11 ging es meinen Vater total schlecht, er hatte kaum noch Sauerstoff im Körper und sein Sauerstoffgerät war auch leer. Ich bestellte zwar direkt die Sauerstofflieferung aber die sollte erst am Montag der drauffolgenden Woche kommen. Als es meinen Vater dann am Donnerstag noch schlechter ging, seine Gesichtsfarbe eher schwarz/grau als beige war habe ich den Sauerstofflieferanten angerufen und um eine Notlieferung gebeten. Am Freitag haben die dann den Sauerstoff auch geliefert, aber über das Wochenende ging es meinen Vater nicht wirklich besser, sodass er am Montag den 14.11. 11 von meiner Mutter ins Krankenhaus gebracht wurde und dort auch direkt auf eine Station kam, für die es keinen Namen gibt. In diesem Krankenhaus gibt es eine Lungenklinik aber er kam auf eine Station die keinen Namen hat und direkt neben (auf einer Etage) der Intensivstation liegt. In der Nacht auf den 15.11.11 hat sich sein Zustand verschlechtert und er wurde ins künstliche Koma gelegt. Dann sollte das Betreungsverfahren laufen, damit ich die Einwilligung für den Kehlkopfschnitt unterschreiben kann. Das Betreuungsverfahren war aber, wie sich dann am 21.11.11 herausstellte, nicht nötig und mein Vater sollte am 22.11.11 operiert werden. Die OP wurde dann auf den 23.11.11 verlegt und auch durchgeführt.

Die OP verlief komplikationslos, jedoch bekam mein Vater im Anschluss an die OP Fieber von 39,5. Ab den 24.11.11 haben die Ärzte dann angefangen meinen Vater aus dem künstlichen Koma zu holen und gegen das Fieber anzukämpfen.

So, heute haben wir den 28.11.11. Das Fieber ist auf 37,9 runtergegangen, er sieht auch schon ganz gut aus. Als ich am Donnerstag im Krankenhaus war hatte er schon die Augen aufgemacht und ich durfte den auch mit einem großen Wattestäbchen etwas Wasser geben.

Am Freitag und Samstag war meine Mutti im Krankenhaus und alles war soweit ok. Er sah besser aus, meine Mutti hatte ihm auch etwas Wasser mit dem Stäbchen geben dürfen und er war nicht agresiv.

Am Sonntag, also gestern, war er ganz böse als wir beide (meine Mutti und ich) gekommen sind. Die Schwester sagte uns auch, dass er sich vorher die Magensonde rausgerissen hatte und die auch nicht wieder einsetzen lassen hat, deswegen hat er wieder ein Beruhigungsmittel bekommen und die Magensonde wurde wieder reingemacht. Deswegen wird er noch ganz schläfrig sein. Wir haben gewartet bis er wach wurde. Als er die Augen öffnete habe ich die ganze Zeit auf den eingeredet, dass er keine Angst haben soll, dass wir bei ihm sind und er auch in Kürze wieder sprechen kann. Ich habe den versucht zu erklären, dass das alles nur vorübergehend ist und bald alles wieder in Ordnung sein wird. Meine Mutti frage ihn ob er mich versteht und er nickte bejahend mit dem Kopf.

Dann aber guckte er die ganze Zeit auf die Decke und zeigte uns dort was mit den Augen (ich weis, dass sind die Haluzinationen von den ganzen Medikamenten). Ich ging dann raus und meine Mutti blieb noch etwas. Dann ist mein Papa ganz sauer geworden und hat meiner Mutter mit der Hand gezeigt, dass sie gehen soll, was sie auch tat.

Heute hatte meine Mutter Geburtstag und ich musste lange arbeiten, also fuhr meine Schwester allein ins Krankenhaus. Und als sie erzählte was sie dort gesehen hat sind mir die Nackenhaare hoch gegangen.

Meinem Vater wurden die Hände und Beine fixiert/verbunden und er hat wieder was zur Beruhigung bekommen. Leider konnte meine Schwester nicht in Erfahrung bringen warum die das genau gemacht haben weil sie nicht so gut Deutsch spricht.

Ich werde morgen nach der Arbeit aufjedenfall zu meinen Papa fahren, habe mir auch Donnerstag und Freitag frei genommen um bei dem zu sein, aber ich frage mich, ob er das möchte. Meine Mutter hat er ja weggeschickt.

Ich muss dazu sagen, mein Vater ist vom Wesen her sehr aufbrausend, wie ein Strohfeuer – schnell entfacht und schnell wieder gelöscht. Ich bin eigentlich auch so.

Auch hat mein Vater mehr Medikamente verabreicht bekommen als normale Patienten, da er seit der Kindheit an eine Resistenz gegen Schmerz- Beruhigungs- und Schlafmittel hat. Er ist sogar mal mitten in einer OP wach geworden. Die Ärzte fragen mich jetzt als er ins künstliche Koma gelegt wurde, ob er viel Alkohol trinken würde, da er so viele Medikamente braucht und das normalerweise bei Alkoholikern der Fall wäre. Mein Vater aber ist kein Trinker. Er kann mal bei einer Feier etwas trinken, aber so trinkt er nicht. Auch nicht ein Feierabendbierchen oder so. Er mag eigentlich garkeinen Alkohol.

Jetzt mache ich mir totale Sorgen.

Ich habe soviel in letzter Zeit im Internet gelesen über das künstliche Koma, über die Albträume die man in dieser Zeit hat und vieles Andere. Aber die meisten sind nach einem Unfall oder ähnlich ins künstliche Koma gelegt worden.

Kann mir jemand was dazu sagen?

Ich denke zwar dass alles wieder gut wird, die Ärzte sagen, dass seine Werte sich von Tag zu Tag bessern, aber wie soll ich ihm erklären, dass er nicht um sich schlagen soll und aufhören soll die Schläuche rauszureisen?

Weis da jemand einen Rat?

Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Liebe Grüße

DETKA

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