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Nachthitze, heiße Ohren und div. Symptome – was ist hier los??

Slound5beaxr77 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich möchts mal kurz machen, weil die Geschichte sehr lang ist:

Ich leide seit ca. 3 Jahren unter einer Angststörung mit depressiven Momenten. Mittlerweile komme ich einigermaßen klar und lerne umzudenken und damit zu leben. Hatte lange Zeit Schlafstörungen, die sich dann gelegt haben. Auch schwere Verdauungsbeschwerden über Wochen waren letztlich psychisch "getriggert" und aktuell kein Thema. In diese Reihe kann ich noch viele Wehwehs einordnen.

Momentan wache ich hin und wieder nachts auf und habe irgendwie Hitzewallungen und bin leicht geschwitzt. Das ist nicht besonders ausgeprägt und ich schlafe da auch direkt wieder ein, mache mir aber Gedanken woher das rühren könnte. Des weiteren bekomme ich recht schnell mal rote Ohren – oder auch nur ein rotes Ohr. Wenn ich zB Kopfhörer trage kann ich nur drauf warten. Die Ohren sind dann auch heiß. Hatte früher nie sowas.

Wegen meiner Ängstlichkeit habe ich natürlich schon sämtliche Ärzte mit allem möglichen angeklappert – vor allem wegen der Angst vor Krebs. Der HNO hat nix gefunden, der Hausarzt auch nicht – alle Laborwerte, Lympfknoten, Schilddrüse, etc. sind ohne Befund. Blutdruck ist auch in Ordnung. Ich treibe viel Sport und esse gesund. Ansonsten habe ich absolut keine Sorgen, bin topfit, kein Fieber, nix. Ich genehmige mir nur ein Feierabendbier, konnte dort jedoch auch keinen Zusammenhang entdecken.

Hat jemand eine Idee??

Antworten
Sjou7ndbaear7x7


Hallo, wollte das Thema noch mal hochholen und nach weiterem Rat fragen.

Habe die Nacht wieder so eine Hitzeattacke gehabt, zwischendurch die Tage mal eher leichter. Es ist aber nicht so extrem, dass ich durchgeschwitzt bin, mir ist nur sehr warm unter der Bettdecke und ich schwitzt demzufolge leicht. Mein Puls ist dann auch beschleunigt und man fühlt sich einfach nicht wohl. Ich werde auch direkt davon wach.

Ich kanns immer noch nicht zuordnen. So krasse Dinge wie Krebs & Co. möchte ich mal ausschließen, da ich ja keine Anzeichen darauf habe. Habe da sowieso eine psychische Macke und lasse das alle Nase lang prüfen. Blutbild und Lymphknoten ist alles i.O.

Mein Schlafzimmer hat so um die 16-17 Grad. Daran sollte es nicht liegen.

Ich zähle mal mögliche Ansätze auf und würde mich freuen, wenn ich Tipps bekommen könnte.

1.) Kann's am "Feierabend"-Bier liegen? Direkte Zusammenhänge zum Alkohol-Konsum habe ich hier keine finden können. Hatte hier auch jahrelang keine "Sorgen" damit. Es bleibt ja auch bei max. 1 Bier. Ich trinke sonst sehr, sehr gemäßigt.

2.) Raumtemperatur und Bettdecke: Ich wohne in einer neuen Wohnung, die ist etwas kälter. Habe mir deswegen auch eine wärme Bettdecke genommen. Seitdem sind die Hitzeattacken prinzipiell erst aufgetreten. Ich tippe ja bald darauf, dass entweder das Zimmer zu kalt oder die Decke zu warm ist. Probiere ich heute gleich aus. Generell neige ich aber seit einiger Zeit dazu mich in wärmeren Räume nicht wohl zu fühlen bzw. werde dann ganz heiß. (Ohren)

3.) Wasserhaushalt: Den Tipp hatte ich bereits bekommen. Kann es wirklich daran liegen? In letzter Zeit vergesse ich öfter mal genügend zu trinken – halt Winter, da hat man weniger Durst. Ich vergesse es selbst öfter mal nach dem Sport. Ich weiß: nicht gut. Gestern dürfte auch wieder nicht so viel zusammen gekommen sein. Interessanterweise war ich dann noch mal gestern Nacht Wasser lassen und danach schien wieder alles im "Lot" zu sein. Körpertemperatur war trotz gefühlter Hitze 36 Grad (anal gemessen).

4.) Schilddrüse: Mhh, eigentlich müsste ich laut TSH-Wert zur Unterfunktion neigen. Da müsste ich frieren und nicht schwitzen. Manchmal können die Symptome aber auch umschlagen. Ich möchte aber erst nach anderen Ursachen suchen, die SD sollte schon so oft dran Schuld sein.

5.) Johanniskraut: Ich nehmen seit ca. einem viertel Jahr Johanniskraut ein: 2 x 450mg am Tag. Also keine extremen Dosen. Soll mir nur ein wenig bei der Angststörung helfen. Könnte das Medikament hier entsprechende Nebenwirkungen haben? Habe nichts konkretes dazu gefunden, wobei die beiden Begriff durchaus bei Google abgespeichert sind als Suchbegriff.

Wäre ganz lieb, wenn noch jemand einen Rat hätte.

Ein wenig Sorge treibt mich schon ... %:|

slchnatteqrgu*scxhe


Ich tippe da eher auf den Wasserhaushalt und die Psyche. Neue Wohnung heißt, Du mußt(est) Dich an eine neue Umgebung anpassen. Vielleicht bist Du nicht nur ins Nachbarhaus gezogen, sondern in eine andere Stadt mit anderen Menschen um Dich herum.

Den Wasserhaushalt deckt man nicht nur einfach mit Wasser. Es kommt darauf an, was für Wasser es ist und in welcher Form man es aufnimmt. Viele Obstsorten enthalten viel Wasser. Birnen, auch Äpfel (in unserer Gegend das beste Winterobst) oder Orangen. Bei Säften achte ich z.B. darauf, dass es Direktsäfte sind. Ich sehe wenig Sinn, außer den Transportkosten, am Ernteort das fruchteigene Wasser zu entziehen, um es dann am Abfüllort mit Leitungswasser wieder aufzufüllen. Solche Säfte aus Konzentraten halte ich für wertgemindert und verzichte darauf.

Bei reinem Wasser kommt es ebenfalls darauf an, wie der Körper es aufnehmen kann. Ich habe gute Erfahrungen mit Effektiven Mikroorganismen gemacht. Als ich mich vor einigen Jahren damit befaßt habe, konnte ich verschiedene Ansichten lesen. Vor allem fielen die massiv ablehnenden auf. Für mich ist das immer ein Indiz dafür, dass etwas dran sein könnte, das abgelehnt werden soll. Das Haupt- und eigentlich einzige wirkliche Gegenargument war, dass es keinen Nachweis durch Studien gibt. Deshalb habe ich einfach selbst probiert und ein paar Keramik-Röhrchen in die Wasserflasche für die Arbeit geworfen. Als Ergebnis habe ich mich nicht mehr mit dem Wasser abgeschleppt. Einfach die leere Flasche mit den klappernden Röhrchen mitgenommen und am Wasserhahn aufgefüllt. Schon nach einer Viertelstunde war das Wasser angenehm weich im Geschmack und ich habe deutlich mehr getrunken.

Wasser ist wichtig als Lösungs- und Transportmittel im Stoffwechsel. Fehlfunktionen der Schilddrüse werden oft als Ursache für Stoffwechselstörungen angesehen. Eigentlich sind sie bereits Folgen und werden erst damit zu Ursachen für weitere Folgen. Die Schilddrüse schüttet Hormone aus, mit denen der Stoffwechsel reguliert wird. Sie arbeitet als Zentrale in einem Regelkreislauf. Ein Zuviel oder Zuwenig an Hormonausschüttung wird oft damit erklärt, dass eben die Drüse nicht richtig arbeitet. Mit Hormonzugaben kann da unterstützt werden. Aber meistens bleibt es dabei, ohne die Ursachen für die Störung der Rückmeldungen aus dem Stoffwechsel abzuklären. Die können auch in der Psyche begründet liegen. Dann reicht der Endokrinologe nicht aus. Wenn etwas "auf den Magen schlägt", "an die Nieren geht", einen "Gift und Galle spucken" läßt, also im weitesten Sinn zu einer Reaktion im Stoffwechsel führt, liegt die Ursache fast immer in den zwischenmenschlichen Beziehungen.

SUoumndObearM77


Du auch hier? 8-)

Danke für deinen Beitrag!

Ja, der Ansatz Psyche ist bei mir immer gegeben. Wie erwähnt, leide ich seit 3 Jahren unter einer Angststörung und weiß, was die Psyche alles bewirken kann. Quasi bin ich den Inbegriff von somatoformen Störungen. In dieser Zeit musste ich mein Bild über Medizin, Heilung, etc. grundlegend ändern. Meine massiven Schlafstörungen aus dem vorigen Jahr (siehe anderer Thread) waren ebenfalls psychischer Natur und ich habe, genauso wie jetzt, lange lange Gründe gesucht, obwohl der Arzt meinte, dass es keine körperlichen Ursachen hätte. Ich habs das aber später selbst gemerkt und da ist wieder ein gewisses Vertrauen in den Ärzten gewachsen. Als Hypchonder steht man da ja gern zwischen den Stühlen.

Wie auch immer: es mag sein, dass es diemal ebenfalls in der Psyche begründet ist. Momentan habe ich viel Täler durchlaufen bzw. durchlaufe sie noch. Von daher läge das nahe. Trotzdem möchte ich natürlich körperliche Ursachen nicht ausschließen und das wenigstens im Schnelldurchlauf abchecken. Wie erwähnt macht mir insbesondere Krebs & Co. Angst, so wie vielen "Kollegen" mit der selben Störung. Das "Doofe" dran ist, dass sich mit diesen Gedanken ja auch wieder der Weg in die Angst öffnet und event. das Symptom verstärkt, was wiederum dann zu mehr Angst führt. Ein Teufelskreis!

Wasserhaushalt oder eben auch das veränderte Raumklima liegen aber auch nicht so weit entfernt. Das werde ich natürlich testen. Weitere Ideen sind natürlich weiterhin sehr willkommen!

sLch9na&tter4guschxe


Du auch hier? 8-)

Das war ganz einfach. Nach unseren angeregten Unterhaltungen der letzten Tage habe ich Dir nachgelesen um zu erfahren, was Denkmuster sind und was Reaktionen (z.B. auf mich).

Momentan habe ich viel Täler durchlaufen bzw. durchlaufe sie noch. Von daher läge das nahe. Trotzdem möchte ich natürlich körperliche Ursachen nicht ausschließen und das wenigstens im Schnelldurchlauf abchecken.

Im großen und ganzen scheinst Du einen Prozess zu durchlaufen, den ich schon hinter mir glaube. Ich kann Dir nur wünschen, möglichst stark daraus hervorzugehen.

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass körperliche Ursachen im Grunde körperliche Folgen sind. Außer natürlich bei Unfallverletzungen. Da ist etwas in uns – Du magst Psyche bevorzugen, andere nennen es die Seele – das Signale für ein Unwohlsein setzt. Wenn wir diese Signale nicht bemerken, ignorieren oder unterdrücken, werden sie stärker oder auf andere Weise gesetzt. Und irgendwann durch körperliche Reaktionen manifestiert. Wenn wir die nicht als Folge verstehen, sondern als Ursache betrachten, müssen wir uns nicht wundern, wenn nach der erfolgreich erscheinenden Therapie das Signal erneut gesetzt wird. Die Erkrankung als erneut ausgebrochen oder chronisch zu bezeichnen ist eine schöne Umschreibung für "bisher erfolglos therapiert".

Die Suche auf der körperlichen Ebene ist auf alle Fälle sinnvoll und wichtig. Sie sollte nur nicht zu einer psychischen Belastung werden und damit auf längere Sicht womöglich neue körperliche "Ursachen" hervorrufen. Ich halte sie aber für sinnvoll wenn es darum geht, Zeit zu gewinnen.

Aus der eigenen Erfahrung weißt Du sicher schon, dass bei dieser Form von Ängsten immer Denkmuster Pate stehen. Es paßt übrigens auch zu meinem Bild, das ich von Dir gewonnen habe. Du hattest mir an anderer Stelle geschrieben, dass Du immer Klarheit brauchst und mit Wenns usw. nicht leben kannst. (Ich habe Deine genaue Formulierung vergessen.) Jeder gedankliche Blick in die Zukunft kann Dir aber nur solche Ungewißheiten geben. Egal ob Du die nächsten 5 Minuten oder einen Zeitpunkt in 20 Jahren betrachtest. Zukunft ist noch nicht passiert und niemand weiß, wie sie genau aussehen wird. Diese Lücke wird mit Vorstellungen ausgefüllt, mit der eigenen Fantasie. Der eine träumt da schöne Bilder hinein, der andere grauenvolle. Als Erklärung für letzteres kommt dann oft die Überlegung, so eine Enttäuschung zu vermeiden. Im Grunde geht aber auch das schief. Denn auch wenn die Zukunft dann eine doch nicht ganz so schlimme Gegenwart geworden ist, bleibt das ja eine Täuschung. Nur wird da die Ent-Täuschung als angenehm empfunden. Der Preis dafür ist die unangenehm verbrachte Zeit bis dahin.

Mir erscheint es im Nachhinein unlogisch, den Berg anzustreben, aber das Leben auf der Talsohle zu durchlaufen aus Angst, vom Berg herunterfallen zu können. Denkmuster zu verändern ist allerdings alles andere als einfach. Ich habe es durch tägliche Übung über mehrere Jahre geschafft, auf die andere Seite zu wechseln. Ich erlaube mir, die Ungewißheit über die Zukunft durch angenehme Vorstellungen zu ersetzen. Auch wenn die meiner Erfahrung anfangs zu widersprechen schienen. Dabei habe ich eine andere, ergänzende Erfahrung gemacht. Ich gehe der Zukunft nicht mehr so ängstlich verkrampft entgegen, sondern freudiger und offener. Wenn es dann doch so kommen sollte wie ich es nicht erhofft habe, kann ich trotzdem damit lockerer umgehen. Meine körperliche Gesundheit hat sich so stabilisiert, dass ich schon seit Jahren keinen Hausarzt mehr hatte. Jetzt nach meinem letzten Umzug, habe ich mich mal wieder durchchecken lassen und bin auch aus medizinischer Sicht vollkommen gesund. Ich habe mal wieder eine Hausärztin, aber sie wird mich nicht oft sehen.

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