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Schaut so eine paradoxe Reaktion auf Propofol aus?

J/u4liaxnia hat die Diskussion gestartet


Hi zusammen,

ich hatte letzte Woche eine Darmspiegelung und da ich einmal auf die Gabe von Propofol+Dormicum bei einer Magenspiegelung wohl "paradox reagiert" haben soll, wurde diesmal nur Propofol gegeben.

Einschlafen ging auch schön schnell, vom Brennen im rechten Arm mal abgesehen. :[]

Allerdings wachte ich dann zu einem recht irritierenden Zustand auf: Ich war schon im Aufwachraum. Eine oder zwei (die dritte schien nur kurz zum Helfen vorbeigeschaut zu sein) Schwestern paßten auf, daß ich nicht aufstand. Dazu drückte die eine immer wieder freundlich aber nachdrücklich mein Knie wieder aufs Bett. Ich quasselte ohne Pause auf englisch auf die Schwestern ein und tat dies offenbar schon etwas länger, denn eine der Schwestern teilte der dritten gerade mit, daß ich "viele Geschichten erzählen würde". Ich hatte das dringende Bedürfnis, ihnen mitzuteilen, daß ich aufs Klo müsse und daß mein Mund total ausgetrocknet war (habe massive Xerostomie) und daß ich deswegen etwas zum befeuchten haben wollte. Warum ich ihnen das auf englisch mitteilte, weiß ich nicht. Offenbar hatte ich ja auch schon versucht, selbständig aufzustehen um aufs Klo zu gehen oder an meine Wasserflasche zu kommen – daher das größere Schwesternaufgebot. Ach ja, die Seitenteile des Betts waren auch hochgeklappt ("Gitterbettchen").

War das eine paradoxe Reaktion? ???

Antworten
Zjwac/k4x4


Bei einer paradoxen Reaktion bewirkt ein Arzneimittel das Gegenteil dessen, was es eigentlich soll, z.B. Beruhigungsmittel verursacht Erregung, Blutdrucksenker läßt Blutdruck ansteigen.

J%uli}anixa


Korrekt. :-)

Propofol ist ein Sedativum und den beschriebenen Anzeichen nach war ich kurz vor dem Aufwachen ziemlich agitiert statt sediert. Apropos Blutdruck: Laut Kurve war der während der Spiegelung auch mal um einige Punkte angestiegen; da war also irgendwas was mir den Blutdruck ansteigen ließ oder mich aufregte.

Ist das nur paradox oder nicht?

Zxwa8ck$44


Eher nicht: Eine paradoxe Reaktion hätte Dich gar nicht erst einschlafen lassen.

J:ul%ia4nixa


Schade... ich dachte, ich wüßte nun sowohl, wer der Übeltäter damals bei der Domicum/Propofol Sache war (eben doch nicht das Dormicum?) und was genau ich damals wohl angestellt haben dürfte, als man mir den Eintrag in die Akte verabreichte (am laufenden Band auf den Gastro eingeredet und versucht, während der Spiegelung aufzustehen um irgendwas zu machen.)

ZUwackx44


Nunja, das erinnert mich an einen schmerzhaften Zahnarztbesuch: Spritzen ohne Ende ohne jede Wirkung, Anästesie-Versager. Gott sei Dank bisher nur einmal im Leben - vergißt man nicht mehr.

RVulesR-of-yRosxe


Also bei deiner damaligen Magenspiegelung wirst du vermutlich zu den gehört haben, die die Nebenwirkungen von Dormicum/Midazolam zu spüren bekam. Zumindest passt die Beschreibung auf das, was ich im Internet gefunden habe.

[[www.diagnosia.com]]

Wirkungsumkehrungen wie Erregung, unwillkürliche Bewegungen einschließlich gleichmäßige oder ruckartige Muskelkrämpfe und Muskelzittern, übersteigerte Aktivität, Feindseligkeit, Zornausbrüche, Aggressivität, anfallsartige Erregung und Tätlichkeiten wurden unter hohen Dosen berichtet. Dieses Risiko ist bei Kindern und älteren Menschen erhöht.

oder

[[www.gifte.de]]

ZNS/Neuromuskulär: Retrograde Amnesie, Euphorie, Verwirrtheit, Streitsüchtigkeit, Nervosität, Angst, Trunkenheitsgefühl, Unruhe, plötzlich auftretendes Delir oder Agitation, verlängerte Anästhesiewirkung und Träumen, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Alpträume, Muskelzittern, Ataxie, Schwindelgefühl, Dysphorie, verwaschene Sprache, Dysphonie, Parästhesie, unfreiwillige Bewegungen (sowohl athetoide wie auch tonisch-klonische).

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Bei deiner jetztigen Darmspiegelung klingt es genauso, dass du zu denen gehörst die die Nebenwirkungen zu spüren bekam.

[[www.onmeda.de]]

Während der Narkoseeinleitung: Spontanbewegungen und Muskelzuckungen, Aufregung, Blutdruckabfall, verlangsamter Herzschlag, Herzrasen, Hitzewallung, Hecheln, vorübergehender Atemstillstand, Husten, Schluckauf.

In der Aufwachphase: Übersteigeung, Herabsetzung der sexuellen Hemmschwelle, Kopfschmerzen, Schwindel, Kältezittern, Kältegefühl, Epilepsie-artige Anfälle einschließlich Krämpfe der Rückenmuskulatur, Herzrhythmusstörungen, Husten, Übelkeit oder Erbrechen.

Also solche Sachen wie "Herabsetzung der sexuellen Hemmschelle" finde ich furchtbar. Da überlegt man sich glatt 2x ob man das ganze nicht doch lieber im wachen Zustand macht.

Jsu*lia>nia


Hah, im wachen Zustand mache ich garantiert keine Spiegelung. :-o :-o :-o :-o :-o

Meine allererste Darmspiegelung war ohne Spritze und der Grund, warum ich mir danach für 5 Jahre oder so nicht nochmal habe hineinschauen lassen (bei dem, was ich habe, sollte man nach damaliger Doktrin denn doch schon alle 2 Jahre, besser jedes Jahr, hineinschauen.)

Und eine Magenspiegelung ohne Spritze... ih. Ich fühle mich schon von HNOs mißhandelt, wenn die mir Schläuche bis in den Kehlkopf schieben, und der Gastro würde den Schlauch ja bis zum Magen schieben... :-o

__

Zu der Magenspiegelung mit "paradoxer Reaktion" sollte ich noch sagen, daß die mir recht unverhofft aufgedrückt worden war, von heute auf morgen oder gar von heute auf "wir machen das gleich mal einfach"; und daß ich zu diesem Zeitpunkt so in etwa zu 90% abgemeuchelt war (3 Monate nach 2 mörderischen OPs, 2-3 Wochen nach Ende Strahlenthera/Chemo). Das würde in die Richtung

Dieses Risiko ist bei Kindern und älteren Menschen erhöht.

passen, obwohl ich (nicht mehr und noch nicht) keins von beidem bin. ;-)

Nach der Magenspiegelung habe ich dann recht lange geschlafen, bevor sie mich am Nachmittag zum CT und Sono scheuchten. Das deutet mir auch so einiges an Nachgespritze hin.

Ich wüßte schon irgendwie gerne, was ich diesem OA damals wohl angetan haben mag. Er arbeitet leider nicht mehr dort, also kann man ihn nicht fragen. :-|

__

Mein Logopäde wirkte heute übrigens leicht alarmiert, als ich ihm von der Sprachauffälligkeit beim Aufwachen nach der Darmspiegelung (ins Englische gerutscht, dann 10min quasi zweisprachig, und dann erst mit größerer Willensanstrengung zurück ins Deutsche) berichtete. Offenbar macht man so etwas sonst eher bei Schlaganfällen oder traumatischen schweren Unfällen.

Interessant. ;-)

G4rauawmsexl


Ich kann bloss zur "Sprachentgleisung" etwas sagen. Ich gehöre zu den Patienten, die Opiate nicht vertragen und mich zu narkotisieren ist immer eine Herausforderung für die Anästhesisten. Vor einem Jahr brauchte ich wieder eine 5-Std.-Narkose (Orthopädische Riesenoperation) und als ich aufwachte, hörte ich mich sagen: -Ge mig potten är du snäll! Ich sah, dass die Schwester verständnislos guckte und ich hörte mich die Bitte wiederholen. Ich "wusste" im Duselzustand, dass ich die falsche Sprache erwischt hatte (Schwedisch) - aber ich wiederholte x-mal meine Bitte. Da kam eine andere Schwester, nahm mein Gesicht in ihre Hände, schaute mir von ganz nah in die Augen und sagte: -Können Sie auch Deutsch? Dann verstehen wir, was sie uns sagen wollen... Erst da machte es "Klick" und ich sagte: -Seien Sie so gut und geben Sie mir den Topf.

Aus meiner Erfahrung heraus würde ich diese Sprachverwirrung nicht zu sehr gewichten. Vielleicht kannst Du Englisch gleicht gut wie Deutsch und da ist einfach der Schalter umgekippt.

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