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Kann man jemanden ins Krankenhaus zwangs einweisen?

B?la|ueFeCe84 hat die Diskussion gestartet


Es geht um meinen Schwiegervater.

Er ist schwer krank und wenn nichts unternommen wird, wird er die den nächsten Wochen nicht überleben.

Das Problem ist, dass er schon seit Jahren sich weigert zum Arzt zu gehen.

Seine Vorgeschichte (ich kenne die Einzelheiten leider nicht ins kleinste Detail): vor vielen Jahren hatte er einen Hirnschlag, einen leichten Schlaganfall und einen Magendurchbruch. Er war Alkoholiker und raucht sehr stark. Er weigert sich schon seit über 10 Jahren zum Arzt zu gehen und nimmt keinerlei Medikamente, selbst bei einer Erkältung muss seine Frau ihn zwingen Medizin zu nehmen.

Seid diesem Jahr hat er aber sehr stark abgebaut. Sein ganzer Körper ist voller Wasser (mit großen Wasserblasen), seine Haut dadurch tiefrot und gespannt, er schläft nur noch im Sitzen, da er nicht atmen kann, er kommt nicht mehr alleine vom Sitzen hoch, sobald er sitzt, schläft er ein. Er hat keinerlei Kraft mehr.

Wir würden gern eine Pflegestufe beantragen, aber selbst das verweigert er, da er da mit einem Arzt reden muss. Wenn mal ein Krankenwagen gerufen werden müsste, da es nicht mehr geht, sagt er, dass er es lieber vorher selbst zu Ende bringt.

Mein Freund und seine Mutti sind so fertig. Er nimmt jetzt zwar die Hilfe von seiner Frau an, wenn es um die tägliche Körperpflege geht, das Bad wurde auch schon behinderten gerecht eingeräumt. Aber das sind nur Kleine Dinge, die das Zusammenleben für meine Schwiegermutter leichter macht.

Aber das Problem ist, dass er dringend ärztliche Hilfe braucht. Aber er hat Angst, wenn er einmal ins Krankenhaus geht, dass er nicht wieder nach Hause kommt.

Gibt es die Möglichkeit ihn Zwangs einzuweisen. An wen müsst man sich wenden? Unterschreiben kann er schon seit ein paar Monaten nicht mehr, also könnte er sich nicht selbst entlassen oder?

Antworten
EChemalfig-er Nutazer (k#39391x0)


so hart es ist, aber nein, ihr könnt ihn nicht zwangseinweisen. Solange keine Versorgungsvollmacht (Betreuung) besteht, kann er sich jederzeit selbst entlassen.

PZlaceAboi090x6


Also um jemanden "Zwangs" einzuweisen müsste derjenige vorher entmündigt werden.

Sprich es müsste beim Gericht angerufen werden, dann kommt ein Gutachter und wird entscheiden ob dein Schwiegervater noch für sich selbst entscheiden kann und darf.

Ansonsten gibt's keine Möglichkeit jemanden gegen seinen Willen zum Arzt oder ins Krankenhaus zu bringen.

Ich kann verstehen dass es für euch nicht einfach ist mit ihm zu Hause und alles, aber meinst du er wäre Glücklich wenn ihr ihn einfach gegen seinen Willen ins Krankenhaus verfrachtet?

Inwiefern braucht er ärztliche Hilfe oder einen Krankenhausaufenthalt?

Würde es nicht reichen ihn davon zu überzeugen dass 1 mal ein Arzt kommen darf und ihn anschaut? Mitunter habt ihr ja auch die Möglichkeit einfach mal einen Arzt herzubestellen.

Also ich würde vorerst mal alles versuchen um das zu Hause zu regeln. Redet mit ihm nochmal wegen der Pflegestufe, und sagt ihm das ihr ihn nicht zwangsläufig ins Krankenhaus geben wollt solange es möglich ist ihn zu Hause zu behandeln und zu pflegen.

c>la{ireIt


Mal mit dem Hausarzt reden und ihm die Situation (inklusive der derzeitigen Symptome) schildern und nach Rat fragen?

Und wenn sich eine Notsituation ergibt, z.B. Atemnot, dann würde ich den Krankenwagen rufen. Ohne ihm davon zu erzählen. Man kann ihm schließlich nicht einfach beim Ersticken zusehen ohne irgendwas zu tun. Möglicherweise hat er ein Einsehen, wenn die Fachleute vor Ort sind und mit ihm reden. Falls er dann überhaupt noch in der Lage ist sich zu äußern.

BWlaudeFee84


Vielen Dank für Eure Antworten.

Inwiefern braucht er ärztliche Hilfe oder einen Krankenhausaufenthalt?

Würde es nicht reichen ihn davon zu überzeugen dass 1 mal ein Arzt kommen darf und ihn anschaut? Mitunter habt ihr ja auch die Möglichkeit einfach mal einen Arzt herzubestellen.

Wir denken halt, das eine normale Hausärztliche Behandlung bei seinen Symptomen nicht mehr hilft. Wir wissen noch nicht mal, ob man ihm überhaupt noch helfen kann. Es kann alles Mögliche sein, sein letzter Arztbesuch ist über 10 Jahre her und seit ein paar Wochen hat sich sein Zustand täglich verschlechtert. Es fing an, dass er nicht mehr alleine aus der Wanne kam und plötzlich überall, wo er saß, eingeschlafen ist und das ganze Wasser in seinem Körper...

Da wir wissen, dass es schnell vorbei sein kann, fahren wir jetzt sehr oft zu seinen Eltern und mein Freund plant mit seinem Vater noch einen kleinen Ausflug, welchen er sich schon länger wünscht.

Wir wollen halt nicht, dass er sich so sehr quält, da er auch große Schmerzen haben muss, es aber nicht zu gibt. Es ist schwer, dass ganze mit anzusehen und seine Mutti tut mir so leid, da auch noch ein paar andere Probleme hinzu kamen.

B7laueUFees84


Meine Schwiegermutter hat Angst, dass sie sich strafbar macht, wegen unterlassener Hilfestellung. Aber wenn er nicht möchte, kann sie nichts dafür oder?

Und wenn sich eine Notsituation ergibt, z.B. Atemnot, dann würde ich den Krankenwagen rufen. Ohne ihm davon zu erzählen. Man kann ihm schließlich nicht einfach beim Ersticken zusehen ohne irgendwas zu tun. Möglicherweise hat er ein Einsehen, wenn die Fachleute vor Ort sind und mit ihm reden. Falls er dann überhaupt noch in der Lage ist sich zu äußern.

Ja das wird dann auf jedenfall gemacht. Da kann er nicht anders, als sich zu behandeln lassen.

Pglac+ebo09x06


Also wegen unterlassener Hilfestellung braucht sich deine Schwiegermutter nicht fürchten, sofern sie wie oben genannt bei Atemnot oder einer anderen Notsituation einen Krankenwagen ruft.

Wie alt ist denn dein Schwiegervater?

S?maragIda=ugxe


So wie es sich liest ist Dein Schwiegervater ein Mensch, der viel Wert auf Selbständigkeit legt. Im Innersten weiß er sicherlich ganz gut, wie es um ihn steht. Und es scheint, bevor er in einem Krankenhaus dahinsiecht, will er lieber zu Hause sterben. Ohne das ganze Drumherum. Sozusagen auf "natürliche Art". So sind manche alten Menschen, vor allem Männer, glaube ich. Kein großes Theater, einfach leben bis es nicht mehr geht, und dann Klappe zu.

Ich würde das respektieren (auch wenn es blöd ist wegen der Pflegestufe, aber so wie Du es schilderst, geht das ohnehin nicht mehr lange).

In einem akuten Notfall würde ich die Rettung rufen - aber ansonsten seinen Willen respektieren.

BWla4ueF ee8x4


Er ist 69.

Smaragdauge: genau so, wie Du es schreibst, ist es. Er befürchtet, wenn er ins Krankenhaus muss, kommt er nicht wieder raus. Und ob man ihm helfen kann, ist die andere Sache und das weiß er auch.

Mir tut nur meine Schwiegermutter so leid. Sie versucht stark zu sein, bricht aber innerlich immer wieder zusammen. Aber zum Glück wohnt die Schwester von meinem Freund und ihr Mann auf dem gleichen Grundstück und es wäre sofort Hilfe da, falls es nicht mehr geht.

Das Thema: Zwangseinweisung kam nur gestern auf, nachdem mein Freund wieder bei seinen Eltern war und seine Mum fast zusammen gebrochen ist.

Also wegen unterlassener Hilfestellung braucht sich deine Schwiegermutter nicht fürchten, sofern sie wie oben genannt bei Atemnot oder einer anderen Notsituation einen Krankenwagen ruft.

da können wir sie wenigstens da beruhigen.

Vielen Dank an Euch.

Semar^agdraug'e


Er ist 69.

Smaragdauge: genau so, wie Du es schreibst, ist es. Er befürchtet, wenn er ins Krankenhaus muss, kommt er nicht wieder raus. Und ob man ihm helfen kann, ist die andere Sache und das weiß er auch.

Mir tut nur meine Schwiegermutter so leid. Sie versucht stark zu sein, bricht aber innerlich immer wieder zusammen. Aber zum Glück wohnt die Schwester von meinem Freund und ihr Mann auf dem gleichen Grundstück und es wäre sofort Hilfe da, falls es nicht mehr geht.

Dann lasst ihn.... und stützt die Schwiegermutter. Ihm könnt ihr wohl nicht helfen, außer seinen Wunsch zu respektieren, aber sie kann sicherlich ganz viel Unterstützung gebrauchen. Dort würde ich ansetzen und ihr helfen, wo es nur geht, sie entlasten, Zeit mit ihr verbringen, auch wenn es schwer ist.

Lcor<eaxl


BlaueFee84

ich habe so etwas ähnliches erlebt.

Mein Vater damals 51 es war vor 6 Jahren ich war 21 hat sich auch geweigert ins Krankenhaus zu gehen.

Starker Raucher und auch viel Alkohol getrunken Jahre lang. Hinzu kommt noch 20 Jahre lange Diabetes, dann Diabetes Fuss bekommen usw.

Er hat sich nur noch mit Medikamenten betäubt, größten Teils Tilidin. Dadurch hat er den ganzen Tag geschlafen, war nur noch benommen... hat sich auch verhalten wie ein kleines Kind... war ständig verwirrt.

Ich habe das erste mal den Krankenwagen gerufen und er hat sich geweigert und schickte sie weg.

Paar Tage später, mein Vater hat schwer gehustet kaum noch Luft bekommen und ich habe den Notarzt gerufen.

Als der Notarzt da war hat er eine Lungenembolie festgestellt und gesagt er müsse DRINGEND ins Krankenhaus!!!

Mein Vater hat den Zettel unterschrieben , auf eigene Verantwortung nicht mit genommen werden zu müssen !

2 Tage später war es so schlimm, das er ein Fenster Nachts raus gerissen hat in seinem Zustand weil er keine Luft mehr bekommen hat. Ich war wütend und flehte ihn an jetzt mit mir zum Arzt zu gehen... Er stimmte zu...

Als ich das Auto fertig machen wollte und die Ärzte anrief und zurück in sein Schlafzimmer ging, war er tot.

Ich möchte dir jetzt kein schlechtes Gefühl damit vermitteln, ich kann nur gerade ganz genau verstehen wie du dich fühlst !!!!!

Mein Vater wollte auch nie ins Krankenhaus weil er Angst hatte nicht mehr zurück zu kommen.

Ich weiss leider auch keinen Rat was man in diesem Fall tun kann, weil ich es auch nicht geschafft habe ihn zu Vernunft zu bringen... wie auch wenn er nur noch auf Medikamenten ist.

Das einzige was warscheinlich hilft ist wenn ihr mit ihm redet und seine Frau gut zuredet !!!

Ich hoffe ihr schafft es ihm zu helfen !!! :°_

B0lauKeFeex84


Ich danke Euch allen. Es hilft, dies mal nieder zu schreiben und wir versuchen so gut es geht, die Mutti zu unterstützen. In 2 Wochen hat mein Freund Urlaub, dann hoffen wir, dass es mit dem kleinen Ausflug klappt und so noch der letzte Wunsch vom Papa erfüllt wird.

Loreal: :)_

mHinla-maxrie


Bin ich die einzige, die das etwas fahrlässig findet?

Der Mann ist 69 Jahre alt und damit weit entfernt davon einfach an Altersschwäche einzuschlafen.

Stattdessen könnte sich das Sterben zu einem unglaublich schmerzhaftem und für alle Angehörigen traumatisierendem Ereignis entwickeln. Ihr wisst ja nicht mal, was er hat oder ob er wirklich stirbt.

Angst vor Ärzten ist eine Sache, eine Panikstörung lässt sich gut behandeln. Deswegen aber auf 10-20 Jahre des Lebens verzichten und das als Angehöriger auch noch unterstützen, ist eine andere Sache.

Lnoreaxl


Ein Mensch der nicht mehr möchte, zeigt es ja offensichtlich auf diese Art und Weise.

Wenn ein Mensch noch Kraft hat und weitere 10-20 Jahre leben möchte, der kämpft auch dafür und/oder ist stark genug dafür.

Ich finde es schlimmer jemanden gegen seinen Willen dazu zu zwingen weiter zu machen wo der jenige nicht mehr möchte...

Lyia9n-KJxill


Erinnert mich an meinen Vater.

Erst eine Thrombose im Bein hat ihn gezwungen, sich vom Notarzt ins KH einliefern zu lassen. Fortan war er regelrecht fasziniert vom Thema Ärzte und Gesundheitswesen, und hat auch die verordneten Medikamente brav genommen. Das hat ihm noch acht Jahre einigermaßen gutes Leben beschert, obwohl ihm die Ärzte nur noch fünf gegeben hatten, wenn er nicht mit dem Rauchen aufhört. Das wars ihm anscheinend aber nicht wert.

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