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Kann man jemanden ins Krankenhaus zwangs einweisen?

meina-ma/rie


Ein Mensch der nicht mehr möchte, zeigt es ja offensichtlich auf diese Art und Weise.

Äh. Aber er hat ja kein Krebs oder ALS im Endstadium und wird definitv innerhalb der nächsten Tage sterben. Er ist auch nicht 110 Jahre alt.

Man weiß nicht, was er hat und was noch auf ihn und die Familie zukommt.

Vielleicht stirbt er gar nicht oder er fällt in ein Koma oder krampft oder oder oder.

Wenn ein Mensch noch Kraft hat und weitere 10-20 Jahre leben möchte, der kämpft auch dafür und/oder ist stark genug dafür.

Was machst du mit suizidalen Kinder und Erwachsenen? Der Mann (erst 69 Jahre alt!) scheint ein Angstpatient zu sein, verweigert Ärzte und begibt sich in eins hochrisikohafte Situation. Das ist suizidal und hat wenig mit freiwilligem Einschlafen nach schwerer Krankheit zu tun.

Zumal selbst das ärztlich und medikamentös begleitet sein sollte.

cClai%ret


So wie es sich liest ist Dein Schwiegervater ein Mensch, der viel Wert auf Selbständigkeit legt. Im Innersten weiß er sicherlich ganz gut, wie es um ihn steht. Und es scheint, bevor er in einem Krankenhaus dahinsiecht, will er lieber zu Hause sterben. Ohne das ganze Drumherum. Sozusagen auf "natürliche Art". So sind manche alten Menschen, vor allem Männer, glaube ich. Kein großes Theater, einfach leben bis es nicht mehr geht, und dann Klappe zu.

Woher soll er wissen wie es um ihn steht, wenn seit 10 Jahren nicht beim Arzt war? Kann sein, dass er tatsächlich unheilbar krank ist (aber selbst dann könnte man ihm helfen wegen dem Wasser und der Atemnot und die Zeit erträglicher machen), aber es könnte auch eine Sache sein die man medizinisch gut in den Griff kriegt und er mit Behandlung noch viele Jahre gut leben kann. Falls es durch die 10 Jahre Nichtstun nicht schon zu spät dafür ist.

Das selbstgewählte, qualvolle Hinsiechen als "selbständig" und "natürlich" hinzustellen finde ich unmöglich. Nicht zuletzt ist es auch sehr egoistisch der Familie sowas zuzumuten.

P,laceRbox0906


@ mina-marie

Auch wenn sein Verhalten suizidal ist, ist das noch kein Grund ihn zu etwas zu zwingen.

Es ist eine Gradwanderung keine Frage, aber wärst du Glücklich wenn man dich zu was zwingen würde was du absolut nicht willst? ich glaube kaum. Und ich glaube auch nicht, dass du verstehen würdest wenn man dich deswegen dann entmündigt.

Klar ist 69 kein Alter zum sterben, zumindest bei uns nicht.

Ich kann auch noch ein Beispiel liefern: Meine Oma hatte seit ihrem 35 Lebensjahr ein Offenes Raucherbein. Am Anfang war das alles noch nicht so schlimm und es hat eigentlich niemand so wirklich mitbekommen.

Es war auch für sie nicht üblich zum Arzt zu gehen, und sie hat sich ihr Bein immer selbst verbunden.

Bis dann die Wunde letztes Jahr bis auf den Knochen gegangen ist und sie dadurch einen schweren Infekt bekommen hatte.

Sie hat von Anfang an gesagt sie möchte nicht ins Krankenhaus, da würde sie nicht mehr raus kommen.

Und was haben wir gemacht, sie mit der Rettung holen lassen, ab ins Krankenhaus. Sie ist widerwillig mitgefahren unter der Bedingung das wir sie sofort wieder mitnehmen nach der Behandlung.

Tja. Die Ärzte haben sofort gesagt sie müssen das Bein abnehmen, aber sie sind sich nicht sicher ob das Herz das noch schafft und man sich das gut überlegen sollte.

Oma wollte das natürlich nicht und wollte einfach nur mit den verordneten Schmerzmitteln wieder nach Hause. aber 3 ihrer Töchter haben so lange auf sie eingeredet bis sie garnichts mehr gesagt hat sich somit auch nicht mehr gegen die OP geäußert hat.

Der OP Termin wäre 4 Tage danach angesetzt gewesen.

In der Nacht davor ist sie gestorben. Im Krankenhaus. Das war das was sie nie wollte, und was sie uns auch immer gesagt hat. Wir haben ihr somit nichtmal vergönnt in Ruhe zu Hause zu sterben, nur weil wir sie umbedingt "retten" wollten.

Und ja, man mag es als richtig bezeichnen das wir sie ins Krankenhaus gebracht haben, aber ich bin immer noch davon überzeugt das es besser gewesen wäre den Schritt nicht gemacht zu haben.

Das jetzt nur dazu.. Sie war übrigens 72!

Und um nochmal auf das Problem der TE zurück zukommen.

Wie schon geschrieben, wäre es ja einfach eine Möglichkeit mal einen Arzt ins Haus zu bestellen, weil mehr als dass sich der Schwiegervater nicht anschauen und behandeln lassen will kann ja nicht passieren, und somit hat man wenigstens versucht was zu tun.

S)urfe#rfixx


Mir kommt das Ganze sehr bekannt vor... %-|

Mein Schwiegervater war ein ähnlich schwerer Fall, allerdings liess eer sich dann doch vom Rettungsdienst mitnehmen, wenn´s ihm richtig übel ging...

Er konnte das letzte Jahr auch nicht mehr ohne die Sauerstoffsonde unter der Nase sein. Es ging dann allerdings so weit, dass ihn seine Frau nicht mehr pflegen konnte. Den Pflegedienst hat er nicht akzeptiert, so dass wir auch keine andere Möglichkeit hatten ihm nen Platz in einem Pflegeheim zu suchen. Das hat er widerwillig und nach langem Zureden akzeptiert, kam dann vom einem Krankenhausaufenthalt direkt dorthin. Mußte aber aufgrund des schlechten Zustands seines Beins nach wenigen Tagen wieder ins Krankenhaus. Dort wurde ihm dann bald darauf ein Bein abgenommen, es war kritisch, ob er die OP überlebt – hat er – ist dann aber am Tag darauf (Tauftermin unseres Kindes) gestorben, mit 65 Jahren :)-

B^l4aueRFexe84


Mina-Marie: wir wollen ihn nicht sterben lassen, deshalb ja mein Anfangs-Thread, ob eine Zwangseinweisung möglich ist.

Das Problem bei meinem Schwiegervater ist, dass er bereits nach dem Schlaganfall sein Leben aufgegeben hat. Er wollte sich nicht helfen lassen, er wollte nichts unternehmen, wir haben probiert mit ihm immer mal ein paar schöne Dinge zu unternehmen, damit er sieht wie schön das Leben sein kann. Für eine kurze Zeit hat es auch geklappt. Aber dieses Jahr ging es leider Schlag auf Schlag. Seine Frau hat sich auch schon mit verschiedenen Hausärzten darüber unterhalten. Wir möchten ja was unternehmen, aber er droht, es vorher selbst zu beenden.

Ich kenne/kannte 2 Menschen mit Lungenkrebs. Die eine will Leben und kämpft seit Jahren gegen den Krebs und es sieht gut aus und der andere wollte nicht kämpfen und ist innerhalb eines Jahres daran gestorben. Klar jede Form des Krebs verläuft anders, ist aber ein gutes Beispiel.

Palcebo: das tut mir leid :)- :)*

BNlaAueFeWe8x4


Das selbstgewählte, qualvolle Hinsiechen als "selbständig" und "natürlich" hinzustellen finde ich unmöglich. Nicht zuletzt ist es auch sehr egoistisch der Familie sowas zuzumuten.

das sind auch unsere Worte, die wir an ihn richten. Es wird doch schon seit Wochen beratschlagt und diskutiert.

Es wird so sein, dass er irgendwann nicht mehr kann und der Krankenwagen gerufen wird.

Surferfix: :)* :)-

BKlau+eF;eex84


Lian-Jill: Mein Vater war auch erst so, viele Jahre nicht beim Arzt gewesen. Dann zwang ihn eine Gürtelrose zum Hausarzt. Dort wurde außerdem Diabetes und Bluthochdruck fest gestellt und obwohl er ein sehr großer Sturkopf ist, nimmt er jeden Tag pünktlich seine Medizin, geht aller 4 Wochen zum durchchecken und mit 72 Jahren und Diabetes muss er sich nicht spritzen, weil er sich an die meisten Dinge hält.

Menschen sind so unterschiedlich.

SXmaraVgdaeuge


Woher soll er wissen wie es um ihn steht, wenn seit 10 Jahren nicht beim Arzt war? Kann sein, dass er tatsächlich unheilbar krank ist (aber selbst dann könnte man ihm helfen wegen dem Wasser und der Atemnot und die Zeit erträglicher machen), aber es könnte auch eine Sache sein die man medizinisch gut in den Griff kriegt und er mit Behandlung noch viele Jahre gut leben kann. Falls es durch die 10 Jahre Nichtstun nicht schon zu spät dafür ist.

Er möchte aber keine Hilfe. Er möchte es mit sich selbst ausmachen. Zu Hause. Er ist, wie es scheint, bei klarem Verstand. Vielleicht stur, ja. Aber die TE beschreibt seine "Karriere" und dass er in der letzten Zeit sehr abgebaut hat. Das könnte durchaus was Schlimmes sein. Muss nicht sein, und das könnte nur ein Arzt feststellen. Vielleicht hat er auch Angst mit etwas konfrontiert zu werden, was ihn überfordert. Wenn er Angst hat, nicht mehr aus den KH zu kommen, hat das in meinen Augen nichts mit einer Angsterkrankung zu tun, ich glaube, solche Erkrankungen sind eher was, was jüngere haben, die ältere Generation tickt da noch etwas anders.

Das selbstgewählte, qualvolle Hinsiechen als "selbständig" und "natürlich" hinzustellen finde ich unmöglich. Nicht zuletzt ist es auch sehr egoistisch der Familie sowas zuzumuten.

Nicht das Hinsiechen selbst, aber die Entscheidung. Ganz ehrlich, warum möchte viele Patienten lieber zu Hause sterben als im Krankenhaus?

Und ja, etwas egoistisch ist es, aber andererseits, gerade wenn es um so fundamentale Dinge geht wie Leben und Sterben, da geht doch die eigene Entscheidung vor, und da muß die Verwandtschaft eben irgendwie durch. Daher meinte ich auch, eher die SchwieMutter zu unterstützen, damit sie besser damit zurechtkommt, als einen alten Mann auf Biegen und Brechen zu etwas zu zwingen, nur damit man selbst ein gutes Gefühl hat - das ist nämlich auch eine Form von Egoismus.

bMlack;hearytedqu_eexn


Hat der Schwiegervater denn eine Patientenverfügung?

Wäre vielleicht nicht doof.. Also nicht nur damit alles so gehandhabt werden kann wie er sich das wünscht, sondern auch dass er sich dabei Gedanken machen muss was er für sich will und was er für sich nicht will.

Meine Oma (die gottseidank recht gesund ist und auch zu Ärzten geht) hat eine Patientenverfügung mit der ich nicht wirklich glücklich bin. Einfach weil ich sie möglichst lange haben will. Sie sagt aber dass sie sich ihr Leben unter diesen oder jenen Bedingungen nicht vorstellen kann und das so nicht möchte. Und ich finde das muss man respektieren. Auch wenn man es scheisse findet.

Es ist halt nicht nur egoistisch von jemandem kürzer zu Leben als das möglich wäre, sondern eben auch jemanden länger bei sich unter den Lebenden behalten zu wollen als das dieser jemand für sich will.

Lrorneal


wie bereits Placebo geschrieben hat,

gegen den Willen- drauf eingeredet und dann ungewollt im Krankenhaus verstorben...

Ich würde mir da schon selbstvorwürfe machen.

Und natürlich habe ich keine Kinder gemeint mit meiner Aussage wer noch 10-20 Jahre leben möchte kämpft, ist ja logisch das man Kinder oder unbeholfene von dieser Aussage auschließt.

Ich meine damit nur, mein Vater war 51 natürlich auch noch kein alter, aber er wollte einfach nicht mehr !!!

Garnicht mehr.

Er hat alles in seinem Leben erreicht, auf der Überholspur gelebt und hatte einfach genug, der Alkohol, Zigaretten und auch Drogen machten ihn Gesundheitlich kaputt und er lies es zu das es ihm immer schlechter ging....

Wenn er noch wollte, dann hätte er gekämpft aber er wusste wie es um seine Gesundheit steht und hatte Angst nie mehr aus dem Krankenhaus zu kommen .

BNlaueiF8exe84


Meine Schwiegermutter ist schon dabei, verschiedene Dinge zu regeln und abzuklären, wie Vollmachten zum Beispiel. Ob es eine Patientenverfügung gibt, weiß ich leider nicht. Da muss ich sie mal fragen.

Er hat sich definitiv aufgegeben und das schon seit Jahren, daran kann man leider nichts ändern.

Wie Smaragdauge schreibt, wichtig ist jetzt die Mutti zu unterstützen und ihr bei stehen.

Ntandxana


Ich würde ihn in Ruhe lassen und nur dann den Notarzt rufen, wenn ein absolut akutes Ereignis eintritt, bei dem er nicht mehr klar "nein" sagen kann. Ansonsten finde ich, daß man einen fast 70jährigen, schwer kranken Menschen nicht gegen seinen Willen zwangsbehandeln sollte. Er hat sein Leben gelebt und offensichtlich abgeschlossen. Es ist ihm zu wünschen, daß er einfach friedlich einschläft, damit ihm eine Notfallbehandlung gegen seinen Willen erspart bleibt.

b-lackh?eartEedquexen


damit ihm eine Notfallbehandlung gegen seinen Willen erspart bleibt.

Deshalb habe ich auch das mit der Patientenverfügung eingeworfen.

Ich denke das wäre nicht nur für ihn eine gute Sache, sondern auch für die restliche Familie. Damit man hinterher eben nicht sowas wie "ach hätten wir bloss.." denken muss.

PuiMja05x09


Ich komme gerade von der Beerdigung eines Bekannten.

Er war 54 Jahre alt und wollte bis vor zwei Wochen nicht zum Arzt.

Am Montag war er dann in einem Zustand, der den Notarzt notwendig gemacht hat. Am Donnerstag ist er gestorben.

Ich hoffe ihr findet eine Lösung. Es ist schlimm, wenn ein Leben so sinnlos endet, wo die Medizin uns so viele Möglichkeiten verschafft.

Nwan>danxa


Aber es WILL nicht jeder die Möglichkeiten der Medizin nutzen. Manch einer will einfach in Ruhe sein Leben beenden dürfen.

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