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Tierische Angst vor (Voll)Narkose, wurde Asa 3 eingestuft

M_ietGzchexn hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr!

Also. Bei mir steht am diesen Montag ein Eingriff am Enddarm an. Er geht nur per Vollnarkose. Leider.

Durch diverse Vorerkrankungen ( u.a hatte ich 2009 eine Lungenembolie usw., ), wurde ich als ASA 3 Patientin eingestuft.

Auf meinen Aufklärungsbogen schrieb der Anästhesist noch deutlich zu den anderen eh schon vorhandenen Risiken:

Deutlich erhöhtes Narkoserisiko, Komplikationen Herz/Kreislauf, bleibende Schäden.

ABER: Er sagte uns auch, dass ich ( scherzhaft ), "keinen Bestatter" organisieren müsste. Dennoch sei ein "Exitus in Tabula" ( Tod auf dem OP-Tisch ) sehr selten und würde eher große Bauchoperationen, Notfälle, Hirn/Herzgeschichten usw., betreffen.

Zustätzlich werde ich, da ich bei einer Narkoseeinleitung vor 15 Jahren ( da war ich übrigens noch gesund ), an Awarness "litt", noch per BIS-Monitoring überwacht.

Dennoch. Ich denke die ganze Zeit an nichts anderes mehr, als dass ich sterben könnte und ich noch den Leuten, die ich liebe, viel sagen müsste, bevor ich "gehe".

Ich bin gerade mal 26 Jahre alt und habe gesundheitlich schon so viel Mist erlebt, auch Fehler seitens der Ärzte ( mir ist bewusst, dass Fehler passieren! ), dass ich mein Vertrauen fast gänzlich verloren habe.

Da half auch der nette Anästhesist nichts mehr ;-) Der behandelt mich übrgigens am Montag nicht mal....

Wuah. Ich musste das einfach mal schreiben... Ich möchte noch nicht "hops" gehen...

Liebe Grüße! @:)

Antworten
Hrypot#onxia


Hallo Mietzchen,

aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass nur operiert wird, wenn zu erwarten ist, dass der Patient den Eingriff (und damit auch die Narkose!) überlebt, oder der Patient ohne Operation sterben würde.

Du hast das bestimmt schon selbst recherchiert aber hier noch mal zur Erinnerung:

ASA 1: Gesunder Patient

ASA 2: Patient mit geringfügiger Erkrankung ohne Einschränkungen

ASA 3: Patient mit Erkrankung mit deutlicher Beeinträchtigung

ASA 4: Patient mit lebensbedrohlicher Erkrankung

ASA 5: Moribunder Patient. Tod innerhalb von 24h mit oder ohne Operation wahrscheinlich

ASA 6: gestorbener Patient mit festgestelltem Hirntod, Organspender

Quelle:[[http://flexikon.doccheck.com/de/ASA-Risikoklassifikation]]

Weiterhin ist es so, dass wenn ein Patient mit mehreren schwerwiegenden Erkrankungen auf dem Tisch liegt, ein erfahrener Anästhesist dabei ist und selbst wenn dem nicht so ist, so ist doch immer jemand in der Nähe, der zur Not hilft.

Ich selbst bin OP-Schwester und kann dir sagen, dass äußerst selten jemand auf dem Tisch bleibt. (Ich habe das bisher erst einmal erlebt und der Patient war ASA 5 und kam schon beatmet von der Intensivstation)

Der Anästhesist, mit dem du dein Vorgespräch hattest, wollte dir mit seinem "Bestatter-Spruch" sicher keine Angst machen, dennoch finde ich das etwas taktlos dir gegenüber, gerade wenn du schon solche Angst hast.

Was für eine Art Vollnarkose sollst du denn bekommen? ITN oder Lama?

M!ie)tJzchxen


Hallo Hypotonia!

Lieben Dank für deine Antwort.

Lama geht leider nicht, da ich selten mal Sodbrennen nach fettigem Essen haben – sie wollen da halt sicher gehen. Also ITN, damit auch wirklich keine Aspiration oder dergleichen geschehen kann.

Der Anä meinte "Das mit dem Bestatter" zur Auflockerung, weil ich da selber herumgeflachst hatte. Ich meinte zu ihm, dass ich die ganze Zeit denken würde, ich müsse noch Briefe für meine Lieben hinterlegen... Das war schon okay. Das hat mir keine Angst gemacht – das hat er eher gesagt, um mich zu beruhigen.

Ich habe primär Angst darum, dass mein Herzchen während der OP irgend einen Quatsch verantstaltet. Der Doc hat mir schon gesagt, dass es dann notfalls Amiodaron o.ä geben wird. Ich habe paroxsysmale supraventrikuläre Tachykardien, ES aus Vorhof und Kammer und ansonsten bin ich immer bradykard ( unter 50 ). Mein Blutdruck ist aber soweit okay ( im Mittel 130/70, nach 20min auch 110/50 ). Momentan ist er ein wenig erhöht, wegen der Angst. Für eventuellen Blutdruckabfall wäre dann Akrinor geplant. Eine Rechtsherzbelastung war übrigens nicht mehr nachweisbar – woher mein niedriger Ruhepuls kommt und der Rest, weiß keiner so genau. Strukturell ist alles super und wie gesagt, mein Herz hat sich von der LE gut erholen können.

Ich bin wirklich ein schrecklicher Schisshase geworden. Ich weiß, dass Ärzte immer fortgebildet werden, gerade Anäs und Intensiv und Notfallmediziner.

Dennoch. Dieser Gedanke, dass sie mich "wegballern" und ich die kontrolle verliere und dann irgendetwas schief läuft... Oder, dass sie mich da überdosieren...

Ich weiß nur eins: Dormicum werde ich auf jeden Fall präoperativ einnehmen... Sonst werde ich wegrennen... Aber sowas von...

Liebe Grüße :)=

Hzypotoxnia


das ist ja ein schöner Mist. Da hast du ja schon eine Diagnoseliste, wie eine "Alte"...ITN ist gut, dazu hätte ich dir jetzt auch geraten.

Ich hoffe nur, die OP ist auch unbedingt notwendig. Wenn du solche Angst davor hast, wäre es vielleicht auch ratsam einmal über Alternativen nachzudenken

MKiQetzcThen


Joa. So ein Bisschen schon. Das macht mir ja eben Angst. Aber: Ich kann locker in den 3.ten Stock rennen. Klar, danach bin ich ein wenig aus der Puste, aber, es geht. Damit versuche ich mich ein wenig zu beruhigen. Alte Omis können das eher seltener. ;-)

Wegen der Dringlichkeit der OP und wegen der Narkose:

Hausarzt sagt: Unbedingt, du wirst nicht abkratzen

Facharzt 1 sagt: Sollte man machen. Das "Übel" muss weg, kann sich ausbreiten. Narkose sollte kein Problem darstellen.

Facharzt 2 sagt: Früher oder später sollte es gemacht werden. Selbst sehr alte und multimorbide Menschen überstehen die Narkose.

Anä sagt: Kein Bestatter nötig... ;-)

Ich sage: Ich bin überfordert damit... Aber ich verstehe an sich auch, dass die Ursache behoben werden sollte. Spinal ist nicht möglich, da ich an idiopathischem Hirndruck leide und darunter die Gefahr einer Ödembildung etc, zu groß wäre. Unter Lokalanä will es keiner machen. Da hab ich auch schon sehr viel nach gequängelt.

Alle sagen also: Machen und ich werde nicht sterben.

Tja...

Myietz_chexn


PS: Spinale wäre einfach absolut beruhigender für mich gewesen. Aber der Drops ist gelutscht. Leider.

H(ypotIonia


Kann ich verstehen, aber ich denke, mit der ITN bist du gut bedient. Wenn es ein malignes Geschehen ist, was da operiert werden muss, würde ich mit der OP auch nicht lang warten. Zumal deine Ängste mit der Zeit ja wahrscheinlich auch nicht weiniger werden dürften...allerdings kann man diese Sachen ja auch naturheilkundlich behandeln...wenn man daran glaubt!

Willst du was zynisches Hören...du bist so krank, da hast du 1000 Möglichkeiten hops zu gehen und wenns unter der Narkose passiert, hast du wenigstens nicht gelitten. Ist ein schwacher Trost, oder ":/

Zumindest solltest du über eine Patientenverfügung nachdenken, also regeln, was passieren soll, wenns Komplikationen gibt. Soll reanimiert werden? Willst du auf der Internsiv beatmet und ggf. künstlich ernährt werden usw.

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