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Spätfolgen nach Stromschlag

BMlaack EHyed hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe eine Frage wegen einem Freund. Er hat sich am Samstag an seinem Trockner (am Plastikknopf?) einen derben Schlag geholt. Er konnte den Schalter erst nach einigen Sekunden loslassen und ist dann hingefallen. Seine Freundin ist mit ihm ins Krankenhaus, es wurde ein EKG gemacht und abends durfte er wieder nach Hause, weil wohl alles in Ordnung ist. Jetzt klagt er aber über Kopfweh, Herzschmerzen, zielloses Umherwandern und Albträume. Ist das jetzt ernst zu nehmen oder verulkt er mich? Ich mache mir einerseits Sorgen, aber er hat leider auch einen Hang zum Melodramatischen. Ich wundere mich einfach, daß der Plastikknopf überhaupt Strom drauf hatte, ich dachte das leitet nicht und dann sagt er noch er hätte beim Schlag geschriehen, man hat doch gar keine Muskelkontrolle beim Stromschlag oder? Wäre nett wenn mir jemand weiterhelfen könnte...

Antworten
GAretcMhexn


Also Plastik leitet defenitiv nicht und einen Schreckschrei kann man nur ausstoßen, wenn der Schlag nicht schlimm ist. Kennt doch fast jeder, wenn man mal irgendwo einen gewischt bekommt. Die Wama muß schon sehr kaputt sein, wenn er einen so starken Schlag bekommt ( mein Vater ist Elektriker ) und selbst wenn er davon umfällt, sollten keine "Spätfolgen" auftreten. Damit genau so etwas nicht passiert, gibt ja Sicherungen im Haus und die wäre sofort rausgeflogen.

N~eu&erM'atxt


Also:

Sicherungen im Haus fliegen erst bei 16 Ampere raus, damit ist man mit Sicherheit wunderbar gar gegrillt. Sicherungen dienen dazu, das Netz gegen Überlast (Kurzschluss) zu schützen, nicht die Nutzer.

Eine modernere Elektroinstallation beinhaltet darüber hinaus einen sogenannten Fehlerstromschutzschalter (FI). Dieser löst bei ca 30 mA aus. 80mA gilt so ungefähr als kritische Grenze für einigermassen gesunde Leute. Aber es gibt noch viele Altinstallationen, in denen noch kein FI installiert ist. Nachholen ist oft schwierig, da Altinstallationen entweder nur zweiadrig verdrahtet oder aber bei dreiadriger Verdrahtung irgendwo(schwer auffindbar) doch die Leiter PE und N verbunden sind.

Es war völlig richtig nach dem Stromschlag ins Krankenhaus zu fahren. Im übrigen muss das Gerät nachgeschaut werden, so einen Schlag gibt es nur, wenn es definitiv kaputt ist. Dieses Verhalten wird auch als Maßnahme nach Elektrounfällen der Berufsgenossenschaften gelehrt. Das gilt auch dann, wenn der Betroffene direkt hinterher meint, er sei in Ordnung. Herzrythmusstörungen können sich nämlich auch noch nach einiger Zeit einstellen und verschlimmern.

So ist es zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass es jetzt noch Folgen hat, unmöglich ist es aber auch nicht.

Der Freund sollte zumindest nochmal zu seinem Hausarzt. Ein weiteres EEG wäre angebracht, und eventuell weitergehende neurologische Untersuchungen, auch wenn neurologische Schäden noch ein bischen unwahrscheinlicher, aber auch bei weitem nicht unmöglich sind.

Nicht zu guter letzt kann es immer noch eine psychische Schockraktion sein, aber das ist auch kein Grund sich zu schämen.

G#retcxhen


Habe nochmal meinen Dad gefragt und wenn eine Wama dermaßen kaputt ist, dass man beim Betätigen eines Schalters einen Schlag bekommt handelt es sich mit um an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit ( Ihm ist in 40 Berufsjahren als Elektrokundendienst nichts anderes untergekommen) um einen Kurzschluß, was bedeutet, dass die Sicherung rausfliegt. Andernfalls müsste die ganze Maschine schon vor der Berührung des Schalters unter Strom gestanden haben, was äußerst unwahrscheinlich ist, denn solche Fehler liegen meißt nicht an der Wama ( die hat nich ihre eigenen "inneren" Sicherungen oder es würde halt zum Kurzschluß kommen) sondern an der Stromleitung selbst, das wäre schon ein Installationsfehler und würde nicht spontan auftreten.

Tlhor


na ganz so einfach isses nicht. Ne Sicherung muß nicht unbedingt kommen, wenn was kaputt ist. 16A sind i.a. nötig. Was Matt zum FI schreibt ist auch vollkommen richtig. So nu folgendes Szenario: Kein FI (normal in alten Buden), Schutzleiter hochohmig (Kontakte korrodiert, kommt in Waschhäusern vor) und P hat Schluß zur Waschmaschine. Kriegste beim Einschalten eine gewischt. Schlimm wirds, wenn man gutes Erdpotential hat. Das kommt in feuchten Waschräumen problemlos vor.

Fürs Schreien sind andere Muskeln nötig als fürs Anfassen. Deshalb kann man schreine aber nicht loslassen. Der Strom fließt auf dem kürzesten Weg vom Arm über der Körper, inklusive Herz, in die Beine und in den Boden.

Ist die Erde trocken genug, fließt kein spürbarer Strom zum Potentialausgleich. Aber ein kapazitiver Strom gegen Erde ist wohl zu spüren.

Übrigens wird nach einem EKG nach dem Stromschlag ein weiteres nach ca. 3 Tagen empfohlen. Ich hab das alles durch, ging aber gut, keine außergewöhnlichen Zacken auf dem Bild.

Das Gerät bzw. die Hausinstallation gehört unbedingt überprüft!!!!! Das kann jeder normal Elektriker machen.

In der Wama sind sogut wie nie Sicherungen in der 220V-Leitung. Höchstens ist die elektronik mit ner Feinsicherung abgesichert

B6lac2k Euyed


Hallo,

mein Freund war inzwischen noch mal beim Arzt und soweit ist wohl alles ok. Die Steckdose (der Übeltäter) wurde auch repariert. Er läuft auf jeden Fall immer noch mit einem Gesicht herum als hätte er nur noch wenige Stunden zu leben ;-) Ich werde ihn noch ein bisschen bemitleiden und hoffen, daß er die Sache bald vergessen hat.

Danke für eure Ratschläge!

Praurl_wiglls_0wissexn


Kannst du mal genauer erklären was mit der Steckdose war? PE nicht angeschlossen? Oder lag da gar die Phase drauf?

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