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ewig Schmerzen, Verzweiflung, Amitriptylin

Mer_Kop[fschmerz hat die Diskussion gestartet


Hey!

Ich habe seit 6 Jahren (ich bin männlich und 21 Jahre alt) starke, permanente Kopfschmerzen, die noch nie zwischendrin aufgehört haben. Sie werden durch Verspannungen im Nackenbereich ausgelöst, allerdings sitzen die Verspannungen längst nicht mehr nur im Nacken sondern ich habe das Gefühl als würden die Schmerzen immer mehr meinen ganzen Körper einnehmen.

Bei mir wurden diverse Untersuchungen durchgeführt, unter anderem MRTs, ein EEG usw., alles ohne Befund. Das einzige was mal festgestellt wurde ist, dass meine oberen Weisheitszähne wohl sehr schief gewachsen sind und auf meinen Kiefer gedrückt haben, sie wurden jedoch vor fünf Jahren bereits entfernt. Als weitere Ursache kommen noch ein Unfall infrage (starker Stoß gegen den Kopf), oder natürlich psychische Gründe.

Momentan gehe ich alle zwei Wochen zum Osteopathen und jede Woche zur Psychotherapie und trage nachts eine Aufbiss Schiene weil ich sehr stark mit den Zähnen knirsche. Alles hilft ein bisschen, jedoch waren die Schmerzen nie ganz weg und ich habe das Gefühl dass vor allem die Behandlung beim Osteopathen zwar schon hilft, aber alles was er wieder "richtig rückt" schon nach kurzer Zeit wieder kaputt ist.

In letzter Zeit habe ich sowohl privat als auch in der Uni sehr viel Stress (Klausurphase, und ich habe unheimlich Prüfungsangst) und habe dann ziemliche Schlafstörungen bekommen, ich bin mehrere Nächste hinternander nicht eingeschlafen bzw. habe maximal 1-3 Stunden geschlafen und konnte trotzdem in der nächsten Nacht nicht schlafen. Mein Hausarzt hat mir dann eine beginnende Depression diagnostiziert und Opipram als Schlafmittel aufgeschrieben für die Nächte in denen ich nicht schlafen kann.

Das alles belastet mich unheimlich. Ich renne seit Jahren von einem Arzt oder Therapeuten zum andern, keiner findet wirklich etwas und trotzdem geht es mir unheimlich schlecht und ich weiß nicht wie ich mit all den Schmerzen leben soll, ich denke den ganzen Tag an nichts anderes weil die Schmerzen immer präsent sind und habe unheimlich Probleme mich aufs lernen zu konzentrieren oder sogar Spaß zu haben. Ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch, mache sehr viel mit Freunden (in letzter versuche ich sogar nach Möglichkeit kaum alleine zu sein weil dann die Schmerzen wieder stärker in den Vordergrund rücken) und mache sehr gerne Sport. Nur bei jedem Sport muss ich vorsichtig sein was ich mache und trotzdem geht es mir nie besser sondern ich kann nur verhindern dass es mir noch schlechter geht. Zum Beispiel kann ich nicht Fahrrad fahren was ich früher super gerne gemacht habe, weil mein Nacken dadurch immer mehr weh tut, ich kann keine Bälle werfen weil plötzliche, schnelle Bewegungen dazu führen dass ich mich wieder verspanne, Krafttraining geht sowieso nicht,...Das einzige was momentan Möglich ist ist Kraul und Rückenschwimmen sowie joggen. Selbst Sex macht mir kaum Spaß weil ich dabei unheimlich verspanne und es mir danach nur schlechter geht.

Ich weiß einfach nicht mehr wie ich da raus kommen soll. Ich habe mal ein Dreiviertel Jahr lang Amitriptylin genommen, das hatte allerdings auch nicht dazu geführt dass die Schmerzen aufgehört haben. Allerdings habe ich auch nicht nebenbei noch andere Behandlungen bekommen. Ich überlege jetzt ob ich wieder anfangen sollte Amitriptylin zu nehmen, zunächst nur 10 mg und maximal, wenn sich nichts bessert, auf 20 mg zu erhöhen. Vorher wurden mir eine zeitlang sogar 75mg verschrieben, das will ich aber nicht mehr nehmen, da ich als ich es abgesetzt habe bei jeden runterdosieren zwar gemerkt habe dass es mir ein bisschen schlechter geht, aber erst von 10mg auf gar nihts mehr ging es mir wirklich schlecht.

Die Idee kommt daher, dass ich heute Nacht wieder Opipram genommen habe und mich am Morgen dann deutlich entspannter gefühlt habe und die Schmerzen zumindest ein bisschen ignorieren konnte. Vielleicht bringt es ja etwas Amitriptylin zu nehmen um das Schmerzgedächtnis zu löschen und gleichzeitig beim Osteopathen behandelt zu werden. Trotzdem habe ich auch ein bisschen Angst vor solchen Medikamenten, ich bin generell sehr ängstlich was meine Gesundheit angeht. Allerdings fehlt mir durch die ganzen Schmerzen die Fähigkeit mich zu entspannen, ich kann mich nicht wirlich in meinen Körper zurückziehen weil alles was ich von mir selber wahrnehme nur Schmerz ist und nichts ruhiges, entspanntes, ich habe die Hoffnung, dass Amitriptylin da helfen kann.

Es muss sich bitte endlich mal as ändern, so will ich nicht mein Leben lang leben.

Ich wäre sehr dankbar dafür wenn ihr ein paar Tipps hättet was ich noch probieren könnte bzw. etwas zum Amitriptylin sagen könntet. Ich würde auch gerne mal wissen ob man dadurch wirklich auch eine Chance hat die Schmerzen irgendwann los zu werden oder ob alle nur ein bisschen Erleichterung schaffen kann und eigentlich habe ich sowieso schon verloren.

LG, danke für Antworten und sry für den langen Text

Antworten
EWmax


Hallo Mr_Kopfschmerz,

ich habe jahrelang unter häufigen starken Kopfschmerzen gelitten. Schließlich merkte ich, dass dies hauptsächlich dann auftrat, wenn ich einige Stunden voher mit Rauchern in einem Raum war oder mit stark riechenden Chemikalien (z. B. Lacke) hantiert habe. Meine Kopfschmerzen kamen von den Nasennebenhöhlen. Allerdings schmerzte der ganze Kopf..

Jch passe jetzt auf und mache öfter mal eine Emser Nasendusche.

Alles Gute!

_ Par@vati_


Du steckst da anscheinend in einem Teufelskreislauf von Stress, Anspannung, muskulärer Verspannung und daraus resultierenden Kopfschmerzen. Wichtig ist, dass du lernst mit deinen Ängsten und den Stress umzugehen. Dabei wird dir hoffentlich dein Psychotherapeut helfen. Hier wäre auch mal wichtig zu wissen was für eine Art von Therapie du machst. Verhaltenstherapie? Tiefenpsychologische Therapie oder etwas anderes?

Es ist übrigens auch ganz gut, dass du Sport machst. Du hast auch schon richtig erkannt, dass es hier wichtig ist, was du machst. Schwimmen ist bei muskulären Verspannungen schon ganz gut. Achte aber darauf, dass du richtig schwimmst, denn hier kann man leider auch viel falsch machen. Joggen würde ich bei deinen Beschwerden eher für ungeeignet halten, da würde ich eher auf sanftere Varianten wie Wandern oder Nordic Walking ausweichen. Gut sind auch Yoga und Pilates. Sicher nicht gerade die spannendsten Sportarten aber sehr effektiv bei Psychischer Anspannung und körperlicher Verspannung. Bei Yoga hat man zudem den Vorteil, dass man nicht nur Muskeln kräftigt sondern auch dehnt. Dehnen ist bei Verspannungen fast noch wichtiger als die Kräftigung der Muskulatur. Wichtig ist auch regelmäßig Sport zu treiben. 4-5 mal die Woche ca. 45min. Das reicht auch, denn zuviel ist auch nicht gut. Dehnen kann man aber durchaus jeden Tag.

Probieren könntest du auch mal die sogenante Black-Roll. Einfach mal danach googeln. Außerdem lassen sich Verspannungen auch gut mit einem normalen Tennisball lösen. Auch hier einfach mal googeln.

Z#waWck44


Amitriptylin ist kein Schmerzmittel schlechthin, sondern geeignet zur "langfristigen Schmerzbehandlung im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts". Außerdem wird Dich eine Minidosis nicht weiterbringen. Empfohlen werden bei Depression eine Erhaltungsdosis von 150 mg/Tag in 2 oder 3 Portionen, bei Schlafstörungen ohne depressive Symptomatik 25-50 mg/Tag und zur Schmerzbehandlung eine Erhaltungsdosis von 75-100 mg/Tag abends, in Einzelfällen bis 150 mg/Tag.

Mer_Kopfs chmexrz


Danke für alle Antworten :)

Das manche Gerüche es verschlimmern können ist mir auch schon aufgefallen, allerdings bin ich ja nicht permanent irgendwelchen Chemikalien ausgesetzt, trotzdem habe ich permanent diese Schmerzen.

Ich mache eine tiefenpsychologische Therapie, ich glaube auch dass es mir hilft, allerdings mache ich das jetzt auch schon ein Jahr lang und trotzdem geht es mir ziemlich schlecht, vielleicht aber insgesamt ein bisschen besser. Ich habe vor allem ein großes Problem mich von den Schmerzen abzulenken, wenn ich zum Beispiel mit Freunden eine Fahrradtour mache geht es mir danach psychisch viel besser, allerdings geht es mir danach wieder ein paar Tage deutlich schlechter was mich wieder unheimlich runterzieht. Ich komme einfach nicht damit klar dass es so viele Sachen gibt die ich sehr gerne mache, die ich aber jetzt nicht mehr tun soll/kann weil es dazu führt dass meine Verspannungen schlimmer werde. Früher war ich auch zum Beispiel jedes Jahr Segeln und hatte viel Spaß dabei, das schlafen auf den Booten ist aber jetzt der Tod für meinen Rücken, wenn ich nach oben in den Mast gucke, zum Beispiel beim Segeln in den Mast, tut mein Nacken unheimlich weh, weswegen ich auch kein Volleyball oder Badminton mehr spielen kann, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Laufen tut mir aber eigentlich immer relativ gut :) Aber um 4-5 mal die Woche 45min Sport zu treiben fehlt mir auch irgendwie die Zeit und die Motivation, gerade wenn es mir schlecht geht. Was mache ich denn falsch dass ich sowas machen muss während so viele Menschen den ganzen Tag vorm PC arbeiten, keinen Sport machen und keine Probleme haben?

Das mit der Black-Roll und dem Tennisball gucke ich mir mal an.

Und ich bin mir halt immer noch unsicher ob mir Amitriptylin weiterhelfen würde oder eher nicht...

Z8wackx44


Und ich bin mir halt immer noch unsicher ob mir Amitriptylin weiterhelfen würde oder eher nicht...

Das findest Du durch Grübeln auch nicht heraus, sondern nur durch Ausprobieren.

DRer 2AstVrxonom


Hallo,

bei mir ist das Amitriptylin keine "Wunderwaffe", ich nehme es ein paar Wochen, dann nimmt die Wirkung ab und die Nebenwirkungen werden schlimmer. Dann setze ich es ab und steige auf "normale" Schmerzmittel um, bis die Phase vorbei ist. Wenn dann der Kopfschmerz wieder anfängt hilft nach einigen Wochen Abstinenz auch das Amitriptylin wieder über die schlimmsten Tage der nächsten Attacke.

Grüße

D`iyaxna


Warst du schon mal bei einem Schmerztherapeut oder in einer Schmerzklinik?

Wenn nein, erkundige dich doch mal nach einer Schmerzklinik in deiner Nähe. Dort wird bei einem 2 - 3 wöchigen Aufenthalt eine multimodale Schmerztherapie durchgeführt. Das erscheint mir in deiner Situation versuchenswert.

t he-Ycavexr


Außerdem wird Dich eine Minidosis nicht weiterbringen. Empfohlen werden bei Depression eine Erhaltungsdosis von 150 mg/Tag in 2 oder 3 Portionen, bei Schlafstörungen ohne depressive Symptomatik 25-50 mg/Tag und zur Schmerzbehandlung eine Erhaltungsdosis von 75-100 mg/Tag abends, in Einzelfällen bis 150 mg/Tag.

Das kann man so nicht sagen - es gibt auch Schmerzpatienten, die mit 25-50mg gut hinkommen. Vor allem gilt das für Menschen mit geringer oder fehlender Aktivität eines bestimmten Leberenzyms (CYP2D6 poor metabolizer), für die sind 25mg schon ne ziemliche Menge. Und das sind immerhin 5-10% der Bevölkerung.

Wenn Ami nicht vertragen wird, gibt es übrigens noch Alternativen - je nachdem, welche Nebenwirkung das Problem ist.

Ich mache eine tiefenpsychologische Therapie

Bei Schmerzen ist üblicherweise eine Verhaltenstherapie das Verfahren der Wahl - und wenn ich mir anschaue was Du so schreibst, gibt es da etliche verhaltenstherapeutische Ansatzpunkte.

Dir muss aber klar sein, dass keine Therapie die Schmerzen völlig beseitigen wird - Du musst lernen, was Du an Deiner Situation verbessern kannst und wie Du damit umgehst (vorausgesetzt, es handelt sich um einen chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp, was ich jetzt anhand Deiner Schilderung mal vermute).

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