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Chronische Müdigkeit

RseHdEA1nt hat die Diskussion gestartet


Hallo! Ich möchte euch ein Problem schildern, was ich nun seit langer Zeit habe und bei dem mir meine Ärzte nicht helfen konnten. Ich erwarte keine konkrete Diagnose mit Behandlung etc. Aber es wäre sehr hilfreich, wenn ihr mir Anstöße geben könntet, wonach ich meinen Arzt noch fragen könnte :)

Problem: Chronische Müdigkeit

Seit etwa 5 Jahren spüre eine chronische Müdigkeit. Diese fühlt sich an, wie ein Mantel, der sich über meinen Körper legt und diesen unklar und erschöpft wirken lässt und mich meiner Kräfte beraubt.

Ich habe weder Probleme abends einzuschlafen, noch durchzuschlafen. Ich habe sehr oft den Eindruck, als ob sich die chronische Müdigkeit von echter Müdigkeit unterscheidet, wie verschiedene Schichten, die sich über das Bewusstsein legen. Bin ich körperlich oder aufgrund zu kurzen Schlafes müde, so unterscheidet sich dies von der Müdigkeit, die ich bei normalem Schlafe spüre. Über die Jahre scheint sich die Müdigkeit höchstens zu verstärken.

Die Müdigkeit ist unabhängig:

-von der Tagszeit, das heißt sie besteht morgens, ebenso wie abends.

-von der Dauer der Nachtruhe (das Optimum liegt zwischen 7,5 und 9h, wobei die Müdigkeit trotzdem immer da ist). Ich kann auch 12h schlafen, jedoch zerstört mich dies so sehr, dass ich danach praktisch nichts mehr mache.

-von meiner Ernährung

-von Alkohol, Kaffee, Drogenkonsum

Untersuchungen:

Beim Arzt habe ich ein großes Blutbild machen lassen. Dieses hat keinerlei ungewöhnlichen Werte aufgezeigt. Mineralien, Sauerstoffgehalt, Hormone etc. - alles im grünen Bereich, laut meinem Hausarzt.

Außerdem habe ich vor etwa einem Jahr eine Magenspiegelung machen lassen, da ich neben der Müdigkeit auch lange Zeit mit phasenweisem äußerst starken Mundgeruch zu kämpfen hatte (scheint für den Moment aber durch Reinigung der Zunge kuriert zu sein). Die Magenspiegelung hat bis auf eine leichte Gastritis nichts ungewöhnliches aufgezeigt. Insbesondere keine Anzeichen von Zöliakie.

Von einem Schlaflabor habe ich ein Gerät erhalten, dass ich zuhause für eine Nacht getragen habe. Dadurch konnte festgestellt werden, dass meine Atmung und Herzschlag konstant sind und dass ich nicht Schnarche. Eine Apnoe hat der Arzt daher ausgeschlossen.

Krankheitsgeschichte:

zahlreiche Mittelohrentzündungen in der Kindheit

Bettnässer bis zum 10. Lebensjahr

Blinddarmdurchbruch, Vollnarkose 2008

Beschneidung mit Vollnarkose 2012 (verengte Vorhaut)

Schlaf (-gewohnheiten):

Ich habe normalerweise keinerlei Probleme einzuschlafen. Normalerweise brauche ich hierzu zwischen 30 und 45 Minuten. Probleme einzuschlafen, habe ich nur, wenn ich innerhalb der ersten Stunde nach Einschlafen geweckt wurde – hier habe ich dann oft starke Adrenalinschübe, die mich für eine ganze Weile vom Wiedereinschlafen abhalten.

In der Nacht wache ich entweder gar nicht, oder einmal auf um auf Toilette zu gehen. Weiterhin weiß ich, dass ich um die 2-3 mal aufwache, mich dann jedoch direkt wieder umdrehe und wieder einschlafe.

Ich schlafe für gewöhnlich 8h. Ich habe für mich herausgefunden, dass dies die optimale Zeit ist bei der ich am wenigsten Müdigkeit verspüre. Schlafe ich nicht zwischen 7,5 und 9h, so merke ich, sofort dass ich noch müder werde.

Die Matratze, die ich Zuhause habe bietet mir am meisten Erholung. Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob ich bei einem Kumpel auf einer Matratze auf dem Boden schlafe oder Zuhause. Wie bereits erwähnt, bin ich jedoch bei beiden Möglichkeiten müde.

In meiner Zeit in Frankreich (1 Jahr) hatte ich eine extrem schlechte Matratze. Dies hat dazu geführt, dass sich meine Müdigkeit wesentlich verstärkt hat. Sobald ich wieder in Deutschland war, ging sie auf das gewohnte Maß zurück.

Ich bin eher Seitenschläfer und habe verschiedene Kopfkissen ausprobiert mit wenig unterschiedlichen Resultaten.

Ich mache ausgesprochen gerne Mittagsschlaf, da mich dies entspannt und für kurze Zeit weniger müde macht. Für maximal eine Stunde fühle ich mich dann wacher, dieses Gefühl verfliegt wieder. Wenn ich wollte könnte ich 3 mal am Tag Mittagsschlaf machen, was ich jedoch nie tue.

Ernährung:

Ich habe mich über die letzten 5 Jahre unterschiedlich ernährt, sowohl ungesund, als auch sehr gesund (kaum Fleisch, viele Vitamine und Ballaststoffe etc.). Einen Unterschied hat es nur dahingehend gemacht, dass ich mich in der Verdauung leichter gefühlt habe (was ja ein offensichtlicher Effekt von guter Ernährung ist), die Müdigkeit ist jedoch nicht verflogen.

Ich habe bereits eine Glutendiät gemacht, das heißt sämtliche Glutenhaltige Lebensmittel für 3 Wochen ausgeschlossen, ohne den geringsten Effekt zu spüren (außer oben besagte Leichtigkeit, weil dadurch gesünder lebte).

Außerdem habe ich für 1,5 Wochen ausschließlich Reis, Wasser, Radiesschen, Tee, Avocado, Basilikum und Champignons zu mir genommen, ohne einen Effekt (außer Leichtigkeit).

Eine Laktosediät habe ich auch für 2 Wochen versucht, jedoch ist es möglich, dass ich in dieser Zeit ein oder zwei mal laktosehaltige Produkte zu mir genommen habe, ohne es gemerkt zu haben. Äußerliche Probleme mit Milch habe ich nicht (keine Blähungen, Übelkeit etc.).

Alkohol und Drogen:

-Ich nehme keine Drogen (zu denen zähle ich auch Gras). In meiner Zeit in Australien habe ich zwei mal gekifft und war wirklich stoned. Am nächsten Tag habe ich zwar den typischen Effekt im Sinne von Lust zu nichts und mega faul empfunde – daneben bestand aber auch weiterhin meine Müdigkeit.

-Ich nehme keine Medikamente.

-Ich rauche nicht.

-Ich trinke öfter mal ein Bier. 1-3 mal im Monat trinke ich auch größere Mengen. Allerdings habe ich auch schon teilweise anderthalb Monate ganz auf Alkohol verzichtet, ohne dass sich eine Änderung eingestellt hätte. Nach einer durchzechten Nacht spüre ich, dass ich müder bin, allerdings kann ich fühlen, dass dies an Schlafmangel und Kater liegt.

-Ich trinke unregelmäßig und höchstens einmal pro Woche Kaffee (dieser weckt mich nicht auf, sondern macht mich lediglich fahrig und ungenau in meinem Denken). Ich trinke ihn nur, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und meistens nach dem Mittagsschlaf

Alltag:

Ich schätze meinen Stresslevel als durchschnittlich ein. Als Jurastudent gibt es zwar Klausurphasen, in denen ich mich psychisch stärker belastet fühle, jedoch habe ich noch das Gefühl gehabt dem ganzen nicht mehr gewachsen zu sein. Vor allem hat diese Belastung nie zu Schlafproblemen geführt. Weiterhin hatte ich (vor allem in meiner Zeit in Australien) sehr viel Zeit zur Entspannung, sodass ich Stress als Ursache ausschließen würde.

Über einen Zeitraum von 2 Wochen bin ich täglich um die gleiche Uhrzeit schlafen gegangen und morgens aufgewacht, um einen perfekten Schlafrythmus zu erreichen. Der Effekt war (wenn überhaupt) minimal.

Vielen Dank fürs lesen :)

Antworten
PpaRul_RevMere


Termin beim Psychologen machen. Da bisher keine Auffälligkeiten bei Untersuchungen zu entdecken waren und du auch sonst keine Symptome zu haben scheinst ist das der Schritt der am wahrscheinlichsten zum Erfolg führt.

T#his *Twi'lighzt Garxden


Schilddrüse, Vitamin D3, Ferritin checken lassen.

R7edAxnt


Erstmal danke für eure Antworten :)

@ Paul:

Wenn du sagst ich solle zum Psychologen gehen, denkst du, dass es mit einer Depression zusammenhängt? Ich würde mich generell nicht als traurigen Menschen einschätzen. Ich habe schlechte Tage, genauso wie jeder andere. Aber ich hab nie Selbstmordgedanken gehabt und bin eher Optimist. Das einzige was mir emotional gleichbleibend zu schaffen macht ist, dass ich seit längerer Zeit alleine bin (keine Beziehung).

Schilddrüsen, Eisenmangel waren auf dem Blutbild drauf und unauffällig. Vitamine müssten eig auch drauf gewesen sein, bin mir aber jetzt nicht ganz sicher

Tshis |Tw1iligyht Gaxrden


Schilddrüsen, Eisenmangel waren auf dem Blutbild drauf und unauffällig. Vitamine müssten eig auch drauf gewesen sein, bin mir aber jetzt nicht ganz sicher

Mach dir bitte mal die Mühe dir die Werte von deinen Ärzten ausdrucken zu lassen und dann hier einzustellen :)z

A4ntligone


@ RedAnt

Gab es eine EBV-Infektion?

Wäre eine mögliche Ursache für die Müdigkeit:

[[http://www.spektrum.de/news/neue-erkenntnisse-zum-chronischen-erschoepfungssyndrom/1354734]]

RCedAxnt


@ Twilight Ich arbeite dran,

werde möglichst schnell meinen Hausarzt darum bitten und dann hier einstellen.

@Antigone Das ist eine sehr interessante Krankheit, von der der Artikel spricht. Die Sache ist nur die, dass meine Symptome nicht annähernd so stark ausgeprägt sind.

Auch fühlt sich die Müdigkeit nicht wirklich an, als wenn sie aus dem Körper käme. Ich kann ohne weiteres Sport machen und fühle mich nur geistig müde, nicht körperlich. Ich hoffe du verstehst, was ich meine. Trotzdem danke für deinen Beitrag. Es ist ja schon interessant zu wissen, dass es Leute gibt, die unglaublich viel schlimmer dran sind ,als ich.

Abnti[goPne


Ich kann ohne weiteres Sport machen und fühle mich nur geistig müde, nicht körperlich.

Bei mir genau andersherum.

Seit etwa 5 Jahren spüre eine chronische Müdigkeit. Diese fühlt sich an, wie ein Mantel, der sich über meinen Körper legt und diesen unklar und erschöpft wirken lässt und mich meiner Kräfte beraubt.

Also eher nicht über den Körper, sondern mehr über den Geist?

Fing das schon vor dem Studium an?

P1aulC_Rev.ere


@ Paul:

Wenn du sagst ich solle zum Psychologen gehen, denkst du, dass es mit einer Depression zusammenhängt? Ich würde mich generell nicht als traurigen Menschen einschätzen. Ich habe schlechte Tage, genauso wie jeder andere. Aber ich hab nie Selbstmordgedanken gehabt und bin eher Optimist. Das einzige was mir emotional gleichbleibend zu schaffen macht ist, dass ich seit längerer Zeit alleine bin (keine Beziehung).

Bspw. eine larvierte Depression, da gibt es viele Möglichkeiten.

Um depressiv zu sein muss man nicht traurig oder suizidgefährdet sein. Vorallem nicht, wenn sich die psychischen Probleme körperlich manifestieren. Depression ist eine Krankheit wie jede andere auch. Das kann einfach so auftreten ohne irgendwelche Schicksalsschläge, mobbing, traurige Stimmung etc.

Gleichzeitig sind Depressionen aber Hauptauslöser für chronische Müdigkeit.

Solange es keine Anzeichen für körperliche Probleme gibt ist der Psychologe die sinnvollste Anlaufstelle. Wenn dann auch beim Psychologen nichts gefunden wird kann man sich auf seltene bis exotische körperliche Erkrankungen konzentrieren (bei denen die Chance, dass sie überhaupt erkannt werden und dann behandelbar sind allerdings gering ist).

RPedAxnt


Ich kann ohne weiteres Sport machen und fühle mich nur geistig müde, nicht körperlich.

Bei mir genau andersherum.

Das war unpräzise, entschuldige bitte. Nach dem Sport fühle ich mich natürlich körperlich müde. Normalerweise, also wenn ich nicht gerade Sport mache, ist es keine reine körperliche Müdigkeit. Es fällt mir etwas schwer das Gefühl richtig zu beschreiben.

Es ist ein wenig, als wenn ich die Kräfte hätte, aber nicht so richtig anzapfen könnte. Sport führt auch (anders als bei vielen anderen, die ich kenne) nicht dazu, dass ich mich vitaler fühle.

Das fing etwa in der 10. Klasse also vor gut 5/6 Jahren an. Evtl. auch schon nach dem Blinddarmdurchbruch, wobei es mir damals nicht wirklich aufgefallen ist, deshalb kann ich das nicht mit Sicherheit sagen. In der 10. Klasse hab ich angefangen Mittagsschlaf zu machen, weil ich mich durch den Nachmittagsunterricht kaputt gefühlt habe.

@Paul larvierte Depression? Das klingt ausgesprochen interessant! Das werde ich auf jeden Fall verfolgen. Du sagst es gibt viele Möglichkeiten, hast du evtl noch weitere Stichwörter, unter denen ich noch ein wenig recherchieren könnte?

Verdammt, deshalb liebe ich Foren so sehr: Ich hab vor einiger Zeit versucht herauszufinden, ob es Depressionen auch ohne schlechte Gefühle gibt - vergebens. Der Versuch "depression ohne schlechte gefühle" und ähnliche Suchwörter zu benutzen schlug glorios fehl. Und hier gibst du mir Paul einfach das Stichwort, was ich ewig gesucht habe. Zeigt mal wieder, dass Google ganz einfach noch lange nicht alles ist

Ahnti}gNonxe


Das fing etwa in der 10. Klasse also vor gut 5/6 Jahren an.

Dann bist du noch so jung, dass im Rahmen der "Pubertät" (die geht im Gehirn bis ca. 25 Jahre!) auch die Hormone noch im Ungleichgewicht sein können.

R8edAxnt


Mach dir bitte mal die Mühe dir die Werte von deinen Ärzten ausdrucken zu lassen und dann hier einzustellen :)

Eisen: 93 µg/dl

Lymphozyten 23%

Monozyten 7%

Alles in den angegebenen Normbereichen. Braucht ihr sonst noch Werte? Ich möchte ungern alles posten, irgendwie ist es mir unangenehm so persönliche Informationen hier für jeden zugänglich zu machen, ich hoffe ihr versteht das.

Dann bist du noch so jung, dass im Rahmen der "Pubertät" (die geht im Gehirn bis ca. 25 Jahre!) auch die Hormone noch im Ungleichgewicht sein können.

Das wäre noch eine Möglichkeit, aber wenn ich ehrlich bin möchte ich nicht bis 25 warten um Ursachen ausschließen zu können. Wir sprechen hier von meiner Jugend und ich habe schon einen großen Teil in diesem Zustand verbracht.

TdrinWit2y00x1


Das vermisse auch den Vitamin D-wert. Der wird beim großen Blutbild nicht automatisch ermittelt. Meine Symptome waren sehr ähnlich zu Deinen und nach Einnahme von Vitamin D praktisch verschwunden.

TJhisj TAwili<ght Gxarden


Vitamin D und sie Schilddrüsenwerte (TSH, FT3 und FT4).

Vitamin D kostet knappe 30€ als Selbstzahler und die anderen Werte weiß ich nicht.

RxedAnxt


Ok cool, dann weiß ich wonach ich beim nächsten mal meinen Arzt frage. Ich dachte mit großem Blutbild würden alle möglichen Werte, die zu Müdigkeit führen eingeschlossen. Schonmal vielen Dank :)

Schilddrüsenwerte wurden aber getestet: TSH basal 1,07 (im Normbereich)

FT3 und FT4 sind nochmal eigene Werte? Die finden sich nämlich nicht in meinem Befund.

Vielen Dank für eure fortwährende Hilfe. Das bedeutet mir wirklich viel!

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