» »

Verdammt wo bleibt blos meine Energie?

Cmhill!imicllidxi hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forumsgmeinde,

ich bin auf der Suche nach Austausch mit Menschen denen es ähnlich wie mir geht oder die in einer ähnlichen Situation wie ich stecken. Nach jahrelangem Mitlesen hier im Forum, habe ich mich gerade registriert und versuche mich mal mit meinem ersten Post im I-net.

Also dann mal los:

Ich bin eine (eigentlich) starke Person die bisher mit allem im Leben klar kam und auch wieder kommen will. Lebe in einer tollen Partnerschaft, habe eine süße Tochter und einen guten Job. Soweit habe ich alle Höhen und Tiefen des Lebens gut gemeistert und bin auch stolz auf mich. Eigentlich war ich bisher das Paradebeispiel für ein "Stehauffrauchen".

Bis, ja bis zu dem Zeitpunkt als meine Mutter (im Mai diesen Jahres) einen starken Hirnschlag bekam. Sie ist halbseitig gelähmt, kann nicht mehr sprechen und ist zu Zeit in Reha. Wir haben alles getan für Sie. Ihr geht es den Umständen entsprechend gut. => Soweit man sagen kann, ist alles in Butter.

Nur bei mir nicht mehr...es ist irgendewas passiert. Ich kann nicht mehr. Meine Lebensenergie ist plötzlich wie verpufft. Ich funtioniere einfach nur noch und weiß wirklich nicht wie ich diesen Zustand ändern soll. Ich fühle mich wie unter einer Glasglocke. Ist das sowas wie ein Burn out? Ist hier vielleicht jemand der ähnliches erlebt hat? Ich fühle mich einfach nur schrecklich energielos. Schon eine Verabredung mit meiner Freundin ist eine Belastung...

Viele Grüße von einer etwas ratlosen

Antworten
mGond&+sterxne


:)_

Cuhilli>millidxi


@ mond+sterne

Vielen Dank :-)

Soo mal wieder ein Tag an dem es gedauert hat wach zu werden. Was sagt ihr in solchen Fällen, also ich meine wenn ihr aufsteht und eigentlich am liebsten gleich wieder ins Bett wollt, weil alles mist ist und man sich wie überfahren fühlt?

Mein heutiges Rezept: Erst mal um mich kümmer (habe ein schöööönes langes Bad genommen) und dann schauen, dass man in die Gänge kommt. In Kombination mit einer starken Tasse Kaffee hat es ganz gut geklappt und ich mache mich jetzt gleich mal an die Arbeit. (Bevor das Kaffee aufhört zu wirken hähä ]:D )

Grüßle

m4ocnd+[stexrne


Was sagt ihr in solchen Fällen, also ich meine wenn ihr aufsteht und eigentlich am liebsten gleich wieder ins Bett wollt, weil alles mist ist und man sich wie überfahren fühlt?

Naja, was schon? Mist! ]:D

Mehr fällt mir dazu leider auch nicht ein. :°( Man muss sich halt irgendwie so durchwurschteln, und ansonsten bin ich genauso ratlos wie Du.

:)_

M2irsrorcs-Edge


Vielleicht mal an eine Kur gedacht? Mal paar Wochen Abstand von allem und wirklich nur mit sich selbst beschäftigt sein? Wobei die Frage ist wie gut das mit Kind+Job machbar ist. Eventuell könnt ihr ja mal gemeinsam in Urlaub fahren.

SzchwNarz66p6


An diesen Punkt gelangt jeder irgendwann mal. Vielleicht ist es ein Burnout, obwohl man meint, alles sei in Ordnung oder derzeit die zusätzliche, zeitliche und psychische Belastung durch die Pflege/den Gesundheitszustand der Mutter.

Obwohl der Geist noch will, sagt der Körper irgendwann einfach "Ne, jetzt ist mal Schluss, schalt mal nen Gang zurück"!

Mehr fällt mir dazu leider auch nicht ein, nur alles Gute zu wünschen! @:)

dzatsQcha


Diese Glasglocke ist ein Selbstschutz vor dem Leid, kennen viele Leute, ich auch.

Manchmal ist es auch so, dass wenn man meint, ein Paradebeispiel für eine Person zu sein, die sich immer gut durchgebissen hat, dass der-/diejenige in Wirklichkeit nur gut verdrängen konnte und irgendwann alles aufbricht. Das braucht dann halt Zeit, da kann man nichts über das Knie brechen. Gute Besserung! @:)

CVinnamxon4


Vielleicht ist das wirklich ne Art Burn-Out oder leichte Depression.

Wie schon jemand hier schrieb - tue an dieser Stelle etwas für dich!

Nimm mal Abstand, konzentriere dich auf ein schon immer geliebtes oder neues Hobby, mache vielleicht auch eine Kur. Dein Arbeitgeber wird mit deinem Ausfall leben müssen und für dein Kind ist ja immernoch dein Mann da @:) ! Auch gibt es im Zweifelsfall ja Mutter-Kind-Kuren.

Wenn ich jetzt mal ganz wild spekulieren müsste, würde ich sagen, dass deine Mutter vielleicht auch immer so eine Kämpfernatur war oder eine Art Vorbild für dich? Oder vielleicht auch das genaue Gegenteil und du wolltest immer mehr aus deinem Leben machen als sie? Und jetzt siehst du an ihr ganz nah, wie schnell das Leben, das man kennt, vorbei sein kann. Vielleicht wirft das auch einfach Sinnfragen bei dir auf? War das schon Alles? Job, Mann und Kind und dann? Will ich das für den Rest meines Lebens in dieser Form oder soll da noch mehr kommen, andere Erfahrungen? Vielleicht treibt dich das ja unbewusst um, aber dir fehlt durch Job und Familie die Zeit, dich da mal selbst zu ergründen? Vielleicht bist du deshalb dann auch so mechanisch bis lethargisch in der Freizeit, weil dein Körper eigentlich mal zur Ruhe kommen will um deinem Geist Raum zur Entfaltung und Findung zu geben.

S\ilkPecarl


Was Du erlebst, kenne ich auch: Es ist eine sogenannte "reaktive Depression"! Die Krankheit Deiner Mutter hat Dich psychisch stark gefordert und offenbar überfordert. Ich habe mir damals einen Berater gesucht, und das war gut so; empfehle ich Dir auch.

C7hil\limil@lidi


Mhhh,

irgendwie dachte ich mir schon, dass ich mit der Sache nicht alleine bin. Gerade in der heutigen Zeit habe ich viele Leute kennen gelernt, die einfach nicht mehr konnten (Tinitus, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit etc.)...ist halt eben blöde, wenn man selber mal dran ist.

Er mal vielen Dank für Eure Beiträge.

Das mit der Mutter Kind Kur habe ich mir auch schon überlegt. Der Mut fehlt mir im Moment. Wenn ich für sechs Wochen ausm Job raus bin, kann ich gleich das gesamte Fiskaljahr in die Tonne knallen. Ich arbeite in der IT und da ist ein Kalenderjahr so viel wie drei bis vier Zeitjahre. Die Uhren laufen da verdammt schnell.

Sehr gut spekuliert Cinnamon:

Meine Mutter war sehr stark, sehr liebevoll und hat die Familie zusammen gehalten. Jetzt ist es so, dass eine neue "Familienführung" her muss und plötzlich alle nach mir schauen => Vater, Bruder, Schwester. Ich bin halt am besten "verdrahtet" und (bisher) organisiert. Das mit dem Hobby und der Entspannung habe ich erkannt...: funzt gerade nicht. => Verdammt ähhh Mist...wenn wir gerade schon beim "Misten" sind.

Silk Pearl: Woher hast Du einen Berater? Das interessiert mich sehr. Vielleicht ist es wirklich sinnvoll eine aussenstehende Person zu haben, die einem mal "auf den Zahn" fühlt und einschätzt wie man aus der Sache am besten wieder raus kommt.

Jedenfalls geht es so nicht weiter...irgendetwas bleibt gerade auf der Strecke und schlimmstenfalls bin ich das.

Liebe Grüße

S@ilkP%earxl


Woher hast Du einen Berater?

In vielen Orten stellt z. B. die ev. Familienberatung oder die Caritas Berater zur Verfügung.

C:hill9imilliydi


Danke Silk

ich werd mich gleich mal auf die Suche machen.

Ich glaube die Bezeichnung Posttraumatische Depression triffts ganz gut. Hier im Forum kann man etwas freier "überlegen". Im wahren Leben zuzugeben, dass es nicht mehr geht, ist ein ganz andere Herausforderung.

@ all

Habt ihr eigentlich auch das Gefühl, dass die Zeit sich schneller "dreht"? Irgendwie kenne ich noch die Zeit, da hat man am Wochenende mal Zeit Gehabt und nicht "Drölfdreiundneunzig" Anfragen, ob man dies oder jenes mitmacht, miterledigt, mitfeiert, tut, macht oder noch machen will....irdgendwie ist das alles schneller geworden und man ist ständing erreichbar (nicht dass ich mein Smartphone mal ausschalten würde. DAS kann ich).

Oder ist das selektive Wahrnehmung und ich bin blind für die Pausen des Lebens?

XAenogbinxe


Ich kenne das auch sehr gut was Du grad erlebst. Es ist Überforderung. Und jetzt wo Deine Mutter in der Reha erstmal gut aufgehoben ist, könntest Du zur Ruhe kommen und wechselst von Dauerfunktionieren in einen anderen Modus. Mein Doc hat mir das so erklärt, dass wenn man lange in dieser Dauerstresssituation steckt, der Körper halt auch reagiert, mehr Cortisol ausschüttet und das kann ab einem gewissen Zeitpunkt eben nicht von Null auf 100 wieder zurückgefahren werden und man ist dauerplatt.

Ich habe das über ein Jahr gehabt dass ich nur noch am funktionieren war und mir noch heute mögliche freie Abende so verlockend erscheinen, dass ich dafür auch Treffen mit meiner besten Freundin verschiebe und und und. Was Käse ist, weil mir diese Abende ja gut tun oder Sport oder mein Hobby oder oder.

Versuche bitte, Dir jetzt Dinge zu gönnen, die Du in den letzten anstrengenden Monaten nicht getan hast, versuch, Deine Kraftreserven etwas aufzufüllen und überleg Dir, wie es dann weiter gehen soll, wenn Deine Mutter wieder da ist.

Mach nicht den Fehler wie ich, als mein Vater in die Klinik kam, zog ich erstmal wieder bei der Mutter ein (auch halbseitig gelähmt nach diversen Schlaganfällen und nicht in der Lage, sich selber zu versorgen). Und dann sah es so aus: Früh die Muter versorgen, dann zur Arbeit, mittags wieder die Mutter, dann wieder Arbeit. Nach der Arbeit in die Klinik zum Vater, dann Haushalt, meiner und der von den Eltern, wenn ich richtig gut war, blieb etwas Zeit für die eigene Beziehung, aber dann wieder ab zur Mutter denn sie musste ja ins Bett. Nächster Tag dito. Das ist Raubbau und man muss eigentlich nicht groß fragen, ja wo ist sie denn die Energie. Das kriegt ne Eigendynamik und die Kurve geht echt steil nach unten.

Ich war auch so im "Kümmermodus" dass ich nicht viel drumrum mitbekommen hab. Was Du Glasglocke nennst, ist vielleicht eine Form der depressiven Verstimmung und Vorbote eines BurnOuts. Vertraue Dich da mal Deinem Hausarzt an. Der kann die Zeichen sicher gut einsortieren und Dich bei Bedarf auch weiter schicken. Ich hab da zu lange keine Hilfe in Anspruch nehmen wollen, weil ich immer sagte, dazu hab ich gar keine Zeit. War auch nicht gut und höchst ungesund.

Ich wünsch Dir echt viel Kraft für alles was jetzt auf Dich zukommt und kann mich nur wiederholen, pass auf Dich auf, such beizeiten Hilfe auch für Dich selbst und stelle die Hilfe für Deine Mutter auf möglichst viele Füße.

Liebe Grüße von einer StehAufFrau, die auch plötzlich merken musste, dass das Aufstehen manchmal richtig schwer sein kann @:)

CHhilli5millkidi


Hi Xenobine,

Danke für Deinen Beitrag. Lass Dich mal drücken. Ich hoffe Du hast wieder etwas mehr Kraft und Deine Mitte wiedergefunden. Beim Lesen Deiner Belastung wurde mir schon schwindelig.

So ich habe mich entschlossen mal einen Termin beim Hausarzt zu machen. Wird wohl Montag nächster Woche bis ich wieder Zeit habe. Meine Arbeitswoche beginnt immer Dienstags...da habe ich dann wunderbar die Rückstände von Montags nachzuarbeiten und wenn meine Arbeitswoche Freitag Nachmittag Endet habe ich die Rückstände von der Woche im Haushalt aufzuarbeiten. Das alles ist ja noch normal...aber dann kommt halt die Sache mit den Eltern dazu und auch noch Mann, Freunde, restliche Familie, Garten der gerade etwas unterversorgt ist :-), ach ja und eigentlich wollte ich den Flüchtlingen bei und noch helfen (schwimmen gehen mit den Kindern)...aber das lasse ich wohl mal besser.

Also, mal sehen, dass ich meinen stotternden "Lebensmotor" für diese Woche ans laufen kriege und rein in den Kampf. Schön mal etwas mit Leuten zu "plaudern" die ähnliche Herausforderungen haben.

Allles liebe an Euch @:)

X7eno-bine


Hey, na direkt schwindelig werden sollte Dir nicht, nur halt zeigen, bist nicht allein mit der Problematik.

Und es ist absolut keine Schwäche, sich Hilfe zu holen, wenn es zu viel ist, dann ist man nicht einfach nur schwach und packts eben nicht. Sondern es ist zuviel und man braucht Hilfe. Auch für den eigenen Zustand, Kopf, Körper. Ich hab in der Zeit wo es besonders heftig war echt nur funktioniert und gar nicht recht mitbekommen wie arg der Raubbau an den eigenen Reserven da schon war. Musste ja. Also gings auch. Nur über das Wie reden wir besser nicht.

Sagt Dir die Bezeichnung "Vertretersyndrom" was? So hab ich den Eindruck, jetzt könnte ich so langsam runterfahren und zur Ruhe kommen und na da schau, jetzt zeigt mir mein Körper wie mies es ihm geht. Fast schon als würde er mit der neuen Ruhe nicht klar kommen. Wobei Ruhe noch immer relativ ist.

Gut dass Du zum Doc gehst, das hilft bestimmt weiter. Meiner hatte mich auch durchgecheckt und nen gravierenden D3 Mangel gefunden sowie ne nicht richtig funktionierende Schilddrüse. War mir vorher auch komplett unbekannt sowas und kann angeblich auch vom Dauerstress kommen. Lass Du das mal auch alles checken, kann sein, dass ein Teil Deiner Schlappheit ja auch organische Ursachen hat, die es Dir zusätzlich schwerer machen als nötig.

Ich muss echt mal sagen, ein Hoch meinem Doc, denn eigentlich war ich nur da weil ich mir ne Thrombose eingefangen hab und die musste ja behandelt werden. Der guckte mich dann lange an und fragte, Sagen Sie mal, wie geht es Ihnen denn sonst ... Da endlich hab ich mich mal anvertraut.

Liebe Chillimillidi, ich hoffe, Dein Motor läuft und Du bist in der Woche angekommen. Wir können uns gern austauschen und uns so auch Mut machen. Es wird wieder besser. Wie sagte eine Dame im TV immer: Alles wird gut!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Diverse Erkrankungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH