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Magenspiegelung in Vollnarkose mit fiberoptischer Wachintubation

Alias 716753 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

zuerst die Erklärung, warum ich als Alias schreibe: Es ist mir sehr unangenehm, weil es nicht nur um die Magenspiegelung selbst sondern auch um meinen psychischen Knacks in Richtung Hypochondrie geht. Ich möchte in meinen anderen Beiträgen auch weiterhin ernst genommen werden, daher poste ich hier anonym.

Ich leide unter Krankheitsängsten, wenn ich Beschwerden bekomme, denke ich gleich immer an das Schlimmste, vor allem habe ich Angst vor Tumoren.

Seit ca. 6 Jahren habe ich immer wieder Probleme mit dem Magen. So wurde mir bei vorangegangenen Spiegelungen eine mehr oder weniger ausgprägte Gastritis, ein Zwerchfellbruch und ein Reflux diagnostiziert. Säureblocker helfen nicht wirklich, weil ich nur sehr selten das klassische Sodbrennen habe, aber der Magen tut immer wieder mal weh, häufig bei Stress.

Nun ist es so, dass ich aufgrund einer schwierigen Anatomie im HWS-Bereich sowie im Mund-Kiefer-Bereich seit einigen Jahren bei OPs nur noch fiberoptisch wachintubiert wurde. Ich fand das immer grauselig.

Magenspiegelungen wurde immer mit Propofol gemacht, einmal habe ich es ohne versucht und es war ein ziemlicher Krampf, der Arzt stand sicherlich dadurch auch unter Zeitdruck.

Weil die Magenprobleme, die nicht ständig sind, aber immer wieder, trotz Tabletten, immer noch da sind, hat mich meine Hausärztin wieder zur Spiegelung geschickt. Dazu wollte ich in das KH hier in der Nähe, das, wo das früher mit Propofol gemacht wurde, hat geschlossen. Das jetzige Krankenhaus hatte bereits OPs bei mir durchgeführt und kennt meine schwierige Atemwegssituation. Jedenfalls hat sich jetzt im Vorgespräch ergeben, dass der Anästhesist sich weigert, mir Propofol zu geben, für ihn ist dies zu riskant. Ich habe jetzt die Wahl zwischen einer Spiegelung mit Würgen und Krampfen und einem gestressten Gastroenterologen und zwischen einer Magenspiegelung unter Vollnarkose mit vorangehender Wachintubation. Beides ist sehr sehr unangenehm. Während narkosefrei sicherer (kein Narkoserisiko) wäre als mit Narkose, wäre mit Narkose sicherer, was die Ergebnisse angeht, weil der Gastroenterologe sich Zeit nehmen kann, sich alles anzuschauen.

Ich habe auch schon überlegt, ob ich die Spiegelung gar nicht machen lasse. Aber die Anatomie im Halsbereich verschlechtert sich langsam aber stetig, und außerdem habe ich halt auch Angst, dass ich etwas am Magen oder an der Speiseröhre haben kann.

Jetzt sitze ich da und weiß nicht, was ich tun soll. Die beratende Anästhesistin hat mir zur Vollnarkose mit Wachintubation geraten, weil der Arzt dann gründlicher spiegeln könnte.

Und ich habe Angst, dass hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, also für eine Spiegelung gleich alles mögliche auffahren. Bei Propofol hatte ich nie so richtig Angst, weil das ja schnell ging. Aber hier habe ich jetzt die Anästhesie in Standby, aber sie lehnen Propofol ab, entweder ohne Betäubung oder eben die fiberoptische Wachintubation mit nachfolgender Narkose.

Wenn ich nicht diese bescheuerten Krankheitsängste hätte, würde ich wahrscheinlich die gelegentlichen Magenbeschwerden und Schluckbeschwerden hinnehmen, weiterhin die Säureblocker nehmen und davon ausgehen, dass schon alles in Ordnung ist. Aber das kann ich leider nicht, ich möchte es abgeklärt haben, dass nichts Schlimmes ist, damit ich auch seelisch wieder etwas zur Ruhe komme und nicht mehr solche Angst habe.

Seit ein paar Wochen habe ich wieder mal eine Phase mit Herzrhythmusstörungen, so Extrasystolen. Im Vorgespräch wurde ein EKG gemacht und das sah lt. Anästhesistin bilderbuchmässig aus. Klar, da hatte ich ja auch gerade keine Stolperer.

Ich stecke in einem Dilemma. Vielleicht gibt es hier noch Leute vom Fach, die etwas dazu sagen können. Unterschätze ich die Anästhesie? Oder unterschätze ich das Narkoserisiko?

Die Ängste wegen dem Magen/der Speiseröhre bekomme ich auch mit aller Kraft nicht weg weil eben auch immer wieder Beschwerden da sind, mir hilft bei solchen Angstdingen immer nur die Abklärung.

Entschuldigt den langen Text, aber in einer Woche ist es soweit und ich habe schreckliche Angst und weiß nicht, was ich tun soll, denn egal wofür ich mich entscheide, alles hat ein Für und Wider....

Antworten
EYhemal$iger :Nutzer (A#469P485)


Wenn ich nicht diese bescheuerten Krankheitsängste hätte, würde ich wahrscheinlich die gelegentlichen Magenbeschwerden und Schluckbeschwerden hinnehmen,

Inwiefern Schluckbeschwerden? Können die eventuell auch mit Deiner Anatomie zusammenhängen?

Hat man schonmal ein Breischluckröntgen gemacht?

Hat man denn schonmal ein Bauch-MRT gemacht? Wäre in Deinem Fall vielleicht erstmal sinnvoller.

Vorallem wenn es um einen Tumorausschluss geht, der höchstwarscheinlich eh nur in deiner Phantasie existiert.

Was hast Du denn schon alles gegen deine Hypochondrie unternommen?

D!ie Kelmtin


Frag' mal the-caver - der ist Spezialist in Bezug auf Narkose - Fragen. Er hatte mir mal meine Fragen zu dem Thema gut beantwortet.

tHsuna5mi_xe


Profil von [[http://www.med1.de/Nutzer/5tkyg/ the-caver]] *:)

Bkör<dixe


Der Gastroenterologe kann nur ein vernünftiges Ergebnis liefern, wenn der Patient ruhig liegen kann. Viele können das halt nur mit Sedierung. Eine tiefe Sedierung in Anästhesie-Standby bei bekannt schwierigem Atemweg, ist eine gefährliche Sache. Wenn eine Intubationspflichtigkeit auftritt, kann der Tubus möglicherweise nicht schnell genug platziert werden. Eine fiberoptische Wachintubation wird nur bei wirklich schwierigem Atemweg gewählt.

Die geplante fiberoptische Wachintubation wiederrum ist unangenehm, aber sicher, das allgemeine Narkoserisiko ist bei normaler Gesamtkonstitution heute sehr gering.

Aus meiner Sicht kannst Du entweder auf die, vermutlich nicht notwendige, Spiegelung verzichten, die Untersuchung in Narkose machen oder mit möglichst viel Selbstbeherrschung und evtl nicht optimaler Untersuchbarkeit die Variante ohne Sedierung wählen.

Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, wie oben schon erwähnt, nach funktionellen Untersuchungen, was möglicherweise zielführender ist.

Tumore können übrigens auch per Ultraschall weitgehend ausgeschlossen werden, zumindest ab Magen und tiefer. Mit dem CT und dem MRT stehen weitere theoretische Alternativen zur Verfügung.

LUaun?ebaeer


@ Alias716753

Ich muss alle drei Monate zur Magenspiegelung und weil meine Venen durch zahlreiche lange Krankenhaus Aufenthalte völlig ruiniert sind, mache ich das ganz ohne Narkose oder Beruhigungsmittel. Das herunterwürgen des Endoskops ist das unangenehmste an der Geschichte.

Mir persönlich wäre eine Vollnarkose viel zu belastend und ich würde an deiner Stelle auch darauf verzichten.

Was der Facharzt in 5 min nicht erkennt beim"nur mal reinschauen " wird bei längerer Betrachtung nicht anders aussehen. Ich will damit sagen,wenn du einen erfahrenen Arzt hast, der dich untersucht, ist nach wenigen Minuten fertig mit der Spiegelung.

Wenn du davor angst hast den Schlauch (Endoskop )zu schlucken, dann kommst du in deinem Fall um die lntubation nicht herum und der Narkosearzt weiss genau was geht und was nicht. Er muss es auch verantworten wenn etwas schief geht. Der Anästhesist weiß was er tut und wenn er Propofol ausschließt hat er seine Gründe dafür.

Die Entscheidung liegt bei dir, du musst dich entscheiden wie es durchgeführt wird.

tChe-2cavxer


Bin ja schon da... ;-)

Anästhesiologisch ist die Sache ja ziemlich klar: Propofol kann nun mal Atemstillstände machen. Daher darf ich es nur dann geben, wenn ich mir einigermaßen sicher sein kann, dass ich den Patienten im Falle des Falles auch beatmen kann. Somit ist (um mal eine sehr zurückhaltende Formulierung zu benutzen) schon ziemlich mutig, was in dem letzten Krankenhaus gemacht wurde...

Wie schwerwiegend das anatomische Problem in Hinsicht auf die Intubation ist, kann natürlich aus der Ferne niemand beurteilen. Gerade bei Auffälligkeiten am Gesichtsschädel (große Nase, fliehendes Kinn u.s.w.) ist aber die Beatmung mit der Maske auch oft erschwert oder unmöglich - das nennt sich dann "can't ventilate, can't intubate" und ist das klasische Horrorszenario für den Anästhesisten. Wenn man mit einer solchen Situation rechnen muss, ist die fiberoptische Wachintubation ganz klar das Mittel der Wahl.

Natürlich gibt es schönere Arten seine Zeit zu verbringen als mit einem Bronchoskop in der Nase, aber mit entsprechender Vorbereitung lässt sich das in der Regel ganz gut hinkriegen: Ausreichend örtliche betäubung (Spray) für Nase und Rachen, etwas vorsichtige Sedierung - in manchen Klinken wird z.B. eine Minidosis eines kurzwirksamen Opiats verwendet, dafür gibt es im Falle eines Falles ja ein schnell wirksames Gegenmittel. Besprich einfach mit der Anästhesie, was die Dir anbieten können.

Das alles löst aber Dein Grundproblem nicht. Das ist nämlich nicht die Anatomie, sondern die Angst. Eine erneute Magenspiegelung wird dich auch nur für eine gewisse Zeit beruhigen - und dann? Wie oft willst Du das Spielchen machen? Und selbst, wenn die Angst in puncto Magen weg ist, kommen stattdessen eben andere - mit dem Herz fängt es ja offenbar auch schon an. Und das Ganze beeinträchtigt dich anscheinend ziemlich, sonst würdest du hier nicht mit einem Alias schreiben. Überflüssige Untersuchungen (egal welche) lösen das Problem eben nicht, sie chronifizieren es weiter. Du musst etwas gegen die Ängste tun, bevor sie Dein Leben bestimmen - und Ängste sind gut therapierbar, solange sie noch nicht zu weit chronifiziert sind.

Alias 716753


Danke für euren Beiträge und ja, ich musste die Entscheidung selbst treffen. Vor dem Eingriff wollte ich nicht mehr posten, daher auch jetzt erst das Feedback, auch nur kurz: Ich werde künftig, falls irgendwann mal wieder eine Magenspiegelung sein müsste, keine Vollnarkose mehr wählen. Was die Ängste angeht, werde mich mal mit meiner Hausärztin reden.

@ the-caver

Du bist offensichtlich vom Fach. Ich würde Dich gerne per PN kontaktieren. Wäre das okay?

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