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Verzichten auf Kohlenhydrate gut für Fettverbrennung?

SWesselpoubsExR hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

im Zuge einer Ernährungsumstellung und intensiverer, körperlicher Betätigung habe ich gelesen, dass es für die Fettreduzierung sehr

sinnvoll sein kann, mit Hilfe der Atkins-Diät, Ketogenen Diät oder

LL-Carb und wie sie nicht alle heissen, seine Fettverbrennung stärker anzukurbeln als etwa bei einer Diät, die besonders auf das Kaloriendefizit hinausläuft. Meine Frage ist allerdings die folgende... Was bringt den Körper denn nun mehr dazu, in einer Diät eine Notsituation zu sehen und sein Fett noch mehr zu speichern... das Verzichten auf Fett, wobei das für mich plausibler klingt, oder eher das Verzichten auf Kohlenhydrate? Sind diese wirklich so zweifelhaft und welche Variante schadet dem Muskelaufbau mehr? Ich lese immerzu, dass der Körper sich eher der Energieträger in den Muskeln bedient, als an denen in seinen Fettdepots, aber warum sollte dann gerade ein Verzicht auf Kohlenhydrate helfen, wenn man doch wieder Nahrungsfette zu sich nimmt? Das wäre dann ja doppelt falsch, oder hab ich da etwas falsches gelesen?

Mir geht es primär um den Fettabbau, aber ich lege auch Wert darauf, dass die Muskeln daruntern nicht leiden müssen.

Ich hoffe, ich habe die Frage nicht all zu verwirrend gestellt und

dass mir geholfen werden kann.

Vielen Dank im Vorraus,

SesselpubsER

Antworten
LVun^a79


Frag' zu dem Thema 5 Leute und Du bekommst 10 Meinungen...

Ich persönlich halte Verzicht/Einschränkung von KH für wesentlich wirkungsvoller! Normalerweise gewinnt der Körper die Energie aus den KH, weil das am einfachsten ist. Gibt's keine KH mehr tritt ein 'Notprogramm' des Körpers ein,der Stoffwechsel stellt sich um und nimmt dann Fett als Brennstoff. (Zustand nennt man Ketose) Wenn Du dann genug Fett isst braucht der Körper nichts 'einzulagern', weil ja immer Nachschub kommt... Also verbrennt er zum normalen Betrieb das eingelagerte Fett und das was Du futterst wandert quasi unbemerkt durch. Ohne KH, besonders ohne Zucker kann der Körper das Fett gar nicht einlagern.

Und gerade wenn's Dir drum geht die Muskelmasse zu erhalten musst Du ja auch Eiweiß essen, das verträgt sich mit Fett wesentlich speckfreundlicher als mit KH!

Kannst Dich ja mal duch [[http://www.lowcarbforum.de]] lesen, da werden alle LC-Formen gut erklärt!

So,glaube meine Antwort war genau so verständlich wie Deine Frage-Stellung... ;-D

LG, Luna

SSesseSlpubnsER


Danke für den Tip, aber...

ist die Behauptung falsch, dass es für den Körper nicht einfacher, insofern auch wahrscheinlicher ist, dass er die noch nicht angesetzen Fette, die ich durch die Nahrung aufnehme zur Energiegewinnung heranzieht, als die lang eingelagerten? Hm, ich

werde der Sache mal auf den Grund gehen und einen Versuch mit

einer Low-Carb-Diät starten und anschließend Erfolge hier verzeichnen 8-) So denn nochmals Dank und einen schönen Tag

Lnun\a79


Der Körper verbrennt beides, Nahrungs- und Körperfette! Teste es einfach mal 2,3 Wochen, wette es klappt... Ungerechterweise bei Männern sogar meistens besser als bei Frauen! Warum weiß ich allerdings auch nicht... :-/

T#ABAxSCO


also im august hatte ich noch einen unglaublich hsaesslichen bierbauch. im september ahbe ich zucker und kohlehydratreiche lebensmittel wie nudeln, brot etc. vom speiseplan gestrichen und jetzt ist der bauch schon halb weg! ich habe von 84kg mühelos auf 78kg abgespeckt und es geht weiter!

lowcarb kann man auch GESUND und OHNE FANATISMUS leben!

die infos gibt es in den neueren atkins-büchern (nicht zu verwechseln mit der alten atkins-diät!) oder gratis auf [[http://www.ketoforum.de]] oder auf [[http://www.ketose.com]]

j*n


Diäten und Verzicht auf Kohlenhydrate

> Was bringt den Körper denn nun mehr dazu, in einer Diät

> eine Notsituation zu sehen und sein Fett noch mehr zu

> speichern... das Verzichten auf Fett, wobei das für mich

> plausibler klingt, oder eher das Verzichten auf Kohlenhydrate?

Die Antwort ist einfach: Beides ist Unsinn.

Der Körper sieht in einer Diät keine Notsituation mit anschließender höherer Fetteinlagerung - das ist grober Unfug, den man sich ausgedacht hat, weil man sich den Jojo-Effekt nicht erklären konnte.

Übergewicht entsteht in fast allen Fällen nicht durch eine Überversorgung mit Kalorien, sondern durch eine Unterversorgung mit biologischen Wirkstoffen. Die Unterversorgung führt zu Stoffwechselstörungen, die sich dann wiederum bspw. in Gewichtsabweichungen manifestieren (das kann auch ein Untergewicht sein!)

Eine Diät ist so gesehen tatsächlich eine Notsituation, denn sie verstärkt die Ursache des Übergewichts, den Mangelzustand. Das ist auch der Grund, weshalb man nach der Diät noch mehr zunimmt, denn durch die Verschärfung des Mangelzustands hat man den Stoffwechsel noch mehr geschädigt. Er kommt noch schlechter mit der Nahrung zurecht und man nimmt noch mehr zu.

Auf Kohlenhydrate zu verzichten bringt den Körper ebenfalls in eine Notsituation, denn er benötigt Kohlenhydrate zum Überleben. Bestimmte physiologische Vorgänge sorgen in dieser Situation dafür, daß die Lipolyse in der Zelle die Lipogenese überwiegt, daß also mehr Fett aus der Zelle abgebaut als neu aufgebaut wird, daher der Gewichtsverlust. Das ist aber ein Notprogramm des Körpers, das auf Dauer zu diversen Schäden führen kann.

Das, was heute unter LowCarb verkauft wird, funktioniert übrigens nicht, weil man Kohlenhydrate einspart, denn das macht man dort nicht in dem Maße, in dem es nötig wäre um die o.g. Mechanismen in Gang zu setzen. Man verzichtet auf isolierte Kohlenhydrate wie Fabrikzucker und Auszugsmehle, die zu den Hauptverursachern des Übergewichts zählen. Was da wirkt, ist letztendlich eine Vollwertkost, wie man sie schon unter dem Deckmäntelchen von Montignac verkauft hat und wie man sie nun eben unter dem Label LowCarb wieder verkauft. Wer wissen möchte, warum das dann funktioniert, kann es hier nachlesen: [[http://www.vollwertleben.info/html/uebergewicht.html]]

TRABA"SCO


hi!

danke für die ausführliche antwort. dazu noch zwei erfahrungen von mir:

1. verzichtet man natürlich nicht 100% auf kohlehydrate, das ist ja mit normalem essen gar nicht möglich. in jedem steak sind ein paar kohlehydrate. wenn man die lästigen kilos runter hat, lernt man schnell, wieviele kohlehydrate man "verträgt" ohne wieder zuzulegen. das ist dann oft ohnehin recht viel.

2. meine erfahrung ist, daß es sehr wohl funktioniert und auch recht gut mit gesunder kost vereinbar ist. das mit dem vollkorn habe ich aber anders erlebt - vollkorn mag gesünder sein, aber es macht trotzdem dick. wenn du abnehmen willst, solltest du einige zeit auch auf vollkkorn verzichten. bevorzuge fisch uznd gemüse, und in vernünftigen maßen auch fleisch!

Tdwiligxht


Kohlenhydrate zum überleben?

da stellt sich die Frage, wie dann der Mensch überlebt hat, als es noch kein Ackerbau gegeben hat? er sich also hauptsächlich von Protein und Fett ernährt hat?

bitte keine Antwort wie: Der Mensch damals starb auch früher...

Sdalomxe


@ jn

Auf Kohlenhydrate zu verzichten bringt den Körper ebenfalls in eine Notsituation, denn er benötigt Kohlenhydrate zum Überleben.

Kannst Du mir da eine seriöse Quelle nennen, die diese Aussage verifiziert? Der Körper kann sie ja notfalls selbst herstellen.

jQn


@ salome:

Bspw. "Die Ernährung des Menschen" von Elmadfa/Leitzmann. Ohne Glukose überlebt das Gehirn bspw. keine fünf Minuten... Daß der Körper die Glukose in Notsituationen selbst mit recht ineffizienten Verfahren herstellen kann, unterstreicht lediglich die Wichtigkeit der Kohlenhydrate und bedeutet nicht, daß Kohlenhydrate nicht zur Ernährung gehören.

@Twilight:

Daß der Mensch früher nur von Protein und Fett gelebt hat, ist Spekulation. Er hat immer das gegessen, was in der Natur am leichtesten verfügbar war und da jeder lebende Organismus auf diesem Planeten immer alle drei Komponenten (Proteine, Fett und Kohlenhydrate) enthält, stellt sich die Frage eigentlich gar nicht.

@Tabasco:

Natürlich macht auch Vollkorn dick, wenn der Körper krank ist - und das ist er bei einem bestehenden Übergewicht. Deshalb ist es wichtig bei Übergewicht die Ernährung *konsequent* umzustellen. Einfach nur Vollkorn dazuzunehmen funktioniert nicht, wenn die restliche Ernährung nicht paßt.

b9lue nvelvxet


@ jn

super Link!

Werde ich mal ausdrucken und meiner Mutter geben,

sehr verständlich geschrieben!

Und die Verbreitung wird ja ausdrücklich gewünscht ;-)

Ansonsten: grosses Lob für Deine Beiträge, die sind eine echte Bereicherung dieses Forums!

C0harlTinxe1


Ich blick bei dieser Diaetwelt nicht mehr durch.

Was ist den nun die beste alternative um Abzunehmen ???

j1n


@charline1

Es ist verständlich, daß du da nicht mehr durchblickst, nachdem ja neue Diäten fast schon im Wochentakt erscheinen. Das ganz ist aber recht einfach zu durchschauen, denn es gibt im Grunde nur zwei Prinzipien, nach denen man abnehmen kann:

1. Durch Diäten. Egal welche Diät - sie beruhen alle darauf, daß man dem Körper Energie (Kalorien, Nahrung) vorenthält und ihn dadurch zwingt, Fett abzubauen, um den Energiemangel auszugleichen.

Diäten sind durchweg zum Scheitern verurteilt, weil das Übergewicht nicht durch zu viele Kalorien entsteht, sondern dadurch, daß der Körper mit der Nahrung nicht mehr richtig umgehen kann. Es macht daher überhaupt keinen Sinn, dem Körper die Nahrung vorzuenthalten, denn das ist ja nicht Ursache des Übergewichts. Man muß herausfinden, warum der Körper nicht mehr mit der Nahrung umgehen kann und diese Ursache beseitigen. Da die Ursache meist in einer Mangel(!)ernährung liegen, führen Diäten fast immer zu einer Verschlechterung der Situation. Der Körper kommt nach der Diät noch schlechter mit der Nahrung zurecht als zuvor.

Vorsicht: Viele Diäten werden als 'Ernährungsumstellung' verkauft. Die Umstellung besteht dann aber darin, sich an weniger Kalorien zu gewöhnen. Es sind daher natürlich ebenfalls Diäten.

2. Durch Beseitigung der Ursachen. Da die letztendlichen Ursachen nicht in der Kalorienmenge liegen, sondern in einer fehlerhaften Stoffwechselfunktion, müssen die Ursachen dieses Problem gefunden und beseitigt werden. Liegen diese Ursachen in der Ernährung - was bei den meisten zutrifft - geht das recht einfach durch eine konsequente Ernährungsumstellung. Wenn die Ursachen im Bereich Schadstoffe (Nebenwirkungen von Medikamenten bspw. Cortisone) liegen, muß man natürlich dort ansetzen und wenn die Ursachen psychischer Natur sind (permanentes Überessen trotz Sättigungsgefühl) dann ist eine Lebensberatung angesagt - meist in Kombination mit einer Ernährungsumstellung.

Die nötige Ernährungsumstellung bedeutet eine Umstellung auf frische, naturbelassene Lebensmittel unter Meidung von Fabrikzucker, Fabrikfetten, Auszugsmehlen und anderen stark verarbeiteten Produkten. Das leistet in erster Linie eine Vollwertkost. Andere Kostformen, die darauf basieren sind Montignac, Schnitzer Intensiv- und Normalkost, teilweise Trennkost. Wichtig ist dabei, daß es sich um *dauerhafte* Ernährungsumstellungen handelt. Kurzzeitige oder halbherzige Umstellungen funktionieren nicht, weil die Ursachen des Übergewichts dann ja wieder zum Tragen kommen.

Nähere Informationen: [[http://www.vollwertleben.info/html/uebergewicht.html]]

Du siehst: Man kann den 'Markt' grob in zwei Richtungen einteilen: 95% Diäten, die nicht dauerhaft funktionieren, und 5% sinnvolle Ernährungsumstellungen, die das Problem dauerhaft lösen.

Das macht die Sache doch schon überschaubarer, nicht wahr?

TIAMBASCxO


jn hat natürlich recht. nachdem ich mich eingehend und durchaus kritisch (!) mit atkins auseinandergesetzt habe und mein wissen über seine diäten (er hat 4 entwickelt) nicht nur aus hollywoodsternchenmagazinen gezogen habe kann ich bei aller kritik sagen, daß atkins genau diese these verfolgt hat!

es geht bei atkins weder darum nur fleisch in sich reinzustopfen und gemüse zu meiden (wie viele glauben) - es geht nicht einmal darum nie wieder nudeln zu essen! es geht nur in den ersten zwei wochen darum den körper in einen krassen kh-mangelzustand zu zwingen, genau num das zu erreichen was du oben beschreibst: eine neuregulierung des umgangst vom körper mit den kalorien!

atkins beruht nicht auf kalorienvermeidung und auch nicht auf langfristige mangelernährung! atkins hat das ziel gehabt den gestörten stoffwechsel dicker menschen wieder in den griff zu bekommen, indem er den körper dazu erzieht, wieder das insulin richtig dosiert auszuschütten! und das geht ganz gut, wenn man kurzfristig ähnlich wie ein diabetiker radikal auf kh´s verzichtet.

Cralaacirxya


es geht nur in den ersten zwei wochen darum den körper in einen krassen kh-mangelzustand zu zwingen, genau num das zu erreichen was du oben beschreibst: eine neuregulierung des umgangst vom körper mit den kalorien!

das klingt ja auch logisch, aber....

Wenn der Körper das nicht mitmacht, ganz ohne KH, weil Verstopfung und ziemlich schlimme Blähungen, noch dazu Gewichtszunahme, hat man Null Lust, diesen Zustand länger durchzuhalten.

Ich habe es versucht, sogar nur langsam umgestellt... habe nach 4, 5 Tagen abgebrochen. Es ging nicht mehr.

Grainne

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