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Nierensteine - Was darf man nun essen und was nicht?

A;n`na-Lenxa84 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen :-)

Mein Freund hat andauernd Nierensteine. Letztes Jahr war er 3 mal im KH deswegen.

Er hat Kalziumoxalatsteine. Seit fast einem halben Jahr hält er sich an eine möglichst oxalsäurefreie Diät.

Sein Urologe und Hausarzt haben keine Ahnung und geben auch keine Tipps. Deshalb informieren wir uns immer wieder im Internet was nun gut ist und was nicht. Aber irgendwie widersprechen die sich alle :-/

- Welches Obst/Gemüse ist gut und welches darf man nicht ???

- Was ist mit Zucker/Salz?

- Vitamin D soll nicht gut sein, wo is das drin?

- Kalziumreiche oder -arme Ernährung? Die einen sagen so, die andersn so

- Magnesium soll die Steinbildung hemmen. Also Magnesium am besten extra einnehmen?

- Kaliumreiche Ernährung soll helfen. Wo ist Kalium drin und ist das wirklich gut?

- Was sind bitte Purine? Und wo sind die drin?

- Was ist mit Vitamin C? Ist das nun gut oder nicht? Oder sind nur Zitrate gut und nicht Vitamin C?

Bin dankbar für jeden Beitrag :-)

Antworten
jxn


Hallo Anna-Lena,

> Er hat Kalziumoxalatsteine. Seit fast einem halben Jahr hält

> er sich an eine möglichst oxalsäurefreie Diät.

Was keinen sonderlichen Sinn macht, denn die Steine entstehen ja nicht, weil die Nahrung Oxalsäure enthält - sonst hätte ja jeder Steine. Das Meiden derartiger Nahrungsmittel ist daher lediglich eine symptomatische Behandlung.

Die Steinbildung hat aber natürlich Ursachen, die man finden und beseitigen muß. In der Regel bilden sich Steine, weil die Zusammensetzung des Harns fehlerhaft ist, bspw. weil der Organismus keine Schutzkolloide mehr bilden kann, die die Stoffe normalerweise in Lösung halten. Im Grunde sind die Nierensteine also die Folge einer Stoffwechselstörung.

Die Frage nach den Gründen für die fehlerhafte Zusammensetzung führt dann letztendlich zur Ernährung. Nierensteine sind typische ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten, die ihre Ursache in einer jahrzehntelangen Fehlernährung mit stark verarbeiteten Nahrungsmitteln haben.

> Sein Urologe und Hausarzt haben keine Ahnung und geben

> auch keine Tipps.

Sie kennen sich mit Ernährung und ernährungsbedingten Krankheiten sehr wahrscheinlich auch gar nicht aus - es ist ja nicht ihr Fachgebiet und im Studium lernt man darüber so gut wie nichts. Da ist das verständlich.

> Deshalb informieren wir uns immer wieder im Internet

> was nun gut ist und was nicht. Aber irgendwie widersprechen

> die sich alle

Das ist leider der Vor und Nachteil des Internets - man bekommt alle Meinungen zu hören und muß selbst entscheiden, was davon sinnvoll ist. Das gilt natürlich auch für meinen Beitrag.

Wenn man Nierensteine vermeiden will, muß man stark verarbeitete Nahrungsmittel meiden. Die starke Verarbeitung führt dazu, daß wichtige biologische Wirkstoffe zerstört werden, so daß es zu Mangelzuständen im Stoffwechsel kommt, die sich dann in unterschiedlichen funktionellen Störungen zeigen können. Wie eben in einer falscher Harnzusammensetzung und ihren Folgen. Wenn man Nierensteine vermeiden will, dann sollte man folgendes berücksichtigen:

> - Welches Obst/Gemüse ist gut und welches darf man nicht

Jede Form von frischem Obst und Gemüse bzw. Blattsalaten ist sinnvoll, wobei man dem Gemüse eine höhere Priorität geben sollte.

> - Was ist mit Zucker/Salz?

Fabrikzucker sollte strikt gemieden werden, dazu gehören auch alle Varianten wie Glukosesirup, Dicksäfte, Ahornsirup, Rohrohrzucker, Ursüße, Rapadura, usw.

Salz ist unproblematisch, sollte aber nur in Maßen verwendet werden.

> - Vitamin D soll nicht gut sein, wo is das drin?

Vitamin D wird vom Organismus bei Sonnenbetrahlung selbst in der Haut gebildet und ist sehr wichtig für den Organismus, bspw. im Rahmen der Calciumverwertung. Es zu meiden würde Stoffwechselstörungen Tür und Tor öffnen, vor allem im Bereich Rachitis bzw. Osteoporose.

> - Kalziumreiche oder -arme Ernährung? Die einen sagen

> so, die andersn so

> - Magnesium soll die Steinbildung hemmen. Also

> Magnesium am besten extra einnehmen?

> - Kaliumreiche Ernährung soll helfen. Wo ist

> Kalium drin und ist das wirklich gut?

Diese Ratschläge sind in keiner Variante sinnnvoll, denn diese Mineralien werden im Stoffwechsel benötigt und zwar in den Mengen, wie sie eine natürliche Nahrung liefert. Nur wenn der Stoffwechsel alle nötigen Stoffe zu Verfügung hat, kann er vernünftig arbeiten.

> - Was sind bitte Purine? Und wo sind die drin?

Purine sind Bausteine von Zellkernen, die im Darm weitgehend in Harnsäure überführt werden. Da sie Zellkernbestandteile sind, kommen sie vor allem in tierischen Produkten vor.

> - Was ist mit Vitamin C? Ist das nun gut oder nicht?

> Oder sind nur Zitrate gut und nicht Vitamin C?

Weder noch. Vitamin C ist ein einzelner Vitalstoff (von Tausenden), der im Organismus bestimmte Aufgaben hat und bei naturbelassener Ernährung in den richtigen Mengen aufgenommen wird. Weder das Meiden noch eine erhöhte Zufuhr sind sinnvoll. Vitamin C hat keine besondere Bedeutung im Vergleich zu anderen Vitaminen, allein die ständige Werbung macht daraus etwas besonderes.

Um Nierensteine zu verhüten ist eine möglichst naturbelassene Ernährung sinnvoll. Das bedeutet im wesentlichen:

- Kein Fabrikzucker

- Vollkornmehle und -Produkte statt Produkten aus Auszugsmehlen

- Naturbelassene Öle und Fette statt Fabrikfette

- ein möglichst hoher Frischkostanteil

- täglich ein Frischkorngericht

- keine Säfte oder gekochtes Obst

Weiterhin ist es sinnvoll, das tierische Eiweiß zu meiden.

ALnnwa-LEenax84


Hallo Jn

Vielen Dank für deine Antwort.

Die Ärzte haben gesagt, dass der Körper meines Freundes nicht in der Lage ist Oxalat oder Oxalsäure abzubauen. Deshalb wurde zum Beispiel geraten kein Rhabarber zu essen oder Spinat weil da besonders viel Oxalsäure drin ist.

Leider ist es ziemlich schwer rauszufinden wo das nun noch drin ist und wo nicht.

Deshalb meine Fragen.

Wir haben schon auf viel Obst und Gemüse umgestellt. Keine Schockolade und wenig Süßes.

jAn


> Die Ärzte haben gesagt, dass der Körper meines Freundes nicht in

> der Lage ist Oxalat oder Oxalsäure abzubauen.

Als gute Ärzte hätten sie fragen müssen warum sein Körper nicht in der Lage ist, sie abzubauen. Die Oxalsäure ist ja ein Zwischenprodukt des Stoffwechsels - wenn sie nicht abgebaut werden kann, muß offensichtlich etwas am Stoffwechsel gestört sein. Worauf sich wieder die Frage anschließt: Warum ist der Stoffwechsel denn gestört?

Ärzte geben sich leider meist mit der nächstbesten Ursache zufrieden, selbst wenn die angeblichen Ursachen selbst wieder Ursachen haben und man eigentlich so weit in der Ursachenkette zurückgehen müßte, bis man den Fehler in der Lebensführung gefunden hat, den der Patient macht. Letzten Endes wird man hier wieder bei der Ernährung landen.

> Deshalb wurde zum Beispiel geraten kein Rhabarber

> zu essen oder Spinat weil da besonders viel Oxalsäure

> drin ist.

Das kann man zunächst meiden, wenn es Beschwerden verursacht, aber das reicht alleine als Therapie ja nicht aus, denn diese Lebensmittel sind ja nicht Ursache der Krankheit. Die Ursache steckt ja in der Antwort auf die Frage, woher die Stoffwechselstörung kommt, die verhindert, daß die Oxalsäure abgebaut wird.

ACnna-vLenkax84


Wenn wir uns also nich an die Ärtze wenden können, an wen denn dann? Oder gibt es einen speziellen Arzt für Ernährungsfragen?

Ich achte schon auf die Ernährung. Bevor wir zusammen waren hat er sich aber jahrelang von Microwellengerichten und Ähnlichem ernährt. Kann das auch davon kommen?

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